{"id":25850,"date":"2013-09-20T17:00:12","date_gmt":"2013-09-20T15:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25850"},"modified":"2013-09-21T10:33:39","modified_gmt":"2013-09-21T08:33:39","slug":"antifaschistische-komitees-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/09\/antifaschistische-komitees-in-griechenland\/","title":{"rendered":"Antifaschistische Komitees in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25851\" alt=\"Diskussion Aufstieg des Hitlerfaschismus\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus-e1379330427944-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus-e1379330427944-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus-e1379330427944-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus-e1379330427944-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Diskussion-Aufstieg-des-Hitlerfaschismus-e1379330427944.jpg 957w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Wie k\u00f6nnen wir Nazis erfolgreich bek\u00e4mpfen?<\/strong><\/p>\n<p><em>von Conny Dahmen<\/em><\/p>\n<p>Die Wirtschaftskrise, die Troika- Politik und ihre verheerenden Auswirkungen auf die Lebensumst\u00e4nde der breiten Masse der GriechInnen haben die Gesellschaft radikalisiert und die politische Landschaft v\u00f6llig umgeworfen. Die Verzweiflung und Wut weiter Teile der Besch\u00e4ftigten, Jugendlichen und RentnerInnen dr\u00fcckt sich nicht nur in vielen Generalstreiks, Solidarit\u00e4tsbewegungen und gro\u00dfem Zuspruch f\u00fcr SYRIZA aus, sondern leider auch in steigender Unterst\u00fctzung f\u00fcr faschistische Kr\u00e4fte wie Chrysi Avgi (Goldene Morgenr\u00f6te), die mittlerweile in Umfrage drittst\u00e4rkste Partei ist und t\u00e4glich ImmigrantInnen, Linke, Homosexuelle usw. auf den Stra\u00dfen terrorisiert.<\/p>\n<p>Doch dieser Terror bleibt nicht unbeantwortet: innerhalb des letzten Jahr haben sich landesweit \u00fcber 60 antifaschistische Komitees in verschiedenen St\u00e4dten und Stadtteilen gegr\u00fcndet, in denen sich AktivistInnen verschiedenster Str\u00f6mungen von AnarchistInnen bis zu SYRIZA- Mitgliedern, AnwohnerInnen, Sch\u00fclerInnen und MigrantInnen gemeinsam den Nazis entgegenstellen, Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, ihre Aktionen st\u00f6ren, aber auch mit eigenen Initiativen das Wasser abgraben.<\/p>\n<p>Ihre Arbeit besteht zum einen in der Organisation \u00f6ffentlicher Veranstaltungen in Stadtteilen, an Unis und Schulen, wobei sie in vielen Orten mit der Sekundarlehrergewerkschaft ELME zusammenarbeiten. Bei den Veranstaltungen geht es zum einen um eine Auseinandersetzung mit den L\u00fcgen von Chrysi Avgi, um die Rolle der Faschisten in der Gesellschaft, aber auch um Fragen des t\u00e4glichen Widerstandes gegen K\u00fcrzungen und Privatisierung und nat\u00fcrlich die Planung von Aktionen. Neben Demonstrationen und Flugblattverteilungen organisieren die antifaschistischen Komitees auch Konzerte und Festivals gegen Rechts und Solidarit\u00e4tsaktionen in den Stadtvierteln, um m\u00f6glichst viele Menschen anzusprechen und zu aktivieren.<\/p>\n<p>Beim 20. antifaschistischen Camp von \u201eJugend gegen Rassismus in Europa\u201c, was vom 26.Juli bis zum 5. August auf der Insel Thassos tattfand, diskutierten \u00fcber 300 AntifaschistInnen aus ganz Griechenland \u00fcber Strategien im Kampf gegen rechts, aber auch im Kampf gegen das Austerit\u00e4tsdiktat der Troika und die Aufgaben der Linken international. Neben zahlreichen AktivistInnen von Xekinima (Schwesterorganisation der SAV), die das Camp ma\u00dfgeblich mitorganisiert hatten, nahmen viele AktivistInnen der Antifa-Komittees, verschiedener sozialer Bewegungen, linker Parteien und Str\u00f6mungen und GewerkschafterInnen teil, au\u00dferdem 14 G\u00e4ste aus Zypern, Irland, England, Deutschland, der T\u00fcrkei und Hongkong. Eine besondere Rolle spielten die Beitr\u00e4ge von VertreterInnen von Kampagnen wie \u201eSave Skouries\u201c gegen eine geplante Goldmine und Umweltzerst\u00f6rung in Chalkidiki, von LGBT- und MigrantInnengruppen und verschiedenen Solidarit\u00e4tsbewegungen wie z.B. der \u00c4rzteinitiative \u201eSocial Surgery\u201c. Herausragend waren ebenfalls Podiumsdiskussionen zur Rolle der Medien in Griechenland, wo unter anderem Angestellte des Fernsehsenders ERT sprachen und eine Debatte zur Frage von Arbeiterkontrolle, mit Vertretern der selbstverwalteten Fabrik VIOMET bei Thessaloniki, die seit Monaten ohne Bosse und Manager Reinigungs- und Waschmittel produziert.