{"id":30320,"date":"2015-04-20T21:00:50","date_gmt":"2015-04-20T19:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30320"},"modified":"2015-04-21T15:23:12","modified_gmt":"2015-04-21T13:23:12","slug":"linksjugend-solid-bundeskongress-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/04\/linksjugend-solid-bundeskongress-2015\/","title":{"rendered":"Linksjugend [&#8217;solid] Bundeskongress 2015"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30321\" aria-describedby=\"caption-attachment-30321\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-30321\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-280x173.jpg\" alt=\"\u201cAn injury to Hamburg is an injury to all\u201d - Transpi, geklaut nach 5 Minuten\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/transpi-e1429544126654-534x330.jpg 534w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30321\" class=\"wp-caption-text\">\u201cAn injury to Hamburg is an injury to all\u201d &#8211; Transpi, geklaut nach 5 Minuten<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wenig Kommunismus &#8211; viel Schalalalala!<\/strong><\/p>\n<p>\u201cGegen die Bescheidenheit &#8211; F\u00fcr den Kommunismus\u201d &#8211; so die \u00dcberschrift des diesj\u00e4hrigen Bukos. Leider waren die Ergebnisse des Bukos mehr als bescheiden. Auf mehr als b\u00fcrgerlichen Moralismus konnte man sich nicht einigen, tats\u00e4chlich linke Positionen wurden konsequent weggestimmt. Aber jetzt nicht aufgeben: auch wenn der Buko eindeutig von rechts dominiert wurde, haben sich die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse an der Basis kaum ge\u00e4ndert. Wir sehen weiterhin Chancen zum Aufbau linker Praxis im Verband.<\/p>\n<p><strong>von Hamburger Delegierten des Bundeskongress<\/strong><\/p>\n<p>Auf diesem Buko war eine deutlichere Polarisierung erkennbar als in den Jahren davor. Er teilte sich noch klarer in zwei Fl\u00fcgel. Antideutsche Positionen bestimmten den rechten Fl\u00fcgel ausgehend von Delegierten vor allem aus den Landesverb\u00e4nden Sachsen, Bayern und Th\u00fcringen. Sie dominierten die meisten Abstimmungen. Mitglieder der SAV waren Teil des linken Fl\u00fcgels vor allem aus NRW, Rheinland Pfalz, Niedersachsen und Hamburg. Die letzten Jahre konnte dieser Kreis Positionen gegen Regierungsbeteiligung, gegen Auslandseins\u00e4tze und f\u00fcr eine Ablehnung der EU als undemokratisch, militaristisch und neoliberal durchsetzen. Er hatte dieses Jahr einen stabilen Kern von mindestens 60 Stimmen.<\/p>\n<h4>Gegen jeden Rassismus \u2013 Solidarit\u00e4t mit der Bev\u00f6lkerung in Israel \/ Pal\u00e4stina<\/h4>\n<p>Viele Antr\u00e4ge besch\u00e4ftigten sich mit der Positionierung von Linksjugend [&#8217;solid] zu Rassismus. Dabei fanden sozialistische Antr\u00e4ge, bis auf den Antrag gegen antimuslimischen und antiziganistischen Rassismus keine Mehrheit. Auch wurde unter der \u00dcberschrift \u201cGegen jeden Antisemitismus\u201d ein desastr\u00f6ser Antrag angenommen, der nicht die Intention verfolgte Antisemitismus ernsthaft zu analysieren und sich dagegen auszusprechen, sondern sich erstmal gegen KritikerInnen zionistischer Ideologie im eigenen Verband und der Linken richtete. Positionen wie das Benennen von Israel als \u201cApartheidsstaat\u201d, wurden als antisemitisch betitelt und sollten, unabh\u00e4ngig davon, ob solche Vergleiche richtig sind oder nicht mit einem Maulkorb versehen werden. Dabei machten mehrere Landesverb\u00e4nde bereits klar, dass sie sich weiterhin gegen die rassistische Kriegspolitik des israelischen Staates positionieren werden und auch an Demonstrationen dagegen teilnehmen.