{"id":25876,"date":"2013-09-21T17:00:37","date_gmt":"2013-09-21T15:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25876"},"modified":"2013-09-23T08:26:09","modified_gmt":"2013-09-23T06:26:09","slug":"grossbritannien-vertrauensleute-und-betriebsraete-netzwerk-fordert-massenaktionen-um-die-kuerzungspolitik-zu-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/09\/grossbritannien-vertrauensleute-und-betriebsraete-netzwerk-fordert-massenaktionen-um-die-kuerzungspolitik-zu-stoppen\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: NSSN fordert Massenaktionen, um die K\u00fcrzungspolitik zu stoppen"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25877\" alt=\"NSSN\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6-e1379670488843-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6-e1379670488843-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6-e1379670488843-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6-e1379670488843-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_130625_6-e1379670488843.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Dieser Artikel erschien zuerst am 13. September in englischer Sprache auf socialistworld.net<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Gewerkschaftsbund muss den Termin f\u00fcr einen 24-st\u00fcndigen Generalstreik festlegen!<\/strong><\/p>\n<p><em>von Nick Chaffey, \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales)<\/em><\/p>\n<p>Die GewerkschaftsaktivistInnen, die letzten Sonntag zu Hunderten an der Veranstaltung des \u201eNational Shop Stewards&#8216; Network (NSSN; \u201eLandesweites Vertrauensleute- und Betriebsr\u00e4te-Netzwerk\u201c in Gro\u00dfbritannien) vor dem Kongress des britischen Gewerkschaftsdachverbands TUC teilgenommen haben, machten deutlich, dass die Wut \u00fcber die regelrechte Flut an K\u00fcrzungen und Austerit\u00e4t nach einem hei\u00dfen Herbst verlangt. Das Signal, das sie aussendeten, lautete: Wir brauchen schlagkr\u00e4ftige Aktionen!<\/p>\n<p>Damit einher ging die immer lauter werdende Forderung an den TUC, ein Datum festzulegen, an dem es zu einem 24-st\u00fcndigen Generalstreik kommen muss.<\/p>\n<p>\u201eDie NSSN-Kundgebung\u201c, so die Vorsitzende der Gewerkschaft der Staatsbediensteten, PCS, Janice Godrich, \u201eist zu einem regelm\u00e4\u00dfigen Ereignis bei TUC-Kongressen geworden, mit der die Richtung vorgegeben und ein k\u00e4mpferischer Ton angeschlagen wird. Das Signal lautet: Lasst euren Worten noch in diesem Jahr Taten folgen\u201c.<\/p>\n<p>Bei der Kundgebung in der Kongresshalle, die vor der Demonstration vor dem Kongressort stattfand, kamen Delegierte des TUC-Kongresses und bis zu 300 weitere AktivistInnen zusammen. Es gab Beitr\u00e4ge mehrerer Gewerkschaftsvorsitzender: Bob Crow von der Transportarbeiter- und Eisenbahnergewerkschaft RMT, Steve Gillan von der Gewerkschaft der Justizangestellten, POA, Ronnie Draper von der Gewerkschaft der B\u00e4ckerInnen und Besch\u00e4ftigen in der Lebensmittelbranche, BFAWU, sowie Ian Lawrence von der Gewerkschaft der Bew\u00e4hrungshelferInnen, NAPO. Au\u00dferdem sprachen eine Reihe von AktivistInnen, die verschiedenen weiteren Gewerkschaften angeh\u00f6ren bzw. an diversen sozialen Initiativen beteiligt sind.<\/p>\n<p>Die Aufgabe, f\u00fcr die NSSN-Aktiven, angesichts der permanenten Angriffe auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie der sich entwickelnden sozialen K\u00e4mpfe besteht darin, die Wut in Widerstand zu verwandeln.