{"id":27259,"date":"2014-05-17T13:16:54","date_gmt":"2014-05-17T11:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=27259"},"modified":"2014-05-16T10:24:27","modified_gmt":"2014-05-16T08:24:27","slug":"ukraine-abgleiten-in-einen-blutigen-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/05\/ukraine-abgleiten-in-einen-blutigen-konflikt\/","title":{"rendered":"Ukraine:  Abgleiten in einen blutigen Konflikt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_27105\" aria-describedby=\"caption-attachment-27105\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/800px-Karte_Ukraine.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-27105\" alt=\"Urheber: Sven Teschke,  (CC BY-SA 3.0)\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/800px-Karte_Ukraine-247x173.png\" width=\"247\" height=\"173\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-27105\" class=\"wp-caption-text\">Urheber: Sven Teschke, (CC BY-SA 3.0)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nur gemeinsame Aktion der Arbeiterklasse kann die Katastrophe stoppen<\/strong><\/p>\n<p>Die Ereignisse in der Ukraine haben eine tragische Wendung genommen: Das Land ist in einen gewaltsamen Konflikt degeneriert. Die ukrainische Armee marschiert mit Unterst\u00fctzung westlicher M\u00e4chte ein, um die haupts\u00e4chlich pro-russischen AktivistInnen, die zentrale Geb\u00e4ude in der ganzen Ostukraine, besonders in der Donezk-Region, besetzt haben, mit Gewalt zu entwaffnen. Die Zahl der Toten steigt st\u00e4ndig. K\u00fcrzlich starben mindestens f\u00fcnf Menschen bei K\u00e4mpfen in der s\u00fcdlichen Stadt Mariupol.<\/p>\n<p><em>von Rob Jones, Moskau<\/em><\/p>\n<p>In der traditionell multinationalen Schwarzmeerstadt Odessa wurden \u00fcber vierzig Menschen get\u00f6tet, als das Gewerkschaftsgeb\u00e4ude, in dem sie Zuflucht gesucht hatten, in Brand gesetzt wurde. Jetzt hat Pr\u00e4sident Putin anscheinend einen R\u00fcckzieher gemacht und den Regionen Donezk und Charkow angeraten, die Referenden am Sonntag nicht durchzuf\u00fchren. Sein Rat wurde von \u00f6rtlichen AktivistInnen zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<h4>Wahrheit &#8211; das erste Opfer des Krieges<\/h4>\n<p>Ein hemmungsloser Propagandakrieg wegen der Ereignisse in Odessa und der Ukraine wird gef\u00fchrt, auf der einen Seite von den Medien der Kiewer Regierung und ihren Unterst\u00fctzern in der EU und den USA und auf der anderen von denen der ostukrainischen Protestierenden und der russischen Regierung. Jede Seite scheint die andere an zur Schau gestelltem Zynismus \u00fcbertreffen zu wollen.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Ukrainische Polizeiuntersuchung der Odessaer Trag\u00f6die sagte, dass \u201eAnti-Maidan-Protestierende in das Gewerkschaftsgeb\u00e4ude einbrachen und sich drinnen verbarrikadierten. Sie begannen dann, vom Dach Molotow-Cocktails zu werfen. Manche der Brands\u00e4tze trafen das Geb\u00e4ude und k\u00f6nnen das Feuer verursacht haben, das schlie\u00dflich mehr als 40 Menschen t\u00f6tete.