{"id":30661,"date":"2015-06-22T07:49:07","date_gmt":"2015-06-22T05:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30661"},"modified":"2015-06-02T12:53:13","modified_gmt":"2015-06-02T10:53:13","slug":"kapitalismus-macht-krank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/06\/kapitalismus-macht-krank\/","title":{"rendered":"Kapitalismus macht krank!"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-30384\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834-280x129.jpg\" alt=\"2charite2\" width=\"280\" height=\"129\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834-280x129.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834-560x258.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834-600x277.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2charite2-e1430297941834.jpg 832w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine sozialistische Gesundheitspolitik<\/strong><\/p>\n<p>Im Kapitalismus wird aus dem \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen ein durch\u00f6konomisierter und immer mehr privatisierter Gesundheitsmarkt. Pharmakonzerne machen mit \u00fcberteuerten und teilweise nutzlosen Medikamenten Riesenprofite. Die staatliche Gesundheitsversorgung wird abgebaut, Lohnabh\u00e4ngige m\u00fcssen immer mehr zahlen, Krankenh\u00e4user werden zu Fabriken.<\/p>\n<p>Der Kampf der Berliner Charit\u00e9-Besch\u00e4ftigten f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus stellt diese Logik in Frage. Die KollegInnen fragen nicht nach den Kosten, sondern was f\u00fcr eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung n\u00f6tig ist. Sie richten ihre Kritik unter anderem gegen das System der Fallpauschalen.<\/p>\n<p>Die SAV steht f\u00fcr eine sozialistische Gesundheitspolitik. Hier Ausz\u00fcge aus unserem gesundheitspolitischen Programm:<\/p>\n<h4>Weg mit den Fallpauschalen!<\/h4>\n<p>Mit den Fallpauschalen wird der Preis der Gesundheit eines Menschen genau wie jede andere Ware kalkuliert und berechnet. Der damit verbundene Wettbewerb f\u00fchrt zu \u00dcberversorgung bei Behandlungen, die sich \u201elohnen\u201c und Unterversorgung bei Behandlungen, die sich nicht \u201elohnen\u201c. Lohnend sind immer Entlassungen von PatientInnen innerhalb eines k\u00fcrzeren Behandlungszeitraums, als f\u00fcr den Behandlungspreis berechnet. PatientInnen werden noch schneller durchs Krankenhaus geschleust und auch entlassen, wenn sie noch nicht geheilt sind (\u201equicker and sicker\u201c). Nicht selten ergibt sich daraus ein \u201eDreht\u00fcreffekt\u201c und dieselben PatientInnen werden schon bald wieder eingeliefert.<\/p>\n<p>Die bereits eingef\u00fchrten Mittelk\u00fcrzungen in den Krankenh\u00e4usern m\u00fcssen zur\u00fcckgenommen werden. Seit 1993 werden die Tariferh\u00f6hungen nicht mehr durch Budgeterh\u00f6hungen refinanziert, sondern durch Stellenabbau, \u00dcberstunden und Tarifflucht kompensiert. 60.000 Arbeitspl\u00e4tze sind so in den letzten zehn Jahren in den Krankenh\u00e4usern vernichtet worden. ver.di hat errechnet, dass in der Bundesrepublik 162.000 Stellen in den Krankenh\u00e4usern fehlen, davon 70.000 in der Pflege. Dringend notwendig ist also ein Ausbau statt des Abbaus der Personalversorgung. Dazu bedarf es der Durchsetzung einer Personalmindestbesetzung, wie sie von ver.di und der LINKEN per Gesetz gefordert wird und von den Besch\u00e4ftigten an der Charit\u00e9 gerade per Tarifvertrag erk\u00e4mpft werden soll. Alle geplanten Privatisierungsschritte geh\u00f6ren gestoppt. Bereits privatisierte Klinken m\u00fcssen wieder in \u00f6ffentliches Eigentum \u00fcberf\u00fchrt werden. N\u00f6tig ist ein massives staatliches Investitionsprogramm zur Sanierung von Krankenh\u00e4usern, zum Aufbau eines Netzes von Polikliniken, zur Verbesserung und F\u00f6rderung der Gesundheitsvorsorge und Forschung. Ein solches Programm muss durch eine deutliche Besteuerung von Banken und Konzernen finanziert werden.