{"id":25969,"date":"2013-10-07T17:00:01","date_gmt":"2013-10-07T15:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25969"},"modified":"2013-11-29T13:34:22","modified_gmt":"2013-11-29T12:34:22","slug":"griechenland-staat-geht-gegen-goldene-morgenroete-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/10\/griechenland-staat-geht-gegen-goldene-morgenroete-vor\/","title":{"rendered":"Griechenland: Staat geht gegen \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c vor"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1377529_734349123248467_1005358860_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25970\" alt=\"Pavlos Fyssas Graffiti\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1377529_734349123248467_1005358860_n-e1381067451324-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1377529_734349123248467_1005358860_n-e1381067451324-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1377529_734349123248467_1005358860_n-e1381067451324-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1377529_734349123248467_1005358860_n-e1381067451324.jpg 494w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Dieser Artikel erschien zuerst am 1. Oktober in englischer Sprache auf socialistworld.net<\/em><\/p>\n<p><strong>Zum Mord an Pavlos Fyssas. Der linksgerichtete Rap-Musiker trat konsequent gegen Faschismus und Ungerechtigkeit ein.<\/strong><\/p>\n<p><em>von Andros Payiatsos und Alexandros Prantounas, \u201eXekinima\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Griechenland)<\/em><\/p>\n<p>Die Regierungskoalition aus konservativer \u201eNea Demokratia\u201c (ND) und ehedem sozialdemokratischer PASOK hat sich nach dem k\u00fcrzlich ver\u00fcbten Mord an dem linksgerichteten Rapper Pavlos Fyssas in Griechenland schlie\u00dflich dazu durchgerungen, hart gegen die neofaschistische Partei \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c (GD) vorzugehen. Ein Mitglied von GD, George Roupakias, ist des Mordes an Fyssas angeklagt. Er wurde noch an Ort und Stelle verhaftet und hat bereits gestanden.<\/p>\n<p>Der Mord fand in aller \u00d6ffentlichkeit statt und ging von einer Bande von rund 30 Schl\u00e4gern der GD aus, die Pavlos auf einem zentral gelegenen Platz in Keratsisni, einem Arbeiterviertel vor den Toren von Pir\u00e4us, angriffen. Nun sitzt die oberste F\u00fchrung von GD in Haft, darunter ihr Vorsitzender, Nikos Michaloliakos, sowie f\u00fcnf andere Parlamentsabgeordnete. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Organisation angef\u00fchrt zu haben.<\/p>\n<p>Roupakias behauptete, auf eigene Faust gehandelt zu haben und dass er kein Mitglied sondern ein Anh\u00e4nger von GD sei. Das Bild verdeutlichte sich jedoch durch die Ver\u00f6ffentlichung einer Reihe von Fotos, auf denen Roupakias zusammen mit GD-Spitzenpolitkern zu sehen ist, durch seine Teilnahme an Veranstaltungen von GD sowie die Tatsache, dass er auf der Gehaltsliste von GD stand.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass nach der Tat Telefongespr\u00e4che zwischen CD-Kadern aufgezeichnet wurden, aus denen hervorgeht, dass der T\u00e4ter planm\u00e4\u00dfig gehandelt und dass die oberste F\u00fchrungsebene von GD die ganze Zeit \u00fcber in Kenntnis dar\u00fcber war, was sich wann ereignet hat.<\/p>\n<p>Dieser kaltbl\u00fctige Mord hat die griechische Gesellschaft wachger\u00fcttelt. GD ver\u00fcbt nicht nur Angriffe auf EinwanderInnen und Linke, sondern tritt auch als mafi\u00f6se Struktur in Erscheinung, die etlichen Gesch\u00e4ftsbesitzern \u201eSchutz und Sicherheit\u201c verkauft, sich gegen\u00fcber anderen kriminellen Aktivit\u00e4ten \u00e4u\u00dferst nachsichtig zeigt, Waffen besitzt und paramilit\u00e4rische Trainings f\u00fcr ihre Mitglieder veranstaltet.<\/p>\n<h4>Die Enth\u00fcllungen begr\u00fcnden eine antifaschistische Bewegung<\/h4>\n<p>All diese Enth\u00fcllungen rechtfertigen den Ruf nach einer antifaschistischen Bewegung, die schon vor Jahren den wahren Charakter von GD erkannte und von ihren Verbindungen zur Polizei berichtete. Von Regierungskreisen und den Massenmedien sind derlei Forderungen allerdings immer wieder mit \u00e4u\u00dferster Feindseligkeit abgetan worden. Jetzt, nach dem Mord an Pavlos, sind eine ganze Reihe von f\u00fchrenden Polizeiangeh\u00f6rigen \u2013 darunter der Chef des Geheimdienstes \u2013 aus ihren \u00c4mtern entfernt worden, weil sie angeblich Verbindungen zur GD unterhalten.<\/p>\n<p>Die Wahrheit ist, dass die Heuchelei der herrschenden Klasse, der Regierung und der Medien ekelerregende Ausma\u00dfe erreicht hat. Wenige Tage vor dem Mord an Pavlos haben f\u00fchrenden VertreterInnen der ND noch davon gesprochen, dass eine gemeinsame Regierung von GD und ND durchaus in Betracht gezogen werden m\u00fcsse!<\/p>\n<p>Die meisten Massenmedien, die von Bankiers, Schiffsreedern und gro\u00dfen Baufirmen kontrolliert werden, haben GD eine komfortable Plattform geboten.