{"id":26293,"date":"2014-01-04T18:00:51","date_gmt":"2014-01-04T17:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=26293"},"modified":"2014-01-02T12:57:49","modified_gmt":"2014-01-02T11:57:49","slug":"sexindustrie-und-prostitution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2014\/01\/sexindustrie-und-prostitution\/","title":{"rendered":"Sexindustrie und Prostitution"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26294\" alt=\"prostitution\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-280x173.png\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-560x345.png 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-600x370.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter-900x556.png 900w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ruhamaposter.png 1010w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die sozialistische Perspektive<\/strong><\/p>\n<p>Die Sexindustrie ist einer der am schnellsten wachsenden legalen und illegalen Wirtschaftszweige der Welt. Prostitution und die Sexindustrie insgesamt m\u00fcssen im Kontext der bestehenden Geschlechter- und Klassenunterdr\u00fcckung und der Ungleichheit im existierenden Kapitalismus betrachtet werden.<\/p>\n<p><em>von Laura Fitzgerald<\/em><\/p>\n<p>Die Mehrheit derer, die Sex verkaufen sind weiblich, und die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der K\u00e4uferInnen von Sex sind m\u00e4nnlich. W\u00e4hrend der weltweiten Krise des Kapitalismus wachsen Klassenunterschiede und Armut ebenso wie die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Laut Sch\u00e4tzungen der Weltbank l\u00e4sst ein R\u00fcckgang der Wirtschaftsleistung um ein Prozent die Kindersterblichkeit um 7,4 Todesf\u00e4lle unter eintausend M\u00e4dchen ansteigen \u2013 unter eintausend Jungen aber nur um 1,5 Todesf\u00e4lle. Die Krise hat weltweit auch dazu gef\u00fchrt, dass der Anteil der M\u00e4dchen die die Primarschule abschlie\u00dfen um 29 Prozent gefallen ist \u2013 bei den Jungen sind es 22 Prozent.<\/p>\n<p>Die Unterdr\u00fcckung von Frauen existiert seit mehreren Tausend Jahren, und besonders im Kapitalismus wurde durch die Ideologie der patriarchalen Familie eine inh\u00e4rente Ungleichheit gef\u00f6rdert, mit dem Mann als Haushaltsvorstand, der Frau als \u201enat\u00fcrlicher Betreuerin\u201c der Familie und Monogamie, bzw. Kontrolle \u00fcber die weibliche Sexualit\u00e4t, die innerhalb der Ehe gehalten werden musste um Privateigentum in m\u00e4nnlicher Linie vererben zu k\u00f6nnen. Diese Struktur hatte gro\u00dfe Vorteile f\u00fcr die Elite im kapitalistischen System, so leisteten Frauen unbezahlte Arbeit und \u201eFrauenarbeit\u201c wurde so weit abgewertet, dass die Unter- oder Nichtbezahlung von Frauen mit der Ideologie der nat\u00fcrlichen Unterordnung der Frau unter den Mann gerechtfertigt werden konnte<\/p>\n<p>K\u00e4mpfe von Frauen, K\u00e4mpfe der Arbeiterbewegung und die Auswirkungen des massenhaften Eintritts von Frauen in die Lohnarbeit in den letzten Jahrzehnten haben dazu gef\u00fchrt, dass solche offen reaktion\u00e4ren Ansichten \u00fcber Frauen- und M\u00e4nnerrollen gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert werden, zumindest nicht in der entwickelten kapitalistischen Welt. Aber die Ungleichheit bleibt und wird von der aktuellen Wirtschaftskrise verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Diese Ungleichheit wird in zwei weiterhin bestehenden Fakten sichtbar: erstens der \u00fcberall noch vorhandenen unterschiedlichen Bezahlung. In Irland bekommen Frauen laut einer neueren OECD-Studie durchschnittlich 14 Prozent weniger Lohn als M\u00e4nner, und bei Frauen mit Kindern betr\u00e4gt der Abstand 31 Prozent. Zweitens in der Epidemie der m\u00e4nnlichen und sexualisierten Gewalttaten gegen Frauen, die meist von Partnern, Ex-Partnern, Verwandten oder anderen M\u00e4nnern die die \u00dcberlebenden und Opfer kennen, begangen werden und die in unterschiedlichen Ausma\u00dfen und H\u00e4ufigkeiten in jedem Land der Welt vorkommen.<\/p>\n<p>Sie sind ein Produkt einer Gesellschaft, zu der immer noch wirtschaftliche Unterdr\u00fcckung und Ungleichheit geh\u00f6ren. Die Gewalt erw\u00e4chst aus der auf verschiedene Arten betriebenen Verbreitung der Idee, dass Frauen den M\u00e4nnern untergeordnet, Objekte und Eigentum seien sowie dem komplexen Wechselspiel der gesellschaftlichen Verbreitung anderer patriarchaler Vorstellungen von Geschlechterrollen, die den Mann als Besch\u00fctzer, Ern\u00e4hrer und das Machtzentrum des Haushalts darstellen.<\/p>\n<h4>Fehler des Postfeminismus und Objektifizierung<\/h4>\n<p>All das ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass es in den letzten Jahrzehnten neben der v\u00f6llig abwegigen Mode des Postfeminismus (eine optimistische Vorstellung prokapitalistischer FeministInnen aus den 1990ern, die glaubten, dass Frauen als Einzelne die Gleichheit erreichen k\u00f6nnten, weil die wichtigsten sexistischen Gesetze z.B. in Europa abgeschafft seien) auch den massiven Anstieg der Objektifizierung von Frauen und der Darstellung weiblicher K\u00f6rper als Ware durch die b\u00fcrgerlichen Medien gab. Dieses Ph\u00e4nomen entspringt der Profitlogik \u2013 die Sch\u00f6nheitsindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hat das Wachstum der \u2013 legalen und illegalen \u2013 Sexindustrie zu einer schr\u00e4gen Wahrnehmung von Sexualit\u00e4t beigetragen, die Frauen zu Objekten, ihre K\u00f6rper zu Waren und zu Mitteln der sexuellen Befriedigung f\u00fcr M\u00e4nner macht und so die Unterdr\u00fcckung der Frauen in der Gesellschaft widerspiegelt. Das gilt f\u00fcr Stripclubs und die Pornoindustrie, die in der Regel eine Sicht von Sexualit\u00e4t beinhaltet, die die weibliche Sexualit\u00e4t der der M\u00e4nner unterordnet. Wenn sich Erwachsene beim Sex filmen m\u00f6chten, ist das v\u00f6llig harmlos und ihre Privatsache, aber die Masse an kommerzieller Pornographie spiegelt zwangsl\u00e4ufig die vollkommen ausbeuterische und inh\u00e4rent patriarchale Natur des Profitsystems, in dem sie existiert wieder.