{"id":27053,"date":"2014-04-18T15:31:16","date_gmt":"2014-04-18T13:31:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=27053"},"modified":"2014-05-16T12:36:23","modified_gmt":"2014-05-16T10:36:23","slug":"droht-ein-neuer-weltkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/04\/droht-ein-neuer-weltkrieg\/","title":{"rendered":"Droht ein neuer Weltkrieg?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_27186\" aria-describedby=\"caption-attachment-27186\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-27186\" alt=\"Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/linksfraktion\/ CC BY 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o-e1399476863840-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o-e1399476863840-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o-e1399476863840-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o-e1399476863840-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13987952843_29ff6172f3_o-e1399476863840.jpg 616w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-27186\" class=\"wp-caption-text\">Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/linksfraktion\/ CC BY 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Parallelen und Unterschiede zu 1914<\/strong><\/p>\n<p>Der hundertste Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs bietet in H\u00fclle und F\u00fclle Gelegenheiten zu seiner rentablen Verwertung. Medien, Museen und Marketing- sowie Tourismusunternehmen stehen l\u00e4ngst in den Startl\u00f6chern: von Fahrten nach Verdun \u00fcber Fernsehserien bis hin zu Sonderausstellungen. Dabei findet sich so manche Absurdit\u00e4t. So stellt die Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz in Berlin \u201eKleider im Krieg\u201c aus \u2013 und bewirbt das Event mit dem Hinweis, dass ohne die Jahre 1914 bis 1918 \u201edie Befreiung der Frau vom Korsett und langen Rock nicht m\u00f6glich gewesen\u201c w\u00e4re \u2026 Nat\u00fcrlich soll mit diesen R\u00fcckblicken Geld gemacht werden. Zur Intention geh\u00f6rt &#8211; sicher nicht bei allen, aber bei etlichen &#8211; allerdings auch, diesen Jahrestag als abgeschlossenes historisches Ereignis zu betrachten. Dabei ist genau das die brennende Frage: Wie kam es denn eigentlich zu diesem millionenfachen Abschlachten, ist heute eine Wiederholung denkbar? Welche Unterschiede gibt es, welche m\u00f6glichen Parallelen existieren?<\/p>\n<p><em>von Aron Amm, Berlin<\/em><\/p>\n<p>\u201eDie Schlafwandler\u201c, ein 896 Seiten dicker Schinken des australischen Historikers Christopher Clark, ist f\u00fcr breite Schichten des b\u00fcrgerlichen Lagers in Deutschland das \u201eBuch des Jahres\u201c (wie zum Beispiel Andreas Kilb in der FAZ res\u00fcmierte). Was ihnen gef\u00e4llt, ist Clarks ausgerechnet in der sich am rechten Rand bewegenden \u201eJungen Freiheit\u201c get\u00e4tigte Selbsteinsch\u00e4tzung, mit seinem Werk endlich nachgewiesen zu haben, dass Preu\u00dfen-Deutschland unter Wilhelm II. \u201ekein Schurkenstaat gewesen\u201c sei. Damit soll die 1961 von dem Historiker Fritz Fischer in seinem Buchtitel zusammengefasste These vom deutschen \u201eGriff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914\u20131918\u201c vom Tisch gefegt werden.<\/p>\n<h4>\u201eUrkatastrophe\u201c?<\/h4>\n<p>Im Kern waren es f\u00fcr Clark vor hundert Jahren \u201eunterschiedliche Wahrnehmungen, Blindheit, Missverst\u00e4ndnisse, Misstrauen und nationalistische \u00dcberlegenheitsgef\u00fchle\u201c, die sich \u201ezu einer Eskalationsspirale verdichteten, die in die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts f\u00fchrte\u201c, so Berthold Kohler in der FAZ vom 18. