{"id":25752,"date":"2013-09-19T16:00:52","date_gmt":"2013-09-19T14:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25752"},"modified":"2013-09-16T13:17:05","modified_gmt":"2013-09-16T11:17:05","slug":"daimler-eine-welle-von-auslagerungen-droht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/09\/daimler-eine-welle-von-auslagerungen-droht\/","title":{"rendered":"Daimler: Eine Welle von Auslagerungen droht."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22766\" aria-describedby=\"caption-attachment-22766\" style=\"width: 277px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/1491366554_2b9079df03_o-e1352290845859.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-22766\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pansonaut\/ CC BY-NC-SA 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/1491366554_2b9079df03_o-e1352290845859-277x173.jpg\" width=\"277\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/1491366554_2b9079df03_o-e1352290845859-277x173.jpg 277w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/1491366554_2b9079df03_o-e1352290845859-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/1491366554_2b9079df03_o-e1352290845859.jpg 492w\" sizes=\"(max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22766\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pansonaut\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wir lassen uns nicht spalten!<\/strong><\/p>\n<p>Leiharbeit, Werkvertr\u00e4ge, Fremdvergabe &#8230; Jetzt reichte es 3.000 Besch\u00e4ftigten im Daimler-Werk Bremen. Auf Initiative des IG-Metall-Vertrauensk\u00f6rpers standen am 23. August f\u00fcr 75 Minuten die B\u00e4nder still \u2013 aus Protest gegen die geplante Fremdvergabe von Teilen des Karosseriebaus.<\/p>\n<p><em>von Sven Beyer, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Bislang \u00fcbernahmen Fremdfirmen im Werk Bremen Dienstleistungen. Nun versucht der Daimler-Konzern auch in der Produktion die Lohnkosten zu senken.<\/p>\n<p>Mit Werkvertr\u00e4gen kauft ein Unternehmen nicht mehr Arbeitskr\u00e4fte, sondern Dienstleistungen. Diese werden dann als Sachausgaben verbucht und entsprechend schlechter bezahlt. Von dieser Ausgliederung w\u00e4ren in Bremen bis zu 90 KollegInnen betroffen.<\/p>\n<h4>Gericht gibt Fremdfirmen-Besch\u00e4ftigten Recht<\/h4>\n<p>Die SWR-3-Reportage \u201eHungerl\u00f6hne am Flie\u00dfband\u201c berichtete bereits im Mai \u00fcber Mitarbeiter, die der Daimler-Konzern im Werk Untert\u00fcrkheim \u00fcber Werkvertr\u00e4ge besch\u00e4ftigt, welche ihr Gehalt sogar mit Hartz IV aufstocken m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im August dann die n\u00e4chste Schelle vom Landesarbeitsgericht (LAG) in Stuttgart, welches zwei IT-Angestellten einer im Werk Sindelfingen t\u00e4tigen Fremdfirma das Recht auf Festeinstellung zusprach. Sie hatten nachweisen k\u00f6nnen, dass sie nicht mehr werkvertragsbezogene sondern personengebundene Anweisungen erhielten.<\/p>\n<p>Jetzt versucht Daimler krampfhaft, diese Machenschaften auf \u201erechtssichere\u201c Beine zu stellen. So berichteten die Betriebsr\u00e4te der \u201eAlternative\u201c-Gruppe im Daimler-Werk Untert\u00fcrkheim in ihrer Betriebszeitung Nr. 121: \u201eDaimler-Mitarbeitern wird mit Abmahnung gedroht, sollten sie Werkvertragsmitarbeitern noch Anweisungen geben.\u201c Unm\u00f6glich, wenn mehr und mehr Werkvertragsmitarbeiter direkt in den betrieblichen Ablauf eingegliedert werden.<\/p>\n<p>Auch die Kollegen der \u201eAlternative\u201c-Gruppe bei Daimler Berlin k\u00e4mpfen seit L\u00e4ngerem gegen diese neue Methode, L\u00f6hne auf niedrigstes Niveau zu dr\u00fccken. Yilmaz, Maschinen-Bediener, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der \u201eSolidarit\u00e4t\u201c: \u201eWir fordern ein klares Nein zum Missbrauch von Werkvertr\u00e4gen. Das ist eine neue Nische f\u00fcr Lohndumping. Ohne K\u00fcndigungsschutz \u2013 und wir Betriebsr\u00e4te sind au\u00dfen vor. S\u00e4mtliche Werkvertr\u00e4ge m\u00fcssen daraufhin \u00fcberpr\u00fcft werden, ob das Urteil des LAG in Stuttgart hier ebenfalls zutreffend ist und in dem Fall eine Festeinstellung fordern.\u201c Und weiter: \u201eWer auf dem Daimler-Gel\u00e4nde arbeitet, muss auch Daimler-Lohn bekommen.\u201c<\/p>\n<h4>Zwei-Milliarden-Sparprogramm bei Daimler<\/h4>\n<p>Dieser Vorsto\u00df geh\u00f6rt zur Unternehmensstrategie \u201eReferenzwerk 2020\u201c des Daimler-Konzerns. Ganze Bereiche sollen ausgegliedert werden. Vor allem auf diese Weise will Daimler bis 2014 zwei Milliarden Euro sparen.<\/p>\n<p>Eine Umfrage der IG Metall in 5.000 Unternehmen ergab: Etwa ein Drittel verlangt von Werkvertragsmitarbeitern T\u00e4tigkeiten, welche in die Kernkompetenz des Unternehmens fallen. In Logistik und Entwicklung, im IT-Bereich und teilweise sogar in der Vormontage werden in den Metallbetrieben zunehmend Fremdfirmen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<h4>Neuer niedrigerer Einstiegstariflohn?<\/h4>\n<p>Der Maschinenbauverband VDMA hatte die IG Metall bereits 2006 aufgefordert, den Metall-Tarif um ein sogenanntes \u201eDienstleistungsfenster\u201c (mit einem niedrigeren Einstiegstarif) f\u00fcr \u201eeinfache T\u00e4tigkeiten\u201c zu erweitern. Die damalige Ablehnung der Gewerkschaft sieht der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel (der im November Nachfolger von IGM-Chef Berthold Huber werden soll), heute als Fehler. Warum?<\/p>\n<p>Ein solcher R\u00fcckzieher der Gewerkschaftsf\u00fchrung w\u00e4re zwangsl\u00e4ufig zum Nachteil der KollegInnen \u2013 seien es Stammbesch\u00e4ftigte, LeiharbeiterInnen oder \u201eexterne\u201c MitarbeiterInnen. Wetzel sollte sich ein Beispiel an Bremen nehmen: Kampf statt vorauseilenden Verzichts. Um die Arbeitsbedingungen aller KollegInnen zu verbessern, muss f\u00fcr eine breite, \u00f6ffentliche Kampagne der IG Metall und des DGB gegen Auslagerung, Werkvertr\u00e4ge und Leiharbeit gek\u00e4mpft werden. N\u00f6tig ist ein tarifvertraglich gesichertes Veto-Recht der Betriebsr\u00e4te gegen Werkvertragsmissbrauch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir lassen uns nicht spalten!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22766,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[122,10],"tags":[343],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25752"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25752\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}