<\/p>\n<h4>Solidarisch an der Seite der Bev\u00f6lkerung \u2013 keine Gleichberechtigung ohne Sozialismus!<\/h4>\n<p>Der alte BSPR formulierte im Vorfeld des Bukos einen Leitantrag, der bei einer Beschreibung von Missst\u00e4nden wie sexistischer und rassistischer Diskriminierung und Pr\u00e4karisierung stehen blieb, aber auf sozialistische Analyse und Forderungen verzichtete, genau wie auf konkretere Praxisvorschl\u00e4ge. Unter diesem Minimalkonsens steht auch der jetzige BSPR. Der Landesverband Hamburg stellte deshalb zu den Schwerpunktthemen Feminismus und Antirassismus Antr\u00e4ge die darauf ausgerichtet waren eine marxistische Analyse und antikapitalistische Forderungen zu \u00fcbernehmen. Teile des Verbandes vertraten dabei die Position, der Ursprung von Rassismus und Sexismus sei vor allem in der \u201cMitte der Gesellschaft\u201d oder gar linken Strukturen zu suchen. Linke Landesverb\u00e4nde vertraten dagegen die Position, man m\u00fcsse Antirassismus und -sexismus mit einer sozialistischen Perspektive verbinden und um diesen Spaltungsmechanismus zu bek\u00e4mpfen, die herrschende Klasse anzugreifen.<\/p>\n<h4>F\u00fcr sozialistische Positionen und k\u00e4mpferische Praxis!<\/h4>\n<p>Neben den Antr\u00e4gen aus Hamburg machten vor allem die Antr\u00e4ge zu Griechenland aus NRW und der Antrag zur Pr\u00e4ambel des Leitantrags aus Berlin Kreuzk\u00f6lln klar, was es hei\u00dft kritische, sozialistische Positionen im Jugendverband einzubringen. Der abgelehnte Pr\u00e4ambel-Antrag benennt Kapitalismus als Ursache f\u00fcr Kriege, K\u00fcrzungen, Krisen, Umweltzerst\u00f6rung und Diskriminierung. Er zeichnet eine Perspektive f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft, in der demokratisch nach den F\u00e4higkeiten und Bed\u00fcrfnissen der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung produziert wird. Nur eine Kampfansage an die Klassengesellschaft kann aus unserer Sicht Grundlage sein f\u00fcr eine linke Vernetzung im Verband. Daraus resultiert auch die konsequente Ablehnung von pro-kapitalistischen Regierungsb\u00fcndnissen. W\u00e4hrend der Antrag zu Griechenland mit leichten Ver\u00e4nderungen angenommen wurde, stimmten 63 Delegierten f\u00fcr den Pr\u00e4ambel Antrag, unterlagen jedoch bei 87 Gegenstimmen und 16 Enthaltungen.<\/p>\n<p>Gerade in der jetzigen Situation ist es n\u00f6tig, linke Positionen im Jugendverband klar abzugrenzen. Das hei\u00dft sich nicht von vornherein auf reformistische Kompromisse einzulassen, sondern im Gegenteil mit marxistischen Analysen und einer k\u00e4mpferischen Praxis an der Basis neue Aktivisten kennenzulernen und den Jugendverband von links weiter aufzubauen. Eine linke Vernetzung im Verband muss deshalb klar positioniert, demokratisch und vor allem attraktiv und anschlussf\u00e4hig f\u00fcr Aktivisten an der Basis sein. Unser Ziel ist schlie\u00dflich nicht die Selbstbesch\u00e4ftigung, sondern gesellschaftliche K\u00e4mpfe mit den richtigen Losungen voranzutreiben.<\/p>\n<p><strong>Venceremos!<\/strong><\/p>\n<p>Dokumentiert:<\/p>\n<h2>A. Solidarit\u00e4t mit Griechenland hei\u00dft NEIN zu Erpressung und Austerit\u00e4t!