<\/p>\n<p>Janice Godrich beendete ihre Rede mit folgendem Satz: \u201eWenn wir der Regierung klar machen wollen, worum es uns geht, dann brauchen wir Aktionen, in einem Ausma\u00df, das es so noch nicht gegeben hat\u201c.<\/p>\n<h4>Fortgesetzte Austerit\u00e4t<\/h4>\n<p>Bob Crow fragte die TeilnehmerInnen der Kundgebung: \u201eIst es im letzten Jahr etwa besser geworden? Diejenigen, die entlassen worden sind, m\u00fcssen jetzt 1.500 Pfund f\u00fcrs Arbeitsgericht bezahlen, um wieder auf Stellensuche gehen zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Alle RednerInnen listeten nacheinander auf, welche Zumutungen den ArbeiterInnen und ihren Wohnvierteln von den edlen Herren und Damen der \u201eCon-Dem\u201c-Regierungskoalition (\u201eto condemn\u201c = dt.: \u201everachten\u201c; Ein Wortspiel, mit dem die Haltung gegen\u00fcber der konservativ\/liberal-demokratischen Regierungskoalition zum Ausdruck gebracht wird; Anm. d. \u00dcbers.) angetan werden, w\u00e4hrend ihre reichen Freunde nur noch profitieren. \u201eWenn der Mindestlohn an den britischen B\u00f6rsenindex gekoppelt w\u00e4re, dann l\u00e4ge er heute bei 19 Pfund pro Stunde\u201c, rief die Moderatorin der Kundgebung, Linda Taaffe von der \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales).<\/p>\n<p>Wie einige andere RednerInnen auch, stellte Helen Pattison von der Kampagne \u201eYouth Fight for Jobs\u201c die toxische Wirkung der \u201ezero hour contracts\u201c (prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung; Anm. d. \u00dcbers.) heraus, unter der 5,5 Millionen ArbeiterInnen zu leiden haben. \u201eAlle, mit denen ich gesprochen habe, hatten die Schnauze voll von ihrem Chef. In diesen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen wissen die KollegInnen nicht, ob sie in der n\u00e4chsten Woche noch genug Geld verdienen werden, um die Miete zahlen zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Teresa McKay von der Gewerkschaft \u201eUnite\u201c (\u00f6ffentlicher Dienst) und der TUC-Untergliederung Ipswich, hob hervor: \u201eDie Kinderarmut hat im 21. Jahrhundert ein Ausma\u00df angenommen, dass in einem der reichsten L\u00e4nder der Welt eins von drei britischen Kindern in Armut lebt und viele unter Hunger leiden. Acht von zehn Kindern, die in Armut leben, haben einen Elternteil, der Arbeit hat. Das zeigt, wie dringend n\u00f6tig es ist, einen angemessenen Mindestlohn festzulegen. Mehr als \u00fcberall sonst in Europa sind in Gro\u00dfbritannien vor allem M\u00fctter von Armut bedroht\u201c.<\/p>\n<h4>Es wird uns nichts bringen, auf die sozialdemokratische \u201eLabour\u201c-Partei zu setzen<\/h4>\n<p>Die Vorstandsmitglieder des TUC, die im vergangenen Jahr gegen die Forderung vieler Delegierter beim letztj\u00e4hrigen TUC-Kongress nach einem 24-st\u00fcndigen Generalstreik eingetreten sind, haben stattdessen darauf hingewiesen, dass eine Regierung unter \u201eLabour\u201c m\u00f6glich ist, die einen Ausweg bieten w\u00fcrde. Doch wer kann es sich angesichts dieser K\u00fcrzungen leisten, darauf zu warten? Und was wird sich \u00e4ndern, wenn \u201eLabour\u201c selbst erkl\u00e4rt, dass man die Austerit\u00e4t fortsetzen wird?