{"id":30433,"date":"2015-05-05T17:00:48","date_gmt":"2015-05-05T15:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30433"},"modified":"2015-05-04T11:24:15","modified_gmt":"2015-05-04T09:24:15","slug":"der-germanwings-absturz-in-den-alpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/05\/der-germanwings-absturz-in-den-alpen\/","title":{"rendered":"Der Germanwings-Absturz in den Alpen:"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30434\" aria-describedby=\"caption-attachment-30434\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/16893559906_49b9f413c6_o-e1430731361507.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-30434\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/16893559906_49b9f413c6_o-e1430731361507-280x173.jpg\" alt=\"Foto:https:\/\/www.flickr.com\/photos\/groote\/ CC BY-NC-SA 2.0\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/16893559906_49b9f413c6_o-e1430731361507-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/16893559906_49b9f413c6_o-e1430731361507-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/16893559906_49b9f413c6_o-e1430731361507.jpg 424w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30434\" class=\"wp-caption-text\">Foto:https:\/\/www.flickr.com\/photos\/groote\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Medien-Hype beantwortet viele Fragen nicht<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Am 24.M\u00e4rz zerschellte eine Maschine der Fluggesellschaft Germanwings in den franz\u00f6sischen Alpen. Sie war auf dem Weg von Barcelona nach D\u00fcsseldorf, alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. F\u00fcr zwei Wochen bestimmte dieses Ereignis die Berichterstattung in Deutschland.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><em>Von Torsten Sting<\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Trag\u00f6die war das Gespr\u00e4chsthema Nummer 1 am Arbeitsplatz, in der Schule, an der Uni, im Freundes- und Bekanntenkreis. Eine Welle des Mitgef\u00fchls auf Seiten der Bev\u00f6lkerung machte sich breit. KollegInnen der betroffenen Airline, deren Muttergesellschaft Lufthansa und vieler Fluggesellschaften zeigten aufrichtige Betroffenheit und Trauer. Ebenso in der Stadt Haltern am See, aus der die bei dem Crash gestorbenen Austauschsch\u00fclerInnen stammten. \u00dcber die sozialen Netzwerke dr\u00fcckten viele Menschen ihr Mitgef\u00fchl aus und nutzten daf\u00fcr die Grafik der schwarzen Fl\u00fcgel von Germanwings. Es waren ungeschminkte, ehrliche, eben rein menschliche Betroffenheit und Mitgef\u00fchl die hier zum Ausdruck kamen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Fliegen ist \u00fcber die letzten Jahrzehnte hinweg in den Industriestaaten zur Normalit\u00e4t geworden. Gerade die betroffene Flugstrecke sind viele Millionen Urlauber schon geflogen. Es war kein Langstreckenflug mit einer \u201eexotisch\u201c anmutenden Airline weit weg von Europa, sondern ein ganz normaler Kurzstreckenflug, quasi vor der eigenen Haust\u00fcr. Die Airline und noch mehr deren Konzernmutter gelten als renommierte Gesellschaften. Vielen ging durch den Kopf: \u201eMensch, da h\u00e4tte ich ja drin sitzen k\u00f6nnen.\u201c Daher der erkl\u00e4rbare Schock.