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>In die gleiche Kerbe haut der Politikwissenschaftler Herfried M\u00fcnkler in seinem 2013 erschienen Buch \u201eDer gro\u00dfe Krieg\u201c. Wie Clark verliert sich M\u00fcnkler in der Fokussierung auf Zuf\u00e4lle, pers\u00f6nliche Animosit\u00e4ten unter den M\u00e4chtigen und Schlachtpl\u00e4nen, um schlie\u00dflich bei der These zu landen, dass der Erste Weltkrieg \u201ebei mehr politischer Weitsicht und Urteilskraft [h\u00e4tte] vermieden werden k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Alles also blo\u00df ein gro\u00dfes Missverst\u00e4ndnis? Ein Gemetzel, das eigentlich keiner wollte? So neu ist diese Auffassung nicht. Auch die herrschende Sprache ist die Sprache der Herrschenden. Und hier ist es seit jeher gang und g\u00e4be, davon zu sprechen, dass Kriege einfach \u201eausbrechen\u201c \u2013 wie Naturgewalten, f\u00fcr die sich niemand verantwortlich zeichnet. Der einstige britische Premier David Lloyd George kam wie viele andere ebenfalls zum Schluss, dass ganz Europa in diesen Krieg v\u00f6llig abrupt \u201ehineingeschlittert\u201c sei.<\/p>\n<h4>\u201eWarum\u201c?<\/h4>\n<p>\u201eDie Schlafwandler\u201c, so der Autor \u00fcber sein Buch, \u201ebefasst sich weniger mit der Frage, warum der Krieg ausbrach, als damit, wie es dazu kam\u201c. Damit man den Wald vor lauter B\u00e4umen wirklich nicht mehr sehen kann, reiht Clark \u2013 wie die RezensentInnen berichten &#8211; unz\u00e4hlige Detailschilderungen des Lebens der damaligen Politiker, Gener\u00e4le und Adligen aneinander. Den Leser soll er haarklein wissen lassen, wie der serbische K\u00f6nig Alexander I. und seine Gemahlin Draga das Attentat von 1903 erlebten (\u201eder franz\u00f6sische Roman, den die K\u00f6nigin gelesen hatte, lag aufgeschlagen mit den Seiten nach unten\u201c). Und wie sich das Attentat 1914 auf den Gro\u00dfherzog Franz Ferdinand vollzog.<\/p>\n<p>Dabei ist genau das \u201eWarum\u201c, nicht das \u201eWie\u201c die entscheidende Frage. Warum kam es zu einem Krieg, der 40 L\u00e4nder einbezog und mehr als 17 Millionen Menschen das Leben kostete? Ernst Alexander Rauter brachte es in seinem Werk \u201eVom Faustkeil zur Fabrik\u201c auf den Punkt: \u201eWenn man zuf\u00e4llige Begebenheiten nicht ber\u00fccksichtigt, die als Vorwand genommen wurden, um Krieg zu machen, kann man sagen: Der Erste Weltkrieg \u201ebrach aus\u201c, weil die Produktionsanlagen eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe erreicht hatten und von Privatleuten geleitet wurden.\u201c Das private Eigentum an Betrieben und Banken f\u00fchrt unweigerlich zum stetigen Bem\u00fchen der Konzernherren, die Profite (durch einen \u201eKrieg\u201c gegen die eigenen Besch\u00e4ftigten) zu steigern und (durch einen Krieg gegen andere Unternehmen) die Kontrahenten auszustechen. Zwar tun sich die verschiedenen Vorst\u00e4nde in Arbeitgeberverb\u00e4nden zusammen, um auf Politiker und Richter einzuwirken und der Arbeiterklasse das Leben schwer zu machen. Gleichzeitig stehen sie jedoch auch in einem m\u00f6rderischen Wettbewerb miteinander \u2013 der darauf hinausl\u00e4uft, die Konkurrenz entweder einzuverleiben oder aus dem Rennen zu werfen. Dieser Konkurrenzkampf macht an den Landesgrenzen nicht halt, sondern schl\u00e4gt in eine Auseinandersetzung von Firmen verschiedener Nationen um. Wie Rauter treffend bemerkte, sind die Mittel der Konkurrenten im Inland andere als im Ausland. Weil die Mittel andere sind, sind auch die Wirkungen andere. Auf internationaler B\u00fchne konfrontieren die Reichsten der Welt einander mit hochger\u00fcsteten Staatsapparaten.<\/p>\n<h4>Der Weg in den Weltkrieg<\/h4>\n<p>Zwar schwelte die Kriegsgefahr Anfang des letzten Jahrhunderts schon seit L\u00e4ngerem. Seit 1905 h\u00e4tte der Weltkrieg, wie Rosa Luxemburg 1915 meinte, bereits f\u00fcnf Mal beginnen k\u00f6nnen. Aber es war auch nicht so, dass er zu jedem Zeitpunkt ganz pl\u00f6tzlich h\u00e4tte losbrechen k\u00f6nnen. Erst Recht nicht im 19. Jahrhundert. Was waren nun die Faktoren, die ma\u00dfgeblich daf\u00fcr waren, dass es vor hundert Jahren zu diesem bis dahin gr\u00f6\u00dften Krieg auf dem Planeten kam?