{"id":28877,"date":"2014-09-11T10:00:21","date_gmt":"2014-09-11T08:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=28877"},"modified":"2014-09-12T18:40:43","modified_gmt":"2014-09-12T16:40:43","slug":"ebola-in-in-nigeria-das-versagen-des-kapitalismus-verschlimmert-die-epidemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/09\/ebola-in-in-nigeria-das-versagen-des-kapitalismus-verschlimmert-die-epidemie\/","title":{"rendered":"Ebola in in Nigeria: Kapitalismus verschlimmert die Epidemie"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_28878\" aria-describedby=\"caption-attachment-28878\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-28878\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-280x173.jpg\" alt=\"Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/ilfattoquotidiano\/ CC BY-NC-SA 2.0\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/14694468479_24a21437a9_o-e1410273808478.jpg 916w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-28878\" class=\"wp-caption-text\">Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/ilfattoquotidiano\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Wir ver\u00f6ffentlichen hier die \u00dcbersetzungen zweier Erkl\u00e4rungen der Socialist Party Nigeria, unserer nigerianischen Schwesterorganisation und Mitglied des CWI in Nigeria zur Ebola Epidemie, die am 15. August und 1. September ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Arbeitende Massen der westafrikanischen L\u00e4nder m\u00fcssen f\u00fcr eine sozialistische medizinische L\u00f6sung k\u00e4mpfen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Erkl\u00e4rung der \u201eSocialist Party Nigeria\u201c (SPN)<\/em><\/p>\n<p>Zusammen mit den arbeitenden Menschen Westafrikas f\u00fchlen wir, die \u201eSocialist Party\u201c, mit den Familien der Opfer der Ebola-Epidemie, die derzeit die L\u00e4nder dieser Region in Atem h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wir weisen die falsche Behauptung der B\u00fcrgerlichen zur\u00fcck, wonach Ebola unheilbar sei. Im Gegensatz dazu meinen wir, dass das Fehlen eines Medikaments gegen Ebola zum jetzigen Zeitpunkt das Ergebnis einer Philosophie ist, die den Profit an erste Stelle setzt. Diese Philosophie wird von den kapitalistischen Pharmakonzernen vertreten, f\u00fcr die die Opferzahlen in Westafrika zu gering sind, als dass es sich f\u00fcr sie lohnen w\u00fcrde, in die Forschung zu investieren. Die Produktion entsprechender Medikamente w\u00fcrde ihnen keinen Super-Profit bescheren. So wird in den Medien beispielsweise berichtet, dass Amerikaner, die in Liberia mit dem Ebola-Virus infiziert wurden, umgehend medizinische Versorgung erhalten und dass in der Erprobungsphase befindliche Medikament \u201eZmapp\u201c verabreicht bekommen. Das zeigt, dass Gesundheitsrisiken wie Ebola in den Griff zu bekommen sind, wenn nur die Menschen bestimmen w\u00fcrden, was erforscht und was produziert wird.<\/p>\n<p>Wir betrachten die Ausbreitung des Virus auf Nigeria als gro\u00dfe Bedrohung f\u00fcr Millionen arbeitender Menschen im Land. Der Grund daf\u00fcr ist das Fehlen einer angemessenen Infrastruktur f\u00fcr medizinische Grundversorgung, was auf das Versagen der verschiedenen, aufeinander folgenden kapitalistischen Regime zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die von der zerst\u00f6rerischen herrschenden Elite gestellt werden. Medienberichten zufolge ist eine Krankenschwester aus Nigeria gestorben, die einen Ebola-Patienten aus Liberia behandelt hat. Demnach sind auch der behandelnde nigerianische Arzt sowie neun weitere \u201ePrim\u00e4r-Kontakte\u201c an Ebola erkrankt. Es ist erschreckend, dass das Opfer dieser Krankheit, von Liberia nach Nigeria kommen konnte, obwohl es die massive Propaganda durch die nigerianische Bundesregierung gibt. Darin ist die Rede davon, dass entsprechende Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung des Virus auch auf Nigeria zu verhindern.