<\/h2>\n<p><strong>Beschlossen vom Linksjugend [&#8217;solid] Bundeskongress 2015<\/strong><\/p>\n<p>Die Wahl einer Syriza-gef\u00fchrten Regierung und deren Ank\u00fcndigungen, Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der sozialen Lage Hunderttausender zu ergreifen, haben der Hoffnung Auftrieb gegeben, die Austerit\u00e4tspolitik in Europa zu beenden.<\/p>\n<p>Wir erkl\u00e4ren unsere Solidarit\u00e4t mit allen Kr\u00e4ften der griechischen Linken, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die den Kampf gegen Austerit\u00e4t f\u00fchren und Verh\u00e4ltnisse schaffen wollen, in denen die Interessen der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung im Mittelpunkt politischen und wirtschaftlichen Handelns stehen.<\/p>\n<p>Das Abkommen zwischen der Euro-Gruppe und der griechischen Regierung vom 20. Februar 2015 zur Verl\u00e4ngerung des so genannten Hilfsprogramms ist unserer \u00dcberzeugung nach kein Schritt, der uns der Erreichung dieses Ziels \u2013 dem Ende der Austerit\u00e4t und wirklich demokratische und soziale gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse \u2013 n\u00e4her bringt.<\/p>\n<p>Das Abkommen ist Ergebnis der Erpressung, die von Seiten der Bundesregierung, EZB und anderer europ\u00e4ischer Regierungen gegen\u00fcber der neuen griechischen Regierung ausge\u00fcbt wird. Im Kern handelt es sich dabei um eine Best\u00e4tigung der bisherigen Programme inklusive der damit verbundenen Auflagen zu Sozialk\u00fcrzungen, dem Abbau von Arbeitnehmerrechten und Privatisierungen. Griechenland hat sich verpflichtet auf einseitige Ma\u00dfnahmen zu verzichten &#8211; weiterhin soll also in Br\u00fcssel und Berlin entschieden werden, zum Beispiel ob griechische Arbeiter*innen einen h\u00f6heren Mindestlohn erhalten oder Privatisierungen gestoppt werden.<\/p>\n<p>Das einzig greifbare Zugest\u00e4ndnis ist die gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t, die der griechischen Regierung f\u00fcr die Erzielung eines Prim\u00e4r\u00fcberschusses (mehr Staatseinnahmen als Ausgaben ohne Zins- und Schuldtilgung) im Jahr 2015 gew\u00e4hrt wird. Ob sich dadurch konkrete Verbesserungen f\u00fcr die griechische Bev\u00f6lkerung ergeben, ist zweifelhaft.<\/p>\n<p>Wir sind nicht davon \u00fcberzeugt, dass die Syriza-gef\u00fchrte Regierung gezwungen war, diesem Abkommen zuzustimmen. Diese Entscheidung ist nur auf der Grundlage nachvollziehbar, um jeden Preis im Euro und der EU bleiben zu wollen und daf\u00fcr auch das Diktat der M\u00e4chtigen in der EU zu akzeptieren. Wir nehmen die gro\u00dfe Opposition in der Parlamentsfraktion und dem Zentralkomitee von Syriza mit Interesse zur Kenntnis und w\u00fcnschen unseren griechischen Genoss*innen die Kraft und den Mut, die schwierige Konfrontation mit den M\u00e4chten des europ\u00e4ischen Kapitalismus einzugehen. Wir sehen es als Aufgabe der gesellschaftlichen Linken sie dabei maximal zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Zustimmung der Mehrheit der LINKE-Bundestagsfraktion zu diesem Abkommen ist aber keine sinnvolle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die griechische Bev\u00f6lkerung. Unabh\u00e4ngig von der Motivation der einzelnen Abgeordneten bei ihrer Stimmabgabe, kommt diese einer \u00dcbernahme politischer Verantwortung f\u00fcr den Inhalt des Abkommens gleich und verschiebt damit die Europapolitik der LINKEN in eine falsche Richtung.