{"id":26214,"date":"2013-12-05T14:44:19","date_gmt":"2013-12-05T13:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=26214"},"modified":"2013-11-28T14:50:48","modified_gmt":"2013-11-28T13:50:48","slug":"wir-wollen-das-antikapitalistische-profil-der-partei-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/12\/wir-wollen-das-antikapitalistische-profil-der-partei-staerken\/","title":{"rendered":"\u201eWir wollen das antikapitalistische Profil der Partei st\u00e4rken\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vincent.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26216\" alt=\"vincent\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vincent-180x173.png\" width=\"180\" height=\"173\" \/><\/a>Ein Interview mit Vincent Streichhahn.<\/strong><\/p>\n<p><em>Vincent Streichhahn Student der Ethnologie und Politikwissenschaft in Halle (Saale). Er ist seit 2010 Mitglied der Partei DIE LINKE, aktiv im Studierendenverband SDS und Unterst\u00fctzer des Marx21-Netzwerks. Vincent ist zusammen mit einer Gruppe junger LINKE-Mitglieder aus dem Jugend- und Studierendenverband k\u00fcrzlich der innerparteilichen Str\u00f6mung Antikapitalistische Linke (AKL) beigetreten. Mit ihm sprach Sascha Stanicic \u00fcber die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr diesen Schritt.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\u00a0Ihr seid mit einer Gruppe junger LINKE-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt in die AKL eingetreten. Was war ausschlaggebend f\u00fcr diesen Schritt?<\/h4>\n<p>\u00a0Der Beitritt zur AKL war das Resultat einer politischen Kontroverse innerhalb des Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Die Auseinandersetzung macht sich vor allem an den Fragen zur Regierungsbeteiligung und dem Verh\u00e4ltnis von Parlamentarismus und au\u00dferparlamentarischer Bewegung fest. W\u00e4hrend wir eine Regierungsbeteiligung unter den derzeitigen politischen Umst\u00e4nden, wie der Schuldenbremse und den Positionen der SPD und den Gr\u00fcnen ablehnen, ist in Sachsen-Anhalt eine Anbiederung an die Sozialdemokratie zu beobachten. Rot-Gr\u00fcn steht jedoch immer noch f\u00fcr die Agenda 2010, die sie weiter als Erfolg feiern. Daher k\u00f6nnen diese Parteien derzeit keine Partner f\u00fcr einen politischen Wandel sein. Au\u00dferdem sehen wir das Parlament lediglich als Mittel zum Zweck, da wirkliche gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen nur von der Stra\u00dfe kommen k\u00f6nnen. In Teilen der Partei scheint das Parlament jedoch zum Selbstzweck geworden zu sein.<\/p>\n<h4>\u00a0Wie stellt sich denn die Situation in der LINKEN in Sachsen-Anhalt genau dar? Was fordert Ihr f\u00fcr eine Politik vom Landesverband?<\/h4>\n<p>\u00a0Wir wollen das antikapitalistische Profil der Partei sch\u00e4rfen. Es muss f\u00fcr die LINKE selbstverst\u00e4ndlich sein, alles Bestehende in Frage zu stellen, wie Marx es formuliert hat. Auch d\u00fcrfen wir die \u00dcberwindung des Kapitalismus als Ziel nicht aus den Augen verlieren. Daf\u00fcr muss jedoch immer wieder betont werden, dass es eben gerade die b\u00fcrgerliche Ordnung im Kapitalismus ist, die die Menschen in S\u00fcdeuropa in Armut st\u00fcrzt, die einen Gro\u00dfteil der Menschheit vom gesellschaftliche Reichtum ausschlie\u00dft, die Krieg und Elend erzeugt und die auch in der Bundesrepublik zu einer Klassenspaltung f\u00fchrt. Wir fordern daher, dass die LINKE sich st\u00e4rker als Motor au\u00dferparlamentarischer Bewegungen einbringt und die Interessen der Menschen vertritt. Die LINKE muss einen starken antikapitalistischen Kurs fahren, um ihre Daseinsberechtigung nicht zu verlieren.<\/p>\n<h4>\u00a0Was erhofft Ihr Euch von der AKL? Worin seht Ihr die Aufgaben der AKL?<\/h4>\n<p>\u00a0Von der AKL erhoffen wir uns, dass sie als Sammelbecken fungiert, die die linken Kr\u00e4fte im Landesverband b\u00fcndelt. Der Landesverband ist stark vom Forum demokratischer Sozialismus (fds) gepr\u00e4gt, die einzige wirkliche Str\u00f6mung in Sachsen-Anhalt. Der vom Vorstand beschriebene Pluralismus verkommt jedoch zur Farce. Andersdenkende werden runtergemacht, auf eine politische Auseinandersetzung wird dabei verzichtet. Deutlich wurde das beim letzten Landesparteitag, als mit Wulf Gallert, Birke Bull und Matthias H\u00f6hn gro\u00dfe Prominenz aufgeboten wurde, um unsere Antr\u00e4ge niederzumachen. Trotzdem erfahren wir auch immer wieder Zuspruch von Genossinnen und Genossen, die es gut finden, dass wir uns trauern, auch eine andere Meinung zu vertreten und die Auseinandersetzung nicht scheuen.<\/p>\n<h4>\u00a0Und was macht der SDS in Halle gerade konkret? Worin liegen Eure Aktivit\u00e4tsschwerpunkte?<\/h4>\n<p>\u00a0In Sachsen-Anhalt sind wir seit dem Fr\u00fchling dieses Jahres mit einer K\u00fcrzungsdebatte im Hochschul-, Kultur-, und Sozialbereich konfrontiert. Es handelt sich dabei um einen geplanten Sozialabbau, der im klaren Widerspruch zu den Interessen der Bev\u00f6lkerung steht. Als SDS sind wir sehr stark im Aktionsb\u00fcndnis der Uni aktiv, das die Proteste gegen die Pl\u00e4ne der Landesregierung organisiert. Es ist uns dabei gelungen mehrmals Tausende Leute auf die Stra\u00dfe zu bringen und einen Schulterschluss zwischen allen von den K\u00fcrzungen betroffenen Bereichen zu erreichen. Wir sind hier also in der au\u00dferparlamentarischen Bewegung aktiv, die es geschafft hat, die gr\u00f6\u00dften Proteste seit der Wende in Halle auf die Stra\u00dfe zu bringen. Die K\u00fcrzungen sind zwar nicht vom Tisch, jedoch wurden Zugest\u00e4ndnisse gemacht und es ist uns gelungen ein Bewusstsein zu erzeugen. Wie es ausgeht werden wir sehen, aber der Kampf geht weiter!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview mit Vincent Streichhahn.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26216,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24,25,26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26214"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}