<\/p>\n<p>Die dadurch verbreitete Botschaft, dass weibliche K\u00f6rper Waren und Frauen Sexobjekte seien, dass der Gipfel der weiblichen Sexualit\u00e4t ein lauter, \u00fcbertriebener Fake-Orgasmus durch physisch gef\u00e4hrliche und schmerzhafte Formen von Sex sei, ist ernsthaft sch\u00e4dlich. Sie tr\u00e4gt zu Gewalt gegen Frauen bei und reproduziert Sexismus. SozialistInnen m\u00fcssen die Sexindustrie bek\u00e4mpfen. Auch die ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung sollte sich gegen die Sexindustrie positionieren.<\/p>\n<p>Das hat nichts mit einer konservativen, moralistischen oder religi\u00f6sen Anti-Sex-Haltung zu tun, sondern mit der Ablehnung der Kommerzialisierung von Sex. In ihrem Buch \u201eLiving Dolls\u201c beschreibt Natasha Walter die mittlerweile unter M\u00e4nnern verbreitete Praxis, ihre Erfahrungen mit Prostituierten online zu bewerten \u2013 ein ekliges Beispiel sexistischer Objektifizierung mit reichlich rassistischen und frauenfeindlichen Kommentaren. Es gibt auch ein Interview mit einer Frau, die vom wachsenden Einfluss von Gewalt- und Vergewaltigungspornographie auf ihr Leben als Prostituierte berichtet: \u201eJ\u00fcngere [Kunden] wollen experimentieren, sie haben Sachen im Internet gesehen, Gewalt und Vergewaltigung. Was vor f\u00fcnf Jahren noch extrem war, ist heute \u00fcblich.\u201c<\/p>\n<p>Der riesige Anstieg der sexistischen Objektifizierung von Frauenk\u00f6rpern, der von Gro\u00dfkonzernen und ihren Medien vorangetrieben wird, hat den Kauf von Sex zu einem gewissen Grad normalisiert. Gleichzeitig gibt es einen Trend zur Online-Bestellung von Sexarbeiterinnen in die Wohnungen der Kunden. Diese Faktoren f\u00f6rdern Ungleichheit, sind daher sch\u00e4dlich f\u00fcr alle Frauen in der Gesellschaft und ein riesiges Problem.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr Menschen aus der Arbeiterklasse im Allgemeinen und Frauen im Besonderen ist die nichts verschonende und anscheinend endlose K\u00fcrzungspolitik. Starker Widerstand dagegen ist notwendig. Frauen, die die Mehrheit der Besch\u00e4ftigten im besonders stark betroffenen \u00f6ffentlichen Dienst sind, m\u00fcssen in der Widerstandsbewegung eine zentrale Rolle spielen. Wie k\u00f6nnen wir die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Einheit unter Menschen aus der Arbeiterklasse \u00fcber die Geschlechtergrenze hinweg schaffen, wenn eine fortschrittliche Anti-K\u00fcrzungs-Bewegung die sehr stark verbreiteten sexistischen Ideen und Ansichten nicht bek\u00e4mpft?<\/p>\n<p>Frauen und die Arbeiterbewegung haben das Recht sich zum Beispiel gegen die Er\u00f6ffnung eines Stripclubs zu wehren und sollten das auch tun. Laut einer Studie hat nach einem schnellen Wachstum von Stripclubs in Camden, London die H\u00e4ufigkeit sexueller \u00dcbergriffe in der Gegend um vierzig Prozent zugenommen. Das hat nichts damit zu tun, sich gegen die Frauen und M\u00e4nner zu stellen, die in der Sexindustrie arbeiten. Zum Beispiel sollten wir Besch\u00e4ftigte von Stripclubs bei jedem Versuch unterst\u00fctzen, sich kollektiv zu organisieren um ihre Sicherheit, ihre L\u00f6hne, ihre Arbeitsrechte usw. zu verbessern.<\/p>\n<h4>Prostitution<\/h4>\n<p>Die Prostitution ist ein Aspekt der Sexindustrie und beinhaltet selbst ein weites Spektrum an Aspekten. Sie stellt aber sicherlich den am st\u00e4rksten ausbeuterischen und gef\u00e4hrlichsten Aspekt der Sexindustrie dar. \u00dcber die Frage, wie die Prostitution gesetzlich geregelt werden sollte wird viel debattiert. Einige Linke treten f\u00fcr eine Legalisierung ein. Es ist wichtig gleich am Anfang festzustellen, dass die Legalisierung die Ausbeutung nicht aus der Welt schaffen wird, ebenso wenig wie die gesetzliche Gleichberechtigung f\u00fcr Frauen, dort wo es sie gibt, zu einem Ende der Frauenunterdr\u00fcckung gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Frauen, M\u00e4nner und Transsexuelle gehen aus verschiedenen Gr\u00fcnden in die Prostitution, und ihre Erfahrungen in diesem Bereich k\u00f6nnen sehr unterschiedlich sein. Von Stra\u00dfenprostituierten (heute eine kleine und schrumpfende Minderheit), von denen die meisten unter Suchtproblemen leiden und die oft in Heimen aufgewachsen sind, \u00fcber \u201eEscortservice\u201c zu Prostituierten in Bordellen und Callgirls (die wachsende zentrale Form der Prostitution im Internet- und Smartphonezeitalter), von denen die gro\u00dfe Mehrheit MigrantInnen sind, die zu einem sehr kleinen Anteil auch durch Menschenhandel und sehr direkt in die Prostitution gezwungen werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es einerseits einen weltweiten Bedarf nach Prostitution und andererseits extreme Armut und schlechte Lebensbedingungen gibt, entsteht durch die Profitwirtschaft daraus die global florierende Sexindustrie. Es w\u00e4re falsch, die Gr\u00fcnde warum Menschen in die Prostitution gehen auf Armut zu reduzieren. Sie k\u00f6nnen ein komplexes Wechselspiel von Faktoren sein. Zum Beispiel weisen viele Studien darauf hin, dass die in der Prostitution besch\u00e4ftigten \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig in ihrer Kindheit Gewalt und sexuellen Missbrauch erlebt haben.<\/p>\n<p>Wie schon gesagt befand sich die Mehrheit der Stra\u00dfenprostituierten in Irland schon einmal in institutioneller Betreuung und die meisten haben Suchterkrankungen. Dennoch m\u00fcssen wir erw\u00e4hnen, dass ein Artikel der medizinischen Zeitschrift \u201eThe Lancet\u201c mit Besorgnis auf den riesigen Anstieg der Prostitution in Griechenland als direkte Folge der brutalen Verarmung und Verelendung der griechischen Bev\u00f6lkerung durch die kapitalistische K\u00fcrzungspolitik der Regierung und der Troika hinweist.