<\/p>\n<p>Wir erwarten von der Bundestagsfraktion und dem Parteivorstand, dass sie eine grundlegend sozialistische Europa-Politik verfolgt und umsetzt. Dazu geh\u00f6rt in Bezug auf Griechenland:<\/p>\n<ul>\n<li>die Streichung der griechischen Schulden, zumindest aber einem deutlichen Schuldenschnitt<\/li>\n<li>ein Ende jeglicher Auflagen an die griechische Regierung zur Auszahlung der noch ausstehenden Gelder<\/li>\n<li>die Zahlung von Reparationen und die R\u00fcckzahlung des Zwangskredits aus der Zeit der Besetzung Griechenlands durch eine Sonderabgabe auf Gewinne und Verm\u00f6gen<\/li>\n<li>eine Unterst\u00fctzung der Linken, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in Griechenland in ihrem Kampf f\u00fcr die vollst\u00e4ndige R\u00fccknahme der K\u00fcrzungsma\u00dfnahmen und der Verschlechterungen bei Lebens- und Arbeitsbedingungen der letzten Jahre<\/li>\n<li>eine Unterst\u00fctzung einer griechischen Linksregierung, die Ma\u00dfnahmen zum Bruch mit der Politik der Austerit\u00e4t und des Neoliberalismus ergreift, wie die demokratische Verstaatlichung von Banken, Enteignung von Reedern und Kircheneigentum, Einf\u00fchrung von Kapitalverkehrskontrollen und einem staatlichen Au\u00dfenhandelsmonopol &#8211; auch wenn das den Bruch mit EU und Euro bedeuten sollte<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der LINKEN setzen wir uns f\u00fcr ein Umlenken in der Politik gegen\u00fcber Griechenland und der SYRIZA-Regierung ein. Konkret k\u00e4mpfen wir f\u00fcr ein radikales Programm zur Beendung von Austerit\u00e4t und Kapitalismus, wie oben skizziert. Unsere Delegierten sind aufgefordert, beim Bundesparteitag entsprechende Antr\u00e4ge zu unterst\u00fctzen bzw. selbst solche einzubringen. Unabh\u00e4ngig davon werden wir eigenes politisches Material produzieren, Veranstaltungen durchf\u00fchren und uns f\u00fcr \u00f6ffentliche Aktionen einsetzen, um den gesellschaftlichen Diskurs zu beeinflussen. Wo sich M\u00f6glichkeiten bieten werden wir Aktiven aus sozialen Bewegungen und progressiven Gruppen aus Griechenland die M\u00f6glichkeit bieten auf Veranstaltungen zu sprechen bzw. daf\u00fcr Veranstaltungen organisieren.<\/p>\n<p>Wir nutzen unsere Kontakte zu anderen linken Jugendorganisationen in Europa, um die Idee eines europaweiten Aktionstages gegen Austerit\u00e4t und in Solidarit\u00e4t mit der griechischen Bev\u00f6lkerung zu pushen.<\/p>\n<h2>B. Antirassismus &#8211; \u00c4nderungsantrag zum Leitantrag des Bundeskongress vom Landesverband Hamburg<\/h2>\n<p>Kapitalismus bedeutet Fl\u00fcchtlingshetze, Rassismus und Krieg! Wir setzen uns ein f\u00fcr einen gemeinsamen sozialistischen Kampf f\u00fcr bessere Arbeit, gegen Sozialk\u00fcrzungen, Privatisierungen und Krieg! Kapitalismus abschaffen!<\/p>\n<p><a name=\"_GoBack\"><\/a>In den letzten Jahren gab es eine Zunahme rechtspopulistischer und rassistischer Kampagnen unter wachsender Beteiligung faschistischer Kr\u00e4fte. Sarrazin, AfD, HoGeSa und Pegida und die Hetze von Stern, Spiegel und Co. waren die letzten faulen Fr\u00fcchte dieser Entwicklung. Die \u00dcbergriffe auf migrantische Jugendliche und das Dresdner Fl\u00fcchtlingscamp am Rande von Pegida, brennende Fl\u00fcchtlingsheime, die Formierung von \u201eB\u00fcrgerwehren\u201c in Sachsen und die zunehmenden Angriffe auf Moscheen sind ihre grausame Konsequenz.<\/p>\n<p>Trotz verbreiteten Vorurteilen kommt Rassismus f\u00fcr uns nicht \u201eaus der Mitte der Gesellschaft\u201c, ist nicht \u201edem Deutschen strukturell angeboren\u201c und n\u00fctzt auch nicht der lohnabh\u00e4ngigen Bev\u00f6lkerung. Rassismus n\u00fctzt den Herrschenden und ist vor allem eins: ein gro\u00dfes Ablenkungsman\u00f6ver und ein Mittel uns zu spalten!