<\/p>\n<p>Bob Crow betonte, wie n\u00f6tig es ist, Stellung zu beziehen gegen die rechtsgerichtete Anti-EU-Demagogie der UKIP (national-konservative neue Partei in Gro\u00dfbritannien; Erg. d. \u00dcbers.) und der regierenden \u201eTories\u201c. Dies m\u00fcsse damit einhergehen, dass man gleichzeitig eindeutig Stellung bezieht gegen die EU der Arbeitgeber. Crow rief dazu auf, das Wahlb\u00fcndnis \u201eNo2EU &#8211; Yes to Workers\u2019 Rights\u201c (dt.: \u201eNein zur EU &#8211; Ja zu Arbeitnehmerrechten\u201c) zu unterst\u00fctzen, das bei den Europawahlen kandidiert.<\/p>\n<p>Einige RednerInnen, darunter auch Ronnie Draper, betonten, wie n\u00f6tig eine neue Arbeiterpartei ist. Andere sprachen von der Notwendigkeit, in dieser Richtung zu arbeiten und dabei eine sozialistische Alternative aufzubauen. Dies k\u00f6nne am besten erreicht werden, indem man sich der \u201eTrade Unionist and Socialist Coalition\u201c (TUSC; dt.: \u201eGewerkschaftliches und sozialistisches Wahlb\u00fcndnis\u201c) anschlie\u00dfe.<\/p>\n<h4>Zunehmende soziale K\u00e4mpfe<\/h4>\n<p>Martin Powell-Davies vom Bundesvorstand der Lehrergewerkschaft NUT, der auch Mitglied der \u201eSocialist Party\u201c ist, brachte die Wut der ArbeiterInnen zum Ausdruck, die keine Wahl haben au\u00dfer Widerstand zu leisten. Er beschrieb, wie die Mitglieder seiner Gewerkschaft sich zu organisieren beginnen, um zur\u00fcckzuschlagen: \u201eWir haben jetzt Termine festgelegt, um Aktionen durchzuf\u00fchren\u201c. \u201eAm 27. Juni hat ein energisch gef\u00fchrter Arbeitskampf in der Region North West dazu gef\u00fchrt, dass die Mehrzahl der Schulen dicht machen musste. Am 1. und 17. Oktober wird es zu weiteren Streikma\u00dfnahmen kommen und noch vor Ende dieses Schuljahres soll es zu einem landesweiten Streik kommen. [\u2026] Die Frage, die der TUC zu beantworten hat, lautet: Sind die Angriffe, denen die LehrerInnen ausgesetzt sind, nicht dieselben, unter denen alle Besch\u00e4ftigten zu leiden haben? Wir sind alle von denselben K\u00fcrzungen betroffen. Deswegen m\u00fcssen wir auch alle gemeinsam auf die Stra\u00dfe gehen!\u201c.<\/p>\n<p>Len Hockey, Vertreter der Gewerkschaft \u201eUnison\u201c im \u201eWhipps Cross\u201c-Krankenhaus, berichtete von den aktuellen Aktionen in Bezug auf eins der wichtigsten Konfliktfelder, das britische Gesundheitssystem NHS.<\/p>\n<p>Als Privatperson sagte er bei der Kundgebung: \u201eDer Sprecher unserer Gewerkschaftsgliederung ist ins Visier der Gesch\u00e4ftsleitung des Krankenhauses geraten. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung f\u00fcr den medizinischen Dienst hat bekannt gegeben, dass \u201egrundlegende Ma\u00dfnahmen\u201c n\u00f6tig seien. Der Unternehmensberater \u201ePrice Waterhouse Cooper\u201c ist eingeschaltet worden, obwohl dieser Verein \u00fcberhaupt keine Erfahrung mit dem NHS hat. [\u2026] Unsere Gewerkschaftsmitglieder haben den Zusammenhang zwischen diesen drei Punkten hergestellt. Wir haben die Initiative ergriffen und zu unserer \u00f6ffentlichen Versammlung kamen mehr als 100 Leute. F\u00fcr den 16. und 21. September sind zwei Demonstrationen geplant\u201c.