\u201c Die englischsprachige Zeitung Kyiv Post am 3. Mai berichtete das, indem es \u201eAnti-Maidan-Protestierende\u201c in \u201epro-russische Separatisten\u201c \u00e4nderte, erg\u00e4nzte, dass sie \u201emit Schusswaffen auf \u201afriedliche B\u00fcrger\u2019 schossen\u201c und strich den Vorbehalt \u201ek\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p>Das russische Fernsehen wiederum ist voller markersch\u00fctternder Berichte \u00fcber die Schlacht gegen Faschisten und \u201aBanderisten\u2019 (ukrainische Nazikollaborateure im Zweiten Weltkrieg) in der Ukraine. Es beschrieb die Odessaer Trag\u00f6die als ein \u201eneues Khatyn\u201d, als BewohnerInnen eines wei\u00dfrussischen Dorfes von einem Nazibataillon massakriert wurden, das haupts\u00e4chlich aus ukrainischen Nationalisten bestand.<\/p>\n<h4>Trag\u00f6die in Odessa<\/h4>\n<p>\u00d6rtliche Augenzeugen geben ein besseres Bild dessen, was passierte. Laut dem Odessaer Journalisten Sergiy Dibrov begann der Konflikt nach einem Marsch von Fu\u00dfballfans, die in der Stadt waren, um ein Spiel zwischen Odessas \u201eTschernomoretz\u201d und \u201eMetallist\u201d aus dem ostukrainischen Charkow zu sehen. Sie marschierten durch die Stadt zur Unterst\u00fctzung der ukrainischen Einheit, sangen die Nationalhymne des Landes und Anti-Putin-Lieder. Ein Teil des Marsches bestand aus den \u201eSelbstverteidigungsabteilungen\u201c des Euromaidan, die mit Kn\u00fcppeln, Schilden und Helmen bewaffnet waren.<\/p>\n<p>Alle Berichte stimmen jedoch \u00fcberein, dass der Marsch, als er sich durch die Stadt bewegte, auf Widerstand von \u201eAnti-Maidan-Protestierenden\u201c stie\u00df, eine Verbindung aus GegnerInnen dessen, was sie die \u201efaschistische Junta\u201c in Kiew nennen, aus Unterst\u00fctzerInnen der F\u00f6deralisierung oder einer Vereinigung mit Russland. Was als Kampf mit W\u00fcrfen von Ziegeln, Blendgranaten und Molotow-Cocktails begann, f\u00fchrte zu Sch\u00fcssen \u2013 manche sagen: aus dem Anti-Maidan-Lager, andere: von Provokateuren. Ein Video zeigt, dass Sch\u00fcsse von jemandem hinter den Polizeilinien mit einer automatischen Kalaschnikow-Waffe abgefeuert werden. Augenzeugen berichten, dass zu diesem Zeitpunkt gew\u00f6hnliche Fans, besonders aus Odessa, den pro-ukrainischen Marsch verlie\u00dfen, weil sie nicht in den Kampf geraten wollten.<\/p>\n<p>Ein Stra\u00dfenkampf tobte vier Stunden lang. Es gab vier Tote und \u00fcber hundert Verwundete. Etwa 2000 Mitglieder der \u201eEuromaidan-Selbstverteidigungseinheiten\u201c, die nach Berichten von K\u00e4mpfern aus dem \u201eRechten Sektor\u201c unterst\u00fctzt wurden, waren von den Sch\u00fcssen auf ihre Unterst\u00fctzer aufgebracht und bewegten sich in Richtung des Protest-Zeltlagers in der Stadt. Das Lager, das zu dieser Zeit von etwa 200 Menschen besetzt war, wurde zerst\u00f6rt und die Zelte angez\u00fcndet. Die im Camp wurden gezwungen, in das nahe gelegene Gewerkschaftsgeb\u00e4ude zu fliehen und sich in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n<p>Molotow-Cocktails wurden in den Eingang des Geb\u00e4udes geworfen und l\u00f6sten heftige Feuer aus, so dass viele, die im Innern Zuflucht suchten, in der Falle sa\u00dfen. Die im Innern konnten nicht durch den Haupteingang hinaus und fanden andere Ausg\u00e4nge durch Rechtsextreme und Schl\u00e4ger des Rechten Sektors blockiert. Aus Verzweiflung kletterten viele auf Fenstersimse und sprangen. Manchmal trafen sie unten auf Schl\u00e4ger, die sie pr\u00fcgelten. Das russische Fernsehen zeigte einen Rechten, der versuchte, auf Leute zu schie\u00dfen, die auf den Simsen standen.