{"id":25469,"date":"2013-08-08T16:00:46","date_gmt":"2013-08-08T14:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25469"},"modified":"2013-08-07T18:02:28","modified_gmt":"2013-08-07T16:02:28","slug":"hohes-stoerpotenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/08\/hohes-stoerpotenzial\/","title":{"rendered":"Hohes St\u00f6rpotenzial"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25470\" aria-describedby=\"caption-attachment-25470\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/schleuse.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-25470\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/bjoern\/ CC BY-ND 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/schleuse-e1375891192768-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/schleuse-e1375891192768-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/schleuse-e1375891192768-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/schleuse-e1375891192768.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25470\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/bjoern\/ CC BY-ND 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zum Streik der Schleusenw\u00e4rter<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Artikel erschien zuerst am 5. August in der Tageszeitung <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/index.php\">\u201ejunge Welt\u201c<\/a><\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi<\/em><\/p>\n<p>In vielen Branchen hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ein Problem. Zum Beispiel im Einzelhandel. Dort legen die Verk\u00e4uferinnen seit Wochen immer wieder die Arbeit nieder, um den Angriff auf den Manteltarifvertrag abzuwehren. Dennoch bleiben die L\u00e4den zumeist ge\u00f6ffnet, der \u00f6konomische Schaden ist gering. Ganz anders ist die Ausgangslage in der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung (WSV), wo es um die Absicherung der rund 12.000 Besch\u00e4ftigten im Zuge des Beh\u00f6rdenumbaus geht. Wenn hier gestreikt wird, hei\u00dft es sofort: Nichts geht mehr. Ein l\u00e4ngerer Ausstand k\u00f6nnte sich auch auf die Industrieproduktion auswirken. Die Besch\u00e4ftigten verf\u00fcgen damit \u00fcber enorme Machtmittel.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Kolleginnen und Kollegen werden den Ministern nicht die Gelegenheit geben, die Sicherung der Existenz von 3000 Besch\u00e4ftigten bis nach der Wahl auszusitzen\u201c, erkl\u00e4rte Michael K\u00f6tzing, ver.di-Landesfachbereichsleiter Bund\/L\u00e4nder in Nordrhein-Westfalen. Die Gewerkschaft bef\u00fcrchtet, dass der Neustrukturierung ein Viertel der rund 12.000 Jobs an Schleusen, Bauh\u00f6fen und in den WSV-Verwaltungen zum Opfer fallen k\u00f6nnte. Ende Juli\/Anfang August hatte sie den Arbeitskampf vor\u00fcbergehend ausgesetzt. \u201eMit unserer Streikpause wollten wir Bundesverkehrsminister Ramsauer und dem tarifpolitisch zust\u00e4ndigen Innenminister Friedrich Gelegenheit geben, auf uns zuzukommen\u201c, erl\u00e4uterte K\u00f6tzing. Das ist nicht geschehen, weshalb die Arbeitsniederlegungen nun wieder anlaufen.<\/p>\n<p>Er gehe davon aus, dass die G\u00fcter- und Personenschiffahrt auf den Ruhrgebietskan\u00e4len erneut zum Erliegen kommt, so K\u00f6tzing. In Niedersachsen und Bremen, wo der Ausstand erneut drei Tage andauert, ist ver.di ebenso optimistisch. Die Arbeitsniederlegung sei fr\u00fchzeitig angek\u00fcndigt worden, um Binnenschiffern, Industrie und Hafenbetreibern Planungssicherheit zu geben, so die dortige Landesfachbereichsleiterin Regina Stein. Zuvor hatte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp erkl\u00e4rt, die Streikpause sollte \u201eauch dabei helfen, die Streikfolgen f\u00fcr die betroffenen Wirtschaftsunternehmen in Grenzen zu halten\u201c. Man wolle das \u00f6ffentliche Verst\u00e4ndnis und die Unterst\u00fctzung nicht riskieren.<\/p>\n<p>Noch setzt ver.di also nicht darauf, gr\u00f6\u00dferen \u00f6konomischen Schaden zu verursachen. M\u00f6glich w\u00e4re das aber durchaus. Denn Deutschlands Wasserstra\u00dfen spielen insbesondere beim Transport von Gro\u00df- und Masseng\u00fctern eine bedeutende Rolle. J\u00e4hrlich werden 33,5 Millionen Tonnen Kohle, Roh\u00f6l und Erdgas sowie 35,8 Millionen Tonnen Kokerei- und Mineral\u00f6lerzeugnisse auf ihnen transportiert \u2013 ein Anteil von rund 15 beziehungsweise 16 Prozent am Gesamtverkehr (Zahlen von 2011). Bei Erzen, Steinen und Erden wird \u00fcber ein Viertel der G\u00fcter verschifft. Allein das Kanalsystem des Ruhrgebiets befahren j\u00e4hrlich 37.000 Schiffe, die fast 40 Millionen Tonnen G\u00fcter transportieren. Werden zum Beispiel die Eingangsschleusen in Duisburg und Friedrichsfeld dicht gemacht, bleiben t\u00e4glich 100 Schiffe liegen oder werden gar nicht erst losgeschickt. Pro Schiff und Tag liege der Umsatzausfall bei bis zu 2.000 Euro, so eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt.<\/p>\n<p>Bei einem l\u00e4nger andauernden Ausstand k\u00f6nnten vor allem Kraftwerke und Stahlproduzenten, aber auch andere Industriebetriebe und die Baubranche Probleme bekommen. Mitten im Bundestagswahlkampf w\u00fcrde das den Druck auf Verkehrsminister Peter Ramsauer und Innenminister Hans-Peter Friedrich (beide CSU), auf ver.di zuzugehen, deutlich erh\u00f6hen. Wenn sie das bislang nicht getan haben, k\u00f6nnte das auch mit Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteifreunden zu tun haben. W\u00e4hrend Friedrich wom\u00f6glich f\u00fcrchtet, ein guter Tarifvertrag k\u00f6nnte f\u00fcr andere von Umstrukturierungen betroffene Besch\u00e4ftigte des \u00d6ffentlichen Dienstes zum Vorbild werden, d\u00fcrfte Ramsauer eher an einer baldigen Beilegung des Konflikts gelegen sein.<\/p>\n<p>\u201eEs ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Konflikt noch weiter versch\u00e4rft\u201c, sagte ver.di-Sprecher Jan Jurczyk. Die bisherige Taktik, die Streiks immer wieder zu unterbrechen, begr\u00fcndete er zum einen mit der Verz\u00f6gerung infolge des Hochwassers, wodurch die Arbeitsniederlegungen in die Ferienzeit gefallen sind. Zum anderen m\u00fcsse man steigerungsf\u00e4hig sein, betonte Jurczyk. Die Streikbereitschaft sch\u00e4tzt der Gewerkschafter als sehr hoch ein. \u201eDie Kolleginnen und Kollegen sind jederzeit bereit, wieder voll einzusteigen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Streik der Schleusenw\u00e4rter<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25470,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25469"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}