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Katastrophen dieser Art ersch\u00fcttern uns Menschen nicht nur emotional. Recht schnell geht es darum, zu verstehen wie es dazu kommen konnte. Es wird nach L\u00f6sungen gesucht, um in der Zukunft besser gewappnet zu sein. Vor diesem Hintergrund ist es legitim, dass man mehr \u00fcber die Hintergr\u00fcnde erfahren m\u00f6chte. Dies setzt eine gute Berichterstattung, insbesondere \u00fcber die Massenmedien voraus. Dass es dabei nicht nur \u201en\u00fcchtern\u201c und seri\u00f6s, sondern auch darum geht, Emotionen zu verarbeiten, ist das eine. Was aber de facto alle Medien, egal ob \u00d6ffentlich-Rechtlich oder Boulevardbl\u00e4tter, infolge des Absturzes von 4U9525 getan haben, entsprach nicht im Entferntesten jenen Grunds\u00e4tzen, die in den Vorlesungen an den Universit\u00e4ten \u00fcber Journalismus gelehrt werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eine Sondersendung jagte in den ersten Tagen nach der Katastrophe die n\u00e4chste. Statt gr\u00fcndlicher Recherche oder gar Erkenntnisgewinnen, waren zun\u00e4chst wildes Spekulieren und danach Vorverurteilungen angesagt. Und man fragte sich vor den Fernsehger\u00e4ten: Gab es im Hinblick auf die allt\u00e4glichen und vermeidbaren Trag\u00f6dien unserer Tage, wie z.B. Kriege im Nahen Osten mit zehntausenden Toten, den Fl\u00fcchtlingsdramen im Mittelmeer, dem Hungertod von t\u00e4glich 8.500 Kindern auf der Welt, ansatzweise \u00e4hnliche Aufmerksamkeit? Dies soll keine Verharmlosung des Ungl\u00fccks in den Alpen darstellen, speziell im Hinblick auf die Gef\u00fchle der Betroffenen. Dennoch f\u00e4llt auf, wie krass die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit nicht gewahrt wurde. Dies hat etwas mit der generellen Entwicklung der Medienlandschaft zu tun und auch damit, dass die Berichterstattung \u00fcber solche Ereignisse dazu genutzt wird, um von den offensichtlich mit den herrschenden kapitalistischen Verh\u00e4ltnissen zusammen h\u00e4ngenden Katastrophen abzulenken (siehe Kasten).<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Vorverurteilung durch den Staatsanwalt<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Binnen zwei Tagen wurde der erste Flugschreiber, die Voice Box gefunden. Damit begann eine neue Phase der Sensationsmache. Wurde zuvor noch munter spekuliert, was die Absturzursache gewesen sein k\u00f6nnte, wurde mit der Pr\u00e4sentation durch den zust\u00e4ndigen franz\u00f6sischen Staatsanwalt Brice Robin faktisch die Aufkl\u00e4rung pr\u00e4sentiert. \u201eDann h\u00f6rt man, wie der Bordkommandant den Copiloten bittet, das Kommando zu \u00fcbernehmen(&#8230;) W\u00e4hrend er allein ist, bet\u00e4tigt der Copilot die Kn\u00f6pfe des sogenannten Flight Monitoring Systems, um einen Sinkflug der Maschine einzuleiten. Die Aktion auf diesem H\u00f6henregler kann nur gewollt gewesen sein(&#8230;.)Man h\u00f6rt mehrere Rufe des Bordkommandanten, der Einlass in das Cockpit verlangt, \u00fcber (&#8230;) eine Gegensprechanlage mit Video(&#8230;). Er hat geklopft, um die \u00d6ffnung der T\u00fcr zu verlangen. Aber der Copilot hat nicht geantwortet. (&#8230;) Man h\u00f6rt zu diesem Zeitpunkt ein menschliches Atmen im Inneren des Cockpits, bis zum Aufprall. Das bedeutet, dass der Copilot am Leben war. (&#8230;) Er hat anscheinend normal geatmet. Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet. (&#8230;) Man hat nicht das Gef\u00fchl, dass er Panik hatte.\u201c (n-tv.de, 26.3.15)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es ist ein Skandal, dass der Staatsanwalt, kurz nach Auswertung der ersten Box (zu diesem Zeitpunkt war die zweite, \u201etechnische\u201c, Black Box noch gar nicht gefunden worden), der \u00d6ffentlichkeit faktisch schon die L\u00f6sung des Falles pr\u00e4sentierte. Wird das zur Methode, werden Vorverurteilungen in anderen F\u00e4llen die Aufkl\u00e4rung be- und verhindern. Zurecht warnte die Pilotenvereinigung Cockpit davor. \u201eWir d\u00fcrfen keine voreiligen Schl\u00fcsse auf der Basis von unvollst\u00e4ndigen Informationen ziehen. Erst nach Auswertung aller Quellen werden wir wissen, was die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen