{"id":30941,"date":"2015-07-16T10:00:36","date_gmt":"2015-07-16T08:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30941"},"modified":"2015-07-15T14:33:11","modified_gmt":"2015-07-15T12:33:11","slug":"post-dafuer-wurde-nicht-gestreikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/07\/post-dafuer-wurde-nicht-gestreikt\/","title":{"rendered":"Post: Daf\u00fcr wurde nicht gestreikt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-30963\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-280x173.jpg\" alt=\"Poststreik\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/post.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>dokumentiert: Erkl\u00e4rung des Netzwerks f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di<\/strong><\/p>\n<p><i>Vorbemerkung: Zwei gro\u00dfe Tarifauseinandersetzungen, die ver.di gef\u00fchrt hat, wurden mit schlechten Ergebnissen abgebrochen. Im Gegensatz dazu haben die GDL sowie die k\u00e4mpferische ver.di Betriebsgruppe an der Charit\u00e9 wichtige Erfolge erzieht. Es sollten jetzt Diskussionen von Aktiven organisiert werden, um die Lehren zu ziehen und um zu \u00fcberlegen, wie ein k\u00e4mpferischer Kurs und eine demokratische Beteiligung von unten in den Gewerkschaften durchgesetzt werden kann.<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p>Vier Wochen lang gingen tausende KollegInnen bei der Post in den Ausstand. Das Unternehmen, zu 21 Prozent Bundeseigentum, f\u00fchrte den Arbeitskampf gegen seine Besch\u00e4ftigten durch Einsatz von Streikbrechern bis hin zu illegalen Arbeitseins\u00e4tzen am Sonntag. Wer die Streikdemonstrationen mitbekommen hat, wurde von der Kampfbereitschaft \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Dennoch schloss die Ver.di-Verhandlungsf\u00fchrerin Andrea Kocsis am 5.Juli einen Vertrag mit der Unternehmensleitung ab, den der Postvorstand lautstark feierte und der eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung f\u00fcr die vielen KollegInnen war, die zum gro\u00dfen Teil zum ersten Mal mutig und entschlossen in den unbefristeten Streik getreten waren. Eine Kollegin bezeichnete den Abschluss in einem Interview mit der jungen welt vom 8. Juli 2015 als einen Schlag ins Gesicht aller KollegInnen, die gestreikt haben: \u201eVier Wochen haben wir gek\u00e4mpft, wir haben rund um die Uhr Streikposten gestanden. Und jetzt bedeutet dieser Abschluss, dass unser Lohn real sinkt. Und das bei einem Unternehmen, das Jahr f\u00fcr Jahr milliardenschwere Gewinne einf\u00e4hrt!\u201c<\/p>\n<h4>Keine Streikdemokratie<\/h4>\n<p>Vor allem konnte sich die Unternehmensleitung damit durchsetzen, dass sie weiter ausgr\u00fcndet und neue MitarbeiterInnen in den niedrigen Tarif der Logistikbranche einstuft. Die geforderte Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohnausgleich fiel g\u00e4nzlich unter den Tisch. \u00dcber das Ergebnis konnten die KollegInnen weder in Streikversammlungen diskutieren, noch gab es eine Urabstimmung.<\/p>\n<h4>Mangelnde Streikstrategie der F\u00fchrung<\/h4>\n<p>Es gab keinen Grund f\u00fcr diesen schnellen Abschluss. Die Postarbeitgeber haben sich genauso hart verhalten wie der Bahnvorstand. Auch die Gewerkschaft GDL konnte mit dem Streik wegen der privaten Konkurrenz nur einen Teil des Zugverkehrs lahm legen. Die streikenden Bahn-KollegInnen konnten sich nicht einmal auf die Solidarit\u00e4t der DGB-Gewerkschaften st\u00fctzen und haben dennoch mit einer konsequenten Haltung ihrer F\u00fchrung einen Erfolg erzielt. Das w\u00e4re auch bei der Post m\u00f6glich gewesen. Doch die ver.di-F\u00fchrung holte von 165.000 Besch\u00e4ftigten am H\u00f6hepunkt des Streiks nur etwa ein F\u00fcnftel in den Streik. Besonders neuralgische Punkte wie das gro\u00dfe Verteilzentrum in Leipzig h\u00e4tten den Konzernvorstand enorm unter Druck gesetzt, wenn sie einbezogen gewesen w\u00e4ren. Vor allem aber wurde nicht an der Solidarit\u00e4t aus der arbeitenden Bev\u00f6lkerung angesetzt. \u00dcber 63 Prozent waren laut Umfragen auf der Seite der Streikenden.<\/p>\n<h4>Gemeinsam k\u00e4mpfen<\/h4>\n<p>Bahn, Post, Amazon, Charit\u00e9, Einzelhandel: Ein Zusammenf\u00fchren der K\u00e4mpfe, gemeinsame gro\u00dfe Protestaktionen bis hin zu einem gemeinsamen Streik von gro\u00dfen Teilen der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge lag sp\u00e4testens im Mai und Juni in der Luft. Die ver.di-F\u00fchrung hat \u2013 als Gewerkschaft mit 2,1 Millionen Mitgliedern \u2013 diese Situation vorbeiziehen lassen. Dies sollte in Diskussionen und beim ver.di Bundeskongress bilanziert werden. F\u00fcr die Zukunft sollte eingefordert werden, die gemeinsame Kampfkraft in gemeinsamen Protestdemonstrationen zu steigern.<\/p>\n<h4>F\u00fcr einen k\u00e4mpferischen Kurs einsetzen<\/h4>\n<p>Viele KollegInnen werden aus Frust ihr Mitgliedsbuch hinwerfen. Das ist der falsche Weg. Gerade die aggressive, kompromisslose Haltung des Postmanagements hat deutlich gemacht, dass wir uns alle auf noch h\u00e4rtere Zeiten vorbereiten m\u00fcssen. Daf\u00fcr brauchen wir k\u00e4mpferische und demokratische Gewerkschaften. Lasst uns gemeinsam daf\u00fcr einsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>dokumentiert: Erkl\u00e4rung des Netzwerks f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30963,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[715],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30941"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30941"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30941\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30964,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30941\/revisions\/30964"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}