<\/p>\n<p>Erstens das imperialistische Stadium des Kapitalismus: Noch in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts tendierten die Herrschenden Gro\u00dfbritanniens dazu, Truppen aus ihren Kolonien wieder abzuziehen. In dieser Phase existierten solch gewaltigen M\u00f6glichkeiten zur Kapitalverwertung in der einheimischen Produktion, dass die Streitkr\u00e4fte im Ausland zum Teil als Verschwendung angesehen wurden. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts setzte hingegen ein noch nie dagewesenes Wettr\u00fcsten ein. 1876 hatten die Gro\u00dfm\u00e4chte Europas ein Zehntel des afrikanischen Kontinents okkupiert, 25 Jahre sp\u00e4ter waren es neun Zehntel. Auch in anderen Regionen schritt die Unterwerfung gesamter V\u00f6lker rasant voran. In dieser Zeit machte der Kapitalismus eine entscheidende Ver\u00e4nderung durch und ging in sein imperialistisches Stadium \u00fcber (von Wladimir Lenin als \u201eh\u00f6chstes\u201c, an anderer Stelle auch als \u201eneuestes\u201c Stadium bezeichnet): Monopolbildung, \u00fcberragende Bedeutung des Kapitalexports, Verschmelzung vom Banken- und Industrie- zum Finanzkapital, Entstehung eines Weltmarktes und die Aufteilung des Erdballs unter den Gro\u00dfm\u00e4chten. Damit gelangte der Kampf um M\u00e4rkte, Rohstoffe und Einflusssph\u00e4ren auf eine neue Stufe.<\/p>\n<p>Zweitens das Rennen um die Vorherrschaft: Nachdem die Niederlande in einer Zeit, als der Kapitalismus noch in seinen Kinderschuhen steckte, die gr\u00f6\u00dfte Macht international darstellten, hatte Gro\u00dfbritannien im 18. und 19. Jahrhundert die global dominante Stellung inne. Andere aufstrebende Gro\u00dfm\u00e4chte verst\u00e4rkten seit Ende des 19. Jahrhunderts ihre Anstrengungen, London seine herausragende Position streitig zu machen. Darunter waren die USA, die sich in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts schlie\u00dflich durchsetzten und Gro\u00dfbritannien als Weltmacht abl\u00f6sten. Aber auch der \u2013 historisch gesehen zu sp\u00e4t gekommene \u2013 deutsche Kapitalismus hatte die gleichen Ambitionen, was er in zwei Weltkriegen auch zu erreichen suchte. In Deutschland war das Profitsystem indes nicht nur zu sp\u00e4t auf die Weltb\u00fchne gelangt (und beim Kampf um Kolonien und Rohstoffe ins Hintertreffen geraten), es basierte auch auf einem folgenschweren Klassenkompromiss. So hatte sich das junge B\u00fcrgertum \u2013 eingesch\u00fcchtert von den unterdr\u00fcckten Massen in der Revolution 1848\/49 \u2013 dazu entschieden, sich mit dem preu\u00dfischen Milit\u00e4radel und den Gro\u00dfgrundbesitzern zu arrangieren. Dieses fragile B\u00fcndnis geriet 1909 in eine extreme Zerrei\u00dfprobe, als sich das Junkertum (das seit der Reichsgr\u00fcndung keine Steuern zahlen musste) einer Besteuerung f\u00fcr den Bau der f\u00fcr die Mehrheit der Bourgeoisie zentralen Schlachtflotte verweigern wollte und damit eine Staatskrise heraufbeschw\u00f6rte.<\/p>\n<p>Drittens der R\u00fcstungswettlauf: Die sich versch\u00e4rfende Rivalit\u00e4t zwischen Deutschland und Gro\u00dfbritannien m\u00fcndete in ein gigantisches Flottenwettr\u00fcsten. Aber auch die meisten Verb\u00fcndeten beider Seiten warfen sich mit aller Kraft in den R\u00fcstungsstreit. