{"id":28400,"date":"2014-07-25T09:00:37","date_gmt":"2014-07-25T07:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.mobi\/?p=28400"},"modified":"2014-09-17T14:26:23","modified_gmt":"2014-09-17T12:26:23","slug":"teamster-rebellion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/07\/teamster-rebellion\/","title":{"rendered":"Teamster Rebellion"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/pf051616.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-28401 size-medium\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/pf051616-247x173.jpg\" alt=\"Teamster REbellion\" width=\"247\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/pf051616-247x173.jpg 247w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/pf051616.jpg 460w\" sizes=\"(max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>80. Jahrestag des historischen Streiks in den USA<\/strong><\/p>\n<p>Vor achtzig Jahren wurde eine kleine Stadt im Mittleren Westen in ihren Grundfesten ersch\u00fcttert. Der Streik der LKW-FahrerInnen in Minneapolis 1934 war einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitsk\u00e4mpfe in der Geschichte der USA. Zwei Monate lang geh\u00f6rten die Stra\u00dfen der Arbeiterklasse.<\/p>\n<p><em>von Canyon Lalama, Minneapolis<\/em><\/p>\n<p>Mit der Entstehung einer mutigen sozialistischen F\u00fchrung konnten die ArbeiterInnen von Teamster Local 574 [dem Ortsverband der Gewerkschaft \u201eInternaional Brotherhood of Teamsters\u201c in Minneapolis, Ad\u00dc] massive Verbesserungen erk\u00e4mpfen. Der Durchschnittslohn f\u00fcr gewerkschaftlich organisierte LKW-FahrerInnen stieg von 28 Cent pro Stunde auf 52 Cent pro Stunde.<\/p>\n<p>Nach Jahren von harten Niederlagen f\u00fcr die Gewerkschaftsbewegung ver\u00e4nderten 1934 drei gro\u00dfe Streiks alles \u2013 in Minneapolis, San Francisco und Toledo. Unter der F\u00fchrung von SozialistInnen, die die Notwendigkeit k\u00e4mpferischer Massenaktionen gegen die Bosse und die Anti-Gewerkschafts-Gesetze verstanden, l\u00f6sten diese Streiks die gigantische Erhebung der US-amerikanischen Arbeiterklasse in den folgenden zehn Jahren aus, mit der viele Errungenschaften durchgesetzt wurden, von denen die Arbeitenden bis heute profitieren.<\/p>\n<p>Anfang der 1930er war die Gro\u00dfe Depression in vollem Gange. Unternehmen senkten die L\u00f6hne und entlie\u00dfen ArbeiterInnen, um ihre hohen Profite zu erhalten. Die ArbeiterInnen litten unter Sweatshop-Bedingungen, niedrigen L\u00f6hnen, langen Arbeitszeiten und der st\u00e4ndigen Gefahr, gek\u00fcndigt zu werden.<\/p>\n<p>Die Bedingungen in der Kohleindustrie in Minneapolis waren f\u00fcr diese Zeit typisch. In seinem au\u00dfergew\u00e4hnlichen Buch Teamster Rebellion beschreibt Farrell Dobbs (ein F\u00fchrer des Streiks 1934) seine eigene Situation: \u201eMeine Arbeitszeit wurde auf 48 Stunden in der Woche gek\u00fcrzt. Das war eine willkommene k\u00f6rperliche Erleichterung, weil Kohlentrimmer arbeiten mussten wie Maultiere, aber gleichzeitig wurde der Lohn um zwei Dollar in der Woche gek\u00fcrzt&#8230; vorher hatte es gerade so zum Lebensunterhalt gereicht, jetzt kam echte Armut&#8230; zudem konnte ich damit rechnen, im Fr\u00fchjahr gek\u00fcndigt zu werden&#8230; und der Arbeitgeber konnte mich jederzeit ohne K\u00fcndigungsschutz nach Belieben feuern.\u201c<\/p>\n<p>Diese Bedingungen f\u00fchrten zu massiver Wut. Immer mehr ArbeiterInnen traten in den Gewerkschaftsbund American Federation of Labor ein, weil sie einen L\u00f6sung zur Verbesserung ihrer schwierigen Lebensbedingungen suchten.