tragischen Unfall gewesen sind\u201c, so Ilja Schulz, Pr\u00e4sident der Gewerkschaft. (vcockpit.de, 26.3.15)<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Berichterstattung<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Medien sahen das nicht so eng. Kaum war die Nachricht in der Welt, wurde die These vom absichtlichen Sinkflug durch den Copiloten zur Tatsache gemacht. Prompt pr\u00e4sentierten die Revolverbl\u00e4tter den \u201epassenden\u201c Begriff. Von nun an wurde die betreffende Person nur noch \u201eAmokpilot\u201c genannt. Konsequenterweise wurde zudem der volle Name und Wohnort, sowie ungepixelte Fotos gezeigt \u2013 ohne R\u00fccksicht auf die Angeh\u00f6rigen und Freunde. Wie dumm nur, dass die \u00f6sterreichische Kronen-Zeitung, ein Bild von jemandem in die Welt setzte, der mit dem ganzen nichts zu tun hatte!<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Privatsph\u00e4re der Betroffenen wurde mit F\u00fcssen getreten. BILD zeigte Fotos von Menschen, die beim Absturz umkamen, ohne Einwilligung der Angeh\u00f6rigen. Laut Angaben von Bildblog.de, boten diverse Medien, den in Haltern am See trauernden Sch\u00fclern, Geldsummen f\u00fcr entsprechende Statements vor der Kamera an.<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Debatte um Sicherheit<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nachdem sich immer mehr herauskristallisierte, dass der Copilot der Ungl\u00fccksmaschine psychische Probleme hatte und sich die Indizien h\u00e4uften, dass er mit dem Absturz der Maschine seinen Suizid herbeif\u00fchrte, drehte die Debatte nochmal auf. Dabei war dies nicht der erste Fall dieser Art: Vor zwei Jahren brachte ein Pilot in Namibia ein Flugzeug bewusst zum Absturz und t\u00f6tete sich und 33 Passagiere und Crewmitglieder. Und 1997 gab es in Indonesien und 1999 in \u00c4gypten \u00e4hnliche Crashs.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Etliche Airlines erlie\u00dfen nun eine Vorschrift, die Analog zu den Regelungen in den USA vorsieht, dass im Cockpit immer zwei Personen anwesend sein m\u00fcssen. Ob im konkreten Fall, ein vors\u00e4tzlich herbeigef\u00fchrter Absturz verhindert werden kann, wird von vielen Piloten bezweifelt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Hinblick auf die psychischen Probleme des Copiloten, wurde die Frage aufgeworfen, ob die Eignungstests und Kontrollen der Airlines ausreichend seien. Das \u00e4rztliche Gebot der Schweigepflicht wurde in Frage gestellt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ging soweit ein Berufsverbot f\u00fcr depressive Menschen in \u201esensiblen Berufen\u201c zu fordern, selbstverst\u00e4ndlich erst wenn eine \u201esorgf\u00e4ltige medizinische Begutachtung\u201c erfolgt sei.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wiedereinmal wird bei einem solchen Ereignis die berechtigte Sorge von vielen Menschen von b\u00fcrgerlichen Politikern daf\u00fcr genutzt, um sich als vermeintliche \u201eK\u00fcmmerer\u201c zu pr\u00e4sentieren. Werden sie doch sonst zurecht nicht als solche wahrgenommen. Zudem werden aber gef\u00e4hrliche Testballons gestartet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Eingriff in die \u00e4rztliche Schweigepflicht und ein drohendes Berufsverbot h\u00e4tten zur Folge, dass gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen deutlich weniger einen Mediziner aufsuchen und infolgedessen deren Probleme zunehmen w\u00fcrden. Die Isolierung und Stigmatisierung der Betroffenen w\u00fcrde auf eine neue Stufe gehoben. Vier Millionen Menschen sind in Deutschland nach offiziellen Angaben psychisch krank. Statt diese als potenzielle Gefahr f\u00fcr ihre Umwelt zu diffamieren und