{"id":28389,"date":"2014-07-10T11:13:56","date_gmt":"2014-07-10T09:13:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.mobi\/?p=28389"},"modified":"2014-09-17T15:13:57","modified_gmt":"2014-09-17T13:13:57","slug":"neuer-krieg-in-israelpalaestina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/07\/neuer-krieg-in-israelpalaestina\/","title":{"rendered":"Krieg in Israel\/Pal\u00e4stina"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_28390\" aria-describedby=\"caption-attachment-28390\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-28390 size-medium\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855-280x173.jpg\" alt=\"Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/ilfattoquotidiano\/ CC BY-NC-SA 2.0\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14594453772_9fad27055c_k-e1405085255855.jpg 1761w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-28390\" class=\"wp-caption-text\">Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/ilfattoquotidiano\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Netanjahu-Regierung heizt eine Protestwelle an<\/strong><\/p>\n<p>Ausz\u00fcge und Aktualisierungen aus einer Reihe von Artikeln von der Website der Bewegung Sozialistischer Kampf, der israelisch-pal\u00e4stinensischen Sektion des CWI.<\/p>\n<p>W\u00e4hend dieser Artikel ver\u00f6ffentlicht wird, hat die israelische Regierung eine weitere Reihe von Luftangriffen und Bombardierungen gegen die belagerte Bev\u00f6lkerung von Gaza begonnen. Genannt wird die Operation &#8222;protective edge&#8220; (Schutzrand). Die Zahl der Toten in Gaza seit dem Beginn des gegenw\u00e4rtigen Angriffs hat elf erreicht. Unter ihnen sind zwei Kinder unter f\u00fcnf Jahren. Seit Montag wurden mindestens 75 Pal\u00e4stinenserInnen ermordet. Dies ist ein weiterer Eskalationsschritt der israelischen Regierung, der die Gefahr eines weitreichenderen Konflikts n\u00e4her bringt.<\/p>\n<p>Der israelische Ministerpr\u00e4sident Netanjahu und andere Regierungsmitglieder f\u00fchlten sich gezwungen, den f\u00fcrchterliche Mord an dem Ost-Jerusalemer pal\u00e4stinensischen Teenager Mohammad Abu-Khdeir zu verurteilen, aber sie vergie\u00dfen Krokodilstr\u00e4nen. Die tragischen Entwicklungen der letzten Wochen spiegeln zuallererst ihre Politik der fortgesetzten unterdr\u00fcckerischen Besatzung der pal\u00e4stinensischen Gebiete und ihr aggressives Programm j\u00fcdischer Siedlungen wider.<\/p>\n<p>Netanjahu und andere VertreterInnen der herrschenden Parteien betrieben nach dem brutalen Mord an den drei israelischen Teenagern, deren Leichen am 30. Juni gefunden wurden, israelisch-nationalistische Aufstachelung zur Rache. Sie wollten damit vom Versagen ihrer Politik und deren katastrophalen Folgen ablenken. Diese Regierung der Gro\u00dfkonzerne k\u00e4mpft nun darum, die Ereignisse, die als Ergebnis ihrer Taten und Worte stattgefunden haben, unter Kontrolle zu halten.<\/p>\n<p>Eine Reihe von rassistischen Angriffen in Jerusalem durch rechtsextreme israelische Nationalisten gegen pal\u00e4stinensische ArbeiterInnen und Fu\u00dfg\u00e4ngerInnen \u2013 einschlie\u00dflich der Ermordung von Abu-Khdeir am 2. Juli &#8211; entfachte eine Welle von Emp\u00f6rung, Protesten und Krwallen in pal\u00e4stinensischen Gemeinden in verschiedenen Teilen von Israel &#8211; die ausgedehnteste Protestbewegung unter ArabInnen in Israel seit Jahren. Es gab auch gemeinsame Proteste und Kundgebungen von J\u00fcdInnen und AraberInnen in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa gegen rechtsradikale Angriffe und die aufhetzende Haltung der Regierung.