{"id":29149,"date":"2014-10-22T17:00:31","date_gmt":"2014-10-22T15:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=29149"},"modified":"2014-10-22T19:50:48","modified_gmt":"2014-10-22T17:50:48","slug":"britische-arbeiterinnen-zeigen-ihre-staerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/10\/britische-arbeiterinnen-zeigen-ihre-staerke\/","title":{"rendered":"Britische ArbeiterInnen zeigen ihre St\u00e4rke"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/GB-e1413975076930.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-29150\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/GB-e1413975076930-280x173.jpg\" alt=\"GB\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/GB-e1413975076930-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/GB-e1413975076930-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/GB-e1413975076930.jpg 304w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>100.000 demonstrieren in London<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Samstag, 18. Oktober, hatte der britische Gewerkschaftskongress TUC zu einer Gro\u00dfdemo aufgerufen. In London marschierten gut 100.000 Menschen unter dem Motto \u201eBritain neds a pay rise!\u201c (Britannien braucht eine Gehaltserh\u00f6hung). Dazu kamen zehntausende in Glasgow und Belfast.<\/p>\n<p><em>Von Jan Rybak, London<\/em><\/p>\n<p>Die Gro\u00dfdemonstration am Samstag sollte eigentlich den Abschluss einer Kampf- und Streikwoche bilden. Die gro\u00dfen Gewerkschaften hatten f\u00fcr die ganze Woche mehrere Streiktage angek\u00fcndigt. Trotz eindeutiger Streikbereitschaft von Seiten der KollegInnen sagte die Gewerkschaftsb\u00fcrokratie die Streiks aber kurzfristig wegen des Drucks von oben ab. Die Wut vieler KollegInnen auf der Demonstration war eindeutig: \u201eIst ja sch\u00f6n, wenn wir hier demonstrieren, aber das ist doch nur eine halbe Sache. Wir h\u00e4tten verdammt noch mal streiken sollen!\u201c, meinte etwa ein Kollege von der st\u00e4dtischen Reinigung zu mir. Damit sprach er vielen aus der Seele.<br \/>\nAber nicht alle wurden von der Gewerkschaftsf\u00fchrung aufs Marschieren reduziert. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hatten zu Wochenbeginn die KollegInnen des National Health Service (des staatlichen Gesundheitssystems) f\u00fcr vier Stunden die Arbeit niedergelegt. Ebenso streikten und demonstrierten die KollegInnen aus der Alten- und Krankenpflege und (zum ersten Mal in ihrer Geschichte) die KollegInnen des \u201eRoyal College of Midwifes\u201c (K\u00f6nigliche Hebammenakademie). Die Bl\u00f6cke der GewerkschafterInnen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich waren auf der gesamten Demonstration mit Abstand die k\u00e4mpferischsten.<br \/>\nAktuell finden permanent Streiks und Demonstrationen von ArbeiterInnen statt. Die meisten davon sind stark radikalisiert. Seit 20. Oktober streiken die Besch\u00e4ftigten der Housing Services. Beinahe einstimmig haben sie den Vorschlag der Gewerkschaftsf\u00fchrung f\u00fcr einen f\u00fcnft\u00e4gigen Streik zur\u00fcckgewiesen um ihn (f\u00fcrs Erste) auf sieben Tage auszuweiten. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. All dies findet vor dem Hintergrund stagnierender oder sinkender L\u00f6hne und dramatisch steigenden Lebenshaltungskosten statt. Lebensmittel und vor allem Mieten sind besonders in der Hauptstadt kaum mehr leistbar. Vor wenigen Monaten hat London Singapur den Rang als teuerste Stadt der Welt abgenommen. Eine j\u00fcngste Studie \u00fcber die Leistbarkeit von Wohnen in den Londoner Stadtteilen hat ergeben, dass etwa im Stadtviertel Camden (etwa 250.000 EinwohnerInnen) nur eine einzige Wohnung nach den offiziellen Kriterien als \u201eleistbar\u201c einzustufen ist.<br \/>\nDie Demonstration vom 18. Oktober war ein massives Zeichen der St\u00e4rke der britischen ArbeiterInnenschaft. Notwendig w\u00e4ren jetzt vor allem zwei n\u00e4chste Schritte.<br \/>\nErstens k\u00f6nnen die Angriffe der Regierung nicht alleine mit Demonstrationen (so gro\u00df sie auch seien) aufgehalten werden. Streiks sind notwendig. Die Socialist Party (die Schwesterorganisation der SAV) hat auf der Demonstration vor allem dazu aufgerufen jetzt Streiks zu organisieren um die Forderungen wirklich durchsetzen zu k\u00f6nnen. Der Zuspruch zu dieser Forderung war \u00fcberw\u00e4ltigend. Die KollegInnen zeigen in den verschiedensten Bereichen, dass sie willig und bereit sind zu k\u00e4mpfen.<br \/>\nZweitens braucht es eine politische Alternative zu den etablierten K\u00fcrzungsparteien. Labour (die britischen SozialdemokratInnen) stellen diese Alternative nicht dar. Sie sind eine ebenso pro-kapitalistische, neoliberale K\u00fcrzungspartei wie die konservativen Tories oder die Liberaldemokraten. Zwar versuchten manche Labour-AktivistInnen auf der Demonstration sich als Alternative zu pr\u00e4sentieren, die Ablehnung der Mehrheit der KollegInnen war allerdings eindeutig. Die einzigen, die noch ernsthafte Illusionen in die Labour-Partei haben sind Teile der Gewerkschaftsf\u00fchrung, die auf der Demonstration vor allem dazu aufgerufen haben bei den n\u00e4chsten Wahlen die Tories abzuw\u00e4hlen. Damit sch\u00fcren sie Illusionen in Labour und liefern die Gewerkschaften an die Partei aus. Derweil haben in den vergangenen Jahren einige Gewerkschaften mit Labour gebrochen, darunter die starke und traditionell linke TransportarbeiterInnengewerkschaft RMT. Eine echte Alternative zu den K\u00fcrzungsparteien ist mehr als notwendig (nicht nur) in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>100.000 demonstrieren in London<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29150,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,46],"tags":[315],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29149"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29149\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}