Vorurteile zu sch\u00fcren, sollte die Aufgabe darin liegen, die gesellschaftlichen Ursachen der drastisch zunehmenden psychischen Erkrankungen zu bek\u00e4mpfen und eine Atmosph\u00e4re in der Gesellschaft zu schaffen, in der offen dar\u00fcber gesprochen werden kann. Zudem m\u00fcssen konkrete Hilfsangebote massiv ausgeweitet werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Warum wurde in den unz\u00e4hligen Sondersendungen und Talkshows zum Absturz nicht mal die Frage nach den stressigen Arbeitsbedingungen und dem Druck der auf den Besch\u00e4ftigten der Branche lastet, gestellt? Gibt es hier \u2013 neben den allgemeinen gesellschaftlichen Ursachen \u2013 wohl einen Zusammenhang zur deutlichen Zunahme von psychischen Erkrankungen?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das kapitalistische System basiert auf zunehmender Ausbeutung der arbeitenden Menschen. Der ruin\u00f6se Wettbewerb im Luftfahrtbereich zu Lasten der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten, ist das konkreteste Sicherheitsrisiko und nicht all die Nebelkerzen, die von den Herrschenden geworfen werden um genau davon abzulenken.<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Konkurrenzkampf der Airlines<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bis in die 1980er Jahre hinein war der Flugverkehr recht \u00fcbersichtlich. Fast jedes Land hatte eine staatliche Airline, in Deutschland war das die Lufthansa. Es gab zwar auch private Anbieter, der Wettbewerb verlief jedoch in deutlich regulierterer Form als heute. Die Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten war meistens relativ gut, die Gewerkschaften hatten einen guten Stand.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Mit der weltweiten Privatisierungs und Deregulierungswelle nach der Wende 1989\/90, ver\u00e4nderte sich dieser Wirtschaftsbereich dramatisch. Die ehemals staatlichen Fluggesellschaften in Europa wurden gr\u00f6\u00dftenteils selber zu privaten Konzernen. Sie bekamen zunehmende Konkurrenz durch Billigairlines \u00e1 la Ryanair, easyJet und Co. Diese besch\u00e4ftigten die ArbeiterInnen zu deutlich schlechteren Konditionen, gingen aggressiv gegen die Gewerkschaften vor, senkten die Kosten wo es ging und setzten so die Platzhirsche unter Druck. Versch\u00e4rft wurde diese Entwicklung mit dem Auftreten der Konkurrenz aus dem asiatischen Raum. Emirates, Turkish Airways, Singapur Airlines und diverse chinesische Anbieter greifen immer mehr, das fr\u00fcher abgesteckte Terrain der etablierten Fluggesellschaften, an.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Diese reagieren ihrerseits mit Kostensenkungsprogrammen. Germanwings ist die Billig-Tochter von Lufthansa. Das reicht den Bossen aber noch nicht. Im Herbst diesen Jahres soll die Gesellschaft zugunsten der bereits bestehenden Eurowings aufgel\u00f6st und die Bedingungen f\u00fcr die ArbeitnehmerInnen nochmals verschlechtert werden. Dies ist auch der zentrale Punkt der langwierigen Auseinandersetzung zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und dem Lufthansa Konzern.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die konkreten Konsequenzen bringt der Gewerkschaftssprecher gut auf den Punkt. So sei es bei vielen Airlines \u00fcblich, dass dem Flugkapit\u00e4n vorgeschrieben werde, wie viel er f\u00fcr eine bestimmte Strecke tanken d\u00fcrfe, anstatt dies den Piloten mit Blick auf das Wetter und Besonderheiten der Route zu \u00fcberlassen. Hintergrund ist, dass Treibstoff einer der gr\u00f6\u00dften Kostenfaktoren beim Flugbetrieb ist. \u201eDas hat Auswirkungen auf die Sicherheit\u201c, sagt Handwerg. Auch beim Training der Piloten sieht der Cockpit-Sprecher, der auch der Personalvertretung der Lufthansa angeh\u00f6rt, erhebliche M\u00e4ngel: \u201eHier wird eine Simulatorschicht eingespart, dort ein anderer Schulungsschritt. (&#8230;) Und in zehn Jahren sind die Piloten nicht mehr so fit wie vorher.