<\/p>\n<p>F\u00fcr knappen Wohnraum, K\u00fcrzungen und das schlechte Sozialsystem werden Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen zum S\u00fcndenbock gemacht. Das soll davon ablenken, wer in unserer Gesellschaft wirklich auf Geldbergen sitzt. Deutschlandweit besitzen die \u00e4rmsten 50 Prozent 0 Prozent des Verm\u00f6gens weil sich Verschuldung und Verm\u00f6gen aufheben. Der deutsche Verteidigungsetat, von dem zum Beispiel 180 Eurofighter u.a. bei deutschen Waffenkonzernen bestellt wurden bei denen nur eine Stunde fliegen 73.992 \u20ac kostet ist dreimal so hoch wie das, was f\u00fcr Bildung ausgegeben wird. Gleichzeitig wird in den Medien gesagt, migrantische Sch\u00fclerInnen seien der Grund dass es schwierig wird in der Schule vern\u00fcnftig Deutsch zu unterrichten. Auch braucht die herrschende Klasse den Rassismus, um Auslandseins\u00e4tze und Waffenexporte zu rechtfertigen. Die Kriege in Afghanistan oder im Irak waren begleitet von heftiger Stimmungsmache gegen Muslime. Mit der geplanten Ausdehnung des deutschen Imperialismus, angek\u00fcndigt von Gauck, von der Leyen, Merkel und Co. nimmt diese Hetze weiter zu.<\/p>\n<p>Die rassistische Hetze findet ihren N\u00e4hrboden im staatlichen Rassismus und in den Chefetagen der Banken und Konzerne \u2013 doch f\u00fcr uns verlaufen die Grenzen nicht zwischen den V\u00f6lkern, sondern zwischen oben und unten!<\/p>\n<p>Rassisten und ihr Umfeld gewinnen an St\u00e4rke, indem sie sich als Antwort auf das soziale Elend, Krise und Krieg, als \u201eradikale Alternative\u201c zum Establishment pr\u00e4sentieren. Das ist dort m\u00f6glich, wo linke Kr\u00e4fte keine Antwort liefern auf das Versagen des herrschenden Systems und der etablierten Parteien. Dort wo die LINKE sich als Teil des Establishments pr\u00e4sentiert, war ihr Stimmverlust am st\u00e4rksten. Die AfD konnte stattdessen die Proteststimmen auf sich vereinen. 22% der AfD W\u00e4hlerInnen in Brandenburg und 15% in Th\u00fcringen haben davor LINKE gew\u00e4hlt. Wir brauchen eine starke Linke und LINKE, die dieses Potenzial b\u00fcndelt und radikale Antworten gibt auf die antisoziale, sexistische und rassistische Politik der etablierten Parteien. Es ist unsere Aufgabe dem Establishment entgegenzutreten und so den Rassismus an seiner Wurzel zu bek\u00e4mpfen. Rassismus, Kapitalismus und Krieg h\u00e4ngen zusammen wie die Henne und das Ei. Deswegen m\u00fcssen wir sie gemeinsam bek\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Wenn Rechte und Rassisten sagen, sie k\u00e4mpfen gegen \u201eSozialschmarotzer\u201c oder \u201eSalafismus\u201c, dann meinen sie in Wirklichkeit uns alle. Sie wenden sich gegen jede Migrantin und jeden Migranten, gegen Frauen und LGBTI, aber auch gegen die Arbeiterbewegung als solche und gegen linke Strukturen. Die 19 Thesen von Pegida, der Angriff von Neonazis auf den N\u00fcrnberger Frauentag oder die populistischen Angriffe der AfD auf linke Positionen machen das deutlich. Und auch der allt\u00e4gliche Rassismus der herrschenden Politik schadet den Menschen in aller Welt, MigrantInnen und der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in Deutschland. Auslandseins\u00e4tze machen Millionen Menschen weltweit zu Fl\u00fcchtlingen. Die 10 h\u00e4ufigsten Herkunftsl\u00e4nder von Fl\u00fcchtlingen in Deutschland sind (ehemalige) Kriegsregionen. MigrantInnen erleben in Deutschland tagt\u00e4glich Ausgrenzung, \u00dcbergriffe und rassistische Hetze.