<\/p>\n<p>Auf Thassos hatte Chrysi Avgi im Vorfeld eine Hetzkampagne gegen das Camp gestartet. In ihren Flugbl\u00e4ttern warnten sie vor Horden von Chaoten, die in Prinos einfallen, die EinwohnerInnen bel\u00e4stigen und die Str\u00e4nde verschmutzen w\u00fcrden. Am Ende hatte es den Nazis auch nichts genutzt, sich selbst als wahre \u201eSauberm\u00e4nner\u201c hinzustellen und den Strand des Campingplatzes aufzur\u00e4umen \u2013 auf Druck der Bewegung hin mussten sie ihr erst k\u00fcrzlich er\u00f6ffnetes B\u00fcro auf der Insel wieder schlie\u00dfen und verschwinden. Die EinwohnerInnen von Prinos und anderen Orten der Insel nahmen auf die verteilten JRE- Flugbl\u00e4tter und -plakate hin zahlreich an den Diskussionsveranstaltungen, Konzerten und Partys teil, lokale Bands bereicherten das Kulturprogramm.<\/p>\n<p>Foivos, Aktivist eines Antifa-Komitees in Thessaloniki und Mitglied von Xekinima, schilderte seine Eindr\u00fccke aus Gespr\u00e4chen mit Menschen vor Ort: \u201eAnstatt einer geschlossenen Veranstaltung haben die Leute ein gro\u00dfes Camp vorgefunden, offen f\u00fcr jede und jeden, f\u00fcr Jugendliche genauso wie f\u00fcr Familien. Viele waren beeindruckt davon, wie gut die Veranstaltungen, die Bar, die K\u00fcche und auch die Kinderbetreuung organisiert sind und wie solidarisch alle hier mithelfen. Obwohl hier an manchen Abenden bis zu 500 Menschen waren, vor allem beim Rembetiko-Konzert und dem kleinen Festival, und es sehr viel zu tun gab, hat alles hervorragend geklappt.\u201c<\/p>\n<p>Auch in ihrer allt\u00e4glichen Arbeit sind Solidarit\u00e4tsaktionen wie Lebensmittelverteilungen, Volksk\u00fcchen, Tauschb\u00f6rsen, Umsonstflohm\u00e4rkte usw. f\u00fcr alle (anstatt \u201enur f\u00fcr Griechen\u201c, wie es die Rechten anbieten) ein nicht wegzudenkender Bestandteil. Wo Massen von Menschen t\u00e4glich ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen m\u00fcssen, leisten die AktivistInnen praktische Hilfe und zeigen praktisch, dass das t\u00e4glich Elend nur gemeinsam und solidarisch bek\u00e4mpft werden kann, und dass die Spaltung und Hass, wie er von den Rechten propagiert wird, keine L\u00f6sung sind.<\/p>\n<p>Beim t\u00e4glichen Erfahrungsaustausch waren viele Erfolge im Kampf gegen Chrysi Avgi zu verzeichnen. Maria, aktiv in der antifaschistischen Bewegung in Thessaloniki berichtet:<\/p>\n<p>\u201eEs ist uns gelungen, die Aktivit\u00e4ten und die Versuche zur Verankerung von Chrysi Avgi empfindlich zu st\u00f6ren. Die Faschisten hatten in den letzten zwei Jahren B\u00fcros in \u00fcber 50 St\u00e4dten und Stadtvierteln er\u00f6ffnet, mussten allerdings eine Reihe davon aufgrund des entschiedenen Widerstandes dagegen wieder schlie\u00dfen. Im Oktober 2012 zum Beispiel wollte Chrysi Avgi ein B\u00fcro im Athener Stadtviertel Peristeri er\u00f6ffnen, in direkter Nachbarschaft zum Vereinslokal des traditionell eher alternativen AEK-FC- Fanclubs \u201eOriginals\u201c. Die trugen dann bei der Gegendemonstration ein Transpi: \u201eDenkt nicht mal dran!\u201c, und das haben die Rechten sich wohl zu Herzen genommen und sind nicht mehr aufgetaucht. Aber nicht nur linke AktivistInnen protestieren, auch viele normale AnwohnerInnen sehen Chrysi Avgi einfach als kriminelle Gefahr, die sie nicht in der Nachbarschaft haben wollen. In Thessaloniki konnte sich Chrysi Avgi nur in wenigen Stadtvierteln ansiedeln, wegen des antifaschistischen Widerstands, der ihnen entgegen schl\u00e4gt.