<\/p>\n<h4>Freiwilligkeit<\/h4>\n<p>In der gesellschaftlichen Debatte \u00fcber Prostitution steht h\u00e4ufig die \u201eFreiwilligkeit\u201c im Zentrum. \u201eFreiwillig\u201c ist ein relativer Begriff. Zun\u00e4chst gibt es die, die \u00fcberhaupt keine Wahl haben. Opfer von Menschenhandel sind nur eine sehr kleine Minderheit der in der Prostitution besch\u00e4ftigten. Aber der Menschenhandel existiert und ist fester Bestandteil der Sexindustrie, der nicht aus ihr entfernt werden kann. Mit Zwangsprostitution verbundener Menschenhandel wird als moderne Sklaverei bezeichnet und ist eine wachsende Branche \u2013 ein Beispiel f\u00fcr die reaktion\u00e4re Natur des Kapitalismus im 21. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die Bedeutung dieses Punktes f\u00fcr einige der am st\u00e4rksten unterdr\u00fcckten und ausgebeuteten Menschen der Welt mit einer Anekdote zeigen. In Slavery Inc: The Untold Story of International Sex Trafficking von Lydia Cacho trifft sich die Autorin in verschiedenen L\u00e4ndern mit Opfern von Menschenhandel. Eine der jungen Frauen, 17 Jahre alt, hat ihre Qualen \u00fcberlebt. Als Zw\u00f6lfj\u00e4hrige wurde sie von ihrem Onkel an eine chinesische Mafiagang in Kambodscha verkauft und gemeinsam mit anderen M\u00e4dchen, \u00fcberwiegend im Alter von sieben bis zehn, versklavt \u2013 f\u00fcr Oralsex oder, f\u00fcr einen Sonderpreis, zur Entjungferung. Die Kunden waren \u00fcberwiegend Sextouristen, M\u00e4nner aus Korea, Japan, Europa und den USA. Als ein M\u00e4dchen versuchte zu fliehen wurde sie ermordet und sp\u00e4ter den anderen M\u00e4dchen, denen man \u00fcber 24 Stunden lang die Nahrung verweigert hatte, als grausame Warnung zum Essen vorgesetzt. Das ist die dreckige, h\u00e4ssliche, schreckliche Unterwelt der Sexindustrie.<\/p>\n<p>Die meisten in der Prostitution besch\u00e4ftigten haben gr\u00f6\u00dfere Wahlfreiheit als diese M\u00e4dchen, aber in der gro\u00dfen Mehrheit der F\u00e4lle f\u00e4llt diese \u201eWahl\u201c in den wirklich restriktiven, einengenden Kontext einer kapitalistischen Welt in der Krise \u2013 mit extremer Armut und Erniedrigung besonders f\u00fcr die \u00e4rmsten und unterdr\u00fccktesten Schichten der Frauen. Maya Angelou schafft in einem Gedicht mit gro\u00dfem Pathos das Bild einer armen schwarzen Frau die auf eine Abtreibungsklinik zugeht, \u201ebest\u00fcrzt \u00fcber die fehlende Wahl\u201c.<\/p>\n<p>\u201eBest\u00fcrzt \u00fcber die fehlende Wahl\u201c scheint auch eine gute Beschreibung f\u00fcr die Realit\u00e4t zu sein, in der die meisten Prostituierten leben. Die Tatsache, dass die Mehrheit derer, die in Bordellen, in Modellwohnungen und als Callgirls arbeiten MigrantInnen sind weist darauf hin, weil f\u00fcr \u00fcberwiegend arme Frauen ohne die materiellen Mittel, Sprachkenntnisse und Aufenthaltsstatus die sie f\u00fcr den Zugang zu anderen Jobs br\u00e4uchten, die illegale Sexindustrie die einzige M\u00f6glichkeit sein kann, zu \u00fcberleben.<\/p>\n<h4>\u201eBelle de Jour\u201c-Backlash<\/h4>\n<p>Die mediale Verbreitung einer aufgeh\u00fcbschten \u201eBelle de Jour\u201c-Rolle der stark empowerten sogenannten Edelprostituierten steht im Gegensatz zu den Erfahrungen der meisten Prostituierten und hat mit ihrem Leben nichts zu tun. Die Verbreitung dieses Bildes von Prostitution ist Teil eines Backlashs, der die noch immer bestehende Unterdr\u00fcckung in der Gesellschaft kleinredet oder gar leugnet und bewusst versucht, eine zutiefst sexistische und ausbeuterische Branche reinzuwaschen. Wenn es kein Machtgef\u00e4lle zwischen M\u00e4nnern und Frauen g\u00e4be, wenn die Unterdr\u00fcckung von Frauen in der Gesellschaft keine Rolle mehr spielen w\u00fcrde, wenn wir nicht in einer Welt leben w\u00fcrden die vom Profitstreben angetrieben wird, f\u00fcr das die M\u00e4chtigen bereit sind aus Allem &#8211; auch aus Sex und Frauenk\u00f6rpern &#8211; eine Ware zu machen; dann k\u00f6nnten wir diese Propaganda vielleicht glauben.<\/p>\n<p>Rachel Moran, eine irische \u00dcberlebende der Prostitution dekonstruiert in ihrem Buch Paid For: My Journey Through Prostitution den Mythos von der \u201egl\u00fccklichen Hure\u201c in sehr klaren Worten:<\/p>\n<p>\u201eDer erste Schritt darin, eine gl\u00fcckliche Hure zu werden ist nat\u00fcrlich, eine sein zu wollen. Die Einwilligung zur Prostitution wird als eindimensional gesehen, in Wirklichkeit ist sie alles anderes als das. Ich habe niemals ein Beispiel f\u00fcr Prostitution im Leben einer Frau gesehen, das kein Versuch war aus einer Situation herauszukommen und nicht, in eine hineinzukommen. Mit anderen Worten: die gro\u00dfe Mehrheit der Frauen die ich \u00fcber die Jahre getroffen habe, arbeiteten in der Prostitution, um aus finanziellen Problemen herauszukommen und nicht weil sie eine Neigung zu teuren Handtaschen entwickelt hatten. Die Annahme der freien Entscheidung f\u00fchrt zur Annahme der Freiwilligkeit, aber die Begriffe Freiwilligkeit und Entscheidungsfreiheit passen bei dieser Frage nicht. Sie sind deplatziert, weil die Beteiligung einer Frau an Prostitution die Folge von Umst\u00e4nden ist, die sie nicht kontrollieren kann, weil ein Kontext entsteht indem echte Einwilligung v\u00f6llig unm\u00f6glich wird. Es gibt einen Unterschied zwischen Einwilligung und z\u00f6gernder Unterwerfung.\u201c<\/p>\n<h4>Abschaffung des Opferbegriffs<\/h4>\n<p>Einige in der Linken und AutorInnen wie Laura Augustin bek\u00e4mpfen die Benutzung des Begriffs \u201eOpfer\u201c f\u00fcr die in der Prostitution besch\u00e4ftigten. Augustin erkennt zwar an, dass viele die in die Prostitution gehen beschr\u00e4nkte Wahlm\u00f6glichkeiten haben, betont aber den Aspekt der \u201eFreiwilligkeit\u201c. Sie findet es entmenschlichend, die davon betroffenen Menschen als Opfer zu betrachten und verurteilt diese Sicht als moderne Version der \u201eB\u00fcrde des wei\u00dfen Mannes\u201c. Wie sieht also die Lebensrealit\u00e4t von Prostituierten aus? K\u00f6nnen wir sie als Opfer bezeichnen?