<\/p>\n<p>Je st\u00e4rker die Arbeiterklasse an rassistischen Linien gespalten ist, desto schwieriger ist es f\u00fcr uns alle einen gemeinsamen Kampf aufzubauen f\u00fcr bessere L\u00f6hne, ein ausreichendes Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem und gegen Diskriminierung jeder Art.<\/p>\n<p>Als Linksjugend haben wir das Potenzial Widerstand aufzubauen, bestehende Bewegungen zu unterst\u00fctzen und dort unsere Positionen einzubringen. Rassistischen \u00dcbergriffen und einem rechten Vormarsch muss Einhalt geboten werden! Jeder Tag Merkel und Co. bedeutet t\u00e4gliche Abschiebungen, Waffenexporte und Krieg. Auch damit muss Schluss sein!<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr wollen wir deshalb antirassistische und antimilitaristische Bewegungen von unten unterst\u00fctzen und aufbauen. Mit bundesweitem Material (Flyer und Plakate) werden wir bei passenden politischen Terminen wie dem 1. Mai, Anti-Pegida und \u2013AfD-Protesten, Antifa-Aktionen, Jugendblocks auf Gro\u00dfdemos, Refugeeprotesten oder auf Berufs- und Bildungsmessen Gesicht zeigen. Auch wollen wir wo m\u00f6glich Veranstaltungen zum Thema anbieten. Weiter planen wir einen bundesweiten dezentralen Aktionstag am 1. September (Antikriegstag). Unsere Aktionen sollen bundesweit koordiniert werden, mindestens sollen die Veranstaltungen und Termine in einem zentralen Kampagnenbanner auf der bundesweiten Website sowie mit zentralen Websitebeitr\u00e4gen zu unserer Positionierung, Berichten von Aktionen etc. aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Wir treten ein f\u00fcr:<\/p>\n<ul>\n<li>Asylrecht wiederherstellen \u2013 Bleiberecht f\u00fcr alle!<\/li>\n<li>F\u00fcr die organisierte Verteidigung gegen Diskriminierung jeder Art!<\/li>\n<li>Abschaffung von Residenzpflicht, Arbeitsverboten und allen Sondergesetzen f\u00fcr MigrantInnen!<\/li>\n<li>F\u00fcr menschenw\u00fcrdige, dezentrale Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen<\/li>\n<li>Beschlagnahmung von Wohnraum, der aus Spekulationsgr\u00fcnden leersteht und Umwandlung in Sozialwohnungen und Wohnraum f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge<\/li>\n<li>Fluchtursachen bek\u00e4mpfen \u2013 Sofortiger Stopp aller R\u00fcstungsexporte und Auslandseins\u00e4tze!<\/li>\n<li>F\u00fcr die Enteignung und demokratisch organisierte Umstellung auf zivile Produktion von R\u00fcstungskonzernen!<\/li>\n<li>Rassismus schafft keine Jobs- Geld f\u00fcr gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze und Sozialsysteme statt f\u00fcr Banken und Konzerne!<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>F\u00fcr eine zehnprozentige Verm\u00f6genssteuer und die drastische Besteuerung von Unternehmensgewinnen<\/li>\n<li>\u00dcberf\u00fchrung der Banken und Konzerne in \u00f6ffentliches Eigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die lohnabh\u00e4ngige Bev\u00f6lkerung<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Gegen eine SPD 2.0. F\u00fcr eine antikapitalistische LINKE und Linke, die Bewegungen von unten aufbaut<\/li>\n<li>Statt Konkurrenz und Produktion f\u00fcr den Profit: demokratische Kooperation und nachhaltige Planung entsprechend der Bed\u00fcrfnisse von Mensch und Umwelt<\/li>\n<li>F\u00fcr sozialistische Demokratie weltweit!