<\/p>\n<p>Leider hatte die AFL-F\u00fchrung die Idee des echten Widerstands aufgegeben. Stattdessen versuchte sie, sich bei den Bossen beliebt zu machen indem sie sich auf ihre Seite stellte und gewerkschaftliche Strukturen manipulierte, um ihre privilegierte Position zu erhalten. Dieses Modell der \u201eUnternehmensgewerkschaft\u201c f\u00fchrte zu massiven Niederlagen.<\/p>\n<p>ArbeiterInnen in Minneapolis hatten es auch mit der sogenannten Citizens Alliance (B\u00fcrgerallianz) zu tun, einem Unternehmerverband der von den reichsten Kapitalisten vor Ort dominiert wurde und sich auf Streikbruch spezialisiert hatte. Sie bekam die volle Unterst\u00fctzung der Polizei, der Lokalpresse und der PolitikerInnen. Die Citizens Alliance rief f\u00fcr die Stadt die \u201eOpen Shop\u201c-Policy aus [\u201eClosed Shop\u201c bedeutete, dass alle ArbeiterInnen in einem Unternehmen verpflichtet waren, einer Gewerkschaft beizutreten, bei \u201eOpen Shop\u201c durfte keine Gewerkschaftsmitgliedschaft verlangt werden, Ad\u00dc] und schrieb allen Unternehmen vor, dass \u201ekeine Art von Gewerkschaft ben\u00f6tigt wird, um mit den Besch\u00e4ftigten zu verhandeln\u201c.<\/p>\n<p>Die sozialistischen GewerkschaftsaktivistInnen glaubten im Gegensatz zu den AFL-F\u00fchrerInnen, dass die Arbeiterklasse wenn sie mobilisiert wird und sich ihres Status als Klasse bewusst ist, die st\u00e4rkste Macht in der Gesellschaft ist. Sie erkannten auch, dass selbst die grundlegendsten Verbesserungen f\u00fcr ArbeiterInnen nur durch kompromisslosen Kampf gegen die Bosse und ihrer PolitikerInnen durchgesetzt wurden.<\/p>\n<p>In Local 574 bildeten GewerkschaftsaktivistInnen der Communist League of America die F\u00fchrung. Die CLA hatte sich auf der Grundlage der Ideen von Leo Trotzki und anderen organisiert, die die verrottete Politik des Stalinismus ablehnten und f\u00fcr echten Marxismus und Arbeiterdemokratie k\u00e4mpften.<\/p>\n<p>Diese GewerkschafterInnen starteten eine k\u00fchne Organisierungskampagne mit einem klaren Forderungskatalog, der durch intensive Diskussionen mit den ArbeiterInnen ausgearbeitet worden war. Anstatt sich darauf zu beschr\u00e4nken, was nach Angabe der Arbeitgeber finanzierbar war, k\u00e4mpften die Teamsters in Minneapolis f\u00fcr einen guten Lebensstandard f\u00fcr die ArbeiterInnen. Mit diesen Forderungen wuchs Local 574 schnell von nur 75 Mitgliedern im Jahr 1933 auf \u00fcber 7000 nur ein Jahr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Die International Brotherhood of Teamsters wurde von einem zynischen, korrupten Vorsitzenden, Daniel Tobin, beherrscht, der damit prahlte, dass die Teamsters \u201enicht der M\u00fcll, der in andere Organisationen gekommen ist\u201c seien. Die Gewerkschaft wolle nicht, dass Menschen eintreten \u201ewenn sie morgen anfangen zu streiken.\u201c<\/p>\n<p>Die sozialistischen AktivistInnen \u00e4nderten das schnell. Local 574 wurde von einem b\u00fcrokratischen Haufen in eine sehr demokratische, k\u00e4mpfende Organisation verwandelt. Alle wichtigen Entscheidungen wurden auf Massenversammlungen getroffen und nicht von oben diktiert. Die Mitglieder w\u00e4hlten auch ein Streikkomitee aus 100 Basismitgliedern, um die bevorstehenden K\u00e4mpfe vorzubereiten.