{"id":26732,"date":"2014-03-08T09:00:48","date_gmt":"2014-03-08T08:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=26732"},"modified":"2014-03-10T13:47:25","modified_gmt":"2014-03-10T12:47:25","slug":"yo-decido-das-recht-auf-abtreibung-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/03\/yo-decido-das-recht-auf-abtreibung-in-der-krise\/","title":{"rendered":"\u201eYo Decido\u201c: Das Recht auf Abtreibung in der Krise"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_26733\" aria-describedby=\"caption-attachment-26733\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-26733\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/libertinus\/ CC BY-SA 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o-e1394188798928-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o-e1394188798928-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o-e1394188798928-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o-e1394188798928-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2451609134_698be2a5e4_o-e1394188798928.jpg 956w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26733\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/libertinus\/ CC BY-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Hunderttausende protestierten in Madrid gegen den Gesetzesentwurf der konservativen Rajoy-Regierung zur Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts in Spanien. Einer Umfrage der Zeitung \u201eEl Peri\u00f3dico de Catalunya\u201c zufolge sind 80 Prozent der SpanierInnen gegen das neue Abtreibungsgesetz.<\/strong> <\/p>\n<p><em>von Katharina Doll, Hamburg<\/em><\/p>\n<p>Erst 2010 wurde das Abtreibungsgesetz in Spanien gelockert \u2013 der Schwangerschaftsabbruch bis zur 14. Woche wurde legalisiert. Das soll nun wieder zur\u00fcckgenommen werden, ersetzt durch eine sogenannte \u201eIndikationsl\u00f6sung\u201c. Das bedeutet, dass k\u00fcnftig nur noch Abtreibungen nach Vergewaltigungen oder bei besonders gravierenden gesundheitlichen Risiken erlaubt sein sollen. Das bedeutet auch, dass selbst das Recht von Minderj\u00e4hrigen ohne elterliche Einwilligung, das 2010 eingef\u00fchrt wurde, nun nicht mehr Recht sein soll, sondern \u201eDelikt\u201c. Auch die rezeptfreie \u201ePille danach\u201c k\u00f6nnte durch das neue Gesetz nicht mehr so einfach in Apotheken erh\u00e4ltlich sein.<\/p>\n<h4>Was bedeutet ein Abtreibungsverbot in Krisenzeiten?<\/h4>\n<p>Seit dem Einbruch der Krise musste die s\u00fcdeurop\u00e4ische Bev\u00f6lkerung fatale Angriffe auf ihren Lebensstandard hinnehmen. Frauen und Familien mit Kindern wurden von den K\u00fcrzungen besonders hart getroffen. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit von Frauen in den letzten Jahren in die H\u00f6he geschnellt, 2013 lag sie bei etwa 50 Prozent. Erst 2012 wurden die Gelder f\u00fcr Gesundheit und Bildung um zehn Milliarden gek\u00fcrzt. Das Kindergeld liegt in Spanien bei 25,24 Euro im Monat, viele Familien k\u00f6nnen sich die Kita-Geb\u00fchren nicht mehr leisten. \u201eRettungspakete\u201c gab es viele \u2013 aber Rettung ist nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund ist das geplante Abtreibungsverbot besonders fatal. Denn leider h\u00e4ngt in der kapitalistischen Gesellschaft die Frage, ob man ein Kind bekommen will, nicht nur von Wollen, sondern auch von K\u00f6nnen ab. Kann ich meine Miete noch zahlen, wenn ich nebenbei meine Tochter ern\u00e4hren muss? Kann ich trotz der hohen Arbeitslosigkeit einen Job finden, bei dem ich mich nebenbei um meinen Sohn k\u00fcmmern kann, wenn die Kita nebenan dichtmacht? Erst letztes Jahr sind in Folge der Krise die Geburtenraten in S\u00fcdeuropa stark zur\u00fcckgegangen, denn f\u00fcr viele Frauen bedeutet die Geburt eines Kindes in dieser sozialen Situation den letzten Sto\u00df in Verarmung und Elend.<\/p>\n<h4>Abtreibungsverbot \u2013 Eine Frage von Leben und Tod<\/h4>\n<p>Im Oktober 2012 starb in einem irischen Krankenhaus die 31-j\u00e4hrige Savita Halappanavars. Sie war in der 17. Woche schwanger, und obwohl es Komplikationen gab, wurde ihr eine Abtreibung verweigert, solange der F\u00f6tus am Leben war, was \u2013 wahrscheinlich aufgrund einer Infektion \u2013 letztlich zu ihrem Tod f\u00fchrte. \u201eDas ist ein katholisches Land\u201c, sagte ihr Arzt. Als Folge von Abtreibungsverboten fanden den Vereinten Nationen (UN) zufolge im Jahr 2000 rund 42 Millionen \u201eunsichere\u201c Abtreibungen statt, von denen etwa 30.000 zum Tod der Frauen f\u00fchrten. Die Frage, ob Abtreibung legal ist, ist vor allem in Krisenzeiten f\u00fcr viele Frauen eine Frage von Leben und Tod.<\/p>\n<h4>Unsere Gesundheit darf nicht von Rettungspaketen abh\u00e4ngen!<\/h4>\n<p>Erst k\u00fcrzlich wurden in Griechenland alle Polikliniken geschlossen, rund 8.500 Stellen f\u00fcr \u00c4rztInnen wurden weggek\u00fcrzt. Die Begr\u00fcndung: Vor der Europa-Wahl ist kein Platz f\u00fcr neue Rettungspakete. Unsere Gesundheit darf nicht von Rettungspaketen abh\u00e4ngen! In ganz Europa wurden in den letzten Jahren Schulen und Kitas geschlossen und Sozialhilfe weggek\u00fcrzt. Frauen, M\u00e4nner und Familien werden in unserer Gesellschaft bei der Erziehung von Kindern alleingelassen \u2013 alle Gefahren und \u00c4ngste m\u00fcssen sie allein meistern, w\u00e4hrend um sie herum die Wirtschaft den Bach runtergeht. Gerade in einer solchen Gesellschaft kann es nicht auch noch die Entscheidung der Herrschenden sein, ob wir Kinder bekommen oder nicht. Profite sind im Kapitalismus wichtiger als Menschenleben. Die Entscheidung, was mit unserer Gesundheit passiert, ob wir soziale Hilfe beanspruchen k\u00f6nnen und was mit unserem K\u00f6rper geschieht, soll uns abgenommen werden \u2013 wir m\u00fcssen sie uns zur\u00fcckholen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunderttausende protestierten in Madrid gegen den Gesetzesentwurf der konservativen Rajoy-Regierung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26733,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32],"tags":[278,368],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26732"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26732"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26732\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}