<\/li>\n<\/ul>\n<h1>C. Pr\u00e4ambel-Antrag zum Bundeskongress 2015 von der Basisgruppe Berlin Kreuzk\u00f6lln<\/h1>\n<p>Kriege und Stellvertreterkriege im Arabischen Raum und Osteuropa f\u00fchren die gnadenlose Brutalit\u00e4t des Kapitalismus vor Augen. Die Worte des franz\u00f6sischen Sozialisten und Friedensaktivisten Jean Jaur\u00e8s \u201eDer Kapitalismus tr\u00e4gt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen\u201c bewahrheiten sich auf furchtbarste Weise in der heutigen Weltlage.<\/p>\n<p>Die kapitalistische Krise ist alles andere als erledigt, sondern verschnauft nur, in dem sie gigantische neue Finanzblasen bildet. W\u00e4hrend die Reichen reicher werden, wird die Armutspolitik in Europa und dar\u00fcber hinaus fortgesetzt. Die Bundesregierung beharrt an vorderster Front auf der Einhaltung der K\u00fcrzungspolitik zum Beispiel in Griechenland und Spanien. Ihre Politik entzieht Menschen weltweit die Lebensgrundlage und treibt sie in die Flucht, w\u00e4hrend die Regierungen statt zu helfen, die t\u00f6dliche Abschottung verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen schreitet die Umweltzerst\u00f6rung voran. Nicht erst seit Naomie Kleins neuem Buch \u201eKlima vs. Kapitalismus\u201c ist klar, dass es dieses Wirtschaftssystem ist, das den Planeten in die \u00f6kologische Katastrophe treibt. W\u00e4hrend der Lebenszeit unserer Generation wird sich entscheiden, ob es gelingt, diesem System ein Ende zu setzen und es durch eine demokratisch geplante Wirtschaft, durch eine sozialistische Demokratie zu ersetzen.<\/p>\n<p>In unserem politischen Handeln nehmen wir immer den Standpunkt der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten, Erwerbslosen, der Leute in Bildung und Ausbildung, kurz der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten ein. Unsere Solidarit\u00e4t kennt keine Landesgrenzen oder Nationalfahnen sondern nur Klassen. Wir treten ein, f\u00fcr das Recht auf Selbstbestimmung der V\u00f6lker und internationale Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wirkliche Ver\u00e4nderungen werden nur erreicht, wenn sich gesellschaftlich etwas bewegt. Deshalb beteiligen wir uns an allen fortschrittlichen sozialen, bildungspolitischen und gewerkschaftlichen K\u00e4mpfen, \u00fcben Solidarit\u00e4t und vernetzen sie mit anderen Bewegungen.<\/p>\n<p>Trotz aller Krisen und Widerspr\u00fcche schafft sich der Kapitalismus nicht von selbst ab. Sie f\u00fchren zu Aufst\u00e4nden und bis hin dazu, dass Regierungen aus dem Amt gejagt werden. Abgeschafft wird er aber nur durch den bewussten revolution\u00e4ren Akt der Arbeiter*innenklasse. Wir werden die Revolution nicht herbei zaubern, aber wir wollen auf sie hinarbeiten und ihr zum Erfolg verhelfen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es eine Linke, die nicht in Selbstbesch\u00e4ftigung und -zerfleischung versinkt oder als Karrieresprungbrett missbraucht wird. Wir brauchen demokratische Strukturen der Mitglieder, die \u00fcber Ideen und Strategien dieses System abzuschaffen, offen diskutieren und daraus k\u00e4mpferische Kampagnen entwickeln.<\/p>\n<p>Dabei stellen wir uns gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung. Wir lehnen jede Spaltung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht oder anderen Merkmalen ab und wollen die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde \u00fcberwinden, die Ungleichheit und Diskriminierung hervorrufen. Denn sie dienen nur dazu, dass sich die Unterdr\u00fcckten gegenseitig bek\u00e4mpfen anstatt ihre Unterdr\u00fccker.