<\/p>\n<p>Die Abschaffung des Opferbegriffs ist sehr problematisch. Kajsa Ekis Ekman stellt sie hervorragend in den Kontext des neoliberalen Kapitalismus \u2013 r\u00fccksichtsloser Individualismus und die Thatcheristische Ansicht \u201eso etwas wie eine Gesellschaft gibt es nicht\u201c. Mit anderen Worten: wer anerkennt, dass es Opfer gibt, erkennt an, dass Unterdr\u00fcckung stattfindet. Damit wird anerkannt, dass \u00fcberw\u00e4ltigende Kr\u00e4fte in der Gesellschaft, darunter eine starre Aufteilung in Klassen die vielen Menschen die M\u00f6glichkeit nimmt, sich ihr Leben frei und nach ihren W\u00fcnschen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Wie sieht die Realit\u00e4t f\u00fcr die in der Prostitution Besch\u00e4ftigten aus? In Gro\u00dfbritannien ist laut einer Studie des Innenministeriums von 2004 die Sterblichkeitsrate f\u00fcr Frauen in der Prostitution in London im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt um das zw\u00f6lffache erh\u00f6ht. Eine weltweite Studie zur Prostitution hat ergeben, dass 68 Prozent der befragten Frauen an Posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung (PTSD) litten, in \u00e4hnlichen Ausma\u00dfen wie Opfer von Folter und KriegsveteranInnen (Ramsey et al., 1993). Eine bekannte Studie, die Farley und Barkan in den 1990ern unter 130 Stra\u00dfenprostituierten in San Francisco durchf\u00fchrten, ergab dass 82 Prozent von ihnen physisch angegriffen, 83 Prozent mit einer Waffe bedroht und 68 Prozent w\u00e4hrend der Arbeit in der Prostitution vergewaltigt worden waren.<\/p>\n<p>Vielsagenderweise will die Mehrheit der Prostituierten nicht, dass ihre Kinder Prostituierte werden. In der Prostitution Besch\u00e4ftigte sind in der Regel Opfer von Unterdr\u00fcckung wegen ihrer Klassenzugeh\u00f6rigkeit und ihres Geschlechts. Das anzuerkennen bedeutet nicht, sie zu entmenschlichen, eher im Gegenteil. Es bedeutet vielmehr eine Empathie innerhalb der Arbeiterklasse und ein Verst\u00e4ndnis der enormen Schwierigkeiten, der Stressbelastung und des Leids, das das kapitalistischen System insbesondere den \u00e4rmsten und am st\u00e4rksten marginalisierten Menschen in der Gesellschaft zuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Es stimmt nat\u00fcrlich, dass NGOs die sich gegen Prostitution einsetzen im Kern von einer moralistischen und verurteilenden Position motiviert sein k\u00f6nnen. Manche wie z.B. Ruhama haben religi\u00f6se Wurzeln, und ihre Arbeit mit Prostituierten wurde urspr\u00fcnglich gemeinsam mit der frauenfeindlichen Katholischen Kirche initiiert. Aber SozialistInnen sollten nicht das Kind mit dem Bade aussch\u00fctten, indem sie um sich von moralistischen Herangehensweisen abzugrenzen, die extreme Unterdr\u00fcckung innerhalb der Sexindustrie leugnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem bedeutet die Anerkennung der Existenz von Unterdr\u00fcckung und der Wunsch an ihrer \u00dcberwindung mitzuwirken nicht, die wichtigen Rechte von Prostituierten zu leugnen, die zum Beispiel selbst aktiv werden und gegen ihre Unterdr\u00fcckung k\u00e4mpfen wollen. Sie nimmt den Menschen, die in der Sexindustrie arbeiten nicht das Recht, sich selbst und ihre Arbeit so zu nennen wie sie es m\u00f6chten, ob SexarbeiterInnen, Prostituierte oder anders. Sie ignoriert auch nicht die riesigen Unterschiede zwischen den Erfahrungen und den Intensit\u00e4ten der Ausbeutung innerhalb der Sexindustrie \u2013 zum Beispiel zwischen eineR Telefonsex-Besch\u00e4ftigten und einer Frau die im Bordell oder als Callgirl Prostitution\/Sexarbeit betreibt.<\/p>\n<h4>Extreme Ausbeutung<\/h4>\n<p>\u201eEs scheint eine allgemeine \u00f6konomische Interpretation auf Seiten der Linken zu geben, Prostitution als eine Form der Arbeiterausbeutung zu betrachten (ArbeiterInnen, die nicht den vollen Wert ihrer Arbeit ausgezahlt bekommen und der von ihnen produzierter Profit abgezweigt wird). Das ist ein Standpunkt, der unbeabsichtigt die Verharmlosung der Sexindustrie st\u00e4rken kann und genau damit Sexindustrie-Magnaten n\u00fctzt, sehr zu ihrer Schadenfreude. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Verkauf der Arbeitskraft und dem Verkauf des eigenen K\u00f6rpers. In erster Linie liegt der Grund daf\u00fcr in den immanenten patriarchalen Strukturen, die Prostitution zu Grunde liegen. Den K\u00f6rper einer anderen Person zu kaufen ist ein extremer Ausdruck von Machtverh\u00e4ltnissen, und in der Realit\u00e4t sieht es so aus, dass in den meisten F\u00e4llen M\u00e4nner den K\u00f6rper von Frauen, oder nicht so h\u00e4ufig, M\u00e4nner den K\u00f6rper von M\u00e4nnern bezahlen. Eine florierende Sexindustrie reflektiert Sexismus und das Patriarchat und h\u00e4lt diese aufrecht. Es ist nicht nur f\u00fcr die sch\u00e4dlich, die in dieser Industrie arbeiten, sondern auch f\u00fcr Frauen allgemein in der Gesellschaft<\/p>\n<p>In einer Rede im Da\u00edl [Parlament der Republik Irland, Ad\u00dc] \u00fcber den vom Abgeordneten Thomas Pringle vorgeschlagenen Gesetzentwurf die Sexk\u00e4ufer zu kriminalisieren, benutzte die Abgeordnete Clare Daly das Beispiel eines Mannes, der in einer sexlosen Ehe lebt, Prostituierte benutzt und in keiner Weise ausbeutend oder gewaltt\u00e4tig sei. Dieser Blickwinkel auf Prostitution als Dienstleistung, neben dem \u00e4hnlichen Argument, dass M\u00e4nner mit Behinderung diese Dienstleistung ben\u00f6tigen w\u00fcrden, ist faktisch die Fortsetzung einer konservativen und patriarchalen Sichtweise der Sexualit\u00e4t. Warum ist es eigentlich so, dass Frauen, die in einer sexlosen Ehe leben \u2013 oder Frauen mit Behinderungen \u2013 nicht die Hauptkundschaft f\u00fcr die Sexindustrie ausmachen? Dies ist wieder ein Beispiel daf\u00fcr, wie Sex durch das patriarchale Prisma gesehen wird \u2013 das im Grunde Sex als etwas betrachtet wird, dass M\u00e4nner wollen und begehren, und dem sich Frauen widerwillig unterordnen. Es beinhaltet auch die Vorstellung, dass Sex zu haben ein Grundrecht sei, im Gegensatz zu etwas zu dem gemeinsam eingewilligt wird. M\u00e4nner in sexlosen Ehen oder mit Behinderung, die in sexuellen Aktivit\u00e4ten mit beiderseitigem Einverst\u00e4ndnis teilnehmen k\u00f6nnen und teilnehmen, sollten nicht als Beispiel benutzt werden, um die Sexindustrie zu verharmlosen.