{"id":30709,"date":"2015-06-07T10:10:52","date_gmt":"2015-06-07T08:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30709"},"modified":"2015-06-06T18:16:24","modified_gmt":"2015-06-06T16:16:24","slug":"blatter-geht-sein-system-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/06\/blatter-geht-sein-system-bleibt\/","title":{"rendered":"Blatter geht &#8211; sein System bleibt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30710\" aria-describedby=\"caption-attachment-30710\" style=\"width: 259px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-30710\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o-259x173.jpg\" alt=\"Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/121483302@N02\/ CC BY-SA 2.0\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o-259x173.jpg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o-519x347.jpg 519w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o-600x402.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/14374030425_5540692173_o.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30710\" class=\"wp-caption-text\">Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/121483302@N02\/ CC BY-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Fu\u00dfball zwischen Kommerz, Korruption und Konkurrenz der Staaten<\/strong><\/p>\n<p><em>von Se\u00e1n McGinley<\/em><\/p>\n<p>Die Festnahme f\u00fchrender Funktion\u00e4re des Fu\u00dfball-Weltverbandes Fifa, die Ermittlungen des FBI wegen Korruption in Zusammenhang mit der Vergabe der Ausrichterrolle f\u00fcr Turniere sowie der R\u00fccktritt des umstrittenen Fifa-Pr\u00e4sidenten Sepp Blatter best\u00e4tigen das, was viele Fu\u00dfballfans und interessierte BeobachterInnen schon seit langem gewusst haben: An der Spitze des popul\u00e4rsten Sports des Welt geht es keineswegs mit fairen und demokratischen Mitteln zu \u2013 stattdessen geben finanzielle und machtpolitische Interessen den Ton an. Das Milliardengesch\u00e4ft Fu\u00dfball ist zu einem Selbstbedienungsladen f\u00fcr korrupte Funktion\u00e4re geworden.<\/p>\n<h4>Korruptes Patronagesystem<\/h4>\n<p>Die Fifa hatte 2014 Gesamteinnahmen in H\u00f6he von rund 2,1 Milliarden Dollar \u2013 vorwiegend aus Sponsorengeldern und der Vermarktung von Fernsehrechten. Rund ein F\u00fcnftel der Einnahmen werden nach Angaben des Weltverbandes f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur \u201eSozialen Verantwortung\u201c verwendet. Das h\u00f6rt sich zun\u00e4chst gut an, doch wer dabei spontan an neue Sportpl\u00e4tze und spendierte Trikots und Fu\u00dfballschuhe f\u00fcr Kinder in \u00e4rmeren Teilen der Welt denkt, liegt falsch. Es sind n\u00e4mlich gerade diese Gelder, gezahlt von der Fifa an die einzelnen Mitgliedsverb\u00e4nde, die als \u201eSchmierstoff\u201c des korrupten Apparates kritisiert werden, mit dem sich Blatter und seine Gefolgschaft die Unterst\u00fctzung einer Mehrheit der Mitgliedsverb\u00e4nde vor allem in Asien und Afrika sichern konnten. Indem ein Gro\u00dfteil der Gelder im Rahmen von Fifa-Programmen wie \u201eFAP\u201c (Financial Assistance Programme) oder \u201eGoal\u201c (Unterst\u00fctzung beim Bau von Fu\u00dfball-Infrastruktur wie Geb\u00e4\u00fcde f\u00fcr Fu\u00dfballverb\u00e4nde) in \u00e4hnlicher H\u00f6he an alle L\u00e4nder ausgesch\u00fcttet werden, profitieren kleinere Mitgliedsverb\u00e4nde st\u00e4rker. So haben zwischen 2010 und 2014 90% der Mitgliedsverb\u00e4nde FAP-Mittel zwischen 1,8 und 2 Millionen Dollar erhalten. Auch wenn offiziell keine Bedingungen an die Vergabe dieser Mittel gekn\u00fcpft sind \u2013 in der Praxis ist allen Beteiligten sehr wohl bewusst, dass die kleinen Verb\u00e4nde, die von dieser Regelung profitieren, als Gegenleistug einen verl\u00e4sslichen Abstimmungsblock zugunsten Blatters stellen. Zum einen aus Dankbarkeit f\u00fcr die erbrachte Unterst\u00fctzung, zum anderen aus Angst davor, dass ein anderer FIFA-Pr\u00e4sident das Finanzierungssystem reformieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Simataa Simataa, ehemaliger Pr\u00e4sident des Fu\u00dfballverbandes von Sambia, best\u00e4tigte dies gegen\u00fcber der britische Zeitung \u201eGuardian\u201c mit den Worten: \u201eEine gute Idee wird gegen die Prinzipien der Demokratie verwendet. Menschen tendieren dazu, jemanden zu unterst\u00fctzen, der ihnen Gutes tut. Sie nehmen Wohnungen, die ihnen Pablo Escobar mit Drogengeld baut. Das ist leider beim Goal-Programm auch so gewesen. Es gibt ihm [Blatter] einen Vorteil gegen\u00fcber anderen, auch wenn sie bessere Ideen haben. Er hat die Stimmen sicher, denn alle denken, wenn ein anderer drankommt, gibt es kein Goal-Programm mehr.