<\/p>\n<p>Eines der Opfer bei diesem brutalen Angriff war Aleksei Albu, F\u00fchrer der linken Gruppe \u201eBorotba\u201d. Er erkl\u00e4rt, was passierte: \u201eAls wir das brennende Geb\u00e4ude verlie\u00dfen, wurden wir von einer Menge von Nationalisten angegriffen. Ich denke, etwa hundert wurden verletzt. Menschen sprangen aus den Fenstern, alles war in Rauch. Sie traten die auf dem Boden Liegenden. Ich und einer unserer AktivistInnen wurden im Kopfbereich geschlagen. &#8230; Der Rechte Sektor, der das Gewerkschaftsgeb\u00e4ude angriff, war voll bewaffnet und voll bepackt mit Munition, sie waren gut vorbereitet. Diese Neonazik\u00e4mpfer behandelten die Verteidiger von Odessa brutal\u201d.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sahen andere, die auf dem urspr\u00fcnglichen Marsch gewesen waren, den Horror, der den Menschen im Gewerkschaftsgeb\u00e4ude drohte, und sammelten sich in einer kleinen Menge und brachten Bauger\u00fcstteile \u00fcber den Platz, die manchen der in der Falle Sitzenden das Entkommen erm\u00f6glichten.<\/p>\n<h4>Kiews Anti-Terror-Operation<\/h4>\n<p>Anderswo in der Ostukraine gab es eine ernsthafte Verschlechterung der Lage, besonders in der Donezk-Region, dem industriellen Herzland des Landes. Ukrainische Truppen versuchen, in insgesamt zehn St\u00e4dten Regierungsgeb\u00e4ude zur\u00fcckzuerobern, die von Unterst\u00fctzerInnen der selbsternannten \u201aVolksrepublik Donezk\u2019 (VRD) besetzt worden sind.<\/p>\n<p>Jetzt, wo der Krieg der Worte in Schie\u00dfen degeneriert ist, steigen die Opferzahlen schnell. Nach Berichten wurden mindestens drei ukrainische Armeehelikopter abgeschossen. Das russische Fernsehen berichtet, dass die ukrainische Armee oft z\u00f6gert zu k\u00e4mpfen, und behauptet, dass die Armee sich zur\u00fcckzieht, sobald eine Aktion gegen ZivilistInnen erforderlich ist, so dass die neu gebildete \u201eNationalgarde\u201c in T\u00e4tigkeit tritt. Die \u201eNationalgarde\u201d besteht in hohem Ma\u00dfe aus denen, die w\u00e4hrend der Maidanproteste in den rechten Milizen waren. Es erscheinen jetzt Berichte, dass die, die der ukrainischen Armee in Slawjansk Widerstand leisten, bald Verst\u00e4rkungen aus anderen St\u00e4dten bekommen werden, auch aus der jetzt russischen Krim.<\/p>\n<p>Eine in Donezk Ende M\u00e4rz durchgef\u00fchrte Meinungsumfrage ergab, dass 50% der Bev\u00f6lkerung der Stadt f\u00fcr die Beibehaltung einer einigen Ukraine sind, aber \u00fcber die H\u00e4lfte von ihnen denken, dass die Region mehr Autorit\u00e4t bei Wirtschafts- und Steuerfragen haben solle. Nur 16% denken, dass die Region f\u00f6deralen Status innerhalb der Ukraine haben solle. Die Verbleibenden waren geteilt, ob die Region Russland beitreten solle oder ob die Ukraine wieder einem Gebilde \u00e4hnlich der UdSSR beitreten solle. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen alle Meinungsumfragen mit gro\u00dfer Vorsicht behandelt werden, besonders wenn sich die Ereignisse so schnell ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dies unterstreicht, vor welcher Lage die ukrainische Elite steht. Es ist keineswegs klar, dass der ukrainische Staat die Kr\u00e4fte hat, Ordnung im Osten wieder herzustellen, w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung immer mehr unter der Wirtschaftskrise leidet. W\u00e4hrend gegenw\u00e4rtig nur eine Minderheit darauf hofft, dass Russland ihre Probleme l\u00f6st, f\u00fcrchten die meisten Menschen, dass eine Milit\u00e4rintervention nur zum B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrt. Aber wenn Unordnung und Chaos weiter wachsen und es Wiederholungen