\u201c Sie kritisiert allerdings die mangelnde Vernetzung der Antifakomitees in einzelnen Orten: \u201e Zumindest bei gr\u00f6\u00dferen Mobilisierungen und Kampagnen sollten sich die Komitees besser abstimmen. Bisher l\u00e4uft eine Koordination \u00fcber Antifa-Blogs wie Anti-Nazi-Zone.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25852\" alt=\"Camp-Plakat in Prinos\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos-230x173.jpg\" width=\"230\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos-230x173.jpg 230w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos-462x347.jpg 462w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos-600x450.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos-900x676.jpg 900w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Camp-Plakat-in-Prinos.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a>Christina und Giannis, VertreterInnen der Antifakomitees von Thassos und Kav\u00e1la berichteten von der erfolgreichen Arbeit gegen die Nazis vor Ort. Beide Zusammenschl\u00fcsse hatten sich anl\u00e4sslich einiger \u00dcbergriffe auf MigrantInnen vor Ort gegr\u00fcndet und leisten bereits seit l\u00e4ngerer Zeit sehr gute Arbeit. Zusammen mit den AnwohnerInnen der Gegend konnten sie die Faschisten am Ende in die Knie zwingen und von der Insel vertreiben. Unter anderem wurden mehrfach Lebensmittelverteilungen von Chrysi Avgi gestoppt und stattdessen kleine antifaschistische Feste etabliert, bei denen MigrantInnen und Einheimische gemeinsam feiern. Die Beh\u00f6rden untersagten ein geplantes Nazi-Festival in Kav\u00e1la auf Druck der Bewegung hin, die zuvor eine Protestdemonstration von 3000 Menschen veranstaltet hatte.<\/p>\n<p>In den Diskussionen wurde hervorgehoben, wie wichtig \u00fcberzeugende Argumente gegen die Propaganda der Faschisten sind, die sich nicht auf moralisches Verurteilen von Rassismus beschr\u00e4nken, sondern sie klar als L\u00fcgner entlarven. Chrysi Avgi macht sich die ausgepr\u00e4gte Ablehnung von Parteien,besonders unter Jugendlichen, zu nutze und versucht, eine faschistische Diktatur als Alternative f\u00fcr Griechenland zu verkaufen. Die Rechten geben sich radikal und antikapitalistisch, sind es aber keinesfalls. Chrysi Avgi wettert zum Schein gegen Gro\u00dfkonzerne, spricht sich aber f\u00fcr Kleinunternehmertum aus. AktivistInnen aus Chalkidiki berichteten, dass Chrysi Avgi versucht, sich an die Bewegung gegen die geplante Goldmine zu h\u00e4ngen, aber klar auf Seiten des Konzerns \u201eEl Dorado\u201c steht, unter dem Vorwand, es w\u00fcrden Jobs geschaffen . Ebenso waren sie f\u00fcr die Schlie\u00dfung von ERT und unterst\u00fctzen jedes Privatisierungsvorhaben. Zum Teil werden sie sogar von Unternehmen und b\u00fcrgerlichen Politikern als Rammbock gegen linke Bewegungen eingesetzt, wie z.B. bei Protesten gegen ein geplantes Einkaufszentrum in einem Park in Katos Patissia (Athen).<\/p>\n<p>Trotz ihrer arbeiterfeindlichen Haltung schaffen es die Rechten, sich in den Belegschaften einiger Branchen zu verankern, nicht nur bei der Polizei, wo mittlerweile mehrheitlich Chrysi Avgi gew\u00e4hlt wird. Auch bei den Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV in Athen k\u00f6nnen sie 13% Wahlunterst\u00fctzung verzeichnen, unter Taxifahrern und Reinigungskr\u00e4ften konnten sie sich ebenfalls eine Basis schaffen.<\/p>\n<p>Eine Kollegin, die in einer Einrichtung f\u00fcr Jugendliche mit Behinderungen in Volos besch\u00e4ftigt ist, erz\u00e4hlt: \u201eSelbst an meinem Arbeitsplatz unterst\u00fctzen einige KollegInnen in voller \u00dcberzeugung die Faschisten \u2013 obwohl diese fordern, alle psychiatrischen Einrichtungen sofort zu schlie\u00dfen, da das rausgeworfenes Geld sei, obwohl der Chrysi Avgi-Vorsitzende Kassidiaris daf\u00fcr ist, alle psychisch Kranken und behinderte Menschen zu sterilisieren. Sie halten die Nazis f\u00fcr die einzige Kraft, die durchgreift und was ver\u00e4ndern kann.