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges betrugen die absoluten Milit\u00e4rausgaben der Triple Entente (Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Russland) das Doppelte derjenigen der sogenannten Mittelm\u00e4chte (Deutschland, \u00d6sterreich-Ungarn und das Osmanische Reich). Andererseits verf\u00fcgte das Deutsche Reich \u00fcber mehr schwere Artillerie als seine ganze Gegnerschaft zusammen. Zu alledem kommt: Nat\u00fcrlich will die jeweilige Kapitalistenklasse ihre Widersacher in den anderen L\u00e4ndern besiegen; gleichzeitig m\u00f6chte der einzelne Unternehmer aber zu jedem Zeitpunkt den Rubel rollen lassen \u2013 was dazu f\u00fchrte, dass die Firma Krupp zum Beispiel nicht nur eifrig die Truppen des Kaiserreichs belieferte, sondern parallel dazu Granaten an das britische Milit\u00e4r verkaufte.<\/p>\n<p>Viertens die Angst vor der Arbeiterklasse: Mehr als alles andere waren die herrschenden Klassen in Europa und international zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Furcht getrieben, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ihre Macht an die in Riesenschritten erstarkende Arbeiterbewegung abtreten zu m\u00fcssen. Von daher sollten Aufr\u00fcstung und Krieg auch der Ablenkung vom Klassenkampf dienen. Viel wurde getan, um Nationalismus zu sch\u00fcren. Lenin erkannte fr\u00fch die Herausforderung, die Arbeiterklasse vor der Politik des \u201eBurgfriedens\u201c zu warnen: \u201eMan muss insbesondere die Bedeutung des Umstands erkl\u00e4ren, dass die \u201eVaterlandsverteidigung\u201c zu einer unvermeidlichen Frage wird, die die gewaltige Mehrheit der Werkt\u00e4tigen unvermeidlich zugunsten ihrer Bourgeoisie entscheiden wird.\u201c Zumindest kurzfristig. Mittelfristig lie\u00df sich f\u00fcr die Herrschenden die sozialistische Revolution nicht aufhalten, im Gegenteil \u2013 die, daran sei erinnert, in Russland und Deutschland schlie\u00dflich den Krieg beendete, als die Oberbefehlshaber noch Kinder rekrutieren wollten, um diese in den letzten Kriegstagen zu verheizen.<\/p>\n<h4>Aufr\u00fcstung und zwischenimperialistische Spannungen heute<\/h4>\n<p>Nachdem Christopher Clark die LeserInnen seines knapp 900 Seiten umfassenden Werks erm\u00fcdet und der \u00d6ffentlichkeit mit seinen Thesen Sand in die Augen gestreut hat, will er mit \u201eschlafwandlerischer\u201c Sicherheit zu den wahren Schuldigen f\u00fchren. Diese macht er in den angeblich serbischen Terroristen fest. Schlie\u00dflich war es ein bosnischer Serbe, so Clark, der den \u00f6sterreichischen Thronfolger in Sarajewo erschoss. Clark bleibt dabei nicht stehen, sondern zieht eine direkte Linie von Sarajewo nach Srebrenica. Doch Serbien ist f\u00fcr ihn nicht der einzige \u201eSchurkenstaat\u201c, Russland macht er f\u00fcr das damalige Debakel ebenso mitverantwortlich, um im gleichen Atemzug vor dem heutigen Kreml unter Wladimir Putin zu warnen.<\/p>\n<p>Will man der Frage nachgehen, ob sich der Erste Weltkrieg hundert Jahre sp\u00e4ter in der einen oder anderen Form wiederholen kann, dann gilt es, entgegen Clarks Ratschlag bei dem \u201eWarum\u201c zu bleiben. Heute wie damals st\u00f6\u00dft der Kapitalismus an seine Grenzen: Privateigentum und nationalstaatlicher Rahmen. Der Nachkriegsaufschwung ist l\u00e4ngst Geschichte. (Wobei es verlogen ist, \u00fcberhaupt von einer Nachkriegszeit zu reden: denkt man daran, dass auch von 1945 bis 1969 laut dem \u201eJournal of Peace Research\u201c (1971, Heft 1) 93 Kriege gef\u00fchrt wurden, von denen 36 \u00fcber drei Jahre dauerten.) Mit dem Zusammenbruch des Stalinismus sind zudem die durch den Ost-West-Gegensatz im Zaum gehaltenen zwischenimperialistischen Konflikte offen zu Tage getreten. Binnen weniger als zehn Jahren haben sich die R\u00fcstungsausgaben auf dem Globus nahezu verdoppelt: von 900 Milliarden Euro 2006 auf 1,8 Billionen heute. Zwar erschwert die ungeheure Staatsverschuldung eine Fortsetzung dieser Ausgabenpolitik, gleichzeitig treiben die Auswirkungen der tiefsten Krise des Kapitalismus seit den drei\u00dfiger Jahren die Herrschenden dazu, nach einer milit\u00e4rischen \u201eL\u00f6sung\u201c f\u00fcr die Misere zu suchen.