von solchen Trag\u00f6dien wie Odessa gibt, k\u00f6nnte sich die Stimmung schnell dahin entwickeln, mehr Trennung von Kiew zu fordern und dass eine \u201estarke Hand\u201c einschreitet, was zum Wachsen von Unterst\u00fctzung f\u00fcr russische \u201eHilfe\u201c bei der Wiederherstellung von Stabilit\u00e4t f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<h4>Die Stimmung der Bergarbeiter<\/h4>\n<p>Donezk liegt im Herzen der Kohlenindustrie der Ukraine, die immer noch 500.000 besch\u00e4ftigt. Dieser m\u00e4chtige Teil der Arbeiterklasse bewahrt immer noch seine Traditionen aus den K\u00e4mpfen der sp\u00e4ten Achtziger und fr\u00fchen Neunziger.<\/p>\n<p>Letzte Woche traten tausende Bergarbeiter in der benachbarten Lugansk-Region f\u00fcr mehrere Tage wegen L\u00f6hnen in den Streik. Sie verdienen weniger als 400 Euro im Monat und waren w\u00fctend, dass die Kiewer Regierung drohte, ihnen eine weitere Abgabe auf ihre L\u00f6hne zur Finanzierung der Restaurierung der Region um den Maidan aufzuerlegen. Obwohl die russischen Medien und prorussische AktivistInnen behauptet haben, die Bergarbeiter seien jetzt fest auf ihrer Seite, waren Gruppen von Bergarbeitern sowohl als Unterst\u00fctzer der Separatisten als auch auf dem Maidan zu sehen, aber nicht auf organisierte oder massenhafte Weise.<\/p>\n<p>Die Bergarbeiter sind wegen ihrer Lage besorgt. Viele wollen eine einige Ukraine, denken aber, ein Referendum sei notwendig, um die Zentralregierung zu zwingen, ihnen mehr Rechte oder einen Grad an Autonomie zuzugestehen, manche unterst\u00fctzen F\u00f6deralisierung. Oft kommentieren sie, dass sie sich mehr \u00fcber die Zunahme von Instabilit\u00e4t in der Region sorgen.<\/p>\n<h4>Putins Ank\u00fcndigung<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend die Ostukraine am Rande eines allgemeinen Konflikts zwischen den Rebellen und den Streitkr\u00e4ften der Kiewer Regierung zu sein scheint, hofften die prorussischen K\u00e4mpferInnen klar, dass es beim \u201eReferendum\u201d dieses Wochenende in Donezk ein riesiges \u201eJa\u201c zur Unterst\u00fctzung der selbsternannten Volksrepublik Donezk geben werde, was den Weg f\u00fcr ihren Appell f\u00fcr \u201eUnterst\u00fctzung\u201c aus dem nahe gelegenen Russland \u00f6ffnen werde.<\/p>\n<p>Aber in einer anscheinenden Kehrtwendung k\u00fcndigte Putin am Mittwoch an, dass er denke, das Referendum solle verschoben werden. Er sagte weiter, dass russische Truppen sich von der ukrainischen Grenze zur\u00fcckziehen w\u00fcrden und dass er den Pr\u00e4sidentschaftswahlen im Mai als einem Schritt zur L\u00f6sung der Krise bedingt zustimmen werde.<\/p>\n<p>Erneut scheint es, dass Putin die westlichen M\u00e4chte \u00fcberrascht hat. Obwohl sie seinen Motiven mistrauen, werden sie es schwierig finden, schnell mit der dritten Runde von Sanktionen fortzufahren oder Russland leichtfertig von jeder vorgeschlagenen L\u00f6sung auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Putins Motive stehen immer noch in Frage. Russland Wirtschaft f\u00fchlt sicher die Wirkung der Sanktionen, zus\u00e4tzlich zu einer sich schon entwickelnden Rezession. Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten eines tieferen Konflikts in der Ukraine und die Perspektive eines umfassenden milit\u00e4rischen Konflikts macht selbst Russlands Kriegstreibern Sorgen.