{"id":25757,"date":"2013-09-14T16:00:10","date_gmt":"2013-09-14T14:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25757"},"modified":"2013-09-16T10:36:27","modified_gmt":"2013-09-16T08:36:27","slug":"neupack-streik-endet-nach-281-tagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/09\/neupack-streik-endet-nach-281-tagen\/","title":{"rendered":"Neupack-Streik endet nach 281 Tagen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25758\" alt=\"Neupack\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack-e1378457039470-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack-e1378457039470-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack-e1378457039470-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack-e1378457039470-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Neupack-e1378457039470.jpg 835w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Arbeitskampf bei Verpackungshersteller<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschein bereits Ende August in der Solidarit\u00e4t &#8211; sozialistische Zeitung.<\/em><\/p>\n<p>Am 9. August verk\u00fcndete die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) das offizielle Ende des Streiks bei Neupack in Hamburg-Stellingen und Rotenburg.<\/p>\n<p><em>von Fabian Thiel, Hamburg<\/em><\/p>\n<p>Statt eines Tarifvertrags gibt es eine Betriebsvereinbarung und mehrere Regelungsabreden. Diese sehen eine Erh\u00f6hung der niedrigsten Stundenl\u00f6hne von 7,80 auf neun Euro vor, ein Eingruppierungssystem f\u00fcr alle T\u00e4tigkeiten (zuvor wurde \u201enach Nase\u201c gezahlt), eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich und h\u00f6heres Urlaubsgeld sowie Schichtzulagen. Gleichzeitig geht die Eigent\u00fcmerfamilie Kr\u00fcger weiter massiv gegen einzelne Streikende vor.<\/p>\n<p>Ein Werkstattleiter beim Standort Rotenburg und ein Maschinenf\u00fchrer in Stellingen wurden in der Woche vor dem offiziellen Streikende \u201everhaltensbedingt\u201c gek\u00fcndigt. Beide hatten mitgestreikt und wurden mit insgesamt zehn Abmahnungen \u00fcberzogen. Der Betriebsratsvorsitzende Murat G\u00fcnes, ohne dessen Wirken es diesen Streik wohl nicht gegeben h\u00e4tte, hat am 23. September einen weiteren Arbeitsgerichtstermin, bei dem es um seine siebte (!) K\u00fcndigung geht.<\/p>\n<h4>Streikbrecher-Eins\u00e4tze<\/h4>\n<p>Verleumdungen und Abmahnungen sollten die am Streik Beteiligten m\u00fcrbe machen. Unter anderem deswegen haben sich in Rotenburg zehn streikende KollegInnen w\u00e4hrend der langen Phase des Flexi-Streiks einen neuen Arbeitsplatz gesucht.<\/p>\n<p>Ende Januar war die Streiktaktik ge\u00e4ndert worden. An die Stelle des unbefristeten Vollstreiks trat ein flexibel gehandhabter Wellenstreik. Entgegen den Erwartungen der Streikenden betrachtete die F\u00fchrung der IG BCE den Flexi-Streik als Methode, den Streik auf ein Minimum runterzufahren.<\/p>\n<p>In Rotenburg und Stellingen arbeiteten vor dem Streik etwa 200 Menschen, davon etwa 150 in der Produktion. Am 1. November waren von ihnen 110 Leute in den Streik getreten. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jens Kr\u00fcger organisierte sich darauf \u00fcber eine Leiharbeitsfirma insgesamt 57 Streikbrecher aus Polen, die im Augenblick befristet eingestellt sind. Im Juli hatte der Betriebsrat die Verhandlungen f\u00fcr eine Betriebsvereinbarung noch abbrechen m\u00fcssen, weil Kr\u00fcger auf einmal die Zustimmung zur Festanstellung aller Streikbrecher zur Bedingung gemacht hatte.<\/p>\n<p>Der Plan von Kr\u00fcger ist relativ durchsichtig: Bis zur n\u00e4chsten Betriebsratswahl im April 2014 m\u00f6glichst viele der Streikenden loswerden, die Streikbrecher als Wahlunterst\u00fctzung f\u00fcr die schon bestehende unternehmerfreundliche Betriebsratsliste nutzen, sich die Betriebsratsmehrheit sichern und die Betriebsvereinbarung \u201ewegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation\u201c zumindest in Teilen wieder verschlechtern. Im Augenblick haben die k\u00e4mpferischen KollegInnen nur eine Mehrheit von 4:3 im Betriebsrat.<\/p>\n<h4>Kontroverse \u00fcber Streiktaktik<\/h4>\n<p>Die IG BCE wollte an Kr\u00fcger ein Exempel statuieren, \u201ekoste es, was es wolle\u201c (Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, zu Beginn des Streiks). Stattdessen hat die F\u00fchrung der IG BCE einen R\u00fcckzieher gemacht, lange bevor sich Entschlossenheit und Zusammenhalt der Streikenden ersch\u00f6pft hatten. Im Beirat der IG BCE am 24. April argumentierte Vassiliadis, dass man es \u201emit einer Eigent\u00fcmer-Familie zu tun [h\u00e4tte], die lieber den Betrieb dicht macht, als dass sie einen Vertrag mit der Gewerkschaft schlie\u00dfen w\u00fcrde\u201c. Es ist zu bezweifeln, dass Kr\u00fcger unvern\u00fcnftig handelte und nicht doch nachgegeben h\u00e4tte, wenn sonst eine Pleite seiner Firma gedroht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Im Apparat der IG BCE wird der Neupack-Streik lebhaft diskutiert. Auch Funktion\u00e4re, die bislang noch auf Sozialpartnerschaft setzten, merken, dass man sich mit der \u201eNeupack-Taktik\u201c schwer gegen die n\u00e4chsten Angriffe wird wehren k\u00f6nnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Besch\u00e4ftigten bei Neupack sich nicht zerm\u00fcrben lassen und einen erneuten Anlauf nehmen f\u00fcr einen Tarifvertrag. Die Unterst\u00fctzung aller Lohnabh\u00e4ngigen daf\u00fcr haben sie sich verdient.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NeupackArbeitskampf bei Verpackungshersteller<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25758,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[343],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25757"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25757\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}