{"id":29058,"date":"2014-10-03T10:00:48","date_gmt":"2014-10-03T08:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=29058"},"modified":"2014-10-02T13:25:29","modified_gmt":"2014-10-02T11:25:29","slug":"zusammenschliessen-fuer-einen-kaempferischen-kurs-in-ver-di","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/10\/zusammenschliessen-fuer-einen-kaempferischen-kurs-in-ver-di\/","title":{"rendered":"Zusammenschlie\u00dfen f\u00fcr einen k\u00e4mpferischen Kurs in ver.di"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/IMG_6471.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-23198\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/IMG_6471-259x173.jpg\" alt=\"Betrieb &amp; Gewerkschaften\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/IMG_6471-259x173.jpg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/IMG_6471-520x347.jpg 520w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/IMG_6471.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a>Dokumentiert: Flugblatt des Netzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di [wpfilebase tag=file id=1975 tpl=simple \/]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Die Konferenz \u201eErneuerung durch Streik II\u201c bietet die M\u00f6glichkeit, Ausgangspunkt f\u00fcr Vernetzung zu werden, um sich innerhalb der einzelnen Gewerkschaften f\u00fcr gemeinsame Projekte und einen k\u00e4mpferischen Kurs einzusetzen. Das \u201eNetzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mperische und demokratische ver.di\u201c m\u00f6chte mit kritischen ver.di-Mitgliedern in Dialog treten und gemeinsam mit anderen Vorschl\u00e4ge entwickeln, wie sich ver.di den kommenden Herausforderungen stellen kann.<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Fortschritte in prek\u00e4ren Bereichen<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Anfang diesen Jahres wurde in ver.di zum ersten Mal ein Mitgliederwachstum f\u00fcr das Jahr 2013 (0,16%) bilanziert. Das h\u00e4ngt sicher mit Anstrengungen zusammen, Auseinandersetzungen in bisher weniger gut organisierten Bereichen zu f\u00fchren. So konnten in einigen Betrieben Tarifvertr\u00e4ge durchgesetzt werden. Im Einzelhandel konnte dem Generalangriff der Arbeitgeber mit Gegenwehr und einer Zunahme von Gewerkschaftsmitgliedern begegnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Das sind positive Entwicklungen. Gerade in Bereichen, wo Arbeitsk\u00e4mpfe stattfanden, wie im Einzelhandel, beim Flughafen-Sicherheitspersonal oder bei Amazon \u2013 konnten neue Mitglieder gewonnen werden. Das zeigt, dass Besch\u00e4ftigte vor allem dann einen Sinn in der Gewerkschaftsmitgliedschaft sehen, wenn sie als Instrument zur Durchsetzung von tarifpolitischen Zielen oder zur Verteidigung der eigenen Interessen gesehen wird. Dies ist aber vor allem punktuell der Fall, besonders wo k\u00e4mpferische Ans\u00e4tze von einzelnen haupt- und ehrenamtlichen Funktion\u00e4rInnen zum Tragen kamen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Gro\u00dfe Tarifrunden \u2013 mehr w\u00e4re m\u00f6glich<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">In den gr\u00f6\u00dferen und besser organisierten Bereichen wie Bund und Kommunen wurden jedoch Chancen vertan. Hier ist positiv, dass die Forderung nach einem Sockelbetrag sich endlich durchsetzen konnte, nachdem aus den meisten Betrieben und Untergliederungen gerade darauf am meisten beharrt wurde. Im Volumen w\u00e4re aber mehr drin gewesen, wenn die in den massenhaften Warnstreikmobilisierungen deutlich gewordene Kampfbereitschaft durch die ver.di F\u00fchrung weiter genutzt worden w\u00e4re. Mit einem entschlossenen Arbeitskampf zur vollen Durchsetzung der Forderungen h\u00e4tte auch hier der Organisations- und Aktivit\u00e4tsgrad von KollegInnen gesteigert werden k\u00f6nnen. Insgesamt h\u00e4tte ver.di so das Image einer k\u00e4mpfenden Organisation erlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Kampf f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend der Tarifrunde betonten viele Besch\u00e4ftigte immer wieder, dass ihnen gerade der immens gewachsene Arbeitsdruck auf den N\u00e4geln brennt. Hier muss eine Antwort gefunden werden, wie dieses Thema auf die Tagesordnung der kommenden Tarifrunden gesetzt werden kann. Ein Ansatz w\u00e4re die Forderung nach drastischer Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Au\u00dferdem muss ein Kampf f\u00fcr mehr Personal in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales gef\u00fchrt werden. Dabei sollte auch an den Erfahrungen des Kampfes f\u00fcr tarifliche Personalbemessung an der Charit\u00e9 angekn\u00fcpft werden \u2013 nicht zuletzt um eine Kampagne f\u00fcr eine gesetzliche Personalbemessung zu st\u00e4rken. Linke und k\u00e4mpferische AktivistInnen sollten diskutieren, ob und wie solche Forderungen in die Diskussion in den Betrieben gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Fachbereiche