<\/p>\n<p>Wir verurteilen den schieren Verfall und die Regierung, die ganz offenkundig nicht angemessen mit der Situation umgeht, wenn sie die Epidemie zu bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen meint, indem lediglich eine Krankenschwester in ihrem Haus unter Quarant\u00e4ne gestellt wird, bei der es sich um nur eine von mehreren sogenannter Prim\u00e4r-Kontakte gehandelt hat. Diese Frau, der es m\u00f6glich war, von Lagos nach Enugu zu fahren, hat dabei m\u00f6glicherweise das Virus \u00fcber die Grenzen von Lagos gebracht.<\/p>\n<p>Wir fordern eine den Umst\u00e4nden gerecht werdende gesundheitliche \u00dcberwachung an allen Zugangsbereichen der Landesgrenze, Flug- und Seeh\u00e4fen, um sicherzustellen, dass das Virus sich nicht weiter ausbreiten kann. Wir rufen dazu auf, in den Gemeinden massenhaft zu mobilisieren, um es der Masse der arbeitenden Menschen zu erm\u00f6glichen, auf demokratische Art und Weise Gemeinde-Aussch\u00fcsse einzuberufen, die die Pr\u00e4vention, den sicheren Umgang und entsprechende Notma\u00dfnahmen regeln und organisieren, wenn es darum geht, die Ausbreitung dieser todbringenden Krankheit zu verhindern.<\/p>\n<p>Wir beschuldigen die herrschenden Eliten im Land mit ihrer auf die Profitgier zur\u00fcckzuf\u00fchrenden kapitalistische Krise, f\u00fcr die Ausbreitung dieser Krankheit auf Nigeria und in ganz Westafrika verantwortlich zu sein. Wir rufen die arbeitenden Massen ganz Westafrikas, des gesamten afrikanischen Kontinents und weltweit auf, den Kampf f\u00fcr eine demokratische sozialistische L\u00f6sung zu beginnen, damit die riesigen gesellschaftlichen Ressourcen genutzt werden, um in die Forschung zu investieren und in die Produktion von Medikamenten, mit denen die Millionen von arbeitenden Menschen gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Wir brauchen Ambulanzstationen f\u00fcr die Massen statt massenhafter Profite f\u00fcr die kapitalistischen multinationalen Pharmakonzerne.<\/p>\n<p>Wir rufen die ArbeiterInnen, Studierenden, die jungen Menschen und die unterdr\u00fcckten Massen auf, sich der SPN anzuschlie\u00dfen und sie als politische Plattform der Massen aufzubauen \u2013 f\u00fcr die Millionen arbeitender Menschen, die die politische Macht erlangen und eine Regierung f\u00fchren k\u00f6nnen, welche nach den Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft ausgerichtet ist und nicht nach der Gier und Profitlogik einer kleinen Minderheit.<\/p>\n<h2>Ebola-Ausbruch im nigerianischen Port Harcourt<\/h2>\n<p><strong>So sieht eine medizinische Krise aus, die auf das Versagen der kapitalistischen Eliten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4rung der \u201eSocialist Party of Nigeria\u201c (SPN), die vom \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c, (DSM; Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Nigeria) mitgegr\u00fcndet wurde.<\/strong><\/p>\n<p>Wir vom Landesverband der \u201eSocialist Party of Nigeria\u201c (SPN) im Bundesstaat Rivers State betrachten die Ausbreitung des gef\u00fcrchteten Ebola-Virus auf Port Harcourt, die Hauptstadt des Bundesstaates Rivers State, als eindeutigen Beleg daf\u00fcr, dass die Regierung unter Pr\u00e4sident Jonathan im Kampf gegen die Epidemie versagt hat, obwohl die Propaganda der Regierung eine andere Sprache spricht.