<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche haben die Justizangestellten Aktionen durchgef\u00fchrt. Dabei ging es um die Schlie\u00dfung von Einrichtungen und \u00dcberbelegungen. Steve Gillan, Generalsekret\u00e4r der POA sagte: \u201eSeit 1994 ist es uns untersagt, arbeitsrechtlich legale Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. [\u2026] Bei uns gilt das Dogma: Wenn unsere Mitglieder Aktionen durchf\u00fchren wollen, dann unterst\u00fctzen wir das. Es hat mich stolz gemacht, Seit\u00b4 an Seit\u00b4 neben mutigen KollegInnen stehen zu k\u00f6nnen, die sich vor den Justizvollzugsanstalten zu inoffiziellen Aktionen zusammengefunden haben. [\u2026] Sie (die Gef\u00e4ngnisleitungen) konnten das nicht verhindern und haben auch keine Verfahren gegen uns eingeleitet\u201c.<\/p>\n<p>Die Bew\u00e4hrungshelferInnen stehen kurz davor, zum ersten Mal \u00fcberhaupt landesweite Streiks durchzuf\u00fchren. Der Generalsekret\u00e4r der NAPO, Ian Lawrence, erkl\u00e4rte: \u201eDer Con-Dem-Minister Grayling will die effektiven Angebote dem Ausverkauf preisgeben. Das wird das Leben von tausenden Menschen umkrempeln. Er meint, dass unsere Branche nun so weit ist, endlich privatisiert werden zu k\u00f6nnen und Profit abzuwerfen. Wir kommen immer mehr zu dem Punkt, an dem wir sagen: Es ist Zeit f\u00fcr Streikma\u00dfnahmen. Das schaffen wir nicht allein, aber zusammen mit den Mitgliedern der POA, der PCS und von &gt;Unison&lt;, die auch in unserer Branche besch\u00e4ftigt sind, ist das m\u00f6glich\u201c.<\/p>\n<p>George Osborne hat behauptet, K\u00fcrzungen im \u00f6ffentlichen Dienst w\u00fcrden dazu f\u00fchren, dass es in der Privatwirtschaft zu mehr Wachstum kommt. Dieses Ammenm\u00e4rchen nahm Ronnie Draper komplett auseinander: \u201eWenn wir nicht gek\u00e4mpft haben, haben wir auch nichts erreichen k\u00f6nnen. Uns ist noch nie etwas einfach so gegeben worden. [\u2026] Die Besch\u00e4ftigten der Gro\u00dfb\u00e4ckerei &gt;Hovis&lt; in der Industriestadt Wigan waren eine Woche lang im Streik. Sie haben ihre Arbeitspl\u00e4tze gegen die Einf\u00fchrung von &gt;zero hour contracts&lt; verteidigt. Sie haben einen Sieg davongetragen, 24 KollegInnen wurden Vollzeitvertr\u00e4ge angeboten. Jetzt geht der Kampf weiter, um den Einsatz von VertragsarbeiterInnen zu verhindern, die \u00fcber &gt;zero hour contracts&lt; eingestellt werden sollen\u201c.<\/p>\n<h4>Erfolge sind machbar<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25878\" alt=\"wpid-20130908_131503_9\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9-230x173.jpg\" width=\"230\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9-230x173.jpg 230w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9-462x347.jpg 462w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9-600x450.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9-900x676.jpg 900w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wpid-20130908_131503_9.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a>Nicht nur die KollegInnen bei \u201eHovis\u201c konnten Erfolge verbuchen. Die PCS konnte auf juristischem Wege einen wichtigen Kampf f\u00fcr sich entscheiden. Dabei ging es um neue Attacken auf gewerkschaftliches Engagement.<\/p>\n<p>Dazu noch einmal Janice Godrich: \u201eDamit legt der Oberste Gerichtshof nun den SteuerzahlerInnen die Rechnung in H\u00f6he von 90.000 Pfund daf\u00fcr vor, dass Eric Pickles, der Minister f\u00fcr kommunlae Angelegenheiten, nicht rechtm\u00e4\u00dfig gehandelt hat. Er hat einseitig das \u201echeck off\u201c-System abgeschafft, mit dem die Gewerkschaftsbeitr\u00e4ge von den Einkommen abgezogen wurden\u201c.