<\/p>\n<p>F\u00fcr jedeN, die\/der es wissen wollte, war offenkundig, dass es sich bei GD sowohl um eine neofaschistische Organisation als auch um eine kriminelle Vereinigung handelte. Die herrschende Klasse allerdings blieb auf diesem Auge blind, hoffte, dass man diese Kr\u00e4fte \u201ein Schach halten\u201c und sie kontrolliert gegen die Arbeiterklasse und soziale Bewegungen in Stellung bringen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der Mord an Pavlos hat gezeigt, dass das Monster, das die herrschende Klasse herangez\u00fcchtet hat, au\u00dfer Kontrolle geraten ist. An dem Tag, an dem auch der Mord stattfand, zeigten Meinungsumfragen, dass der GD-Kandidat f\u00fcr die B\u00fcrgermeisterwahlen in Athen, die im Mai n\u00e4chsten Jahres stattfinden werden, auf Platz eins lag.<\/p>\n<p>Der Tod von Pavlos Fyssas war Anlass f\u00fcr massenhafte antifaschistische Demonstrationen. Noch am Tag, an dem Pavlos ermordet wurde, fanden in 35 griechischen St\u00e4dten Proteste statt. Diese Bewegung hat sich mit Dutzenden von Demonstrationen, die beinahe t\u00e4glich stattfinden, im ganzen Land fortgesetzt.<\/p>\n<h4>Gr\u00f6\u00dfte antifaschistische Demonstration aller Zeiten<\/h4>\n<p>Am Mittwoch, dem 25. September, fand die gr\u00f6\u00dfte antifaschistische Demonstration statt, die es jemals in Athen gegeben hat. Diese zog auch an der GD-Zentrale vorbei und umfasste nahezu 20.000 TeilnehmerInnen. Das war von gro\u00dfer Bedeutung, da die Massenparteien der Linken, sowohl SYRIZA als auch die KKE (\u201eKommunistische Partei Griechenlands\u201c), es abgelehnt hatten, sich an dieser Demo zu beteiligen.<\/p>\n<p>Die herrschende Klasse scheint die Initiative gegen die Nazis ergriffen zu haben, was einen Teil der Linken verwirrt. Bei den Aktionen des Staates gegen GD handelt es sich zu diesem Zeitpunkt jedoch um eine rein taktische Ma\u00dfnahme, die drauf abzielt, die extreme Rechte in die Schranken zu weisen, deren abscheuliche Aktionen zu einer massiven antirassistischen Stimmung in der Gesellschaft f\u00fchren k\u00f6nnen. Und das k\u00f6nnte wiederum verschmelzen mit Streiks und Protesten gegen die Austerit\u00e4t und die K\u00fcrzungen, die von der Arbeiterbewegung durchgef\u00fchrt werden \u2013 eine Gefahr, die das \u00dcberleben der Regierung, wenn nicht des ganzen Systems, bedroht.<\/p>\n<p>Es liegt in der Natur der Sache und ist eine Tatsache, dass die herrschende Klasse den Faschismus nicht ausmerzen wird. Die derzeitigen Bedingungen, die durch die kapitalistische Krise sowie die Politik der herrschenden Klasse herbeigef\u00fchrt wurden und sich durch massenhaftes Elend und Verzweiflung auszeichnen, bieten der extremen Rechten und dem Faschismus weiterhin einen fruchtbaren Boden. Sollte die Regierung die GD tats\u00e4chlich verbieten, so wird dies unter einem neuen Namen geschehen.<\/p>\n<p>Deshalb sollten die antifaschistische Bewegung und die Linke keinerlei Illusionen in der Frage haben, wie weit der Staat gegen GD gehen wird. Der kapitalistische Staat kann ganz \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen auch gegen die Linke und die Arbeiterbewegung anwenden. Die Kr\u00e4fte der Linken, die entschlossen sind, gegen den Faschismus zu k\u00e4mpfen, m\u00fcssen die Gelegenheit nutzen, die sich durch die Offenlegung des kriminellen Charakters von GD bietet und in die Offensive gehen.<\/p>\n<h4>Antifaschistische Komitees<\/h4>\n<p>Die Mitglieder von \u201eXekinima\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Griechenland) haben in Athen und anderen St\u00e4dten eine wesentliche Rolle dabei gespielt, antifaschistische Komitees zu gr\u00fcnden und diese miteinander zu verbinden.\u00a0Diese antifaschistischen Komitees m\u00fcssen Verteidigungseinheiten gegen faschistische \u00dcbergriffe aufzustellen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen diese Komitees politisch bewaffnet werden, um der faschistischen Ideologie entgegentreten und erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, dass die Verantwortung f\u00fcr Massenarbeitslosigkeit, Armut und Angriffe auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen beim System und nicht bei den EinwanderInnen liegt und dass es notwendig ist, gegen das kapitalistische System zu k\u00e4mpfen, das die Bedingungen schafft, unter denen der Faschismus zur neuen Gefahr wird. Diese Komitees m\u00fcssen klarmachen, dass die Alternative darin besteht, f\u00fcr eine alternative sozialistische Gesellschaft einzutreten.<\/p>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nH2 { margin-bottom: 0.21cm; }H2.cjk { font-family: \"Lucida Sans Unicode\"; }H2.ctl { font-family: \"Tahoma\"; }P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link {  }\n--><\/style>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Mord an Pavlos Fyssas. 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