{"id":26913,"date":"2014-03-31T15:11:03","date_gmt":"2014-03-31T13:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=26913"},"modified":"2014-03-28T14:18:31","modified_gmt":"2014-03-28T13:18:31","slug":"linke-betriebsgruppen-konnten-positionen-grossteils-verteidigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/03\/linke-betriebsgruppen-konnten-positionen-grossteils-verteidigen\/","title":{"rendered":"Linke Betriebsgruppen konnten Positionen gro\u00dfteils verteidigen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26750\" alt=\"Alternative_BRWahlprogramm2014\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014-280x173.png\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014-560x347.png 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014-600x370.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alternative_BRWahlprogramm2014.png 825w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Betriebsratswahlen bei Daimler. Auch die Berliner &#8222;Alternative&#8220; hielt wieder die Fahne hoch<\/strong><\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen Betriebsratswahlen bei Daimler hatten eine deutlich geringere Resonanz als 2010 (damals standen die Wahlen im Zeichen der Rezession 2009 und der Angst vor Entlassungen). An den Machtverh\u00e4ltnissen hat sich hingegen zumeist wenig ge\u00e4ndert. Linke Betriebsgruppen schnitten unterschiedlich ab, konnten ihre Positionen jedoch weitgehend halten.<\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi, Frankfurt am Main<\/em><\/p>\n<p>In Sindelfingen \u2013 dem mit fast 39.000 Besch\u00e4ftigten gr\u00f6\u00dften Werk des Daimler-Konzerns \u2013 traten acht Listen gegeneinander an. Die Mehrheit der IG Metall konnte die Zahl ihrer Betriebsratsmitglieder von 44 auf 46 steigern und gewann damit beide Sitze, um die das Gremium erweitert wurde. Ein Grund f\u00fcr die zus\u00e4tzlichen Mandate ist, dass LeiharbeiterInnen nach entsprechenden Urteilen des Bundesarbeitsgerichts bei der Bestimmung der Betriebsratsgr\u00f6\u00dfe nun mitgez\u00e4hlt werden. Die linksoppositionelle \u201eAlternative\u201c konnte ihr Mandat halten. Die verbleibenden Sitze gingen an die \u201eChristliche Gewerkschaft Metall\u201c (CGM) sowie an \u201eunabh\u00e4ngige\u201c und \u201efreie\u201c \u2013 sprich: unternehmensnahe \u2013 Listen. Die Wahlbeteiligung sank deutlich, von 66 auf unter 59 Prozent.<\/p>\n<h4>Konflikte um Pers\u00f6nlichkeitswahl in Kassel<\/h4>\n<p>In dem mit gut 3.000 Besch\u00e4ftigten deutlich kleineren Daimler-Werk in Kassel konnten die linken \u201eAlternativen Metaller\u201c ihre absolute Stimmenanzahl steigern \u2013 von etwa 490 auf 583. Statt bisher vier erreichte sie dadurch sechs Sitze, w\u00e4hrend die offizielle Gewerkschaftsliste 16 und eine weitere Gruppe ein Mandat erzielten. Im Vorfeld der Wahl hatte es heftige Konflikte darum gegeben, ob alle Gruppen eine gemeinsame Liste einreichen \u2013 und so eine Pers\u00f6nlichkeitswahl erm\u00f6glichen \u2013 oder ob sich die Besch\u00e4ftigten zwischen verschiedenen Listen entscheiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u201eEs ist den Vertretern der IG-Metall-Liste nicht gelungen, uns den schwarzen Peter f\u00fcr das Scheitern der Pers\u00f6nlichkeitswahl zuzuschieben\u201c, betonte Erich Bauer von den \u201eAlternativen Metallern\u201c. Das gute Wahlergebnis seiner Gruppe f\u00fchrt er au\u00dferdem darauf zur\u00fcck, dass es in Teilen des Werks gro\u00dfe Entt\u00e4uschung \u00fcber die IG-Metall-Fraktion gab. \u201eBei uns stehen einige Fertigungsumf\u00e4nge und damit Arbeitspl\u00e4tze auf der Kippe, aber von der Betriebsratsspitze kam da gar nichts.\u201c<\/p>\n<h4>Bremen: Fremdvergabe von Produktionsarbeiten<\/h4>\n<p>Zu einer Pers\u00f6nlichkeitswahl kam es hingegen im Bremer Daimler-Werk. Obwohl auch hier verschiedene linke Gruppen aktiv sind, einigt man sich in dem norddeutschen Standort traditionell auf dieses Verfahren. Die linken AktivistInnen sind damit auch dieses Mal gut gefahren. \u201eUnsere Leute haben deutliche Gewinne verbucht, um bis zu 1.000 Stimmen\u201c, berichtete Gerhard Kupfer, der gemeinsam mit anderen linken Gewerkschaftern regelm\u00e4\u00dfig eigene Flugbl\u00e4tter im Werk verteilt. Mit sieben von 39 Sitzen konnte die Gruppe ihren Anteil im Gremium verteidigen, obwohl mit Kupfer einer der f\u00fchrenden Aktivisten aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr kandidierte.