<\/p>\n<p>Ein hervorragendes Beispiel f\u00fcr das verursachte Leid, das SexarbeiterInnen angetan wird, ist die Tatsache, dass der Verkauf des eigenen K\u00f6rpers zu psychologischen Narben f\u00fchren kann, da f\u00fcr viele Prostituierte die dringende Notwendigkeit gegeben ist, sich als Personen von dem Horror, den ihre K\u00f6rper t\u00e4glich ertragen, zu distanzieren. F\u00fcr manche Prostituierte ist ein \u00dcberlebensmechanismus, deutlich zwischen Psyche und K\u00f6rper zu unterschieden.<\/p>\n<p>Rachel Moran (bereits zitiert) gibt einen pers\u00f6nlichen Bericht davon, wenn sie die Tatsache beschreibt, dass sie selbst als \u00dcberlebende der Prostitution niemals wirklich ihren eigenen K\u00f6rper zur\u00fcckerlangen konnte. F\u00fcr Rachel manifestiert sich dies bei sozialen Veranstaltungen wie Hochzeiten, die ihr abverlangen zu tanzen. Als Kind hat sie gelernt das Tanzen zu lieben, aber nach der Tortur der Prostitution war sie nie wieder in der Lage zu tanzen. Es wurde f\u00fcr sie physisch unm\u00f6glich. Eine andere \u00dcberlebende der Prostitution, die auf einer von Equality Society ausgerichteten Veranstaltung in der Dublin Universit\u00e4t berichtete, sprach \u00fcber die Tatsache, dass sie ihren W\u00fcrgereflex durch die Arbeit als Prostituierte verlor. In den Jahren seit sie aus der Prostitution ausgestiegen ist, hat sie von Zeit zu Zeit getestet, ob er sich wieder entwickelt hat, da dies einen wichtigen Meilenstein im Prozess der Zur\u00fcckgewinnung ihres K\u00f6rpers nach dem Trauma der Prostitution darstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ist es kein Widerspruch sich f\u00fcr die Rechte von Prostituierten einzusetzen, zum Beispiel in Kampagnen f\u00fcr freien Zugang zu Verh\u00fctungsmitteln, und trotzdem unerbittlich gegen die Sexindustrie zu k\u00e4mpfen \u2013 genauso wie es m\u00f6glich ist sowohl gegen die Atomindustrie als Ganzes zu sein und trotzdem die Arbeiter*innen in dieser Industrie zu unterst\u00fctzen, sich zu organisieren um f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>SozialistInnen sollten jede Bem\u00fchung von Prostituierten\/ SexarbeiterInnen sich zu organisieren unterst\u00fctzen und sie dazu ermutigen. Die Linke und die Arbeiterbewegung sollten fortschrittliche Gesetzte unterst\u00fctzen, auch wenn sie erkennen, dass Gesetzes\u00e4nderungen die Bedingungen, die Menschen in die Prostitution zwingen, nicht eliminieren. Genauso wie Illegalisierung der Kinderarbeit diese noch nicht beseitigt hat und dies auch nicht tun wird, wenn Profitgier und extreme Armut gleichzeitig existieren \u2013 ist es einfach eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, das die Linke und die Arbeiterbewegung in der Vergangenheit ein solches Gesetz unterst\u00fctzt haben und es auch jetzt tun sollten.<\/p>\n<h4>Legalisierung<\/h4>\n<p>Keine Frau, kein Mann oder TranssexuelleR, die oder der als ProstituierteR arbeitet, sollte durch das Gesetz kriminalisiert werden. Gleichzeitig sollte niemand N\u00f6tigung und Schikanen durch den Staat \u2013 oder sogar moralischer Verurteilung \u2013 ausgesetzt sein, weil er oder sie in der Sexindustrie arbeitet. Zurzeit ist in S\u00fcdirland das \u201esich anbieten\u201c illegal, was bis zu einem gewissen Grad Prostitution kriminalisiert. Dieses Gesetz muss ge\u00e4ndert werden. Die Art in der Gesetze im Bezug auf Bordellf\u00fchrung formuliert sind, haben darin resultiert, dass Prostituierte in manchen F\u00e4llen daf\u00fcr kriminalisiert wurden, weil sie in Paaren mit anderen Prostituierten gearbeitet haben, da dies ein sichereres Arbeitsumfeld bedeuten kann. Gesetzes\u00e4nderungen und eine klare Formulierung sind n\u00f6tig um dies zu vermeiden und Prostituierten\/ SexarbeiterInnen zu erlauben, gemeinsam zu agieren um die Gew\u00e4hrleistung ihrer Sicherheit zu verbessern.<\/p>\n<p>Es ist von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, dass kein\/e Prostituierte\/r durch das Gesetz kriminalisiert wird. Dies verringert die diskriminierende Stigmatisierung derjenigen, die Prostituierte sind oder waren und wird au\u00dferdem ein Umfeld schaffen, dass es Prostituierten erlaubt Gewalt und Missbrauch anzuzeigen. Trotzdem sollten SozialistInnen gegen die volle Legalisierung der Prostitution sein. Die, die von dem Gesch\u00e4ft der Prostitution profitieren, die Zuh\u00e4lter, genauso wie die H\u00e4ndler sollten kriminalisiert werden.<\/p>\n<p>Der fortschrittliche Widerstand gegen die Legalisierung ist vielf\u00e4ltig. Wegen der sozialen Botschaft, die die Legalisierung vermittelt; dass es akzeptabel ist f\u00fcr Sex zu bezahlen, dass die K\u00f6rper von Frauen blo\u00dfe Objekte sind, dass es okay ist f\u00fcr M\u00e4nner (was die gro\u00dfe Mehrheit der F\u00e4lle betrifft), ihren materiellen Wohlstand zu benutzen, um den K\u00f6rper einer Frau oder eines Mannes zu kaufen. In Deutschland wurde die Legalisierung der Prostitution von einer gro\u00dfen Expansion der Sexindustrie begleitet. Bis zu einer Million M\u00e4nner bezahlen t\u00e4glich f\u00fcr Sex. Au\u00dferdem hat es ungl\u00fccklicherweise nicht dazu gef\u00fchrt Prostituierte\/ SexarbeiterInnen zu de-stigmatisieren; die Mehrheit hat sich dazu entschieden sich nicht offiziell als SexarbeiterInnen zu registrieren.<\/p>\n<p>Des Weiteren kommt Menschenhandel in den L\u00e4ndern, in denen Prostitution vollkommen legalisiert wurden, immer noch vor und faktisch deuten Beweise darauf hin, dass die Legalisierung der Prostitution den H\u00e4ndlern gr\u00fcnes Licht gibt, ihre Aktivit\u00e4t in den besagten Regionen und L\u00e4ndern zu steigern.