<\/p>\n<p>Angesichts der Verbreitung der pal\u00e4stinensischen Proteste haben die israelischen Medien eilig die besorgniserregendsten F\u00e4lle von Zerst\u00f6rungen von Eigentum und Angriffen auf j\u00fcdische Menschen berichtet, w\u00e4hrend sie den Hintergrund von Aufstachelung, Diskriminierung, rassistischen Angriffen und Wut auf die Besatzung heruntergespielt haben, der zu den Ausschreitungen auf den Stra\u00dfen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Von der fortgesetzten Besetzung und den Blockaden in den pal\u00e4stinensischen Gebieten \u00fcber die von der arabischen Community in Israel in allen Lebensbereichen erlittene schwerwiegende Diskriminierung bis hin zur Aufstachelung zu unabl\u00e4ssigen rassistischen Angriffen hat die Regierungspolitik Pulverf\u00e4sser der Wut geschaffen, die in den gegenw\u00e4rtigen Ereignissen teilweise explodiert sind. Pal\u00e4stinensische Jugendliche, auf deren Zukunft die rechte israelische Regierung brutal herumtrampelt, sind auf die Stra\u00dfe gegangen, um Gef\u00fchle von Entfremdung, Frustration und Wut zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<h4>Regierungsoffensiven<\/h4>\n<p>Nachdem die Netanjahu-Regierung von der Entf\u00fchrung der drei Jugendlichen erfuhr, beutete sie die tragischen Ereignisse aus, indem sie ihr politisches Programm vorantrieb, eine Atmosph\u00e4re von nationalistischer Propaganda n\u00e4hrte und Anstrengungen unternahm, die Koalitionsregierung aus Fatah und Hamas im Pal\u00e4stinensergebiet zu zerlegen.<\/p>\n<p>Der israelische Geheimdienst meinte, dass zwei Mordverd\u00e4chtige \u2013 die bisher nicht gefasst wurden \u2013 niederrangige Hamasaktivisten aus Hebron seien. Hamas bestritt jede Verantwortung und es ist m\u00f6glich, dass ein paar ihrer Anh\u00e4ngerInnen ohne das Wissen oder die Billigung ihrer F\u00fchrer handelten oder dass Nichtmitglieder von Hamas die Morde ausf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Die Regierung betrieb auch eine Milit\u00e4rkampagne von Kollektivbestrafungen in den besetzten Gebieten. Sieben, meist junge, Pal\u00e4stinenserInnen wurden von der israelischen Armee bei Razzien \u00fcberall in der Westbank get\u00f6tet und mindestens neun (einschlie\u00dflich einem Kind) wurden bei Bombenangriffen der Luftwaffe gegen den Gazastreifen get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Drohungen, die H\u00e4user von Familien der Mordverd\u00e4chtigen zu t\u00f6ten, sind ebenso wie die Entscheidung zur Zerst\u00f6rung der Wohnung der Familie des M\u00f6rders einen Polizeioffiziers, der in der N\u00e4he von Hebron erschossen wurde, brutale Kollektivbestrafungen gegen Verwandte, die wegen keinerlei Vergehen verurteilt wurden. Bei einem dieser Angriffe auf Familien wurde ein einen Monat altes Baby verwundet.<\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rungen \u201eschrecken\u201d niemals von Terroranschl\u00e4gen \u201eab\u201d; tats\u00e4chlich zeigt die Erfahrung, dass sie wahrscheinlich die Motivation in den verzweifeltsten Teilen der pal\u00e4stinensischen Gesellschaft verst\u00e4rkt haben, Vergeltungsakte durchzuf\u00fchren. Eine derartige Politik wird haupts\u00e4chlich angewandt, um die Aufmerksamkeit vom Scheitern der Sicherheitsstrategie der Netanjahu-Regierung bei der Verhinderung von Angriffen abzulenken. \u00c4hnliche Ma\u00dfnahmen wurden nie gegen die Familien verurteilter j\u00fcdischer M\u00f6rder angewandt, z.B. die von Baruch Goldstein, dem rechtsextremen Terroristen, der das Massaker in der Patriarchenh\u00f6hle in Khalil\/Hebron 1993 ver\u00fcbte, der 29 Pal\u00e4stinenserInnen t\u00f6tete und mehr als 120 verwundete.