<\/p>\n<h4>Die Schlacht beginnt<\/h4>\n<p>Im Januar 1934 wurden die ersten Sch\u00fcsse des Klassenkrieges abgefeuert. Local 574 sprach sich in einer Urabstimmung f\u00fcr Streik f\u00fcr einen zum Leben reichenden Lohn und Arbeitszeitverk\u00fcrzung aus. Es gab sofort k\u00e4mpferische Massen-Streikposten, und alle Kohletransporte in der Stadt wurden gestoppt.<\/p>\n<p>Das Timing war perfekt. Minnesota ist f\u00fcr seine kalten Winter bekannt und die \u00f6ffentliche Meinung forderte bald eine schnelle Einigung. Die Bosse waren zu Zugest\u00e4ndnissen gezwungen. Sie stimmten einigen Forderungen nach Lohnerh\u00f6hungen zu und erkannten die Gewerkschaft offiziell an.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaftsmitglieder in der Region gewannen Selbstbewusstsein. Nicht organisierte ArbeiterInnen blickten hoffnungsvoll auf die Gewerkschaftsbewegung. Zum ersten Mal seit Jahren war in Minneapolis ein Streik gewonnen worden. Aber um einen guten Lebensstandard durchzusetzen, musste Local 574 die ganze Transportbranche in der Region organisieren, sonst w\u00fcrden andere ArbeiterInnen mit der Bereitschaft, zu niedrigeren L\u00f6hnen zu arbeiten ihre Kampfkraft untergraben. Eine Organisierungskampagne f\u00fcr die ganze Branche und ein Streik wurden geplant.<\/p>\n<p>Die Citizens Alliance bereitete sich darauf vor, mit Klauen und Z\u00e4hnen gegen die Gewerkschaft zu k\u00e4mpfen. Sie verst\u00e4rkten ihre Verbindungen zum B\u00fcrgermeister und zur Polizei und organisierten eine massive Propagandakampagne gegen die wachsende \u201ekommunistische Verschw\u00f6rung\u201c in der Lokalpresse.<\/p>\n<p>Die \u201ealte Garde\u201c der Gewerkschaftsf\u00fchrer f\u00fcrchtete, dass ein Streik durch Arbeitslose untergraben werden w\u00fcrde. In Minneapolis gab es zu der Zeit etwa 30000 Arbeitslose, fast ein Drittel der Bev\u00f6lkerung, die versuchten vom mageren Arbeitslosengeld der Regierung zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Aber die SozialistInnen in der Gewerkschaft sahen die Arbeitslosen als Verb\u00fcndete, nicht als Feinde. Local 574 gr\u00fcndete eine Erwerbslosenabteilung in der Gewerkschaft und k\u00e4mpfte f\u00fcr \u00f6ffentliche Leistungen f\u00fcr bed\u00fcrftige Mitglieder. Das trug dazu bei, das Klassenbewusstsein unter den arbeitslosen ArbeiterInnen zu heben und sie zu Streikposten statt Streikbrechern zu machen.<\/p>\n<p>Frauen mussten in dieser Zeit \u00fcblicherweise unbezahlte Hausarbeiten verrichten und waren wirtschaftlich von den M\u00e4nnern abh\u00e4ngig, so dass sich der Streik stark auf die Frauen aus der Arbeiterklasse auswirkte. Die sozialistischen Gewerkschaftsf\u00fchrer nutzten die F\u00e4higkeiten der Frauen, indem sie eine gewerkschaftliche Frauengruppe gr\u00fcndeten, die ihren Kampf stark unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Die Frauen halfen bei der Besetzung des Streikb\u00fcros, stellten die Nahrungsversorgung der Arbeiter und ihrer Familien sicher und leisteten in den kommenden K\u00e4mpfen mit der Polizei notwendige Erste Hilfe. Frauen verst\u00e4rkten auch die Streikposten und nahmen an den sp\u00e4teren Stra\u00dfenk\u00e4mpfen teil. Sekret\u00e4rinnen der Bosse und Politiker dienten als Spioninnen f\u00fcr die Gewerkschaft und kopierten heimlich Briefe und Dokumente, die Local 574 h\u00e4ufig erm\u00f6glichten, den Arbeitgebern einen Schritt voraus zu bleiben.<\/p>\n<p>Die gewerkschaftliche Frauengruppe hatte auch einen starken Einfluss auf das Bewusstsein der M\u00e4nner, von denen viele Gewerkschaftsaktivit\u00e4ten als \u201eM\u00e4nnerabende\u201c betrachtet hatten. Diese sexistischen Einstellungen schwanden schnell, als sie die dringend notwendige Unterst\u00fctzung sahen, die ihre Frauen und Freundinnen f\u00fcr die Bewegung leisteten.