{"id":30224,"date":"2015-03-29T15:31:34","date_gmt":"2015-03-29T13:31:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=30224"},"modified":"2015-03-29T15:31:34","modified_gmt":"2015-03-29T13:31:34","slug":"dortmund-nazi-aufmarsch-und-widerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/03\/dortmund-nazi-aufmarsch-und-widerstand\/","title":{"rendered":"Dortmund: Nazi-Aufmarsch und Widerstand"},"content":{"rendered":"<div id=\"post-body-3152039642922140103\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-30225\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-280x173.jpg\" alt=\"Dortmund\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150328transpi-e1427635875287.jpg 719w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Den zehnten Jahrestag der Ermordung des Punks Thomas Schulz durch einen Dortmunder Neonazi nahm die faschistische Partei \u201eDie Rechte\u201c zum Anlass, gemeinsam mit den rechten Hooligans von \u201eHogesa\u201c zu einem rassistischen Aufmarsch durch Dortmund zu mobilisieren. Trotz engagiertem Widerstand von AntifaschistInnen konnten die Nazis marschieren \u2013 dank eines enormen Polizeiaufgebotes.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Rund 500 Nazis und Rassisten reisten zum Nazi-Aufmarsch und dem anschlie\u00dfenden Rechtsrock-Konzert an, teilweise sogar aus dem Ausland. Ihnen gegen\u00fcber standen mindestens 2000 AntifaschistInnen, die in vielf\u00e4ltiger Weise gegen den rechten Mob protestierten. Ein gro\u00dfer Teil von ihnen folgte dem Aufruf des <a href=\"http:\/\/www.blockado.info\/\" target=\"_blank\">B\u00fcndnisses BlockaDO<\/a> und versuchte, durch Blockaden den Aufmarsch zu verhindern oder zumindest zu st\u00f6ren.<\/div>\n<h4>Rolle der Polizei<\/h4>\n<div>Der Dortmunder Polizeipr\u00e4sident hatte zun\u00e4chst halbherzig versucht, den Nazi-Aufmarsch zu verbieten. Nachdem er aber gerichtlich erlaubt wurde, zog die Polizei alle Register, um ihn durchzusetzen: Bereitschaftspolizei war nicht nur aus NRW, sondern mindestens auch aus Bayern, Bremen und Hessen anwesend. Aufgefahren wurden Wasserwerfer, R\u00e4umpanzer und Reiterstaffel. Vermutlich wurden auch seitens der Polizei als \u201eLinke\u201c verkleidete Provokateure eingesetzt, die gezielt versuchten, eine Eskalation herbeizuf\u00fchren und sich dann in die Reihen der uniformierten Einsatzkr\u00e4fte zur\u00fcckzogen. Immer wieder wurden Gruppen friedlicher DemonstrantInnen eingekesselt und schikaniert.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Durch das enorme Polizeiaufgebot wurde jeder Versuch, in die N\u00e4he der Nazis zu kommen, verhindert \u2013 ein ganzes Stadtviertel wurde hermetisch abgeriegelt. Gleichzeitig verhinderte die Polizei, dass die linke Gedenkdemonstration mit ca. 1500 TeilnehmerInnen auf der angemeldeten Route marschierte. Dies ist insofern skandal\u00f6s, als dass damit verhindert werden sollte, dass AntifaschistInnen im Stadtteil Dorstfeld, den die Nazis zu ihrer Hochburg erkl\u00e4rt haben, ein Zeichen gegen rechts setzen. Unter den Augen der Polizei konnte ein Nazi aus einem Fenster heraus v\u00f6llig unbehelligt \u00fcber Minuten den Hitlergru\u00df in Richtung der Demo zeigen \u2013 anscheinend gehen die Faschisten in Dortmund davon aus, dass sie f\u00fcr solche Aktionen keine Konsequenzen seitens der Polizei zu erwarten haben. Dann lieferten aber einige B\u00f6llerw\u00fcrfe am Ende dieser Demonstration der Polizei einen Vorwand daf\u00fcr, hunderte DemonstrantInnen einzukesseln und gewaltsam (u. a. mit Schlagstockeinsatz) gegen sie vorzugehen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>H\u00e4tte die Polizei ernsthaftes Interesse daran gehabt, die Nazis irgendwie einzuschr\u00e4nken, h\u00e4tte sie sich an diesem Tag anders verhalten!<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Gemeinsam mit AktivistInnen der linksjugend [&#8217;solid] aus ganz NRW beteiligten sich auch zahlreiche SAV-Mitglieder an den Blockadeversuchen und Demonstrationen. <a href=\"http:\/\/www.solid-dortmund.blogspot.de\/2015\/01\/naziaufmarsch-am-283-blockieren.html\" target=\"_blank\">Der Aufruf, mit dem die linksjugend [&#8217;solid] NRW in den vergangenen Monaten gegen den Nazi-Aufmarsch mobilisierte<\/a>, machte deutlich: Antifaschistischer Protest braucht auch eine antikapitalistische und sozialistische Perspektive, um erfolgreich zu sein. Denn einerseits versuchen sich die Nazis als soziale Alternative darzustellen, wenn sie unter der Parole \u201eEinwanderung bedeutet Sozialabbau\u201c soziale \u00c4ngste ausnutzen, um rassistische Stimmung zu sch\u00fcren \u2013 der Kapitalismus, der f\u00fcr die Mehrheit der Menschen Ausbeutung, Elend und Verzweiflung bedeutet, ist also der N\u00e4hrboden, auf dem der dumme rassistische Hass der Nazis gedeihen kann. Zum anderen m\u00fcssen wir \u2013 ArbeiterInnen, Jugendliche, Erwerbslose usw. \u2013 unabh\u00e4ngig von unserer Nationalit\u00e4t, Hautfarbe oder Religionszugeh\u00f6rigkeit gemeinsam f\u00fcr soziale Verbesserungen k\u00e4mpfen \u2013 wir d\u00fcrfen uns von den Nazis, die erkl\u00e4rte Feinde von Gewerkschaften und anderen Arbeiterorganisationen sind, nicht spalten lassen!<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2000 AntifaschistInnen gegen den rechten Mob<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30225,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30224"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30224"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30224\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}