<\/p>\n<p>Zum Beispiel glaubt Lydia Cahlo, dass Tausende haupts\u00e4chlich schwarze und lateinamerikanische Frauen durch den Menschenhandel nach Holland und Deutschland, wo Prostitution legalisiert wurde, geschickt wurden. In anderen Worten resultiert die Legalisierung in der starken Ausweitung der Sexindustrie und aufgrund ihrer Natur kann sie nicht entsch\u00e4rft und kontrolliert werden. Naturgem\u00e4\u00df wir sie immer einen illegalen Aspekt haben \u2013 wenn es zum Beispiel gesellschaftlich akzeptiert ist Sex zu kaufen, wird die Nachfrage steigen. Im Einklang mit der Zunahme der Nachfrage f\u00fcr legale sexuelle \u201eDienstleistungen\u201c, ist es wahrscheinlich, dass auf Nachfrage auch das Angebot von illegalen Leistungen zunimmt \u2013 zum Beispiel sexuelle \u201eDienstleistungen\u201c, die Minderj\u00e4hrige ausf\u00fchren oder sexuelle Akte, die in vielf\u00e4ltiger Art physisch gef\u00e4hrlich sind oder durch die von der kommerziellen Pornoindustrie inspirierten wachsenden Elemente, die Sex mit N\u00f6tigung und Gewalt verbinden (wie Vergewaltigungspornographie \u2013 engl. \u201erape porn\u201c).<\/p>\n<p>Die Verbindung der Sexindustrie zu kriminellen und gef\u00e4hrlichen profitmachenden Mafiagangs ist nicht notwendigerweise durch eine Legalisierung durchtrennt. Das Dr\u00e4ngen zu einer g\u00e4nzlichen Legalisierung der Sexindustrie wird von Sexindustriebossen angetrieben um ihr Gesch\u00e4ft anzukurbeln und ihre Profite zu steigern. Obligatorische Tests f\u00fcr Prostituierte auf sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten, k\u00f6nnen die Sicherheit der Kunden gew\u00e4hrleisten und somit negative Konsequenzen f\u00fcr SexarbeiterInnen, mit sich bringen, die HIV-positiv werden oder MigrantInnen, die keine Ausweispapiere haben (wie zum Beispiel in Neuseeland), in eine Lage bringen, in der sie keinen Zugang zu dem legalisierten Zweig der Industrie haben.<\/p>\n<p>Es ist au\u00dferdem Realit\u00e4t, dass die Legalisierung die Gewalt und sexualisierte Gewalt, die Prostituierte erfahren, weder beseitigt hat noch beseitigen wird. Es hat auch nicht dazu gef\u00fchrt, dass Prostituierte de-stigmatisiert wurden, gerade weil die Ideologie, die zur Unterdr\u00fcckung der Frau f\u00fchrt, ein wesentlicher Bestandteil der Sexindustrie ist. Au\u00dferdem wird von Frauen, die Arbeitslosengeld erhalten, in L\u00e4ndern, wo Sexarbeit wie jeder andere Job behandelt wird (z.B. in Deutschland), erwartet solche Jobs in der Sexindustrie auch anzunehmen.<\/p>\n<h4>Gewerkschaftliche Organisierung?<\/h4>\n<p>Einige Linke, die die Legalisierung bef\u00fcrworten, machen dies w\u00e4hrend sie gleichzeitig die gewerkschaftliche Organisierung der SexarbeiterInnen und Prostituierten bef\u00fcrworten. Dieser Ansatz der \u201eSchadensbegrenzung\u201c ist in sich selbst problematisch, gerade weil der Kauf von Sex ein extremer Ausdruck von Macht ist und es einen gro\u00dfen Unterschied zwischen Prostitution und anderer Arbeit gibt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sollten linke Kr\u00e4fte jeden wirklichen Versuch von Prostituierten unterst\u00fctzen, sich zu organisieren um kollektiv f\u00fcr Rechte und f\u00fcr Ma\u00dfnahmen, die die Gefahr f\u00fcr Prostituierte reduzieren, zu k\u00e4mpfen. Jedoch ist es idealistisch und abstrakt sich allein darauf zu fokussieren zur gewerkschaftlichen Organisierung aufzurufen, angesichts der Realit\u00e4t der Sexindustrie und der existierenden so genannten Gewerkschaften f\u00fcr Sexarbeit. Die schlimmsten Aspekte der Industrie basieren auf der Isolation und Marginalisierung derjenigen, die dort arbeiten, und die Vorstellung, dass es einfach und unkompliziert w\u00e4re eine starke Gewerkschaftsbewegung aufzubauen, die die Machtverh\u00e4ltnisse \u00e4ndern kann, verkennt die Realit\u00e4t der Sexindustrie.<\/p>\n<p>Eine Organisierung innerhalb der Sexindustrie w\u00fcrde h\u00f6chstwahrscheinlich nicht darin resultieren denjenigen eine Stimme zu geben, die unter der gr\u00f6\u00dften Marginalisierung, Unterdr\u00fcckung, und Ausbeutung leiden und vollkommen machtlos und isoliert sind \u2013 zum Beispiel Opfer des Menschenhandels. Die Gewerkschaftsbewegung, die das Potential hat machtvoll zu werden, wenn sie mobilisiert, sollte die Frage der Prostitution aufgreifen mit dem Ziel sie zu stoppen, als M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Arbeiterbewegung wirklich etwas zu bewirken.<\/p>\n<p>Einige Sexarbeiterorganisationen sind \u00fcberhaupt keine Gewerkschaften, da sie die zentrale Voraussetzung der gewerkschaftlichen Organisierung ablehnen, dass es einen Konflikt zwischen ArbeiterInnen und Bossen gibt. Sie werben f\u00fcr die Sexindustrie und helfen dadurch den Bossen Profite zu machen \u2013 dies ist z.B. der Fall der Sexarbeitergewerkschaft in Australien.<\/p>\n<p>Die International Union of Sex Workers (IUSW, dt. Internationale Gewerkschaft der SexarbeiterInnen), die an die GMB in Gro\u00dfbritannien angegliedert ist, hat eine prominente \u201eSexarbeiter-Aktivistin\u201c als Sprecherin \u2013 Douglas Fox, die eigentlich eine Escortfirma betreibt. Die IUSW ist f\u00fcr jedeN offen, einschlie\u00dflich Zuh\u00e4lter, AkademikerInnen und Sexkunden. Nur eine Minderheit der wenigen Mitglieder sind tats\u00e4chlich Prostituierte. 2002 wurde sie gegr\u00fcndet als eine Gruppe von Lapdancerinnen den Antrag stellten der GMB beizutreten, und die Socialist Party in England und Wales unterst\u00fctze diese ArbeiterInnen in ihrem Recht der Gewerkschaft beizutreten. Jedoch machte die GMB einen Fehler, als sie der IUSW erlaubte sich als eine Parallelorganisation anzugliedern. Im Grunde illustriert dies die Schwierigkeiten, die bei der Entwicklung wirklicher Sexarbeiterorganisationen, die anerkannt werden m\u00fcssen, existieren; w\u00e4hrenddessen sollte jede Entwicklung zur Letzteren von Linken willkommen gehei\u00dfen und unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h4>Sexkunden kriminalisieren<\/h4>\n<p>Es gibt in zahlreichen L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich Nord- und S\u00fcdirland, Debatten \u00fcber die Kriminalisierung derjenigen, die Sex kaufen.