<\/p>\n<h4>Streik<\/h4>\n<p>Bis zum 16. Mai 1934 weigerten sich die Bosse weiterhin, die meisten Forderungen der ArbeiterInnen zu erf\u00fcllen und ein weiterer Streik begann. Tausende ArbeiterInnen gingen auf die Stra\u00dfe und im Streikb\u00fcro herrschte reger Betrieb. Dank der sorgf\u00e4ltigen Planung und Vorbereitung wurde die gesamte Transportbranche stillgelegt. Nichts bewegte sich ohne Erlaubnis der Gewerkschaft.<\/p>\n<p>Die Basis entwickelte die geniale Idee der fliegenden Streikposten, um einen totalen Stopp der Transportbranche zu erzwingen. Streikende wurden an Telefonzellen in der ganzen Stadt stationiert. Wenn ein LKW ohne ein Schild von der Gewerkschaft gesehen wurde, fuhr ein LKW mit Streikposten hin und blockierte die Streikbrecher und ihre Ladung.<\/p>\n<p>Local 574 produzierte eine t\u00e4gliche Streikzeitung namens The Organizer. Sie war die erste t\u00e4gliche Streikzeitung im Land und trug dazu bei, der Propaganda der Konzernzeitungen entgegenzutreten und das Bewusstsein der Arbeiterklasse in der Stadt zu st\u00e4rken. Sie enth\u00fcllte die wahre Rolle der Polizei, der Demokraten und Republikaner und des Justizsystems bei der Verteidigung der Interessen der Bosse.<\/p>\n<p>Die frustrierte Citizens Alliance nutzte ihre Verbindungen zu PolitikerInnen beider Parteien, um einstweilige Verf\u00fcgungen gegen die Gewerkschaft durchzusetzen, den Streik zu beenden. Sie wurden von den Streikenden ignoriert, die verstanden dass es notwendig war, die Gesetze der Bosse zu verletzen um zu gewinnen.<\/p>\n<p>Polizisten versuchten mit Kn\u00fcppeln bewaffnet Streikposten zu durchbrechen und das Streikverbot durchzusetzen. Aber die Streikenden und ihre Unterst\u00fctzerInnen waren ihnen zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegen. Mehr als einmal konnten mit St\u00f6cken bewaffnete ArbeiterInnen die Polizei auf der Stra\u00dfe besiegen.<\/p>\n<p>Am 20. Juli, bekannt als \u201eBlutiger Freitag\u201c, lockte die Citizens Alliance fliegende Streikposten mittels eines Streikbrecher-LKW in einen Hinterhalt, wo \u00fcber 100 Polizisten mit voller Kampfausr\u00fcstung und Pistolen warteten. Ohne Vorwarnung er\u00f6ffneten die Bullen das Feuer. Siebenundsechzig Streikende wurden verletzt und ein Gewerkschaftsmitglied, Henry Ness, wurde get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Es wurde offensichtlich, dass in den Stra\u00dfen ein offener Klassenkrieg ausgefochten wurde. Statt die ArbeiterInnen zu ver\u00e4ngstigen und zum Aufgeben zu bringen, steigerte der blutige Freitag ihre Wut und mobilisierte nicht nur Mitglieder von Local 574, sondern auch die ganze Arbeiterklasse von Minneapolis. Andere Gewerkschaften halfen mit Geld- und Sachspenden und traten in Solidarit\u00e4tsstreiks. An der Beerdigung von Henry Ness nahmen 20000 Menschen teil und die feierliche Prozession durch die Stra\u00dfen wurde zu einem Massenprotest.<\/p>\n<p>Als er verstand, dass die Polizei mit den Streikenden nicht fertig wurde rief der Gouverneur f\u00fcr die Bosse die Nationalgarde zur Hilfe. Der demokratische Pr\u00e4sident Roosevelt, angeblich ein Freund der ArbeiterInnen, schickte etwa 4000 Soldaten nach Minneapolis.