{"id":30792,"date":"2015-06-20T13:00:06","date_gmt":"2015-06-20T11:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30792"},"modified":"2016-11-14T12:46:41","modified_gmt":"2016-11-14T11:46:41","slug":"charit-vor-dem-streik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/06\/charit-vor-dem-streik\/","title":{"rendered":"Charit\u00e9 vor dem Streik"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" size-medium wp-image-30793 alignleft\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-280x173.jpg\" alt=\"Charit\u00e9 Solidarit\u00e4tsveranstaltung\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite1-e1434785674588.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Gro\u00dfe Solidarit\u00e4tsveranstaltung mit 200 TeilnehmerInnen<\/strong><\/p>\n<p>Drei Tage vor dem Streik bekundeten zahlreiche Betriebe und Gewerkschaften ihre Solidarit\u00e4t mit dem Arbeitskampf an der Charit\u00e9. Die Freude war gro\u00df \u00fcber die Niederlage des Arbeitgebers vor Gericht. Er wollte den Kampf f\u00fcr mehr Personal verbieten lassen und scheiterte in allen Punkten.<\/p>\n<p>\u201eIhr m\u00fcsst mein Honigkuchengesicht entschuldigen\u201c er\u00f6ffnete ver.di Betriebsgruppenvorsitzender der Charit\u00e9 Carsten Becker die Veranstaltung, \u201edenn es geht hier um eine sehr ernste Lage an der Charit\u00e9\u201c. Doch die Freude dar\u00fcber, dass der Vorstand der Charit\u00e9 beim Berliner Arbeitsgericht gescheitert ist, \u00fcberwog in dem Moment. Am Podium klebten Plakate mit einem Zitat des Arbeitsrichters \u201eDie unternehmerische Freiheit des Arbeitgebers endet dort, wo der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter beginnt!\u201c<\/p>\n<p>Mit Hohn und Spott wurde am Abend auch die neue Kampagne des Charit\u00e9 Vorstandes \u201eStreik ist keine L\u00f6sung\u201c bedacht, f\u00fcr die ja auf einmal auch Geld da sei. Die gegen den Streik gerichtete Kampagne wurde Freitag mit Plakaten und einer Webseite begonnen. Ab Montag soll sogar eine Hotline nur daf\u00fcr geschaltet werden, dass PatientInnen sich \u00fcber den Streik beschweren k\u00f6nnen.( 030 450 550 500) Carsten Becker sah im Gegensatz zum Motto der Kampagne Streik eher als eine Mischung aus \u201eWut und Entschlossenheit und das wird die Charit\u00e9 Montag erfahren.\u201c<\/p>\n<h4>Gemeinsam k\u00e4mpfen<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-30794\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2-260x173.jpg\" alt=\"charite2\" width=\"260\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2-260x173.jpg 260w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2-521x347.jpg 521w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2-600x400.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/charite2.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a>Bevor bei der von Lucy Redler (B\u00fcndnis f\u00fcr mehr Krankenhauspersonal) und Ulla Hedemann (ver.di Betriebsgruppe) moderierten Veranstaltung VertreterInnen weiterer Betriebe zu Wort kamen, brachte TeilnehmerInnen auf dem Podium zum Ausdruck, dass der Kampf f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten der Charit\u00e9 von Bedeutung ist. Betriebsr\u00e4tin der ausgr\u00fcndeten Tochterfirma Charit\u00e9 Facility Management Kati Ziemer bekr\u00e4ftigte die Solidarit\u00e4t des Servicepersonals, die immer noch keinen Tarifvertrag bekommen haben und der noch dieses Jahr erk\u00e4mpft werden m\u00fcsse. Kirsten Schubert vom Verein demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte zog ihren Hut vor dem Kampf der Besch\u00e4ftigten und erkl\u00e4rte, dass ihr Kampf auch im Interesse des medizinischen Personals sei, weil \u201emehr Pflegepersonal automatisch zu verbesserten Arbeitsbedingungen der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fchrt.\u201c In der Diskussion pflichteten kritische Medizinstudierende ihr bei.<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige ver.di Gewerkschaftsekret\u00e4r Kalle Kunkel zog die Verbindung zum Arbeitskampf der Sozial- und Erziehungsdienste und erkl\u00e4rte letztlich handele es sich bei den Streiks auch um politische Auseinandersetzungen. Denn eine Erh\u00f6hung der L\u00f6hne wie dort gefordert um 10 Prozent werfe sofort die Frage auf, \u201ewie man an den obsz\u00f6nen Reichtum in dieser Gesellschaft rankommt.\u201c Es ginge um eine strategische Frage der Arbeiterbewegung, ob sich nur L\u00f6hne durch Tarifvertr\u00e4ge regeln lassen oder man so auch gegen zum Normalfall werdenden Burnout und schlechte Arbeitsbedingungen wehren k\u00f6nne.