<\/p>\n<p>Wir setzen uns ein f\u00fcr eine konsequente Antikriegshaltung und sagen Nein zu allen Auslandseins\u00e4tzen der Bundeswehr und verlangen einen Stopp von R\u00fcstungsexporten sowie die Enteignung der R\u00fcstungsbetriebe und deren demokratische Umstellung auf zivile Produktion. Die Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns steht der Hauptfeind im eigenen Land. Wir wenden uns gegen die Kriegs- und K\u00fcrzungspolitik der Bundesregierung. Das gilt auch f\u00fcr die von der Bundesregierung betriebene K\u00fcrzungspolitik gegen die so genannten Krisenstaaten. Zu Tausenden erheben wir die Stinkefinger gegen die Politik der Troika und setzen uns daf\u00fcr ein, dass die Reichen ihre Krise bezahlen, Banken verstaatlicht werden und die Schulden gestrichen. Durch die EU wird nicht nur eine falsche Politik gemacht, sondern die Europ\u00e4ische Union ist von ihrer Form her undemokratisch, neoliberal und militaristisch.<\/p>\n<p>Mit Sorge sehen wir die Anpassungstendenzen der Partei DIE LINKE. F\u00fcr den ersten Ministerpr\u00e4sidenten in Th\u00fcringen wurden bereits wichtige linke Grundpositionen geopfert &#8211; der Schuldenbremse wird zugestimmt. Alles steht unter Haushaltsvorbehalt. F\u00fcr eine m\u00f6gliche Beteiligung auf Bundesebene werden stetig linke Grundpositionen zum Beispiel gegen Auslandseins\u00e4tze unter Beschuss genommen. Wir nutzen unsere M\u00f6glichkeiten in der Partei, um uns der Anpassung entgegen zu stellen. Wir wollen keine SPD 2.0 sondern eine LINKE, die keine Regierungsbeteiligung mit pro-kapitalistischen Parteien eingeht sondern f\u00fcr ihre Ziele k\u00e4mpft und darauf hinarbeitet diese Gesellschaft grundlegend zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dazu muss sich auch in der Partei etwas \u00e4ndern. In ihr sollen Mitglieder \u00fcber die Politik entscheiden und nicht die Fraktionen. Beim Hamburger Parteitag waren von 499 Delegierten 224 parlamentarische Mandatstr\u00e4ger, 82 Besch\u00e4ftigte bei Abgeordneten oder Fraktionen und 13 hauptamtlich bei der Partei besch\u00e4ftigt. Wir treten deshalb f\u00fcr eine jederzeitige W\u00e4hl- und Abw\u00e4hlbarkeit aller Funktionstr\u00e4ger*innen und f\u00fcr eine relative Trennung von Amt und Mandat ein mit maximal 25 Prozent Mandatstr\u00e4ger*innen, deren Besch\u00e4ftigten und Hauptamtlichen in Parteigremien. Wir lehnen es ab, dass Linke Politik zum Beruf machen, um dadurch ihre eigene soziale Frage zu l\u00f6sen: Hauptamtliche und Abgeordnete d\u00fcrfen keinerlei Privilegien annehmen und ihr Einkommen sollte auf das eines durchschnittlichen Facharbeiters begrenzt sein.<\/p>\n<p>Wir wollen keine Phrasendrescherei, keine Sonntagsreden von einer anderen Gesellschaft. Wir k\u00e4mpfen hier und jetzt mit der \u00dcberzeugung, dass unsere Forderungen f\u00fcr gleiche Rechte, f\u00fcr gute Bildung, gegen Diskriminierung und Ausbeutung usw. letztendlich nicht in einem Land und nicht in diesem System erf\u00fcllbar sind. Das spricht nicht gegen die Forderungen \u2013 sondern gegen das System. Deshalb stehen wir f\u00fcr eine revolution\u00e4re Umgestaltung der Gesellschaft hin zu einer demokratischen sozialistischen Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenig Kommunismus &#8211; viel Schalalalala!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30321,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30320"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30320"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30320\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}