<\/p>\n<p>Dieses \u201eNordische Modell\u201c, das die Kriminalisierung der Sexk\u00e4ufer beinhaltet, wurde 1999 in Schweden mit der Aussicht eingef\u00fchrt, die Nachfrage zu reduzieren. Es ist extrem schwer genaue Zahlen zu bekommen,um zu kl\u00e4ren, ob dies tats\u00e4chlich funktioniert hat. Da diese gesetzliche \u00c4nderung sich im Kontext mit einer fortschrittlichen Kampagne und einer Protestbewegung, die Sexismus und Objektifizierung herausforderte, eingef\u00fchrt wurde, hat sie scheinbar eine Rolle dabei gespielt, das Bewusstsein in der schwedischen Gesellschaft zu erh\u00f6hen und hat wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad eine Rolle gespielt die Nachfrage zu senken.<\/p>\n<p>Ob dieser Effekt lang anhaltend war und sein wird, ist unklar. Einige weisen darauf hin, dass schwedische M\u00e4nner, die f\u00fcr Sex zahlen, dies jetzt au\u00dfer Landes tun. Dies gibt einen Hinweis darauf, wie wichtig es ist, Sexismus und Objektifizierung wirklich in einer tiefgehenden und fundamentalen Art und Weise herauszufordern, am effektivsten durch eine soziale Bewegung, um die Nachfrage tats\u00e4chlich zu reduzieren. Es zeigt au\u00dferdem die Notwendigkeit einer globalen Herausforderung des Kapitalismus um Armut zu beenden und Frauen und M\u00e4nnern \u00fcberall eine wirkliche Wahl zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Sollten Linke es unterst\u00fctzen auf die Nachfrage abzuzielen? Ausgehend davon, dass wir im Interesse der Bewegung der Arbeiterklasse und von Frauen im allgemeinen das Bewusstsein \u00fcber Frauenunterdr\u00fcckung und Sexismus erh\u00f6hen wollen, sollten Linke jeden Versuch unterst\u00fctzen die Nachfrage f\u00fcr die Sexindustrie und Prostitution zu verringern. M\u00e4nner, die Unterdr\u00fcckung und Diskriminierung beendet sehen wollen und einen vereinten Kampf der Arbeiterklasse und eine Bewegung gegen kapitalistische K\u00fcrzungen wollen, sollten keinen Sex kaufen und nicht die Nachfrage f\u00fcr eine Industrie steigern, die die Objektifizierung der Frauen normalisiert und die Vorstellung der den Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen der M\u00e4nnern unterw\u00fcrfigen Pers\u00f6nlichkeit und Sexualit\u00e4t von Frauen verst\u00e4rkt, um im besten Fall die kontinuierliche Geschlechterdiskriminierung zu reproduzieren oder im schlimmsten Fall die Gewalt gegen Frauen zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaftsbewegung sollte zum Beispiel Kampagnen an Arbeitspl\u00e4tzen durchf\u00fchren, die ArbeiterInnen \u00fcber die Sexindustrie aufkl\u00e4ren, die Verbindung zum Menschenhandel und Armut, Gewalt und N\u00f6tigung aufzeigen, die so viele erfahren die als Prostituierte arbeiten. Die \u201eSchalt das Rote Licht Ab\u201c Kampagne, die eine junge Frau abbildete mit der Bild\u00fcberschrift \u201e14 \u2013 so alt war Anna, als sie das erste Mal durch Prostitution ausgebeutet wurde\u201c war ein effektives Beispiel f\u00fcr solch eine Kampagne. Ein solcher Ansatz, neben einer durch die Linke aufgebauten aktiven Anti-K\u00fcrzungs-Bewegung, kann es erm\u00f6glichen, dass ein Gesetz zur Kriminalisierung von Sexkunden, eine Rolle dabei spielt, die gesellschaftliche Botschaft zu verbreiten, dass das Bezahlen f\u00fcr Sex ein Beitrag zum Sexismus und dem Patriarchat ist.<\/p>\n<p>Ein Gesetz alleine, dass Sexkunden kriminalisiert, drohende Geldstrafen, Haftstrafen oder die Blo\u00dfstellung in der \u00d6ffentlichkeit mit sich bringt, nicht effektiv die Nachfrage reduzieren \u2013 besonders wenn es der Mainstreamkultur erlaubt ist ungehindert durch die kontinuierliche, scheinbar unbeugsame Objektifizierung der Frauen zu gedeihen. Eine gesellschaftliche Bewegung, die grundlegend die sexistische Kultur herausfordert, ist dazu n\u00f6tig. In Irland w\u00fcrde es au\u00dferdem beinhalten es mit der Katholischen Kirche aufzunehmen; bei dem Kampf f\u00fcr einen weltlichen Staat w\u00e4re progressive, weltliche und nicht-heteronormative Sexualkunde ein wesentlicher Bestandteil f\u00fcr die Erziehung aller Kinder und Jugendlichen. Diese Art der sexuellen Aufkl\u00e4rung w\u00fcrde versuchen, junge Menschen dazu zu erm\u00e4chtigen das Wissen, die Selbstwahrnehmung, die sozialen F\u00e4higkeiten und das Selbstvertrauen zu entwickeln, das n\u00f6tig ist, sie dazu zu bef\u00e4higen gesunde, sexuelle Beziehungen zu haben und Erfahrungen zu machen, die sie f\u00fcr sich selbst wollen, wenn sie selbst dazu bereit sind.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde au\u00dferdem bedeuten diejenigen zu de-stigmatisieren, die in der Sexindustrie arbeiten; dies ist essenziell, um es Prostituierten\/SexarbeiterInnen zu erm\u00f6glichen Diebstahl, Gewalt und sexualisierte Gewalt anzuzeigen. Zudem muss die K\u00fcrzungspolitik \u2013 die geplante Verarmung der Mehrheit zum Nutzen einer elit\u00e4ren Minderheit \u2013 durch K\u00e4mpfe und Bewegungen herausgefordert werden, die unausweichlich die Bedingungen schafft, die besonders Frauen zwingen ihren K\u00f6rper als \u00dcberlebensm\u00f6glichkeit zu verkaufen.<\/p>\n<h4>Die Grenzen von Gesetzes\u00e4nderungen<\/h4>\n<p>Gesetze, die Geldstrafen der Sexkunden bedeuten, k\u00f6nnten von SozialistInnen kritisch unterst\u00fctzt werden, wenn sie mit entsprechender sofortiger Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Prostituierten umgesetzt w\u00fcrden. Diese w\u00e4re absolut notwendig um die potentielle Gefahr zu verringern, der Prostituierte ausgesetzt sind, wenn Kunden sie dazu dr\u00e4ngen Stillschweigen zu bewahren etc.