<\/p>\n<p>Dave Smith von der Basisgruppe \u201eBlacklist Support Group\u201c (gegen das F\u00fchren \u201eschwarzer Listen\u201c durch Unternehmensleitungen; Anm. d. \u00dcbers.) berichtete vom j\u00fcngsten Erfolg dieser Initiative. So musste das \u201eUnite\u201c-Mitglied Frank Morris vom Bahnunternehmen \u201eCrossrail\u201c in London wiedereingestellt werden. \u201eSie haben Frank und die Gewerkschaft mundtot gemacht, aber ich bin nicht mundtot. [\u2026] Frank Morris kann dank des NSSN und allen, die uns unterst\u00fctzt haben, morgen wieder zur Arbeit gehen. Das ist ein historischer Sieg f\u00fcr die Gewerkschaften\u201c.<\/p>\n<p>Candy, die Mitlied von \u201eUnite\u201c ist und sich vor kurzem in einem Programm zur Organisierung von Streiks engagiert hat, sprach bei der Kundgebung, die drau\u00dfen vor dem TUC-Kongress stattfand. Sie drosch auf ihren Arbeitgeber bei \u201eOne Housing\u201c ein: \u201eDie Profite steigen ins Unendliche. 2011 lagen sie bei vier Millionen Pfund, in diesem Jahr sind sie f\u00fcr diese Londoner Wohnungsbaugesellschaft auf 35 Millionen angestiegen. Gleichzeitig mussten die Besch\u00e4ftigten, die an der Front ihre Arbeit tun, Lohnk\u00fcrzungen in H\u00f6he von 8.000 Pfund hinnehmen\u201c.<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung des neuen Sozialleistungskatalogs mit der Bezeichnung \u201eUniversal Credit\u201c bedeutet, dass nicht nur bei den Erwerbslosen Sozialleistungen gestrichen werden. Auch 40 Prozent des Personals in den entsprechenden Beh\u00f6rden, von denen die meisten niedrige Einkommen haben, weil ihre Arbeitgeber \u2013 darunter auch die Regierung \u2013 zu denen geh\u00f6ren, die schlechte L\u00f6hne zahlen, sind betroffen.<\/p>\n<h4>Legt das Datum fest!<\/h4>\n<p>In jedem Redebeitrag wurde die Forderung an den TUC formuliert, die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen und entschlossen zu handeln. In ihrer Einleitungsrede zur Kundgebung sagte Linda Taaffe: \u201eEin 24-st\u00fcndiger koordinierter Streik ist die deutlichste Aussage, mit der die Regierung unter Druck gesetzt werden kann. Auf Labour zu warten, ist keine gute Idee. Das NSSN fordert den TUC und die Gewerkschaften auf, eine m\u00e4chtige Kraft aufzubauen, die Ministerpr\u00e4sident Cameron zum R\u00fcckzug zwingen kann. Die Beschl\u00fcsse vom vergangenen Jahr m\u00fcssen jetzt in der Praxis umgesetzt werden, damit wir jede Gewerkschaft h\u00f6ren k\u00f6nnen: Wir erkl\u00e4ren uns mit den LehrerInnen solidarisch!\u201c<\/p>\n<p>Bob Crow erhielt stehende Ovationen f\u00fcr seinen Aufruf, der da lautete: \u201eUm nach dem Treffen hier damit beginnen zu k\u00f6nnen, einen Generalstreik zu organisieren, m\u00fcssen wir einen Termin festlegen, rausgehen und zur Tat schreiten!\u201c.<\/p>\n<p>Alle m\u00f6glichen Kr\u00e4fte stehen in den Startl\u00f6chern: Die PCS setzt ihre landesweiten Aktionen fort, die LehrerInnen planen Streiks, die Gewerkschaft der Feuerwehrleute, FBU, hat mit 78 Prozent f\u00fcr landesweite Streikma\u00dfnahmen gestimmt, und die Mitglieder der Telekommunikationsgewerkschaft CWU bei der Royal Mail (Post) haben sich gegen die Privatisierung ausgesprochen.<\/p>\n<p>Dave Smith berichtete, dass der TUC einen Aktionstag gegen das F\u00fchren \u201eschwarzer Listen\u201c bef\u00fcrworten w\u00fcrde. \u201eWarum ziehen wir nicht Aktionen f\u00fcr Millionen von ArbeiterInnen durch, anstatt nur Aktionen im Sinne von einigen tausend Besch\u00e4ftigten durchzuf\u00fchren?