{"id":25644,"date":"2013-08-22T17:00:28","date_gmt":"2013-08-22T15:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25644"},"modified":"2013-08-21T14:45:14","modified_gmt":"2013-08-21T12:45:14","slug":"elysium-this-isnt-science-fiction","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/08\/elysium-this-isnt-science-fiction\/","title":{"rendered":"Elysium: \u201eThis isn&#8217;t science fiction\u201c"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25649\" aria-describedby=\"caption-attachment-25649\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-25649\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/toddawbrey\/ CC BY-NC-ND 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium-e1377089040148-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium-e1377089040148-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium-e1377089040148-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium-e1377089040148-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/elysium-e1377089040148.jpg 599w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25649\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/toddawbrey\/ CC BY-NC-ND 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Hollywood-Film mit erschreckender Aktualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Trotz Science-Fiction-Oberfl\u00e4che steckt im neuen Film von Neil Blomkamp sch\u00e4rfste Gesellschaftssatire in bester Tradition von Fritz Lang und Terry Guilliam. Bittere soziale Kritik, abschreckende, in ihrer Vollkommenheit, gro\u00dffl\u00e4chige Bilder vom Untergang der Erde, d\u00fcstere Stimmung \u2013 das macht den zweiten Film von Neil Blomkamp zur absoluten Pflicht der Saison.<\/p>\n<p><em>Von Dima Yansky, Aachen<\/em><\/p>\n<p>Bereits in seinem ersten Antiutopischen Gem\u00e4lde, &#8222;District 9&#8220;, reizte der Regisseur die Themen von Ghettoisierung, Migration, Armut, Rassismus sowie Krankheiten aus. \u00dcberraschenderweise gelingt es dem jungen Meister, die aktuellen Themen in Form eines spannenden Sciencefictionthrillers zu pr\u00e4sentieren. Die finstere Welt von &#8222;Elysium&#8220; ist sozusagen die Weiterentwicklung des Universums von &#8222;District 9&#8220;. Der Planet Erde ist \u00fcberbev\u00f6lkert, verseucht, fast zerst\u00f6rt von \u00f6kologischen Katastrophen. Es ist eine staubige, hei\u00dfe Welt, ohne sauberes Wasser, ohne saubere Luft, ohne Arbeit und ohne Perspektiven. Eine Welt voll unendlicher Slums und kollosaler Fabriken. Das Leben eines Menschen in einer \u00fcberbev\u00f6lkerten Gesellschaft ist nicht mehr als ein Tageslohn wert. Die sehr realistischen Bilder dieser Welt wurden \u00fcbrigens vom Regisseur in mexikanischen Ghettos gedreht, nur mit leichter Science-Fiction dekoriert, um die Traditionen des Genres zu bewahren.<\/p>\n<p>Auf dem anderen Pol dieser apokalyptischen Gesellschaft liegt &#8222;Elysium&#8220;. Eine orbitale Paradiesinsel der reichen und sch\u00f6nen Halbg\u00f6tter. Die Million\u00e4re habe die Erde vor langer Zeit verlassen und haben sich ein Refugium im Himmel aufgebaut. Die perfekt aussehenden, absolut gesunden, und nicht alternden Superreichen kontrollieren die Erde mit Hilfe ihres Reichtums, ihrer Technologien und einer Armee von Androiden. Auch hier malte der s\u00fcdafrikanische Regisseur keine Fantasie-Bilder, sondern reflektierte reale Bauprojekte aus seiner Heimat S\u00fcdafrika, sowie Lateinamerika und Asien. Auch hier sch\u00fctzen sich die urbanen Inseln der Reichen vor den Armen mit Mauern, Stacheldraht, elektronischen Systemen und Security-Armeen. Nicht zu vergessen die Spaltung zwischen den reicheren Industrienationen und der Welt der Armen im Rest der Welt. Um jeden Preis und unter Einsatz ihres Lebens versuchen die Armen &#8222;Elysium&#8220; zu erreichen, genau wie die afrikanischen Fl\u00fcchtlinge in zerbrechlichen Fischerbooten versuchen das Mittelmeer zu \u00fcberqueren.<\/p>\n<p>Die Hauptfigur des Filmes, Max deCosta, wird einer t\u00f6dlichen Strahlendosis in seiner Fabrik ausgesetzt. Die einzige M\u00f6glichkeit zu \u00fcberleben und gesund zu werden ist es, auf &#8222;Elysium&#8220; zu gelangen um dort eine Therapie zu machen. Sein Versuch, sein Leben zu retten, wird zum Dreh- und Angelpunkt des Filmes.<\/p>\n<p>Die Bilder der Fabriken, der Slums, &#8222;Elysium&#8220; erinnern an Fritz Langs Film &#8222;Metropolis&#8220;. Es gibt allerdings auch deutliche Unterschiede. Das Meisterwerk von Fritz Lang wurde in der Zeit von Revolutionen, Konterrevolutionen und B\u00fcrgerkriegen kreiert, in einer Zeit von h\u00f6chstentwickeltem sozialen und politischen Bewu\u00dftsein, was heute leider nicht der Fall ist. Der K\u00fcnstler kann brilliant die Widerspr\u00fcche der heutigen Gesellschaft aufzeigen und sie durch die Science-Fiction-Lupe mehrmals vergr\u00f6\u00dfern und zum Absoluten bringen. Wenn es jedoch um Antworten auf die gestellten Fragen und belichteten Konflikte geht, bleibt er im Rahmen von b\u00fcrgerlichem Idealismus und individualistischem Heldenkult. Die armen Massen sind nur die Kullissen f\u00fcr die Heldentaten der unbremsbaren Hauptfigur.<\/p>\n<p>Dennoch ist das wahrscheinlich das Maximum, das man von einem kommerziell erfolgreichen Regisseur erwarten kann. Vor dem Hintergrund von realit\u00e4tsfernen, leeren, konsumorientierten Filmen der Saison ist Elysium eines der wenigen Kunstwerke, welches nicht nur die soziale Problematik anspricht, und versucht Antworten zu finden, sondern gleichzeitig ein visuelles Konstwerk darstellt.<\/p>\n<p>Und zum Thema seiner bizarren Darstellungsmethoden sagte der Regisseur selber: &#8222;No, no, no. This isn&#8217;t science fiction. This is today. This is now.&#8220; (&#8222;Nein, das ist keine Science-Fiction. Das ist heute. Das ist jetzt&#8220;).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hollywood-Film mit erschreckender Aktualit\u00e4t<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25649,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[68],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25644"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25644\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}