<\/p>\n<p>Jede Bewegung in Richtung einer Kriminalisierung der Sexkunden m\u00fcsste von staatlichen Investitionen begleitet werden f\u00fcr Zentren, die Prostituierten Zugang zu Verh\u00fctungsmitteln, Gesundheitsf\u00fcrsorge, \u00e4rztlicher Versorgung und Sprachunterricht anbieten, sowie speziell ausgebildete PolizistInnen einsetzen, die Prostituierten die M\u00f6glichkeit geben Bel\u00e4stigungen, Missbrauch, Gewalt und sexualisierte Gewalt anzuzeigen. Es ist au\u00dferdem notwendig denjenigen einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu gew\u00e4hren, da dies der einzige Weg f\u00fcr Frauen (M\u00e4nner und Transsexuelle) ist, dieser Situation zu entfliehen, falls sie dies w\u00fcnschen, da die Mehrheit wirtschaftliche MigrantInnen ohne Papiere sind. Gleichzeitig sind staatliche Investitionen in Jobs und \u00f6ffentlichen Wohnraum f\u00fcr jene Frauen notwendig, damit sie eine realisierbare Strategie f\u00fcr einen Ausstieg haben, falls sie dies w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Das \u201eSchwedische Modell\u201c (bei dem Sexverk\u00e4uferInnen entkriminalisiert und Sexk\u00e4ufer kriminalisiert werden) wird oft als Allheilmittel von denen dargestellt, die von einem positiven Blickwinkel aus versuchen die Ausbeutung zu beenden. Unabh\u00e4ngig von der zentralen Frage, ob die Kriminalisierung der Sexk\u00e4ufer die Nachfrage reduzieren wird oder nicht, gibt es noch andere Probleme mit dem gesetzlichen schwedischen Ansatz. Zum Beispiel wird in Schweden das Vermieten von Wohnungen, von denen aus Prostituierte arbeiten, als \u201eZuh\u00e4lterei\u201c verstanden und VermieterInnen k\u00f6nnten daf\u00fcr strafrechtlich verfolgt werden. Obwohl die Absicht in dieser Gleichung nicht darin liegen mag Prostituierte zu bestrafen oder zu kriminalisieren, k\u00f6nnte dies eine klare Folge aus dieser Regelung sein. Au\u00dferdem wurde im Kontext eines neoliberalen Rechtsrucks der schwedischen Regierungsparteien die Verschiebung in Richtung der Kriminalisierung der Sexk\u00e4ufer von K\u00fcrzungen bei SozialarbeiterInnen, die Prostituierte unterst\u00fctzen, und einer gesteigerten finanziellen Investition in die Polizei begleitet.<\/p>\n<p>Sinead Kennedy bringt zu Recht im Irish Marxist Review ihre Bedenken zum Ausdruck, dass in Schweden PolizistInnen benutzte Kondome in F\u00e4llen f\u00fcr die strafrechtliche Verfolgung verwenden, und somit Prostituierte unter Druck gesetzt werden ungesch\u00fctzten Sex zu haben. Diese Frage k\u00f6nnte gesetzlich geregelt werden mit einem starken Bewusstsein f\u00fcr das ernste Verbrechen, eine Prostituierte zu ungesch\u00fctztem Sex zu dr\u00e4ngen. Genauso ist eine gesetzliche Vorkehrung notwendig, um negativen Konsequenzen vorzubeugen, die aus den bestehenden Umst\u00e4nden f\u00fcr Prostituierte entstehen k\u00f6nnen und die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Prostituierte durch Investitionen in Sozialleistungen ist unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Im Bezug auf die Rolle der Polizei ist es wichtig, dass wir uns an den \u201eRossport Video\u201c-Skandal erinnern, der die Rolle die der Staat in der Gesellschaft spielt wirklich aufdeckt; und die Polizei als dessen Personifikation. In Rossport waren PolizistInnen eingestellt worden, um mit brutalen Methoden auf die gegen Shell Oil Protestierenden gro\u00dfen Druck auszu\u00fcben. Shell bekam damit eigene staatlich finanzierte T\u00fcrsteher, um ihren Profit zu garantieren. W\u00e4hrend eines besonders verabscheuungsw\u00fcrdigen Vorfalls wurden Polizisten auf Video aufgenommen, als sie zwei Demonstrantinnen, die sie verhaftet hatten, damit drohten sie zu vergewaltigen. Es ist notwendig, dass alle PolizistInnen verpflichtend an regelm\u00e4\u00dfigen Schulungstreffen teilnehmen, die sie darin schulen verst\u00e4ndnisvoll mit Opfern und \u00dcberlebenden von sexueller Gewalt umzugehen. Es sollten eine fortschrittliche Ausbildung der PolizistInnen und Gesetzes\u00e4nderungen eingef\u00fchrt werden, die die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Prostituierte und SexarbeiterInnen verbessern, N\u00f6tigung, Gewalt und sexualisierte Gewalt oder Diebstahl der Polizei zu melden.<\/p>\n<h4>Die Nachfrage verringern?<\/h4>\n<p>Unser Programm konzentriert sich, im Gegensatz zur dem von den NGOs favorisierten Nordischem Modell, nicht nur auf die Reduzierung der Nachfrage. Wir akzeptieren die Bedingungen nicht, die Menschen unweigerlich in die Prostitution zwingen. Ein bedeutender Kampf gegen die K\u00fcrzungspolitik und f\u00fcr neue Investitionen f\u00fcr den massiven Ausbau von neuen Jobm\u00f6glichkeiten ist unerl\u00e4sslich um \u00f6konomische Faktoren zu eliminieren, die eine Triebkraft hinter dem starken Anwachsen der Prostitution sind, wie es z.B. in Griechenland der Fall ist. N\u00f6tig sind ein sozialistisches Programm und K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse, um den Wohlstand der L\u00e4nder und der ganzen Welt in globales, demokratisch verwaltetes \u00f6ffentliches Eigentum zu \u00fcberf\u00fchren und unter die Kontrolle der normalen Bev\u00f6lkerung zu bringen, damit Lebensbedingungen geschaffen werden, die Armut und Unterdr\u00fcckung beenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den NGOs, die den status quo nicht in Frage stellen, akzeptieren wir nicht, dass Sexismus, Spaltung und das Patriarchat unausweichlich sein sollen und k\u00e4mpfen f\u00fcr ein System, das die materielle und \u00f6konomische Basis eliminiert, die Geschlechterdiskriminierung und die Geschlechterkluft schafft. Wir sind f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft, die auf gegenseitigem Respekt und positiven menschlichen und sexuellen Beziehungen, die viele verschiedene Formen (langlebige oder kurze) annehmen k\u00f6nnen, auf Freiheit und Wahlfreiheit basiert.<\/p>\n<p><em>Laura Fitzgerald ist Aktivistin der Frauenrechtskampagne ROSA und der Socialist Party in Irland.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sozialistische Perspektive<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26294,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32],"tags":[348],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26293"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}