<\/p>\n<h4>Gemeinsam streiken<\/h4>\n<p>Starker Applaus und Zuversicht f\u00fcr den Kampf pr\u00e4gten die Stimmung im Saal. Das wurde gesteigert durch zahlreiche Beitr\u00e4ge von VertreterInnen anderer Betriebe, die sich gerade auch in Auseinandersetzungen befinden. Frank-Uwe Leser von den Postbesch\u00e4ftigten erkl\u00e4rte, dass man sich an die Streikwesten gew\u00f6hnen m\u00fcsse und stellte gegenseitige Besuche in Aussicht. Von der ver.di Betriebsgruppe kam der Vorschlag zur\u00fcck, man k\u00f6nne in der zweiten Streikwoche auch eine gemeinsame Demonstration machen. Uwe Krug von der GDL Ortsgruppe S-Bahn griff die Idee auch f\u00fcr Lokf\u00fchrerInnen auf, sollten sie nach der Schlichtung nochmal in den Arbeitskampf m\u00fcssen. Schlie\u00dflich h\u00e4tten beide Arbeitgeber sogar den gleichen Verhandlungsf\u00fchrer. Besch\u00e4ftigte von Amazon Brieselang erkl\u00e4rten ebenfalls ihre Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Silvia Habekost von der ver.di Gruppe der Vivantes Kliniken erz\u00e4hlte, wie sie von KollegInnen schon angesprochen wird, warum sie nicht streiken und dass man gegen die \u00fcberall stattfindenden Ausgr\u00fcndungen zusammenstehen m\u00fcsse. Mehrere VertreterInnen anderer Betriebe erz\u00e4hlten aus ihren Erfahrungen steigender Arbeitsbelastung. Daimler-Marienfelde Betriebsrat Lutz Berger berichtete von den Zust\u00e4nden am Band, Wolfgang Wendt von der BVG davon wieviel Kilometer mehr BusfahrerInnen heute gegen\u00fcber fr\u00fcheren Zeiten fahren. Alexandra Arnsburg \u00fcberbrachte die Gr\u00fc\u00dfe der ver.di Betriebsgruppe der Telekom Deutschland und erkl\u00e4rte, wie es insbesondere die Privatisierungspolitik in allen Bereichen ist, die den Druck auf Personalabbau und Lohnsenkung erh\u00f6ht. Ebenfalls gab es Gru\u00dfworte der jungen GEW, der ver.di Verhandlungsf\u00fchrerin Meike J\u00e4ger und eines australischen Gewerkschafters. Der Vorsitzende der Berliner LINKEN Klaus Lederer nahm an der Veranstaltung teil.<\/p>\n<p align=center><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" src=\"https:\/\/photos.gstatic.com\/media\/slideshow.swf\" width=\"400\" height=\"267\" flashvars=\"host=picasaweb.google.com&#038;hl=de&#038;feat=flashalbum&#038;RGB=0x000000&#038;feed=https%3A%2F%2Fpicasaweb.google.com%2Fdata%2Ffeed%2Fapi%2Fuser%2F102458489215897250915%2Falbumid%2F6162357722712619553%3Falt%3Drss%26kind%3Dphoto%26hl%3Dde\" pluginspage=\"http:\/\/www.macromedia.com\/go\/getflashplayer\"><\/embed><\/p>\n<p>Ein griechischer Arzt eines Johanniter Krankenhauses, dessen Besch\u00e4ftigte auch an der 162.000 f\u00fcr 162.000 Aktion am Mittwoch teilnehmen, bei der bundesweit f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus geworben wird, sagte mit Verweis auf seine Herkunft, dass dieser Abend klar gemacht h\u00e4tte, die \u201eGrenzen verlaufen zwischen oben und unten und nicht zwischen den Nationen.\u201c Von mehreren RednerInnen wurde auch die Demonstration in Solidarit\u00e4t mit der griechischen Bev\u00f6lkerung am heutigen Samstag beworben.<\/p>\n<p>Lucy Redler erkl\u00e4rte, dass nicht nur Worte sondern auch Taten n\u00f6tig sind. Ab n\u00e4chste Woche gibt es t\u00e4glich 11 Uhr Aktionen an den Campi. Vom B\u00fcndnis gibt es 10.000 Solidarit\u00e4tsplakate, die verklebt werden m\u00fcssen. Dienstag findet 15:30 Uhr die Gro\u00dfdemonstration vom Campus Mitte aus statt. Am Mittwoch sind alle herzlich eingeladen sich an der Aktion f\u00fcr mehr Pflegepersonal zu beteiligen.<\/p>\n<p>Geschlossen wurde der Abend vom Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker, der in Verweis auf seine Erfahrungen in Hamburg auch eine Warnung vor der Gewerkschaftsf\u00fchrung aussprach. Die Gewerkschaften m\u00fcssen \u201eausschlie\u00dflich darauf orientiert werden, was die Interessen ihrer Mitglieder sind. Dazu m\u00fcssen wir sie zwingen.\u201c Er beendete den Abend mit einer gekonnten Lesung von Tucholskys Gedicht \u00fcber B\u00fcrgerliche Wohlt\u00e4tigkeit. Darin hei\u00dft es zum Schluss:<\/p>\n<p>\u201eProleten!<\/p>\n<blockquote><p>Fallt nicht auf den Schwindel rein!<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie schulden euch mehr als sie geben.<\/p>\n<p>Sie schulden euch alles! Die L\u00e4nderein,<\/p>\n<blockquote><p>die Bergwerke und die Wollf\u00e4rberein &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>sie schulden euch Gl\u00fcck und Leben.<\/p>\n<blockquote><p>Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Denk an deine Klasse! Und die mach stark!<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>F\u00fcr dich der Pfennig! F\u00fcr dich die Mark!<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>K\u00e4mpfe \u2013!\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Solidarit\u00e4tsveranstaltung mit 200 TeilnehmerInnen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30793,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[291],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30792"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30792"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30792\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30798,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30792\/revisions\/30798"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}