{"id":26143,"date":"2013-11-09T16:13:53","date_gmt":"2013-11-09T15:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=26143"},"modified":"2013-11-08T16:18:52","modified_gmt":"2013-11-08T15:18:52","slug":"cfm-von-gekauften-und-gekuendigten-betriebsraeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/11\/cfm-von-gekauften-und-gekuendigten-betriebsraeten\/","title":{"rendered":"CFM: Von gekauften und gek\u00fcndigten Betriebsr\u00e4ten"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21930\" alt=\"CFM\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/IMG_4052-e1349162391339.jpg 1137w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Gesch\u00e4ftsleitung der Charit\u00e9 Facility Management geht gnadenlos gegen Besch\u00e4ftigtenvertreter vor<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der dreimonatige Streik bei der teilprivatisierten und ausgegliederten Service-Tochter des Universit\u00e4tsklinikums Charit\u00e9, dem Charit\u00e9 Facility Management (CFM), im Jahr 2011 wurde mit harten Bandagen gef\u00fchrt. Die Streikenden und ihre Gewerkschaften ver.di und gkl erzielten damals einen Teilerfolg: erstmals musste die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung einen Vertrag mit ihnen abschlie\u00dfen und sie entsprechend als Interessenvertretung der Besch\u00e4ftigten anerkennen. Erreicht wurde ein einheitlicher Mindestlohn von 8,50 Euro, was f\u00fcr hunderte Besch\u00e4ftigte eine Verbesserung bedeutete.<\/p>\n<p>\u00a0Von Sascha Stanicic<\/p>\n<p>\u00a0Au\u00dferdem musste die CFM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Tarifverhandlungen \u00fcber einen Manteltarifvertrag zusagen. Diese sind mittlerweile von Seiten der Gewerkschaften abgebrochen worden, weil die Arbeitgeberseite statt Zugest\u00e4ndnissen eher Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen festschreiben lassen wollte. Gleichzeitig setzte nach Streikende eine Einsch\u00fcchterungswelle gegen Streikaktive, GewerkschafterInnen und Betriebsr\u00e4te ein. Kollegen wurden mit Mahnungen \u00fcberzogen und in den Burn-Out getrieben. Bei Einstellungsgespr\u00e4chen musste man versichern, kein Gewerkschaftsmitglied zu sein, wie Betroffene berichteten. Betriebsr\u00e4ten wurde das Gehalt mit fadenscheinigen Begr\u00fcndungen gek\u00fcrzt. Einer Betriebsr\u00e4tin wurde mit Konsequenzen gedroht, weil sie auf einer Betriebsversammlung dazu aufgerufen hatte, sich an der Bundestagswahl zu beteiligen.<\/p>\n<p>\u00a0Der Gipfel: die K\u00fcndigung des Betriebsratsmitglieds Aaron W., weil er angeblich auf einer Betriebsversammlung beklagt haben soll, die Gesch\u00e4ftsleitung habe Betriebsr\u00e4te gekauft. Wie das<a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/klartext\/archiv\/20131106_2215\/charite-tochter-unter-verdacht.html\"> rbb-Magazin Klartext<\/a> in einer Sendung vom 6.11.2013 aufdeckte, scheint aber genau das geschehen zu sein. Eine Betriebsr\u00e4tin, die offenen Streikbruch beging und KollegInnen versuchte vom Streiken abzuhalten, erhielt kurze Zeit sp\u00e4ter eine saftige Lohnerh\u00f6hung von 1.300 Euro auf 2.000 Euro. Wer der Aussage der Gesch\u00e4ftsleitung glaubt, hier bestehe kein Zusammenhang muss schon ziemlich naiv sein.<\/p>\n<p>\u00a0Die Zust\u00e4nde in dem gewerkschaftsfeindlichen Unternehmen erinnern an fr\u00fchkapitalistische Verh\u00e4ltnisse und zeigen doch nur, dass der heutige Kapitalismus genau dort wieder angekommen ist. Die CFM ist hier bei weitem kein Einzelfall. Der Skandal ist jedoch, dass es sich um ein Unternehmen handelt, dass mehrheitlich in \u00f6ffentlichem Besitz ist. Verantwortlich f\u00fcr diese Zust\u00e4nde sind also nicht nur die privaten Teilhaber Vamed, Dussmann und Helmann, sondern auch und vor allem der Charit\u00e9-Vorstand und der Berliner Senat.<\/p>\n<p>\u00a0Die Forderung von ver.di und dem Solidarit\u00e4tskomitee f\u00fcr die CFM-Besch\u00e4ftigten ist daher nicht nur ein Ende der Repressionen gegen GewerkschafterInnen und Betriebsr\u00e4te, sondern auch der Abschluss eines Tarifvertrags entsprechend der gewerkschaftlichen Forderungen und die Wiedereingliederung der CFM in die Charit\u00e9. Privat und ausgegliedert dient nur den Profiten und f\u00fchrt zu schlechtem Service und mieser Hygiene im Krankenhaus.<\/p>\n<p><em><strong>\u00a0Der Termin am Berliner Arbeitsgericht zur K\u00fcndigung von Aaron W. Ist am 9. Dezember um 12:15 Uhr. Unterst\u00fctzerInnen treffen sich eine halbe Stunde vor Beginn der Verhandlung am Eingang.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u00a0<span style=\"font-size: x-small;\"><em>Sascha Stanicic ist SAV-Bundessprecher. Er ist aktiv im Solidarit\u00e4tskomitee f\u00fcr die CFM-Besch\u00e4ftigten und war im Jahr 2011 Mitglied der Streikleitung.<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesch\u00e4ftsleitung der Charit\u00e9 Facility Management geht gnadenlos gegen Besch\u00e4ftigtenvertreter vor<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21930,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26143"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26143\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}