<\/p>\n<p>Dominierendes Thema bei der Wahl in Bremen war neben dem \u201eDurchfahren\u201c von Pausen die Fremdvergabe von Produktionsarbeiten an externe Firmen. Dagegen hatte die Belegschaft mehrfach w\u00e4hrend der Arbeitszeit protestiert. \u201eEs ist deutlich zu sehen, dass die Wahlbeteiligung in den Belegschaftsteilen h\u00f6her ausgefallen ist, die sich am st\u00e4rksten an den Aktionen beteiligt haben\u201c, so Kupfer. Insgesamt ging die Beteiligung allerdings von rund 66 auf gut 59 Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Deutlich zulegen konnte die IG Metall im Hamburger Daimler-Werk. Bei der Wahl 2010 hatte sie mit zehn von 21 Mandaten erstmals die absolute Mehrheit verfehlt. Dieses Mal kam die Gewerkschaftsliste auf 14 Sitze. Die linksoppositionelle \u201eAlternative\u201c verlor einen ihrer f\u00fcnf Sitze. Andere Gruppierungen b\u00fc\u00dften sehr viel st\u00e4rker ein.<\/p>\n<h4>Berliner \u201eAlternative\u201c zeigte wieder Flagge<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend linksoppositionelle Gruppen in den meisten Daimler-Werken bereits seit Jahrzehnten aktiv sind, trat die Berliner \u201eAlternative\u201c erstmals 2010 an und erreichte auf Anhieb f\u00fcnf der 21 Mandate. Dieses fulminante Ergebnis konnte die personell geschw\u00e4chte Gruppe nicht halten. Vor vier Jahren gab es angesichts von Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten in den Krisenmonaten viel Unruhe im Betrieb. Hinzu kam der damals akute Streit um die Umsetzung vom Entgeltrahmenabkommen (ERA).<\/p>\n<p>Immerhin erreichte die \u201eAlternative\u201c-Gruppe, die seit Jahren von SAV-Mitgliedern aktiv unterst\u00fctzt wird, mit 266 Stimmen aber drei Mandate und wird ihre Freistellung behalten. Die IG Metall verlor aufgrund des R\u00fcckgangs der Wahlbeteiligung von 76 auf 60 Prozent rund 300 Stimmen, z\u00e4hlt aber wieder 15 Mandate. Die Liste \u201eFaire Basis\u201c, auf der dieses Mal auch Vertreter der \u201echristlichen\u201c CGM kandidierten, erhielt 231 Stimmen und steigerte die Zahl der Betriebsratsmitglieder von einem auf drei.<\/p>\n<p>Jetzt will die Gruppe sich auf den Kampf f\u00fcr eine wirkliche Betriebsvereinbarung \u201eGesundheitsschutz\u201c und den Widerstand gegen den drohenden Verlust der Motorenproduktion konzentrieren.<\/p>\n<h4>\u201eAlternative\u201c in Untert\u00fcrkheim<\/h4>\n<p>Eine ganz andere Gemengelage besteht im Werk Untert\u00fcrkheim. Hier kandidieren die Aktivisten der linken \u201eAlternative\u201c seit 2010 gemeinsam mit der IG Metall. Der Betriebsrat hat sich seither um zwei Mitglieder vergr\u00f6\u00dfert \u2013 nicht nur wegen der Z\u00e4hlung der Leiharbeiter, sondern auch, weil der Betriebsrat mehrfach Neueinstellungen durchsetzte. Dennoch blieb die Gewerkschaftsliste bei 34 Mandaten. Hinzugewinnen konnten die linken \u201eOffensiven Metaller\u201c, aber auch das rechte \u201eZentrum\u201c, das seine Sitze Sitze auf vier verdoppelte. Die CGM, von der sich das \u201eZentrum\u201c einst abgespalten hat, kam hingegen nur noch auf ein Mandat.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass sowohl die Wahlbeteiligung als auch das Votum f\u00fcr die IG Metall im Werkteil Mettingen, der Hochburg der \u201eAlternative\u201c, deutlich h\u00f6her sind als am Standort Untert\u00fcrkheim insgesamt. Da zwei Aktive der Gruppe altersbedingt ausscheiden, ist diese allerdings k\u00fcnftig mit sieben statt mit neun Mitgliedern im Betriebsrat vertreten. Ein weiterer d\u00fcrfte im Verlauf der Wahlperiode nachr\u00fccken.<\/p>\n<p>Eine Schlappe erlebte die IG Metall in der Konzernzentrale, wo eher gewerkschaftsferne Angestellte t\u00e4tig sind. Dort verfehlte die IG Metall anders als beim letzten Mal die absolute Mehrheit. K\u00fcnftig stellt sie im 39-k\u00f6pfigen Betriebsrat 18 statt bisher 20 Mitglieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebsratswahlen bei Daimler. 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