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Journalisten ist ein Arzt, der als Iyke Enemuo identifiziert wurde, das erste Opfer von Ebola in Port Harcourt geworden und am Freitag, dem 22. August 2014, im Good Heart Hospital der Stadt verstorben. Er hat sich bei einem Diplomaten der \u201eWestafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft\u201c (ECOWAS) mit dem Virus angesteckt, als er diesen insgeheim in einem Hotel behandelte. Der ECOWAS-Diplomat hatte sich seinerseits infiziert, nachdem er mit dem aus Liberia stammenden Amerikaner, Patrick Sawyer, Kontakt hatte, der der erste bekannte Fall von Ebola in Nigeria ist. Die Krankheit des Diplomaten blieb unentdeckt, weil er nicht kontrolliert wurde und nach Port Harcourt reiste. Er erholte sich von der Krankheit und kehrte nach Lagos zur\u00fcck. Der Arzt hingegen starb. Die Ehefrau von Doktor Enemuo ist ebenfalls \u00c4rztin. Auch bei ihr wurde das Virus festgestellt. Ihr drei Monate altes Baby sowie ein weiterer Arzt und ein Apotheker, die beide mit Enemou zusammengearbeitet haben, wurden demnach unter Quarant\u00e4ne gestellt. Es wird gesch\u00e4tzt, dass rund 200 Personen Kontakt zu ihm hatten, von denen laut Berichten 60 Personen von den Sicherheitsdiensten ausfindig gemacht worden sind.<\/p>\n<p>Die ganze Situation straft die Behauptungen vom Gesundheitsminister Professor Onyebuchi Chukwu L\u00fcgen, wonach die Ausbreitung des Ebola-Virus unter Kontrolle sei. Viele Menschenleben sind in Gefahr, weil die Regierung versagt hat, angemessene Ma\u00dfnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit zu ergreifen.<\/p>\n<p>Wir betrachten es als schiere Heuchelei und Zeichen f\u00fcr die Unaufrichtigkeit der Regierung im Kampf gegen das Ebola-Virus, wenn sie die Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach hinten verschiebt, Gro\u00dfveranstaltungen verbietet, gleichzeitig aber Massenkundgebungen im ganzen Land duldet, bei denen es um Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Vorhaben von Pr\u00e4sident Jonathan geht, der ein zweites Mal f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt kandidieren will.<\/p>\n<p>Wir stellen au\u00dferdem fest, dass AnwohnerInnen der kommunalen Verwaltung von Emohua in der Stadt Port Harcourt dagegen protestiert haben, dass in ihrer Gegend eine Isolierstation er\u00f6ffnet wird. Das ist eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die tiefsitzende Wut angesichts des Versagens der Regierung dieses Bundesstaates. Sie haben die Regierung dieses Bundesstaats daf\u00fcr beschuldigt, dass sie das Erste Hilfe-Zentrum der Gemeinde aufgegeben haben. Die Regierung des Bundesstaates Rivers State unter Amaechi passt sich der Bundesregierung unter Jonathan an und bringt mehr Energie f\u00fcr politische Propaganda, ohne sich wirklich um die Gesundheitsversorgung im Land zu k\u00fcmmern. Das ist das Ergebnis der neoliberalen kapitalistischen Agenda.<\/p>\n<p>Wir fordern die angemessene Unterst\u00fctzung durch die Regierung, um in den Gemeinden f\u00fcr Schutz- und Vorsorgema\u00dfnahmen, Aufkl\u00e4rungskampagnen und Not-Aussch\u00fcsse zu sorgen, um mit Hochdruck gegen die Ausbreitung der todbringenden Krankheit vorzugehen.<\/p>\n<p>Wir stellen fest, dass das Versagen der Regierung auf allen Ebenen, die Ausbreitung des Ebola-Virus auszubreiten, erneut bewiesen hat, wie dringend n\u00f6tig eine echte politische Alternative f\u00fcr die arbeitenden Menschen ist. Mit der Gr\u00fcndung der SPN ist ein Schritt in dieser Richtung unternommen worden. Wir bem\u00fchen uns um eine echte Arbeiter-Regierung, mit der die enormen Reicht\u00fcmer eingesetzt werden, um Forschung und Produktion so einzusetzen, dass damit Krankheiten wie Ebola bek\u00e4mpft werden. Auf dieselbe Art und Weise muss das derzeit herrschende System namens Kapitalismus bek\u00e4mpft werden, in dem der Profit \u00fcber allem anderen steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitende Massen der westafrikanischen L\u00e4nder m\u00fcssen f\u00fcr eine sozialistische medizinische L\u00f6sung k\u00e4mpfen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":28878,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36,111],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28877"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28877"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28877\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}