<\/p>\n<h4>\u201eZersplitterte, multipolare Welt&#8220;<\/h4>\n<p>Im SPIEGEL 14\/2014 betitelte Erich Follath sein Essay mit den Worten: \u201eWir Supermachtlosen \u2013 es wird nie mehr ein Imperium geben, keinen Herrn der Welt\u201c. Follath konstatierte: \u201eDie bipolare Welt des Kalten Kriegs ist nach dem Ende der Sowjetunion zwischenzeitlich zu einer unipolaren Welt geworden, mit den milit\u00e4risch und kulturell alles beherrschenden USA. Und heute zu einer zersplitterten, multipolaren Welt, ohne F\u00fchrungsnation.\u201c<\/p>\n<p>So wie Gro\u00dfbritannien vor hundert Jahren von anderen Gro\u00dfm\u00e4chten die weltweite Dominanz streitig gemacht wurde, so sehen die USA sich heute herausgefordert. Allerdings kristallisiert sich nicht die eine Macht heraus, die heute zur alleinigen neuen Supermacht aufsteigen kann. Zwar befindet sich der US-Imperialismus im Niedergang und bekam im Irak und in Afghanistan seine Grenzen zu sp\u00fcren, dennoch geben die Vereinigten Staaten mit rund 600 Milliarden US-Dollar immer noch f\u00fcnf Mal so viel f\u00fcr R\u00fcstung aus wie ihr gr\u00f6\u00dfter Verfolger China (mit 112 Milliarden Dollar auf Rang zwei).<\/p>\n<p>Im pazifischen Raum hat ein neues \u201eGro\u00dfes Spiel\u201c (so bezeichnete man den Konflikt zwischen Gro\u00dfbritannien und Russland um Zentralasien im 19. Jahrhundert) begonnen \u2013 w\u00e4hrend China das Sagen haben will, versuchen die USA ihr Pr\u00e4senz auf den Philippinen, Thailand, Indonesien und S\u00fcdkorea auszubauen. Dar\u00fcber hinaus betreiben Washington und Tokio den Schulterschluss \u2013 wobei Japan gleichzeitig (analog zur Bundesrepublik) bem\u00fcht ist, als (wenn auch angeschlagener) \u00f6konomischer Riese nicht l\u00e4nger ein milit\u00e4risches Zwergendasein zu fristen.<\/p>\n<h4>Ukraine-Krise<\/h4>\n<p>Wie in einem Brennglas zeigen sich die aktuellen geostrategischen Konflikte in der Ukraine-Krise in verdichteter Form. Der US-Imperialismus war in der letzten Zeit vor allem mit den Entwicklungen in Asien besch\u00e4ftigt &#8211; der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) prognostiziert, dass Asiens Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2030 die Wirtschaftsleistung der sieben f\u00fchrenden Industriel\u00e4nder (G7) \u00fcbertreffen k\u00f6nnte. Vor diesem Hintergrund hinkte Washington den Ereignissen in der Ukraine zun\u00e4chst hinterher. Dann kam es indes doch noch zu einem \u201eSchwenk der USA im NATO-Rat. Nach anf\u00e4nglicher Zur\u00fcckhaltung h\u00e4tten sie sich nun \u201ean die Spitze der Bewegung\u201c gesetzt, schreibt der deutsche NATO-Botschafter\u201c (DER SPIEGEL 14\/2014). Damit bleibt sich das Wei\u00dfe Haus seiner in den neunziger Jahren eingeschlagene Linie treu, Russlands Einfluss in den ehemaligen Ostblockl\u00e4ndern zu unterminieren: angefangen mit der Aufnahme von insgesamt zehn Staaten des fr\u00fcheren Warschauer Pakts in die NATO, \u00fcber die Pl\u00e4ne zu einem Raketenabwehrschirm bis hin zu den gegenw\u00e4rtigen Stationierungen von sechs Kampfflugzeugen in Litauen, zw\u00f6lf Kampf- und vier Transportflugzeugen in Polen und der Verlegung weiterer Schiffe und Flugzeuge nach Osteuropa.<\/p>\n<p>Da Barack Obama sich seit f\u00fcr geraume Zeit z\u00f6gerlich zeigte, wollten Deutschland und Frankreich an der Spitze der Europ\u00e4ischen Union (EU) die Gunst der Stunde nutzen und, wie bereits an anderer Stelle bewiesen, eine eigenst\u00e4ndigere Rolle gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten einnehmen \u2013 weshalb die Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius auch gemeinsam mit ihrem polnischen Kollegen Rados\u0142aw Sikorski kurz vor dem R\u00fccktritt von Viktor Janukowitsch in Kiew einflogen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die