\u201c Nat\u00fcrlich k\u00f6nne man nicht sagen, dass eine einzelne Sparma\u00dfnahme die Sicherheit massiv beeintr\u00e4chtige. \u201eAber in der Summe wird es dazu kommen.\u201c (\u2026) So m\u00fcsse man damit rechnen, dass in Zukunft \u201ebeispielsweise alle f\u00fcnf Jahre statt alle zehn Jahre\u201c ein Flugzeug abst\u00fcrzt. (Der Tagesspiegel, 11.4.15)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ein weiterer Aspekt der die Sicherheit beeintr\u00e4chtigt, ist die deutliche Zunahme des Flugverkehrs. Nicht nur die weltweiten Verbindungen steigen vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Aufstiegs von China und Indien an. Auch die Flugverbindungen innerhalb der jeweiligen L\u00e4nder legen zu, was nicht zuletzt durch den Abbau beim Netz und dem Angebot des staatskapitalistischen Konzerns Deutsche Bahn verst\u00e4rkt wird.<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Schlussfolgerungen<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nat\u00fcrlich ist es richtig jedes Detail im Flugbetrieb einer genauen Analyse zu unterwerfen. Jeden Ablauf den es schon seit vielen Jahren gibt, zu hinterfragen. Wer sollte dies besser beurteilen k\u00f6nnen, als die Besch\u00e4ftigten selber?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Den Institutionen der herrschenden Klasse sollte man grundlegend misstrauen. K\u00f6nnen wir beurteilen, dass uns bislang die Wahrheit pr\u00e4sentiert wurde? Kochen Beh\u00f6rden und Konzerne nicht ihr eigenes S\u00fcppchen? Sollen Fakten verschleiert werden um die Gesch\u00e4fte der Kapitalisten nicht zu beeintr\u00e4chtigen?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Besch\u00e4ftigten, ihre Gewerkschaften und Angeh\u00f6rige sollten VertreterInnen w\u00e4hlen, die das Ungl\u00fcck untersuchen. Die Besch\u00e4ftigten sind die eigentlichen Experten, da sie jeden Tag mit der Praxis konfrontiert sind. Nur sie haben ein Interesse an einer wirklich unabh\u00e4ngigen Untersuchung und Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Sicherheit ist nur mit besseren Arbeitsbedingungen zu haben. Daher: Kampf gegen jegliche Verschlechterungen bei Lufthansa oder wo auch immer. Statt zunehmender Arbeitshetze, muss es eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeiten bei vollem Lohn und Personalausgleich geben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der immer krassere Wettkampf zwischen den Airlines ist die logische Konsequenz der kapitalistischen Profitwirtschaft. Stattdessen brauchen wir eine an den Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Natur ausgerichteten gesellschaftliche Planung. Die Konzerne m\u00fcssen in staatliches Eigentum \u00fcberf\u00fchrt und unter die demokratische Kontrolle der Besch\u00e4ftigten gestellt werden. Auf dieser Grundlage w\u00e4re es m\u00f6glich die Sicherheit f\u00fcr alle Beteiligten qualitativ zu steigern.<\/p>\n<h5 align=\"LEFT\"><em>Torsten Sting ist Mitglied im ver.di-Fachbereichsvorstand Verkehr in Rostock und Betriebsrat in einem Call Center. Er ist au\u00dferdem Mitglied im SAV-Bundesvorstand.<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medien-Hype beantwortet viele Fragen nicht<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,128],"tags":[687],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30433"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30433"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30433\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}