\u201c. Helen Pattison von \u201eYouth Fight for Jobs\u201c sagte: \u201eWenn der TUC einen Streik ausruft und zeigt, wer in diesem Land bereit ist zu k\u00e4mpfen, dann w\u00e4re den ArbeiterInnen klar, wo sie sich anschlie\u00dfen m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Die BFAWU hat nicht auf die Entscheidung des TUC warten wollen und die eigene Mitgliedschaft befragt. \u201e70 Prozent der Antworten, die uns erreicht haben, sprachen sich f\u00fcr einen Generalstreik aus\u201c, so das Ergbenis.<\/p>\n<p>Alec McFadden von der Arbeiter-Kammer erkl\u00e4rte, wie die KollegInnen dort im Juni einen Dringlichkeitsantrag beschlossen haben. Der Kernsatz lautete: \u201eEine Kundgebung vor dem TUC-Kongress 2013 durchf\u00fchren, um die Entscheidung von 2012aufrecht zu erhalten\u201c.<\/p>\n<p>Am Ende der Veranstaltung im Kongressgeb\u00e4ude und vor Beginn der Kundgebung drau\u00dfen, um die in Bournemouth ankommenden Delegierten des TUC-Kongresses in Empfang zu nehmen, kritisierte Rob Williams vom NSSN die Inaktivit\u00e4t des TUC: \u201eEine Woche, so wird behauptet, ist in der Politik eine lange Zeit. Wir haben 52 Wochen gewartet, damit der TUC endlich handelt. Wie ist es m\u00f6glich, dass der Beschluss vom letzten Jahr in der Schublade verschwunden ist, obwohl die K\u00fcrzungen drastischer sind als je zuvor?\u201c. Rob brandmarkte die Ungerechtigkeit, die mit den Massenentlassungen im \u00f6ffentlichen Dienst einhergehen, das Einfrieren von L\u00f6hnen, die \u201eBetten-Steuer\u201c, die T\u00e4tigkeit von Kredithaien und ein implodierendes NHS, wof\u00fcr allzu h\u00e4ufig die Begleichung der Schulden der Aasgeier von PFIs (Private Finanzierungsinitiativen) verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eDas NSSN unterst\u00fctzt den \u201eMarsch zur Verteidigung des NHS\u201c am 29. September. Aber diese Demonstration wird nicht ausreichen. Die Niederlage von Cameron in puncto Syrien zeigt, dass die da oben nicht allm\u00e4chtig sind. Sie k\u00f6nnen zur\u00fcckgewiesen werden, wenn die daf\u00fcr n\u00f6tigen Schritte auch wirklich unternommen werden. Wenn alle ArbeiterInnen am selben Tag gemeinsam die Arbeit niederlegen, dann h\u00e4tte das eine Wirkung. Darum muss es diese Woche beim TUC-Kongress gehen\u201c.<\/p>\n<p>Dieses Signal muss von den NSSN-Aktiven aufgegriffen und im ganzen Land in alle Gewerkschaftsgliederungen getragen werden. Es m\u00fcssen NSSN-Versammlungen vorbereitet werden, um Solidarit\u00e4t f\u00fcr die LehrerInnen zu organisieren sowie f\u00fcr alle anderen, die konkrete Aktionen durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>Von unten organisiert, mit zunehmendem Druck auf die F\u00fchrungsriege des TUC und im B\u00fcndnis mit all den Gewerkschaften, die aktiv handeln, kann die Grundlage geschaffen werden f\u00fcr einen historischen Schritt in den kommenden Monaten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/shopstewards.net\/\">Homepage des NSSN<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gewerkschaftsbund muss den Termin f\u00fcr einen 24-st\u00fcndigen Generalstreik festlegen!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25876"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25876"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25876\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25876"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25876"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}