<\/p>\n<p>Die israelischen Regierungsversuche, pal\u00e4stinensische Attent\u00e4terInnen, Entf\u00fchrerInnen und vor dem Abfeuern von Raketen \u201eabzuschrecken\u201c, haben sich als bankrott erwiesen. Tausende haben durch die israelischen Streitkr\u00e4fte ihr Leben verloren, aber kein bedeutsames Problem wurde gel\u00f6st. Der ganze \u201eKrieg gegen den Terror\u201c der Regierung der Gro\u00dfkonzerne und Siedlungen hat bis heute nur mehr Blut vergossen und eine immer kompliziertere Lage herbeigef\u00fchrt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ersten pal\u00e4stinensischen Intifada, 1987-93, versuchte die israelische Regierung die rechte islamistische Partei Hamas zu st\u00e4rken, um den s\u00e4kularen pal\u00e4stinensischen Organisationen entgegenzuwirken, die ein Ende der Besatzung verlangten. Jetzt steht die Regierung im Krieg mit der Hamas und verursacht unvorstellbares Leiden und Trauerf\u00e4lle f\u00fcr die Pal\u00e4stinenserInnen besonders in Gaza und bereitet den Boden f\u00fcr das Wachstum neuer reaktion\u00e4rer Organisationen, einschlie\u00dflich Gruppen vom Typ al-Kai\u2019da.<\/p>\n<h4>Gefahr der Eskalation<\/h4>\n<p>Vor dem Hintergrund des Ramadan, regionaler Instabilit\u00e4t und internationalem Druck auf Israel scheint es, dass eine Mehrheit von Armeef\u00fchrern und der Regierung es in dieser Phase vorziehen w\u00fcrden, eine gr\u00f6\u00dfere milit\u00e4rische Eskalation zu vermeiden. Dennoch, trotz dieser Zur\u00fcckhaltung, haben sie entschieden, ein paar weitere milit\u00e4rische Angriffe auf Gaza durchzuf\u00fchren, die als Vergeltung f\u00fcr verst\u00e4rkten Raketenbeschuss aus dem Streifen gesehen werden sollen. Truppen wurden \u00fcber die \u201eVorbereitung auf die Eskalation\u201c informiert, werden entlang der Grenze zu Gaza mobilisiert und manche ReservistInnen wurden einberufen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann die Regierung Mittel und Wege finden, manche der Forderungen von Minister Naftali Bennett und des Jescha-Rats (f\u00fcr Siedlungen) zu erf\u00fcllen, indem sie eine weitere Welle des Siedlungsbaus vorantreiben. Netanjahu sprach von der Errichtung von neuen Siedlungen im Namen der ermordeten Jungen und schlachtet so ihren Tod zur F\u00f6rderung des politischen Programms der rechten Siedler aus.<\/p>\n<p>Es gibt eine gro\u00dfe Gefahr, dass die Gewalt in den letzten Tagen und Wochen weiter eskaliert, sei es als Ergebnis von Milit\u00e4rangriffen, Polizeiunterdr\u00fcckung der Proteste, Aufstachelung oder weiterer Terroranschl\u00e4gen von Individuen oder Gruppen.<\/p>\n<p>Die rechten Ministers Avigdor Lieberman und Naftali Bennett greifen besonders zu nationalistischer Demagogie und Aufstachelung. Das ist ein rassistischer Versuch, Unterst\u00fctzung zu mobilisieren durch die Ausbeutung von Gef\u00fchlen des Schocks und der Unsicherheit in der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung. Beide treten f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Milit\u00e4roffensive gegen den Gazastreifen ein, mit anderen Worten: mehr Blutvergie\u00dfen, das nichts l\u00f6sen, aber zu mehr Toten und mehr Trauma f\u00fchren wird. Die Menschen in Gaza w\u00fcrden bei weitem am meisten leiden, aber die israelische \u00d6ffentlichkeit w\u00fcrde dem Blutvergie\u00dfen nicht entgehen, was die Raketenangriffe bezeugen.