\u201c<\/p>\n<p>Im gleichen Bericht st\u00f6\u00dft der Reporter auf diverse Fifa-finanzierte Projekte in Sambia, die kleiner ausfielen als die gezahlten Summen vermuten lassen w\u00fcrden. In einem Fall war ein Bauvorhaben nach f\u00fcnf Jahren nicht einmal angefangen worden. Die mangelnde Transparenz bei der Verwendung dieser Gelder erh\u00f6ht die Gefahr, dass Funktion\u00e4re in die eigene Tasche wirtschaften<\/p>\n<p>2011 wurde das Abstimmungsverfahren zur Vergabe von Weltmeisterschaften ge\u00e4ndert. Anstatt wie davor vom 24-k\u00f6pfigen Exekutivkomittee wird der Ausrichter seitdem von allen Mitgliedsverb\u00e4nden gew\u00e4hlt, wobei jeder Verband unabh\u00e4ngig von seiner Gr\u00f6\u00dfe eine Stimme hat. Damit erh\u00f6hte sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass das korrupte System aus Patronage und Beeinflussung kleiner Verb\u00e4nde mittels Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnissen, die durch die Vergabe von Fifa-Geldern entstehen, auch \u00fcber die WM-Vergabe mit entscheidet.<\/p>\n<h4>Umstrittene WM-Vergabe an Russland und Katar<\/h4>\n<p>Unmittelbarer Ausl\u00f6ser der aktuellen Ermittlungen war die Kontroverse um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. Die Kritik vor allem an Katar hat seit der Entscheidung im Jahr 2010 stetig zugenommen. Neben dem Klima, das den traditionellen WM-Termin im Sommer unm\u00f6glich macht, standen die Menschenrechtslage, die katastrophalen Arbeitsbedingungen der zum gro\u00dfen Teil migrantischer Arbeiter auf den Baustellen, sowie Korruptionsvorw\u00fcrfe im Zentrum der Kritik.<\/p>\n<p>Der internationale Gewerkschaftsbund sch\u00e4tzte 2014, dass rund 1200 Bauarbeiter bereits ums Leben gekommen waren, und dass bis zum Ansto\u00df des ersten WM-Spiels um die 4000 weitere sterben w\u00fcrden. Trotz klarer Beweise durch Zeugenaussagen und sogar schriftlicher Dokumentation der Todesf\u00e4lle bestreiten die WM-Organisatoren vollkommen realit\u00e4tsfremd, dass \u00fcberhaupt ein einziger Arbeiter gestorben ist.<\/p>\n<p>Direkt nach der Entscheidung zugunsten Katars und Russlands sind Vorw\u00fcrfe laut geworden, wonach das Abstimmungsergebnis mittels Bestechung von Delegierten beeinflusst worden sei. Der ehemalige FIFA-Vizepr\u00e4sident Mohammed bin Hammam soll f\u00fcnf Millionen Dollar an Schmiergeld gezahlt haben, um die Vergabe des Turniers 2022 an Katar zu sichern. Der ehemalige Chef der englischen Bewerbung um die WM 2018 berichtete, dass f\u00fcnf Delegierte mit der Aufforderung nach Schmiergeldzahlungen im Gegenzug f\u00fcr ihre Stimmen an ihm herangetreten waren.<\/p>\n<p>2012 beauftragte die Fifa den US-amerikanischen Juristen Michael Eckert mit der Untersuchung der Korruptionsvorw\u00fcrfe. Er legte dem Weltverband im September 2014 seinen Abschlussbericht vor. Diese beschloss jedoch, den Bericht nicht in voller L\u00e4nge zu ver\u00f6ffentlichen, sondern nur eine 42-seitige \u201eZusammenfassung\u201c davon. Darin wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass bei den Entscheidungen zugunsten Russlands und Katars alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Eckert widersprach dieser Darstellung und sah das Ergebnis seiner Ermittlungen in der Zusammenfassung nicht richtig wiedergegeben. Er forderte die Ver\u00f6ffentlichung der vollst\u00e4ndigen Fassung seines Berichts. Als diese ausblieb, trat er aus Protest zur\u00fcck. Der vermeintliche Aufkl\u00e4rungsversuch der FIFA wurde zum Eigentor.