<\/p>\n<p>Viele in Russland und der Ukraine sehen Putins Schritt als ein taktisches Man\u00f6ver. Er hat zwar dazu aufgerufen, das Referendum vom Sonntag zu verschieben, die prorussischen AktivistInnen in Donezk haben aber erkl\u00e4rt, dass sie es in jedem Fall durchf\u00fchren und kopieren fieberhaft Stimmzettel f\u00fcr die Verteilung. Aber egal, was der Fall ist, der Geist von Chaos und ethnischem Konflikt ist bereits aus der Flasche und wird schwer einzud\u00e4mmen sein.<\/p>\n<h4>Eine linke Alternative<\/h4>\n<p>Leider ist die Linke in der Ukraine schwach. Die haupts\u00e4chliche \u201elinke\u201c Partei, die Kommunistische Partei, war der Hauptkoalitionspartner in Janukowitschs Regierung, wo sie eine prorussische Au\u00dfenpolitik verfolgte und argumentierte, dass die Ukraine Russlands Zollunion beitreten solle, und in der Innenpolitik Janukowitschs \u201ePartei der Regionen\u201c hinterherlief.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die kleine nichtparlamentarische Linke radikale Phrasen \u00fcber die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Faschismus verwendet, hat sie sich schnell in zwei Lager geteilt. F\u00fchrer der Gruppe \u201aLinke Opposition\u2019 fordern offen, dass die Kiewer Regierung als eine legitime Regierung behandelt werde, die errichtet worden sei von \u201eeiner echten Revolution, die die Oligarchen angriff\u201d und unterst\u00fctzen die Unterzeichnung des \u201aAssoziationsabkommens\u2019 mit der EU mit einer \u201efaireren K\u00fcrzungspolitik\u201d. Sie schieben die Bedeutung der extremen Rechten und die Beteiligung des rechten Sektors an der Maidanbewegung beiseite.<\/p>\n<p>Die \u201aBorotba\u2019-Gruppe auf der Anti-Maidan-Seite sagt, dass sie gegen eine russische Intervention in der Ukraine sei und verwendete linke Formulierungen und Forderungen. Aber sie richten alle ihre Wut gegen das, was sie die \u201eKiewer Junta\u201d nennen, und arbeiten eng mit pro-russischen Gruppen zusammen. Sie erkl\u00e4ren, dass sie gegen Intervention durch Russland seien, aber sie bringen auf ihrer Website unkritische Berichte von pro-russischen Aktionen. Zum Beispiel brachten sie am 5. Mai einen Videofilm auf ihrer Seite mit dem Titel \u201eZwei Bataillone von Krimverteidigern kommen Slawjansk zur Hilfe\u201d. Der F\u00fchrer dieser klar gut ausgebildeten Milit\u00e4rformation erkl\u00e4rte in dem Video, dass es \u201eunsere Aufgabe ist, keine Gefangenen zu machen. Keinen. Wir sind hier, um zu zerst\u00f6ren. Wir bewegen uns da hin (nach Slawjansk) und werden alles beseitigen, was in unserem Weg steht\u201c.<\/p>\n<h4>Die Arbeiterklasse muss handeln<\/h4>\n<p>Der einzige Weg zur Vermeidung der drohenden Katastrophe ist, dass die Arbeiterklasse aus der ganzen Ukraine die nationale Spaltung zerbricht und auf einheitliche Weise interveniert, indem sie gemeinsame trans-ethnische Verteidigungs- und Antikriegskomitees organisiert, um Massenopposition gegen die zahlreichen rechtsextremen Organisationen und die Kriegstreiber auf allen Seiten zu mobilisieren, die versuchen, die arbeitenden Menschen in der Ukraine zu spalten und das Land in den Krieg zu dr\u00e4ngen; und indem sie einen Kampf gegen K\u00fcrzungspolitik, Fabrik- und Bergwerksschlie\u00dfungen, f\u00fcr einen angemessenen Lebensstandard f\u00fcr alle f\u00fchrt. Sie w\u00fcrde die harten K\u00fcrzungsma\u00dfnahmen ablehnen, die EU und IWF fordern, ebenso wie die Versuche des russischen Kapitals, die Industrie zu ihrem eigenen Nutzen zu \u00fcbernehmen, was nur zu weiterer \u201eOptimierung\u201d und Schlie\u00dfungen f\u00fchren w\u00fcrde. Die Bergarbeiter k\u00f6nnen da klar eine zentrale Rolle spielen.