{"id":25994,"date":"2013-10-12T12:49:01","date_gmt":"2013-10-12T10:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25994"},"modified":"2013-10-14T09:10:42","modified_gmt":"2013-10-14T07:10:42","slug":"ausbeutung-spiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/10\/ausbeutung-spiele\/","title":{"rendered":"Ausbeutung &#038; Spiele"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Grafik.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25995\" alt=\"Grafik\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Grafik-173x173.png\" width=\"173\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Grafik-173x173.png 173w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Grafik-144x144.png 144w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Grafik.png 200w\" sizes=\"(max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a>Schluss mit der Sklavenarbeit in Katar!<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 6. Oktober zuerst auf der CWI-Website<\/em><\/p>\n<p>Der Weltfu\u00dfballverband FIFA zeigte sich ob der 50 Grad Celsius, die beim Endspiel der Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2022 in Katar herrschen werden, besorgt. Doch schon jetzt haben die extreme Hitze und die entsetzlichen Arbeitsbedingungen, die der Sklaverei gleichkommen, zahlreichen ArbeiterInnen das Leben gekostet. Sie bauen die Stadien des Landes und die n\u00f6tige Infrastruktur.<\/p>\n<p><em>von Dave Carr<\/em><\/p>\n<p>Recherchen der britischen Tageszeitung \u201eThe Guardian\u201c haben ergeben, dass in diesem Sommer jeden Tag ein nepalesischer Arbeiter gestorben ist. Die Nepalesen stellen die gr\u00f6\u00dfte Einzelgruppe an Besch\u00e4ftigten, die sich in der \u00f6lreichen Erbmonarchie verdingt.<\/p>\n<p>Zwischen 2010 und 2012 sind mehr als 700 indische ArbeiterInnen in Katar gestorben, und der Internationale Gewerkschaftsbund geht davon aus, dass weitere 4.000 ArbeiterInnen aus Indien, Nepal und Sri Lanka auf den Baustellen in Katar sterben k\u00f6nnten, noch bevor die Weltmeisterschaft angefangen hat.<\/p>\n<p>Dieser Untersuchung zufolge beklagen viele ArbeiterInnen, dass sie in sengender Hitze zur Arbeit gezwungen werden und dabei nicht gen\u00fcgend Wasser zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Zudem reicht es nicht an Lebensmitteln, die Unterk\u00fcnfte sind verdreckt und \u00fcberbelegt, au\u00dferdem zahlen die Arbeitgeber, die den ArbeiterInnen die P\u00e4sse abnehmen, Hungerl\u00f6hne. All dies macht das Bild von der modernen Sklavenarbeit komplett.<\/p>\n<p>Bisher lehnt das Regime in Katar, das bewaffnete djihadistische Gruppierungen in Libyen und Syrien unterst\u00fctzt sowie gesch\u00e4tzte 100 Milliarden US-Dollar f\u00fcr die Infrastruktur der Weltmeisterschaft verschleudert, jede Verantwortung f\u00fcr die schlechte Behandlung seiner Masse an ins Land geholten Arbeitskr\u00e4ften ab. Stattdessen behauptete ein verlegener Regierungssprecher, dass die humane Behandlung der MigrantInnen zu den \u201ewichtigsten Priorit\u00e4ten\u201c der Regierung z\u00e4hlen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zur selben Zeit, da dieser Skandal von Sklavenarbeit die Schlagzeilen bestimmte, wurde bekannt, dass ArbeiterInnen, die an den Infrastrukturprojekten f\u00fcr die Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien arbeiten, in Lagern mit Behelfsunterk\u00fcnften und unter \u201eBedingungen leben, die der Sklaverei gleichen\u201c. Diese Arbeitskr\u00e4fte erhalten den Berichten zufolge 220 US-Dollar Grundlohn und die Zusage, monatlich 625 Dollar zu verdienen. Sie wurden jedoch nicht sofort eingestellt und darben stattdessen in entsetzlichen Unterk\u00fcnften vor sich hin.