<\/p>\n<h4>Spielball der Weltpolitik<\/h4>\n<p>Dass die Fifa ein Korruptionsproblem hat, ist keine neue Erkenntnis. Schon in den vergangenen Jahren ist es mehrfach zu R\u00fccktritten von Spitzenfunktion\u00e4ren gekommen \u2013 acht Mitglieder des Exekutivkomittees mussten seit 2010 im Zusammenhang mit Korruption ihre \u00c4mter aufgeben. Sepp Blatter und das von ihm geschaffene System schienen jedoch unantastbar. Was hat sich so pl\u00f6tzlich ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss festgehalten werden, dass alles wohl nicht ganz so pl\u00f6tzlich passiert ist. Sp\u00e4testens seit 2012, als sich der in Miami ans\u00e4ssige Nord- und Mittelamerikanische Kontinentalverband Concacaf selbst wegen Steuerhinterziehung anzeigte und dessen ehemaliger Chef Chuck Blazer, seines Zeichens Mitglied der Fifa-Exekutive, als Informant zur Verf\u00fcgung stellte, nehmen die US-Beh\u00f6rden ein Interesse an den Machenschaften der Fifa. Die USA waren bei der Abstimmung \u00fcber die Vergabe der WM 2022 hinter Katar auf Platz zwei gelandet. Unmittelbar nach der Abstimmung hatte es aus dem Umfeld der US-Bewerbung Korruptionsvorw\u00fcrfe gegen Katar gegeben. Der \u00d6konom Andrew Zimablist, der sich mit dem wirtschaftlichen Aspekt sportlicher Gro\u00dfereignisse besch\u00e4ftigt, vermutet den Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Ermittlungen an dieser Stelle.<\/p>\n<p>Die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt haben die Auseinandersetzungen um die WM-Vergabe eine zus\u00e4tzliche Brisanz verliehen. Einige Fu\u00dfballfunktion\u00e4re und Politiker haben offen von einem Boykott gesprochen \u2013 der ukrainische Pr\u00e4sident Petro Poroschenko rief explizit zu einem solchen auf.<\/p>\n<p>Eine Fu\u00dfball-WM gibt dem Ausrichter die Gelegenheit, sich im Rampenlicht der Welt\u00f6ffentlichkeit positiv darzustellen und bietet einen erheblichen Prestigegewinn, der gerne auch propagandistisch ausgeschlachtet wird. Dass die USA dem Rivalen Russland eine solche Plattform am liebsten wegnehmen w\u00fcrde, ist sicherlich mit ein Grund, warum so energisch daran gearbeitet wird, korrupte Machenschaften im Zusammenhang mit der WM-Vergabe nachzuweisen.<\/p>\n<p>Doch selbst wenn man anerkennt, dass geopolitische Interessen ein Grund sind, warum ausgerechnet die US-Beh\u00f6rden jetzt gegen die Fifa t\u00e4tig werden, sollte man nicht der Versuchung unterliegen, die Vorw\u00fcrfe mit dem Argument abzub\u00fcgeln, es w\u00fcrde sich dabei lediglich um eine westliche Verschw\u00f6rung gegen Russland handeln. Die Vorw\u00fcrfe sind nicht aus der Luft gegriffen, die Beweise erdr\u00fcckend. Die Frage ist eigentlich, warum es so lange gedauert hat, bis jemand etwas unternommen hat. Europas Regierungen und Fu\u00dfballverb\u00e4nde haben trotz gelegentlichen Murrens das System Blatter nie ernsthaft herausgefordert. Zwar w\u00e4re dies aufgrund der Mehrheitsverh\u00e4ltnisse innerhalb der Struktur der Fifa auch kaum m\u00f6glich gewesen, doch auch von politischer oder juristischer Seite wurde nichts Wirksames unternommen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Russland und Katar haben dem Anschein nach von fragw\u00fcrdigen und undurchsichtigen Entscheidungsabl\u00e4ufen innerhalb der Fifa profitiert. Auch im Zusammenhang mit der WM 2014 sind Vorw\u00fcrfe aufgetaucht. Dabei soll der brasilianische Ableger der deutschen Firma Bilfinger durch Bestechung Auftr\u00e4ge im Sicherheitsbereich erhalten haben. Die Liste l\u00e4sst sich fortsetzen: Auch bei der Entscheidung zugunsten S\u00fcdafrikas als Ausrichter der WM 2010 sollen Schmiergelder geflossen sein \u2013 schon zur WM 1998 habe es eine solche Praxis gegeben (damals von unterlegenen Bewerber Marokko). Und sogar Deutschlands \u201eSommerm\u00e4rchen\u201c 2006 bekommt bei n\u00e4herer Betrachtung einige Kratzer, wenn man sich zahlreiche Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Vergabe des Turniers betrifft. Gro\u00dfz\u00fcgige Gesch\u00e4ftsvereinbarungen zwischen deutschen Firmen und L\u00e4ndern einiger Fifa-Exekutivmitglieder, die dann zu Unterst\u00fctzern der deutschen Bewerbung wurden \u2013 die Vorw\u00fcrfe sind nicht neu, und sie werden von Blatter-Unterst\u00fctzern wieder vorgebracht, auch mit der Absicht, von aktuellen Skandal abzulenken. Doch auch hier gilt: Die Forderung nach einer \u00dcberpr\u00fcfung der Ungereimtheiten ist berechtigt.