<\/p>\n<p>Lieberman, der Au\u00dfenminister ist, hat das Ende der Allianz seiner Partei mit Netanjahus Likud-Partei wegen der Meinungsverschiedenheit bez\u00fcglich der Gaza-Politik erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Lieberman nutzte auch die gegenw\u00e4rtige Spannung, um zur Bef\u00fcrwortung der Idee eines zwangsweisen Anschlusses von arabischen Gemeinden in Israel an einen k\u00fcnftigen pal\u00e4stinensischen Staat zur\u00fcckzukehren. Er will die Rechte der pal\u00e4stinensischen B\u00fcrgerInnen von Israel nicht anerkennen und will nicht, dass diese Gemeinden demokratisch entscheiden k\u00f6nnen, ob sie sich in der Zukunft einem pal\u00e4stinensischen Staat anschlie\u00dfen. Sein Ziel ist vielmehr ein Israel ohne nennenswerte pal\u00e4stinensische Minderheit.<\/p>\n<p>Aber Juval Diskin, der fr\u00fchere Chef von Schin Bet (israelischer Geheimdienst) dr\u00fcckt eine sehr oppositionelle Sicht und Sorge innerhalb der israelischen Elite aus. In einem Facebook-Post letzten Freitag gab er der Regierung die Schuld an \u201eder schnellen Verschlechterung der Sicherheitslage\u201c und griff \u201edie Illusion [an], dass alles mit ein bisschen mehr Gewalt gel\u00f6st werden k\u00f6nne; die Illusion, dass die Pal\u00e4stinenser einfach alles akzeptieren, was wir auf der West Bank machen, ohne zu reagieren, trotz ihrer Wut , Frustration und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage; die Illusion, dass die internationale Gemeinschaft uns keine Sanktionen auferlegen werde; dass Israels frustrierte arabische B\u00fcrger nicht schlie\u00dflich auf die Stra\u00dfe gehen, weil man sich ihrer Probleme nicht annimmt; und dass die israelische \u00d6ffentlichkeit weiterhin unterw\u00fcrfig die inkompetente Reaktion der Regierung auf die soziale Kluft hinnehmen wird, die durch ihre Politik nur tiefer geworden ist, wenn die Korruption weiterhin alles Gute auffrisst, und so weiter und so fort.&#8220;<\/p>\n<p>Er warnte, dass selbst, wenn Ruhe zur\u00fcckkehren w\u00fcrde, \u201edie entflammbaren D\u00e4mpfe in der Luft nicht verpuffen w\u00fcrden, und wenn wir sie nicht vertreiben, wird es eine noch ernstere Lage geben.<\/p>\n<h4>Entwicklung der Proteste<\/h4>\n<p>Trotzdem werden Akte von Vandalismus und nationalistische Angriffe auf ZivilistInnen durch eine kleine Minderheit von Protestierenden nicht helfen, eine \u00c4nderung in der Regierungspolitik und Verbesserungen f\u00fcr junge Pal\u00e4stinenserInnen herbeizuf\u00fchren. Solche Handlungen entfremden die einfache Bev\u00f6lkerung, die ihre Opfer sind, und sie werden von der Regierung als Ausrede f\u00fcr h\u00e4rtere Repression gegen DemonstrantInnen im Namen von \u201eNull Toleranz&#8220; genutzt.<\/p>\n<p>Aber das Ausma\u00df der pal\u00e4stinensischen Proteste in Israel wirft ein Licht nicht nur auf die Frustration und das Leid, sondern auch auf das Potential f\u00fcr einen weiterreichenden Kampf gegen die Regierung der Gro\u00dfkonzerne und Siedler, gegen die Angriffe auf Pal\u00e4stinenserInnen und gegen die Besatzung. Dieser Kampf erfordert den Aufbau einer demokratisch organisierten gr\u00f6\u00dferen Protestbewegung von J\u00fcdInnen und AraberInnen, mit einem Programm und Aktionen um die israelische Regierung und die extreme Rechte ernsthaft herauszufordern.