\u201c<\/p>\n<p>Daher dr\u00e4ngten AktivistInnen darauf, im n\u00e4chsten Schritt Antifastrukturen auch auf betrieblicher Ebene zu gr\u00fcnden und zu vernetzen. Viele Komitees arbeiten erfolgreich mit sozialen Bewegungen zusammen, wie zum Beispiel der Kartoffelbewegung (kleine Lebensmittelerzeuger, die ihre Produkte ohne Zwischenh\u00e4ndler verkaufen), sind Teil von Kampagnen gegen Sozialabbau und Privatisierung. Bei einer bisher sehr erfolgreiche Kampagne gegen den Verkauf des sch\u00f6nsten Strandes von Thassos, \u201eGolden Beach\u201c, an einen bulgarischen Hotelkonzern, in die viele AnwohnerInnen und Inhaber kleiner L\u00e4den vor Ort eingebunden werden konnte, haben die AntifaschistInnen die Faschisten und ihre verlogene Propaganda aus der Auseinandersetzung heraus halten k\u00f6nnen. Auch Arbeiterk\u00e4mpfe und Streiks unterst\u00fctzen sie, durch Teilnahme, aber auch durch Solidarit\u00e4tsaktionen, wie z.B. bei der Besetzung von ERT oder der selbst verwaltete Fabrik von VIOMET der Fall ist.<\/p>\n<p>Solche Bewegungen sind wichtige Ans\u00e4tze, reichen aber nicht aus, um die Angriffe auf die Lebensstandards der Menschen zur\u00fcck zu schlagen oder gar die Regierung zu Fall zu bringen. Daher drehte sich eine der wichtigsten Diskussionsveranstaltung auf dem Camp um die Aufgaben der Arbeiterbewegung und vor allem der griechischen Linken. Dort war man sich weitgehend einig, dass 24- oder 48-st\u00fcndige Generalstreiks &#8211; \u201eK\u00e4mpfe mit Verfallsdatum\u201c, wie sie Eleni, eine der ReferentInnen, bezeichnete &#8211; unwirksam geworden sind. Unbegrenzte Streiks und Generalstreiks st\u00fcnden auf der Tagesordnung, welche direkt die Frage aufwerfen, wer die eigentliche Macht in der Gesellschaft hat und das kapitalistische Wirtschaftssystem in Frage stellen. Gro\u00dfe Kritik \u00e4u\u00dferten viele nicht nur an der unver\u00e4ndert sektiererischen Politik der KKE, sondern auch an der gr\u00f6\u00dften linken Partei SYRIZA, die bei den Wahlen im Mai 2012 nahe daran war, die meisten Stimmen zu bekommen. Dort versuchen Tsipras und andere F\u00fchrungspersonen, die Positionen der Partei weiter zu verw\u00e4ssern, anstatt sich als radikale Alternative zu den Troika- Parteien zu pr\u00e4sentieren. Auch von dieser Anbiederung ans Establishment profitiert Chrysi Avgi mit scheinbar antikapitalistischen Parolen.<\/p>\n<p>Xekinima hat mit der \u201eInitiative der 1000\u201c bereits Ende letzten Jahres begonnen, Str\u00f6mungen und Einzelpersonen in- und au\u00dferhalb von SYRIZA und ANTARSYA um ein Programm zu sammeln, das auf einem revolution\u00e4ren Ausweg aus der Krise beruht und auf der \u00dcberwindung des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Eine Schlussfolgerung aus den Diskussionen auf dem Camp, aber auch der t\u00e4glichen Arbeit der Antifakomitees ist: Proteste gegen faschistische Aktionen und Gegenargumente gegen rechte Parolen reichen am Ende nicht aus. Die Menschen suchen nach Antworten, nach Auswegen aus der kapitalistischen Krise und ihren Folgen. In einem System, was auf Konkurrenz und Diskriminierung beruht, was der Mehrheit der Menschheit nichts als Armut zu bieten hat, werden faschistischen Ideen immer wieder aufkommen und Geh\u00f6r finden. Der Kampf gegen Rechts ist daher untrennbar verbunden mit dem Kampf gegen den Kapitalismus selbst und eine gesellschaftliche Alternative ohne Klassenunterschiede und Ausbeutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen wir Nazis erfolgreich bek\u00e4mpfen?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25851,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,44],"tags":[275],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25850"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25850"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25850\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}