{"id":30424,"date":"2015-05-19T10:00:36","date_gmt":"2015-05-19T08:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30424"},"modified":"2015-05-18T13:41:18","modified_gmt":"2015-05-18T11:41:18","slug":"bundeswehr-attraktiver-arbeitgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/05\/bundeswehr-attraktiver-arbeitgeber\/","title":{"rendered":"Bundeswehr: attraktiver Arbeitgeber?"},"content":{"rendered":"<p lang=\"de-DE\"><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-30425\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-280x173.png\" alt=\"Bundeswehr\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-560x345.png 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-600x370.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr-534x330.png 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Bundeswehr.png 909w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Bildung und Arbeit statt R\u00fcstung und Krieg<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eigentlich m\u00fcsste die Bundeswehr eine Sandkastenarmee sein \u2013 mit nichts weiter ausger\u00fcstet als kaputten Hubschraubern, zu wenig Panzern und untauglichen G36-Gewehren&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zumindest m\u00fcsste man das annehmen, wenn man der Bundesregierung und den Zeitungsberichten von Springer glaubt. Gut, dass die Bundeswehr auf ihrer Website dem gleich eindeutig und zu Recht widerspricht: \u201eDie Bundeswehr ist heute nicht nur eine Armee im weltweiten Einsatz, sondern ein hochmoderner, global agierender Konzern.\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><em>von Maria Wagner und Tom Hoffmann, Berlin<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eDas Sicherheitsumfeld hat sich seit dem Krisenjahr 2014 deutlich ver\u00e4ndert.\u201c, argumentierte Ursula von der Leyen im Februar im SPIEGEL. Sie pl\u00e4dierte f\u00fcr mehr Panzer und mehr Personal f\u00fcr die Bundeswehr. Ihren ersten R\u00fcstungsdeal hatte sie im selben Monat bereits abgeschlossen. 138 Helikopter der Modelle NH90 und \u201eTiger\u201c von Airbus verschlangen da schon 8,6 Milliarden Euro. Aber generell soll mehr Geld f\u00fcr die Bundeswehr ausgegeben werden. So soll der Verteidigungsetat bis 2019 um etwa 8 Milliarden steigen. In der CSU werden Stimmen laut, die 10 Milliarden fordern. 2015 liegt der Verteidigungsetat bei rund 32,97 Milliarden \u2013 539 Millionen mehr als im Vorjahr. Weltweit liegt Deutschland damit auf Rang 7. Die NATO fordert von Deutschland, dass es seine Mittel auf 56 Milliarden aufstockt und findet damit unter anderem bei CDU-Generalsekret\u00e4r Pentz Zustimmung.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Werben f\u00fcrs Sterben<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Doch nicht nur ihr Waffenarsenal will die Bundeswehr aufstocken. Um den Verlust der Wehrpflicht zu kompensieren, wird auch vermehrt an Schulen und Hochschulen f\u00fcr die Bundeswehr geworben. Zur Zeit umfasst sie ungef\u00e4hr 180.000 aktive Soldaten, davon sind 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten und 10.000 freiwillig Wehrdienstleistende. Damit ist zwar die Anzahl der Soldaten in den letzten Jahren gesunken, allerdings herrscht eine hohe Fluktuation: mehr als 20.000 sogenannte \u201eSoldaten auf Zeit\u201c verlassen die Bundeswehr jedes Jahr und m\u00fcssen durch neue Rekruten ersetzt werden. Allein im letzten Jahr gab das Verteidigungsministerium 29,9 Millionen Euro f\u00fcr Nachwuchswerbung aus. Die Bundestagsfraktion der LINKEN stellt regelm\u00e4\u00dfig kleine Anfragen, um Informationen \u00fcber den genauen Umfang der Werbeaktivit\u00e4ten zu erhalten. Dabei zeigt sich, dass die Bundeswehr sich bem\u00fcht, \u00fcberall vertreten zu sein, wo sie junge Menschen erreichen kann.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Inzwischen gibt es in sieben Bundesl\u00e4ndern Kooperationsvereinbarungen zwischen den jeweiligen Kultusministerien und der Bundeswehr, die regeln, dass Jugendoffiziere direkt an die Schulen kommen. 