<\/p>\n<p>Die Bildung von Aktionskomitees in den Gemeinden, in denen Demonstrationen stattfinden, k\u00f6nnten helfen, k\u00fchne Schritte zum Vorantreiben des Kampfes zu organisieren, einschlie\u00dflich demokratisch geleiteter Selbstverteidigung gegen staatliche Repression und um zu verhindern, dass Proteste in kontraproduktive Krawalle und nationalistische k\u00f6rperliche Angriffe abgleiten. Diese Komitees sollten Forderungskataloge entwickeln, einschlie\u00dflich der Erfordernisse f\u00fcr Frieden und die L\u00f6sung der sozialen Probleme, die eine breite Schicht von J\u00fcdInnen und AraberInnen f\u00fcr gemeinsame Demonstrationen mobilisieren k\u00f6nnten. Das k\u00f6nnte auch Arbeiterkomitees und Studierendenorganisationen einbeziehen.<\/p>\n<p>Viele israelische Menschen verabscheuen die Barbarei der extremen Rechten und haben genug von einer Regierungspolitik, die nur eine weitere Runde der Gewalt im nationalen Konflikt gebracht hat, w\u00e4hrend sich die soziale Krise in Israel vertieft. Eine Umfrage des Knesset-Kanals zeigte in den letzten Tagen wachsende Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Arbeiter- und die Meretz-Partei, was zeigt, dass trotz der gegenw\u00e4rtigen nationalistischen Reaktion Teile der israelischen \u00d6ffentlichkeit an Parteien interessiert sind, die als links gesehen werden.<\/p>\n<p>Meinungsumfragen zeigen weiterhin, dass eine Mehrheit der israelischen Bev\u00f6lkerung die Aufl\u00f6sung der Siedlungen und ein Ende der Besatzung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Bewegung Sozialistischer Kampf tritt ein f\u00fcr die Notwendigkeit der Schaffung einer neuen \u201eKampf\u201cpartei f\u00fcr ArbeiterInnen, J\u00fcdInnen und AraberInnen, die f\u00fcr die Interessen aller ArbeiterInnen eintritt und eine klare sozialistische Alternative zur tragischen Zukunft eintritt, die in den H\u00e4nden der Kapitalisten und nationalistischen Rechten unvermeidlich ist.<\/p>\n<h4>Die Bewegung Sozialistischer Kampf fordert:<\/h4>\n<p>St\u00e4rkung der Proteste gegen die extreme Rechte sowie die Regierung des Kapitals und der Siedlungen unter Netanjahu m\u00fcssen verst\u00e4rkt werden. Ja zu gemeinsamen Demonstrationen von J\u00fcdInnen und AraberInnen \u2013 Nein zu den nationalistischen \u00dcbergriffen. F\u00fcr den Aufbau von Aktionskomitees in den Wohnvierteln, wo Demonstrationen stattfinden. Auf diese Weise kann ein Beitrag zur Organisierung des Kampfes geleistet werden.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt das Recht auf Protest, Schluss mit Polizeibrutalit\u00e4t. F\u00fcr demokratische Kontrolle \u00fcber die Polizei, die sie der demokratischen Aufsicht durch Polizeikomitees der Communities unterstellt. Rassistische Polizeibeamte m\u00fcssen entlassen werden.<\/p>\n<p>Abzug der Armee aus den pal\u00e4stinensischen Gebieten! Schluss mit der Besatzung und den Siedlungsvorhaben. Schluss mit der \u201eLiquidationspolitik\u201c und s\u00e4mtlichen Angriffen auf den Gazastreifen und seiner Abriegelung. Der nationale Konflikt ist mit milit\u00e4rischen Mitteln nicht zu l\u00f6sen!<\/p>\n<p>Freilassung aller pal\u00e4stinensischen politischen Gefangenen. F\u00fcr ein faires Gerichtsverfahren f\u00fcr sowohl angeklagte Israelis als auch Pal\u00e4stinenserInnen, die im Verdacht stehen, f\u00fcr Gr\u00e4ueltaten im Rahmen des Konfliktes verantwortlich zu sein. Sie m\u00fcssen vor spezielle \u00f6ffentliche Gerichte gestellt werden, die der Aufsicht von VertreterInnen der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten und der Gemeinden beider Seiten der Konfliktlinie unterliegen m\u00fcssen. Einbezogen werden m\u00fcssen dabei die Hinterbliebenen und trauernden israelischen wie auch pal\u00e4stinensischen Familien.