EU gegen\u00fcber den USA in der Ukraine-Krise fr\u00fcher agierte, schlug die Obama-Administration im Zuge der Auseinandersetzung einen sch\u00e4rferen Ton als Angela Merkel und Co. an. Aus gutem Grund: Schlie\u00dflich kommen \u00fcber ein Drittel der deutschen und europ\u00e4ischen Gasimporte aus Russland, \u00fcberhaupt besteht eine engere \u00f6konomische Verflechtung zwischen Deutschland beziehungsweise gro\u00dfen Teilen der EU und Russland, als das seitens den USA der Fall ist. Damit einher gehen die Bestrebungen des Kapitals in Deutschland und Europa, trotz der in der letzten Phase wieder vollzogenen st\u00e4rkeren Ann\u00e4herung gegen\u00fcber dem gro\u00dfen Bruder in \u00dcbersee unabh\u00e4ngiger aufzutreten. Wobei die verschiedenen imperialistischen Kr\u00e4fte in der EU auch nicht mit einer Stimme sprechen. W\u00e4hrend Deutschland und Frankreich sich gegen\u00fcber ihrem B\u00fcndnispartner USA um mehr Eigenst\u00e4ndigkeit bem\u00fchen, befinden sich beide zum gleichen Zeitpunkt im Wettstreit miteinander.<\/p>\n<p>Unterm Strich best\u00e4tigt der Verlauf der Ukraine-Krise jedoch, dass die Mehrheit der deutschen und franz\u00f6sischen Eliten heute, wenn es hart auf hart, kommt, an der Zusammenarbeit mit den USA festhalten. Trotz der j\u00fcngsten \u201eVerstimmungen\u201c wie in der NSA-Aff\u00e4re (O-Ton Merkel: \u201eDas Aussp\u00e4hen unter Freunden, das geht gar nicht\u201c). Trotz der in bestimmten Punkten divergierenden Sichtweise in Sachen Ukraine \u2013 man denke nur an den Ausspruch der US-Diplomatin Victoria Nuland: \u201eFuck the EU.\u201c<\/p>\n<p>Es ist offen, ob die Turbulenzen in der Ukraine nach dem Anschluss der Krim an Russland jetzt oder zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu weiteren Absetzbewegungen im Osten des Landes f\u00fchren beziehungsweise ein B\u00fcrgerkrieg ausbricht. Auch die Lage der Russisch sprechenden Moldau-Enklave Transnistrien bleibt explosiv. Dazu kommt die Frage nach der Zukunft der Russisch sprechenden Minderheit in den baltischen (NATO-)Staaten. In jedem Fall birgt der Konflikt zwischen NATO und Russland die Gefahr weitergehender geopolitischer Verwerfungen. So k\u00f6nnten die Verst\u00e4ndigungsversuche mit den Russland-Partnern Syrien und Iran zur\u00fcckgeworfen und \u00fcber eine Aussetzung der G8 protektionistische Tendenzen verst\u00e4rkt werden. Auch weitsichtigere Teile unter den B\u00fcrgerlichen scheinen sich dessen bewusst zu sein. So warnte der fr\u00fchere US-Au\u00dfenminister Henry Kissinger k\u00fcrzlich: \u201eDie D\u00e4monisierung von Wladimir Putin ist keine Strategie; es ist ein Alibi f\u00fcr die Abwesenheit einer Strategie.\u201c<\/p>\n<h4>Rolle des deutschen Imperialismus<\/h4>\n<p>Am 29. September 1995 schrieb der Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt (SPD) in der \u0084Zeit\u0093: Wenn \u201edie W\u00e4hrungsunion aufgegeben w\u00fcrde, so (\u0085) w\u00e4re zum dritten Mal eine Koalition fast aller anderen europ\u00e4ischen Staaten gegen Deutschland zu bef\u00fcrchten\u201c. Genau darum geht es: Erst mit der Schaffung der Europ\u00e4ischen Union (angefangen mit seinen Vorl\u00e4ufern), dann forciert mit der Einf\u00fchrung des Euro sollte das gelingen, was in den beiden Weltkriegen fehlschlug \u2013 die \u201eEinigung\u201c Europas unter deutscher F\u00fchrung. Dieses Mal nicht mit Hilfe von M\u00f6rser und Panzerfaust, sondern mittels eines Binnenmarktes und einer Gemeinschaftsw\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Die herrschende Klasse der Bundesrepublik dr\u00e4ngt, ihre \u00f6konomische St\u00e4rke durch die Erh\u00f6hung ihres politischen und milit\u00e4rischen Gewichts zu untermauern. Darum die Losung des damaligen SPD-Verteidigungsministers Peter Struck, Deutschland