<\/p>\n<p>Solch ein vereinter Kampf k\u00f6nnte die Basis f\u00fcr die Schaffung einer Arbeitermassenpartei legen, die auf demokratischen Gewerkschaften basiert, die bereit sind, f\u00fcr die Rechte aller ukrainischen arbeitenden Menschen aufzustehen, egal was ihr ethnischer Hintergrund ist; sie w\u00fcrde auf Garantien der demokratischen und nationalen Rechte f\u00fcr alle ethnischen Gruppen in der Ukraine insgesamt eintreten, einschlie\u00dflich der Wahl von regionalen F\u00fchrungen, dem Recht, Russisch und andere Sprachen zu verwenden, und vergr\u00f6\u00dferten wirtschaftlichen und politischen Machtbefugnissen f\u00fcr diejenigen Regionen, die sie wollen. Statt die gegenw\u00e4rtige Lage zu akzeptieren, in der Wahlen abgehalten werden ohne KandidatInnen oder Parteien, die die Interessen der arbeitenden Menschen vertreten, w\u00fcrde sie f\u00fcr eine Verfassungsgebende Versammlung k\u00e4mpfen, in der die durch ihre Gewerkschaften, Parteien und in Betrieben und Wohngebieten gew\u00e4hlten VertreterInnen entscheiden k\u00f6nnen, wie die Ukraine demokratisch regiert werden wird.<\/p>\n<p>Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der arbeitenden Menschen in der Ukraine will nicht in einen tieferen Konflikt gezogen werden. Eine Arbeitermassenpartei w\u00fcrde die Versuche der verschiedenen imperialistischen Kr\u00e4fte und ihrer Oligarchenfreunde ablehnen, die Ukraine zu teilen. Statt dessen sollten der Reichtum und die nat\u00fcrlichen Ressourcen des Landes in \u00f6ffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung gestellt werden, um sicherzustellen, dass alle arbeitenden Menschen in der Ukraine einen angemessenen Lebensstandard und Renten haben, unterst\u00fctzt von freier hochwertiger Gesundheitsversorgung und Bildung als Teil einer demokratisch verwalteten sozialistischen Planwirtschaft.<\/p>\n<p>International hat sich das kapitalistische System immer noch nicht von der schlimmsten globalen Krise seit den 1930ern erholt. Die verschiedenen imperialistischen M\u00e4chte, ob es die USA, EU oder Russland sind, k\u00e4mpfen unter einander, wer die Ressourcen der Welt kontrolliert \u2013 und jetzt hat sich die Ukraine im Zentrum dieses Kampfes wieder gefunden. Der einzige Ausweg daraus ist, dass die ukrainische Arbeiterklasse handelt, eine echte Arbeiterpartei errichtet, die nach der Einheit der Arbeiterklasse um eine echte sozialistische Alternative zu den prokapitalistischen und Oligarchenkr\u00e4ften streben w\u00fcrde, die gegenw\u00e4rtig die ukrainische Politik beherrschen. Sie w\u00fcrde f\u00fcr eine demokratisch-sozialistische Regierung k\u00e4mpfen, die eine sozialistische Ukraine schaffen w\u00fcrde, in der die Rechte aller Minderheiten gesichert w\u00e4ren, als Teil einer weiteren Allianz demokratisch-sozialistischer Staaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur gemeinsame Aktion der Arbeiterklasse kann die Katastrophe stoppen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27105,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[352],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27259"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27259"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27259\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}