<\/p>\n<p>Die Nationalgarde richtete auf dem staatlichen Messegel\u00e4nde ein Gefangenenlager ein und patroullierte mit Maschinengewehren bewaffnet auf den Stra\u00dfen. Sie verhafteten die sozialistischen F\u00fchrer, um der Gewerkschaft den Kopf abzuschneiden, aber dank der Beteiligung und Ausbildung der Basis dazu, sich auf ihre eigene unabh\u00e4ngige Kraft zu verlassen scheiterte diese Taktik total. Eine neue Streikleitung wurde schnell gew\u00e4hlt und der Streik ging mit unverminderter Kraft weiter.<\/p>\n<p>Nach sieben Wochen gaben die Arbeitgeber endlich auf. Die Forderungen der ArbeiterInnen wurden akzeptiert, und Minneapolis wurde zu einer von starken Gewerkschaften gepr\u00e4gten Stadt. Die ArbeiterInnen setzten nicht nur ihre Forderungen nach h\u00f6heren L\u00f6hnen und Anerkennung der Gewerkschaft durch, sondern etablierten auch neue Traditionen der Solidarit\u00e4t und des Widerstands, die f\u00fcr andere ArbeiterInnen in Minneapolis und \u00fcberall im Land einen Weg nach vorn aufzeigten.<\/p>\n<h4>Lehren f\u00fcr heute<\/h4>\n<p>Heute sind wir in der Gewerkschaftsbewegung mit Desillusionierung konfrontiert. Weniger als 13% der ArbeiterInnen in den USA sind organisiert, verglichen mit 35% 1955. In dieser Periode des wirtschaftlichen Niedergangs und der Stagnation stehen ArbeiterInnen in allen Bereichen K\u00fcrzungen der L\u00f6hne und Sozialleistungen gegen\u00fcber, st\u00e4ndig drohen K\u00fcndigungen und Outsourcing. \u00dcber 47 Millionen ArbeiterInnen verdienen weniger als 10$ in der Stunde, sie werden von skrupellosen Konzernen wie Wal-Mart in die Armut gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>ArbeiterInnen werden aufgefordert, ihre Forderungen darauf zu beschr\u00e4nken, was sich die Konzerne nach eigenen Angaben auf dem \u201eumk\u00e4mpften Weltmarkt\u201c leisten k\u00f6nnen, und die meisten Gewerkschaftsf\u00fchrerInnen schlie\u00dfen sich dieser Logik an. Aber die Erfahrung von 1934 zeigt, dass eine k\u00e4mpferische, klassenbewusste F\u00fchrung, die f\u00fcr weitgehende Forderungen k\u00e4mpft um das Leben von arbeitenden Menschen zu ver\u00e4ndern, die kollektive Kraft der ArbeiterInnen mobilisieren kann um jedes Hindernis zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Wenn die heutigen Gewerkschaften, die potentiell viel st\u00e4rker w\u00e4ren als die Arbeiterbewegung von 1934, einen Kampf beginnen w\u00fcrden um die Unorganisierten zu organisieren, f\u00fcr ausreichende L\u00f6hne f\u00fcr Alle und eine \u00f6ffentliche Krankenversicherung zu k\u00e4mpfen, k\u00f6nnten diese \u201eunm\u00f6glichen\u201c Forderungen durchgesetzt werden. Wie 1934 k\u00f6nnen sogar einige wenige \u00f6rtliche Erfolge den Weg nach vorn zeigen. Farrell Dobbs schrieb: \u201eDer Zunder der Unzufriedenheit beginnt sich anzuh\u00e4ufen. Jeder Funke kann ihn entz\u00fcnden, und wenn es einmal brennt kann das Feuer sich schnell ausbreiten.\u201c<\/p>\n<p>Aber wir m\u00fcssen auch sicherstellen, dass das Feuer wenn es wieder angez\u00fcndet wurde nicht wieder ausgeht. Der st\u00e4ndige Kampf zwischen ArbeiterInnen und Bossen kann im kapitalistischen System nicht gel\u00f6st werden. Die einzige M\u00f6glichkeit, ArbeiterInnen Jobs, Gesundheitsversorgung und Lebensstandards dauerhaft zu sichern, liegt im Kampf nicht nur gegen die Bosse, sondern auch gegen ihr System als Ganzes. Es ist notwendig, K\u00e4mpfe f\u00fcr Reformen heute mit dem breiteren Kampf gegen den Kapitalismus und f\u00fcr demokratischen Sozialismus zu verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>80. 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