m\u00fcsse seine Sicherheit auch am Hindukusch sch\u00fctzen. Darum die Zunahme von Auslandseins\u00e4tzen der Bundeswehr: ob auf dem Balkan, in Afghanistan oder am Horn von Afrika. Darum die Forderung des Bundespr\u00e4sidenten Joachim Gauck, Deutschland m\u00fcsse ein fester Sitz im UN-Sicherheitsrat zugestanden werden. Darum die Ank\u00fcndigung von Steinmeier und der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, in dieser Legislaturperiode au\u00dfenpolitische Zur\u00fcckhaltung abzulegen. Im \u00dcbrigen ist aus von der Leyens \u00c4u\u00dferungen herauszuh\u00f6ren, dass die Bundeswehr in Schulen, Universit\u00e4ten und der breiteren \u00d6ffentlichkeit gerade eine \u201eCharme-Offensive\u201c vorbereitet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die SPD im vergangenen Herbst in den Koalitionsverhandlungen mit der Union befand, beschloss sie auf ihrem Bundesparteitag gleichzeitig, k\u00fcnftig auch Rot-Rot-Gr\u00fcn nicht prinzipiell auszuschlie\u00dfen. Allerdings, und das spricht B\u00e4nde, unter der Voraussetzung, dass die Linkspartei ihre kritische Haltung zur EU schleift und die Ablehnung von Bundeswehr-Auslandseins\u00e4tzen \u00fcber Bord wirft &#8230;<\/p>\n<h4>Starre Bl\u00f6cke?<\/h4>\n<p>Dass es in der Bundesrepublik eine ganze Reihe von b\u00fcrgerlichen \u201ePutin-Verstehern\u201c gibt (von Gerhard Schr\u00f6der \u00fcber Klaus von Dohnanyi bis hin zum heutigen Siemens-Chef Joe Kaeser, der bezeichnenderweise mitten im tobenden Ukraine-Streit nach Moskau reiste), hat durchaus Gr\u00fcnde. Sie repr\u00e4sentieren Kr\u00e4fte im deutschen Establishment, die sich von einer engeren Verbindung mit dem rohstoffreichen Russland eine unabh\u00e4ngigere Position gegen\u00fcber den USA versprechen. Allerdings hat dieser Fl\u00fcgel mittlerweile reichlich Federn lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In den Jahren und Jahrzehnten vor 1914 waren ebenfalls nicht alle Schulterschl\u00fcsse von Dauer. Zwar standen die Zeichen zwischen Deutschland und Frankreich schon lange auf Sturm (der Krieg 1870, die Annexion Elsa\u00df-Lothringens durch deutsche Truppen et cetera), aber selbst hier versuchte das Deutsche Reich zwischenzeitlich, in der Ersten Marokko-Krise 1904 bis 1906, Frankreich aus der Entente Cordiale herauszubrechen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Versuch nur eine Episode blieb, gestaltete sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u00fcber Jahrzehnte hinweg kompliziert. So kam es in der Faschoda-Krise 1898 (Faschoda ist das heutige Kodok im S\u00fcdsudan) zu einer heftigen Konfrontation, beide befanden sich in einem Interessenkonflikt um die Kolonien Afrikas. Dass es dann zur Entente Cordiale und zum B\u00fcndnis gegen Deutschland vor und w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs kam, ist auch eine Folge des deutsch-britischen Flottenwettr\u00fcstens \u2013 nachdem London damit scheiterte, Berlin von seinen Ambitionen abzubringen.<\/p>\n<p>In der Au\u00dfenpolitik Russlands vollzog sich vor 1914 ebenfalls eine Wende: Nachdem das Zarenreich viel investiert hatte, um in Asien eine Hochburg aufzubauen, orientierte man sich nach dem Russisch-Japanischen Krieg 1905 und angesichts der St\u00e4rke Gro\u00dfbritanniens im Nahen Osten in den Folgejahren vermehrt auf Europa und hier vor allem auf den S\u00fcdosten des \u201ealten\u201c Kontinents.<\/p>\n<p>Anders als in der Zeit, die dem Ersten Weltkrieg vorausging und in der die Blockbildung zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten sehr viel offener war, ist die gegenw\u00e4rtige Situation noch stark gepr\u00e4gt von dem jahrzehntelangen Ost-West-Gegensatz. Auch nach dem Zusammenbruch des Stalinismus hatte das westliche Lager (USA, Japan und EU) weiter Bestand \u2013 herausgefordert von Russland sowie dem aufstrebenden China. Allerdings \u2013 und das macht die neuen Prozesse aus \u2013 nehmen die Spannungen innerhalb der NATO zu, werden zwischen einzelnen L\u00e4ndern neue Allianzen geschmiedet und zwischen anderen Konflikte forciert.