<\/p>\n<p>Wie die Mitglieder von \u201eLiberdade, Socialismo e Revolu\u00e7\u00e3o\u201c (LSR &#8211; Schwesterorganisation der SAV) vor einiger Zeit erkl\u00e4rten, \u201ef\u00fchren\u201c die Bauprojekte, die anl\u00e4sslich der Weltmeisterschaft durchgef\u00fchrt werden, \u201ezur Umsiedlung Tausender Familien, um Platz f\u00fcr die Bauspekulation zu machen\u201c. Und weiter: \u201eDie Stadien sind privatisiert worden, bei den Bauprojekten zur Weltmeisterschaft grassiert die Korruption. Die krasse Ausbeutung der Bauarbeiter hat Unf\u00e4lle verursacht und Todesopfer zur Folge gehabt. Die Profite der Konzerne, die mit den Regierungen der Bundesstaaten gemeinsame Sache machen, sind exorbitant, w\u00e4hrend die Rechte der EinwohnerInnen der gro\u00dfen St\u00e4dte mit F\u00fc\u00dfen getreten werden\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt aber Widerstand. Im Juni berichteten Mitglieder von LSR, dass sie an einer Protestbewegung von Millionen von Menschen teilgenommen haben, die in mehr als 100 St\u00e4dten stattfand und die Regierung von Pr\u00e4sidentin Dilma Rousseff in Bedr\u00e4ngnis brachte. Die Anhebung der Fahrpreise musste zur\u00fcckgenommen werden und es folgten Versprechungen, soziale Reformen durchf\u00fchren zu wollen.<\/p>\n<p>Vor kurzem sind auch die schlecht bezahlten TextilarbeiterInnen in Bangladesch auf die Stra\u00dfe gegangen, um h\u00f6here L\u00f6hne und akzeptable Arbeitsbedingungen zu fordern.<\/p>\n<p>Das Elend dieser ArbeiterInnen wurde im vergangenen April einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bekannt, als beim Einsturz der maroden \u201eRana-Plaza\u201c-Textilfabrik mehr als 1.100 ArbeiterInnen ihr Leben verloren und 2.500 verletzt wurden. Das Ganze geschah in der N\u00e4he der Hauptstadt Dhaka. Am Tag vor dieser Katastrophe hatten Bauinspektoren breite Risse an den W\u00e4nden festgestellt. Doch w\u00e4hrend die Gesch\u00e4fte und eine Bank, die sich im Erdgeschoss befanden, umgehend geschlossen wurden, sagten die Arbeitgeber der Textilfabrik, die sich in den oberen Stockwerken befand, trotz der offensichtlichen Sicherheitsrisiken zu ihren Besch\u00e4ftigten, dass diese weiterarbeiten sollten.<\/p>\n<p>In Bangladesch gibt es Sch\u00e4tzungen zufolge 5.000 Fabriken, in denen den dort besch\u00e4ftigten ArbeiterInnen nicht mehr als 38 US-Dollar im Monat ausbezahlt wird. Daf\u00fcr produzieren sie Kleidung f\u00fcr Konzerne aus dem Westen wie \u201ePrimark\u201c, \u201eMatalan\u201c, \u201eWal-Mart\u201c, \u201eBenetton\u201c usw. \u2013 eine Industrie, die ein Volumen von 19 Milliarden US-Dollar hat.<\/p>\n<p>Die streikenden ArbeiterInnen, die \u2013 obwohl sie multinationalen Konzernen riesige Profite bescheren, nach Burma die zweitniedrigsten L\u00f6hne in ganz Asien erhalten \u2013 haben mehr als das Doppelte ihrer Bez\u00fcge gefordert, um damit einen monatlichen Mindestlohn von 104 Dollar zu bekommen.<\/p>\n<p>Es ist klar, dass die Arbeitgeber und die Regierungen sowohl im globalen Ma\u00dfstab als auch auf lokaler Ebene die ArbeiterInnen freiwillig nicht absichern werden, wenn doch riesige Profite winken. ArbeiterInnen, die unter Bedingungen moderner Sklaverei leben und arbeiten, m\u00fcssen sich organisieren, um zu unabh\u00e4ngigen Gewerkschaften zu kommen und sich auf Streiks vorbereiten, um sich gegen die ausbeuterischen Arbeitgeber und die mit ihnen verb\u00fcndeten Regierungen wehren zu k\u00f6nnen. Aktionen der internationalen Solidarit\u00e4t k\u00f6nnen den ArbeiterInnen bei derartigen Auseinandersetzungen helfen. Nur starke Gewerkschaftsorganisationen sind in der Lage, einen Kampf f\u00fcr Gesundheitsschutz und sichere Arbeitsbedingungen zu f\u00fchren. Sie k\u00f6nnen die L\u00f6hne auf ein angemessenes Ma\u00df steigern. Wenn aber die kapitalistische Ausbeutung ein f\u00fcr alle Mal beseitigt werden soll, so muss der Kampf verkn\u00fcpft sein mit dem Kampf f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schluss mit der Sklavenarbeit in Katar!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25995,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37,35],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25994"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25994\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}