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen unabh\u00e4ngigen, demokratischen und sozialistischen pal\u00e4stinensischen Staat neben einem demokratischen und sozialistischen Staat Israel mit Jerusalem als Hauptstadt beider L\u00e4nder, wo alle Minderheiten die gleichen Rechte genie\u00dfen. Beide Staaten m\u00fcssen Teil des Kampfes f\u00fcr einen sozialistischen Nahen Osten und den Frieden in der Region sein.<\/p>\n<h4>Gemeinsam gegen rassistische Gewalt<\/h4>\n<p>\u2022 Am 2. Juli nahmen rund 1.000 Menschen an einer Kundgebung im Zentrum Jerusalems teil, die unter dem Motto stand: \u201eTrauer! &#8211; \u00dcbt keine Rache!\u201c. Organisiert wurde die Veranstaltung vom B\u00fcndnis \u201eTag Meir \u2013 Licht statt Terror\u201c. Nach der Kundgebung zogen noch einige TeilnehmerInnen zum Amtssitz des Ministerpr\u00e4sidenten, um auf die Aufstachelung der Lage durch Netanjahu hinzuweisen, die Gewalt durch die Rechtsextremen ermutigt hat.<\/p>\n<p>\u2022 Am folgenden Tag kamen mehr als 1.000 DemonstrantInnen auf dem Habima Platz in Tel Aviv zusammen. Auch sie waren w\u00fctend angesichts der Aufwiegelung durch die Regierung und der Besatzung.<\/p>\n<p>\u2022 Am 5. Juli demonstrierten 300 J\u00fcdInnen und AraberInnen im Zentrum von Haifa. Sie reagierten damit auf eine Demonstration zwei Tage zuvor, an der 30 rechtsextreme Demonstranten teilgenommen hatten. Auf einem Schild stand zu lesen: \u201eTod den Arabern\u201c. Unter den RednerInnen der Gegendemonstration war auch Shay Galy von der Bewegung Sozialistischer Kampf. Er erkl\u00e4rte eindringlich, dass die Regierung es w\u00e4hrend der gescheiterten, sogenannten Friedensgespr\u00e4che \u201ein weniger als neun Monaten vermocht hat, den Bau von 13.000 neuen H\u00e4usern in den Siedlungen zu genehmigen, mehr als 500 [pal\u00e4stinensische] H\u00e4user im Westjordanland und Ost-Jerusalem zu zerst\u00f6ren, dabei 61 Pal\u00e4stinenserInnen zu t\u00f6ten und 1.100 zu verletzen\u201c. Er forderte schlie\u00dflich: \u201eNein zu den Angriffen des Milit\u00e4rs auf den Gazastreifen und nein zu andauernden Unterdr\u00fcckung im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Ja zu echter und gleicher Sicherheit f\u00fcr Pal\u00e4stinenserInnen und Israelis\u201c.<\/p>\n<p>\u2022 Die Familie eines der drei ermordeten israelischen Teenager verurteilte \u00f6ffentlich den Mord an dem pal\u00e4stinensischen Jungen Abu-Khdeir und nahmen Kontakt zu seiner Familie auf, um ihr ihr Beileid auszusprechen. Parallel dazu sind Pal\u00e4stinenserInnen aus der Gegend um Hebron zum Wohnhaus eben dieser religi\u00f6s-j\u00fcdischen Familie gegangen (das sich nicht in einer der Siedlungen befindet), um ihrerseits ihr Beileid zu bekunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Netanjahu-Regierung heizt eine Protestwelle an<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":28390,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[325,623],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28389"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28389"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28389\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}