<\/p>\n<h4>Krisen, Stellvertreterkonflikte und regionale Kriege gestern und heute<\/h4>\n<p>In gewisser Weise ist die gegenw\u00e4rtige Lage eher mit dem Vierteljahrhundert vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs zu vergleichen als mit dem Jahr 1914 selber. Damals wie heute findet ein erbitterter Kampf um M\u00e4rkte und Rohstoffe, aber auch um B\u00fcndnisse statt, die dem jeweiligen Imperialisten einen Vorteil verschaffen beziehungsweise Kontrahenten in die Enge treiben. Damals wie heute erleben wir Krisen und Konflikte, in die mehrere Gro\u00dfm\u00e4chte involviert sind, ohne jedoch direkt die Waffen aufeinander zu richten. Das galt in der Vor-1914-Periode f\u00fcr die sogenannte \u201eKrieg-in-Sicht-Krise\u201c (zwischen Deutschland und Frankreich) 1875, die Spannungen auf dem Balkan oder die Marokko-Konflikte. Damals wie heute sind wir Zeuge von \u201eStellvertreterkriegen\u201c: ob die sogenannten Buren-Kriege (im heutigen S\u00fcdafrika), die Waffeng\u00e4nge in Asien oder auf dem Balkan vor 1914. In der \u201eBulgarien-Krise\u201c wurden die Soldaten Serbiens und Bulgariens gezwungen, 1885 und 1887 aufeinander einzuschlagen \u2013 obgleich hinter diesen Gemetzeln die Anspr\u00fcche \u00d6sterreichs und Russlands standen. Damals wie heute erleben wir Feldz\u00fcge in die unterentwickelten L\u00e4nder. Allein das wilhelminische Kaiserreich t\u00f6tete im sogenannten Deutsch-Ostafrika in den Jahren 1890 bis 1894 und 1905 bis 1907 120.000 Menschen und zerst\u00f6rte H\u00fctten und Felder.<\/p>\n<p>Steuern wir folglich \u2013 mit der Einsch\u00e4tzung, dass die heutige Periode Parallelen zur Vor-1914-Zeitspanne bedeutet \u2013 auf einen neuen Weltkrieg zu? Gern wird dies mit dem Verweis auf den enormen Grad der Globalisierung bestritten \u2013 aber dieses Ph\u00e4nomen existierte bei allen offenkundigen Unterschieden (allen voran einer ganz anderen Stufe der technologischen Entwicklung) auch vor einem Jahrhundert und konnte die Massaker trotzdem nicht aufhalten.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Faktor, der tats\u00e4chlich vor hundert Jahren nicht vorhanden war, stellt das riesige Atomwaffenarsenal dar. Damit w\u00fcrde ein weltweiter Krieg, also eine umfassende milit\u00e4rische Auseinandersetzung der f\u00fchrenden M\u00e4chte, sofort von der Gefahr einer nuklearen Katastrophe begleitet sein \u2013 womit die Kapitalisten unmittelbar die Ausl\u00f6schung jeglicher Zivilisation und der eigenen Existenz riskieren w\u00fcrden. Weshalb in absehbarer Zeit nicht von einem neuen Weltkrieg auszugehen ist.<\/p>\n<p>Dennoch gilt: Jedes durch Profitinteressen verursachte Todesopfer ist ein weiterer Grund, sich gegen dieses menschenverachtende System aufzulehnen. Zumal Clara Zetkins Worte auf dem au\u00dferordentlichen Kongress der Sozialistischen Internationale im November 1912 in Basel nichts von ihrer G\u00fcltigkeit eingeb\u00fc\u00dft haben: \u201eDer Krieg ist nichts als die Erweiterung und Ausdehnung des Massenmordes, dessen sich der Kapitalismus auch im sogenannten Frieden zu jeder Stunde am Proletariat schuldig macht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parallelen und Unterschiede zu 1914<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27186,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[64],"tags":[270,372],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27053"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27053"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27053\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}