<\/p>\n<h4>Was tun?<\/h4>\n<p>Von den korrupten System haben \u00fcber die Jahre Regierungen und Fu\u00dfballverb\u00e4nde auf der ganzen Welt profitiert \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sie sich in der letzten Phase pro oder anti-Blatter gestellt haben. Von daher ist Kritik an den Machenschaften der Fifa von innerhalb der Welt der Fu\u00dfballfunktion\u00e4re kaum glaubw\u00fcrdig (Blatter erhielt immerhin nach der WM 2006 das Bundesverdienstkreuz). Daher sollten Fu\u00dfballfans keinen Vertrauen haben in Ermittlungen und Untersuchungen haben, die von Regierungen und Fu\u00dfballverb\u00e4nden ausgehen \u2013 zu gro\u00df ist die Gefahr, dass es dabei nicht um umfassende Aufkl\u00e4rung, sondern um die Bef\u00f6rderung der eigenen Interessen geht. Eine grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung der Strukturen der FIFA, die die Korruption bef\u00f6rdern, ist erst recht nicht zu erwarten.<\/p>\n<p>Immerhin k\u00f6nnte Blatter trotz seines R\u00fccktritts fast ein Jahr im Amt bleiben: Er beh\u00e4lt seine Stellung als Pr\u00e4sident, bis ein au\u00dferordentlicher Fifa-Kongress einen Nachfolger gew\u00e4hlt hat. Dieser Kongress soll zwischen November und M\u00e4rz stattfinden. Bis dahin will der noch-Pr\u00e4sident einen \u201eReformprozess\u201c ansto\u00dfen \u2013 er hat also noch ausreichend Gelegenheit, \u00fcber seine gut eingespielten Seilschaften den weiteren Gang der Ereignis mit zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung des Fu\u00dfballs zeigt, wie der Kapitalismus s\u00e4mtliche Bereiche des Lebens durchdringt und seinen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten unterwirft. Das Massenpublikum macht gerade die WM zu einer begehrten B\u00fchne f\u00fcr Sponsoren \u00a0und \u201eoffizielle Partner\u201c, die der Fifa Millionenbetr\u00e4ge zahlen, um im Stadion und drumherum f\u00fcr sich zu werben und ihre Produkte zu verkaufen. Am anderen Ende der \u201eNahrungskette\u201c werden kleine H\u00e4ndlerInnen aus dem Stadienumfeld vertrieben, um die Monopolstellung der \u201eoffiziellen Partner\u201c zu sch\u00fctzen, Fans sehen sich mit hohen Eintrittspreisen konfrontiert, und in Katar schuften sich weiterhin Arbeiter auf den WM-Baustellen zu Tode.<\/p>\n<p>Transparente und demokratische Entscheidungsstrukturen bei der Fifa sowie eine umfassende unabh\u00e4ngige Untersuchung der Korruptionsvorw\u00fcrfe der letzten Jahrzehnte sind n\u00f6tig. Ebenso eine v\u00f6llige Neuorientierung bei der Organisation von Weltmeisterschaften und anderen sportlichen Gro\u00dfereignissen, bei denen Prestigeprojekte wie Stadionneubauten gegen die Interessen von (\u00e4rmeren) AnwohnerInnen und der Umwelt durchgesetzt werden, und bei denen die Profitmaximierung der Fifa (die sich von jedem WM-Gastgeberland Steuerfreiheit gew\u00e4hren l\u00e4sst) und ihrer Sponsoren im Vordergrund steht. Diese Probleme wird man nicht g\u00e4nzlich im Kapitalismus l\u00f6sen k\u00f6nnen, vielmehr sind sie zus\u00e4tzliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr, warum das System als Ganzes abgeschafft werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fu\u00dfball zwischen Kommerz, Korruption und Konkurrenz der Staaten<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30710,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[69],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30709"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30709"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30711,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30709\/revisions\/30711"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}