ko-ordinieren<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Im n\u00e4chsten Jahr stehen wieder verschiedene Tarifrunden f\u00fcr ver.di an, so die Auseinandersetzung um einen neue Eingruppierung von ErzieherInnen, die Tarifrunde TV-L, die Tarifrunde im Einzelhandel. Bei der Charit\u00e9 geht die Auseinandersetzung um mehr Personal in eine neue Runde. Das Netzwerk setzt sich daf\u00fcr ein, dass innerhalb von ver.di alle M\u00f6glichkeiten genutzt werden, die K\u00e4mpfe nicht isoliert zu f\u00fchren, sondern fachbereichs-\u00fcbergreifende Solidarit\u00e4t, Protestaktionen und zeitgleiche Streiktage zu organisieren. Jeder gemeinsame Protest kann ein Beispiel setzen. Die Idee findet an der Basis gro\u00dfe Unterst\u00fctzung. Obwohl ver.di-Vorsitzender Bsirske in der Gr\u00fcndungsrede auf dem ersten ver.di Kongress versprach \u201edie neue Solidarit\u00e4t wird berufs\u00fcbergreifend und branchen\u00fcbergreifend sein\u201c, zeigt die Erfahrung doch, dass die Ko-ordinierung unter den Fachbereichen nur mit Druck von unten \u2013 oder in Bezirken mit k\u00e4mpferischen Vorst\u00e4nden \u2013 stattfindet. Eine Ko-ordination von linken und k\u00e4mpferischen Kr\u00e4ften in ver.di w\u00e4re hilfreich, um solche Initiativen zu ergreifen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Mindestlohn \u2013 12 Euro ohne Ausnahmen!<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Ver.di war eine der Gewerkschaften, die sich am sichtbarsten f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Mindestlohns stark gemacht hat. Unterm Strich bedeutet das Gesetz f\u00fcr einige Besch\u00e4ftigte eine reale Verbesserung des Lebensstandards. Jedoch ist er durch die vielen Ausnahmen durchl\u00f6chert und die H\u00f6he nicht ausreichend. Ver.di sollte eine zentrale Rolle spielen, um den Kampf f\u00fcr einen wirklichen Mindestlohn ohne Ausnahmen aufzunehmen. Daf\u00fcr k\u00f6nnten die Weichen auf dem Bundeskongress gestellt werden. Das Netzwerk setzt sich f\u00fcr eine Kampagne f\u00fcr einen Mindestlohn von 12 Euro ohne Ausnahmen ein.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Streikrecht \u2013 Gesetz von Nahles verhindern<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Durch Druck von unten konnte erreicht werden, dass die ver.di F\u00fchrung sich gegen die Einf\u00fchrung des Tarifeinheitsgesetzes aussprach. Das ist ein gro\u00dfer Erfolg. Mit der Zustimmung des DGB-Vorsitzenden Hoffmann zum aktuellen Gesetzentwurf steht eine neue Runde an, um Druck von unten aufzubauen. In ver.di gilt, als Konsequenz der Ablehnung des Gesetzes auch Proteste einzufordern. Der Resolutionsentwurf zur Konferenz in Hannover ist daf\u00fcr ein guter Hebel und sollte \u00fcberall eingebracht werden.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">TTIP muss gestoppt werden<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Es ist skandal\u00f6s, dass DGB-Chef Hoffmann mit der Regierung gemeinsame Sache macht und de facto seine Zustimmung zu den TTIP-Verhandlungen gibt. Es ist klar, dass das Abkommen nicht besser wird, wenn die Gewerkschaften ihr \u201eJa, aber\u201c dazu geben. TTIP ist ein Programm zur Liberalisierung und verst\u00e4rkter Ausbeutung, Gewerkschaften werden weiter geschw\u00e4cht. Daher ist gerade der entschlossene Widerstand der Gewerkschaften n\u00f6tig. Innerhalb ver.di sollte f\u00fcr ein klares Nein zu den TTIP Verhandlungen Druck gemacht werden. In Mitgliederversammlungen sollten Besch\u00e4ftigte aufgekl\u00e4rt werden und in B\u00fcndnissen mit anderen Widerstand organisiert werden. Ver.di sollte sich f\u00fcr einen bundesweite Demonstration gegen TTIP einsetzen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Politische und personelle Alternative in ver.di aufbauen<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\">Ein bewusster Kampf von linken und k\u00e4mpferischen AktivistInnen ist n\u00f6tig, um solche Forderungen und Vorschl\u00e4ge von unten durchzusetzen. Das Netzwerk hat sich 1996 (damals noch in der \u00d6TV) gegr\u00fcndet, um eine gewerkschaftspolitische Alternative zum Kurs von Co-Management anzubieten. Es ist &#8211; neben anderen wie zum Beispiel liv (\u201eLinke Hauptamtliche in ver.di\u201c), der ver.di-Linken NRW &#8211; nur einer von mehreren Ans\u00e4tzen. Wir halten es aber f\u00fcr notwendig, sich bewusst f\u00fcr einen k\u00e4mpferischen Kurs in ver.di zusammen zu schlie\u00dfen, abzusprechen und zu ko-ordinieren. Wir w\u00fcrden es begr\u00fc\u00dfen, wenn sich AktivistInnen aus den verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen gemeinsam absprechen, um diesen Zielen n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dokumentiert: Flugblatt des Netzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23198,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29058"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29058"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29058\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}