<\/p>\n<h4>Arbeit macht krank<\/h4>\n<p>Eine Forschungsarbeit der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ermittelte ein Kostenvolumen f\u00fcr die direkte Behandlung von Krankheiten, bedingt durch k\u00f6rperliche Belastungen bei der Arbeit, in H\u00f6he von 29 Milliarden Euro und in Folge von psychischen Belastungen bei der Arbeit in H\u00f6he von 27 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Deshalb ist ein massiver Ausbau von pr\u00e4ventiver Gesundheitsversorgung in allen Bereichen der Gesellschaft \u2013 von der Schule bis zum Arbeitsplatz \u2013 n\u00f6tig. Gleichzeitig sollte der Zustand, dass Millionen zu wenig Arbeit haben, w\u00e4hrend Millionen bei der Arbeit krank werden, durch eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung auf drei\u00dfig Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich abgestellt werden.<\/p>\n<h4>Gegen Wettbewerb<\/h4>\n<p>Wettbewerb zwischen Kassen, Pharmaunternehmen und privaten Versicherungen geht immer zu Lasten der Versicherten. Daher setzt sich die SAV f\u00fcr die Zusammenf\u00fchrung aller Krankenkassen (auch aller Privatversicherungen) zu einer einzigen \u00f6ffentlichen Krankenkasse bei Arbeitsplatzgarantie f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten ein. Dadurch lie\u00dfe sich auch viel Geld sparen. Gleichzeitig w\u00e4re es ein erster Schritt hin zur Umwandlung des Gesundheitswesens \u2013 bei Abschaffung aller Arbeitnehmerbeitr\u00e4ge \u2013 zu einem kostenlosen, staatlichen, also steuerfinanzierten, Gesundheitswesen. Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel abh\u00e4ngen, sondern ist aus unserer Sicht ein unverzichtbares Grundrecht.<\/p>\n<h4>Aus Krankheiten keinen Profit schlagen<\/h4>\n<p>Zur Abschaffung des Wettbewerbs und des Profitemachens mit der Gesundheit von Menschen geh\u00f6rt auch, dass die Pharmaindustrie in Gemeineigentum \u2013 unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch gew\u00e4hlte VertreterInnen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung \u2013 \u00fcberf\u00fchrt wird. Profitorientiertes Wirtschaften hat in der Gesundheitsversorgung nichts zu suchen.<\/p>\n<p>Aber es geht nicht nur um eine bessere Gesundheitsversorgung, sondern auch um die Bek\u00e4mpfung von krank machenden Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen, von Arbeitslosigkeit und Armut. Der Kampf um eine optimale Gesundheitsversorgung ist gleichzeitig ein Kampf um Arbeit, vern\u00fcnftige L\u00f6hne und Umwelt-, wie Wohnbedingungen f\u00fcr alle Menschen.<\/p>\n<p>Mit der kapitalistischen Wirtschaft l\u00e4sst sich dies nicht vereinbaren. Deshalb muss die Macht der Banken und Konzerne gebrochen, Gro\u00dfunternehmen in \u00f6ffentliches Eigentum \u00fcberf\u00fchrt und nach den Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Umwelt produziert werden. N\u00f6tig ist eine sozialistische Ver\u00e4nderung der Gesellschaft. Erst dann k\u00f6nnen Bedingungen entstehen, die Krankheiten vermeiden und optimal heilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine sozialistische Gesundheitspolitik<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30384,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[111],"tags":[700],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30661"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30661"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30662,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30661\/revisions\/30662"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}