2014 hielten sie 3.200 Vortr\u00e4ge an Schulen und waren auf 2.000 weiteren Veranstaltungen anzutreffen. Dabei wurden 125.000 Jugendliche und 36.000 sogenannte Multiplikatoren erreicht, \u2013 gemeint sind damit vor allem LehrerInnen und ReferendarInnen. Gerechtfertigt werden die Besuche der rhetorisch und didaktisch geschulten Jugendoffiziere damit, dass sie lediglich Informationen \u00fcber die Bundeswehr und die Sicherheitspolitik vermitteln w\u00fcrden. Direkter gehen die Karriereberater vor. Sie warben letztes Jahr in 8.100 Vortr\u00e4gen an weiterf\u00fchrenden Schulen daf\u00fcr, bei der Bundeswehr einzusteigen. Fast 140.000 Sch\u00fclerInnen nahmen an diesen Veranstaltungen teil.<\/span><\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Bundeswehr nutzt fehlende Perspektiven<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Dar\u00fcber hinaus werden die Medien genutzt: Um das Magazin infopost kostenlos zu abonnieren, m\u00fcssen rekrutierungsrelevante Angaben gemacht werden. In gro\u00df angelegten Kampagnen in Printmedien, Radio, TV, Kino und Internet wird f\u00fcr den Arbeitgeber Bundeswehr geworben. Auch au\u00dferhalb von Schulen ist die Bundeswehr vertreten: 2013 besuchte sie im Rahmen der Nachwuchswerbung 1.500 Messen und andere Veranstaltungen und gab daf\u00fcr 3,8 Millionen Euro aus. Betont wird dabei immer das angeblich friedliche und zivile Engagement. Andererseits versucht man mit ausgestellten Milit\u00e4rfahrzeugen und Kampfjets Jugendliche von dem aufregenden, spannenden Job als SoldatIn zu \u00fcberzeugen. SoldatIn zu sein, hei\u00dft aber, bei Bedarf ohne zu hinterfragen auf Befehl andere Menschen umzubringen und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Die Bundeswehr nutzt das Fehlen von Ausbildungspl\u00e4tzen schamlos aus und winkt mit einem ordentlichen Gehalt und einem \u201esicheren\u201c Arbeitsplatz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei all diesen Ma\u00dfnahmen geht es langfristig noch um mehr als die Rekrutierung von neuen Soldaten: die Bundeswehr versucht eine \u00fcberwiegend junge Zielgruppe vom Sinn und Zweck der Armee zu \u00fcberzeugen und in der Bev\u00f6lkerung Akzeptanz f\u00fcr Kriegseins\u00e4tze zu schaffen. Mit hohen Kosten und Aufwand verschafft sie sich Vorteile gegen\u00fcber den meist ehrenamtlichen AktivistInnen, die sich gegen Krieg und f\u00fcr gut bezahlte zivile Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tze einsetzen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Geld f\u00fcr Bildung statt f\u00fcr R\u00fcstung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Das ist inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass Millionen Euro zum \u201eWerben f\u00fcrs Sterben\u201c ausgegeben werden, w\u00e4hrend \u00fcberall Geld f\u00fcr Bildung fehlt. Die Armee hat in der Schule nichts zu suchen. Die Bundeswehr ist kein Arbeitgeber wie jeder andere, sondern daf\u00fcr verantwortlich, dass die Interessen deutscher Unternehmer weltweit mit milit\u00e4rischer Gewalt durchgesetzt werden \u2013 Unternehmer, die es aufgrund der aktuellen Marktlage als wettbewerbssch\u00e4digend ansehen, junge Leute auszubilden. Diesem Wirtschaftssystem liegt es zugrunde, alles \u2013 eben auch Menschenleben \u2013 dem Wettbewerb und dem Profit unterzuordnen. Wenn \u00fcberall auf der Welt Kriege gef\u00fchrt werden, werden wir auch hierzulande mit Aufr\u00fcstung und einer verst\u00e4rkten Pr\u00e4senz der Bundeswehr in der Gesellschaft konfrontiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Umso wichtiger ist es, Widerstand zu organisieren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die SAV fordert:<\/p>\n<ul>\n<li lang=\"de-DE\">Keine Auftritte von Jugendoffizieren und Karriereberatern!<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Nein zu Aufr\u00fcstung und Auslandseins\u00e4tze!<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">F\u00fcr eine friedliche und sozialistische Welt ohne kapitalistische Profitlogik!<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Bildung und Arbeit statt R\u00fcstung und Krieg<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30425,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[62,53],"tags":[685],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30424"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30424"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30424\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30550,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30424\/revisions\/30550"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}