{"id":25348,"date":"2013-07-16T16:30:24","date_gmt":"2013-07-16T14:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25348"},"modified":"2013-07-16T14:28:18","modified_gmt":"2013-07-16T12:28:18","slug":"erfolg-gegen-staatliche-repression-liv-shange-ist-zurueck-in-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/07\/erfolg-gegen-staatliche-repression-liv-shange-ist-zurueck-in-suedafrika\/","title":{"rendered":"Erfolg gegen staatliche Repression: Liv Shange ist zur\u00fcck in S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25340\" alt=\"Liv Shange\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/1013165_429461927177028_438561753_n-e1373969945379.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Das ist ein Sieg f\u00fcr die gesamte Arbeiterklasse<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Meshack Komane, \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in S\u00fcdafrika)<\/em><\/p>\n<p>Am Sonntag, dem 14. Juli, konnte Liv Shange nach S\u00fcdafrika zur\u00fcckkehren. Aufgrund der politischen Rolle, die sie im Kampf der BergarbeiterInnen gespielt hat, drohte ihr die Abschiebung aus dem Land. Die \u201eWorkers and Socialist Party\u201c hatte die \u201eLiv Shange Defence Campaign\u201c (Kampagne zur Verteidigung von Liv Shange) ins Leben gerufen, um gegen die drohende Ausweisung Druck auf die Beh\u00f6rden auszu\u00fcben. Das hat bisher ausgereicht, um die Entscheidungsinstanzen zum Einlenken zu bringen und Liv wie auch ihre drei Kinder wieder nach Hause zu lassen.<\/p>\n<p>&lt;iframe width=&#8220;420&#8243; height=&#8220;315&#8243; src=&#8220;\/\/www.youtube.com\/embed\/2jINphfKf9I?rel=0&#8243; frameborder=&#8220;0&#8243; allowfullscreen&gt;&lt;\/iframe&gt;<\/p>\n<p><em>Videomitschnitt von Medienberichte in den s\u00fcdafrikanischen Medien<\/em><\/p>\n<h4>Hintergrund<\/h4>\n<p>Am Dienstag, dem 11. Juni, kurz bevor Liv S\u00fcdafrika verlassen hatte, um ihrer Familie in Schweden einen Besuch abzustatten, hatte der Generalsekret\u00e4r des \u201eAfrican National Congress\u201c (ANC), Gwede Mantashe, vor einem Wirtschaftsforum im Johannesburger Nobelviertel Sandton gesagt, dass Ausl\u00e4nderInnen aus Schweden und Irland hinter dem stehen w\u00fcrden, was er als die \u201eAnarchie von Marikana\u201c beschrieb. Danach kam es zu dem Versuch, Liv Shange, die aktives Mitglied des \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c (DSM) und der \u201eWorkers and Socialist Party\u201c (WASP) sowie schwedische Staatsb\u00fcrgerin und mit einem S\u00fcdafrikaner verheiratet ist, aus dem Land zu werfen.<\/p>\n<p>Mantashe hatte dabei Bezug genommen auf die Rolle, die das DSM und Liv neben anderen beim Bergarbeiterstreik gespielt haben, zu dem es letztes Jahr kam. Sie halfen den Bergleuten, ihr eigenes Streikkomitee zu gr\u00fcnden und sich im landesweiten Streikkomitee (\u201eNational Strike Committee\u201c) zu koordinieren. Die \u201eWorkers and Socialist Party\u201c, die bei den n\u00e4chsten Parlamentswahlen antreten wird und sich das Ziel gesetzt hat, die ArbeiterInnen und Menschen aus den Wohnquartieren miteinander zu vereinen, wurde aufgrund der Trag\u00f6die von Marikana und in diesen Komitees geboren. Sowohl die Bergleute als auch die WASP scheinen f\u00fcr Mantashe ein giftiger Dorn im Auge zu sein, den er mit Repression zu beseitigen versucht.<\/p>\n<p>Allerdings hat es sich bei dem Angriff auf Liv Shange nicht um einen isoliert stattfindenden Akt gehandelt. In den Bergwerken findet eine Art niedrigschwelliger B\u00fcrgerkrieg statt: Es kommt dort zu Amtsenthebungsverfahren gegen Betriebsr\u00e4tInnen, Einsch\u00fcchterungsversuchen von GewerkschaftsaktivistInnen und gegen ganze Gewerkschaften werden Rechtsmittel eingelegt. Auch der ANC-Stadtrat von Tlokwe ist in in dieser Reihe zu sehen, der daf\u00fcr aus dem ANC ausgeschlossen wurde, weil er f\u00fcr die Amtsenthebung eines korrupten B\u00fcrgermeisters gesorgt hatte. Das zeigt, wie die ANC-Regierung mit politischen GegnerInnen innerhalb wie au\u00dferhalb der eigenen Organisation umzugehen pflegt. Dass die Repression gegen Liv Shange mit Erfolg abgewehrt werden konnte, ist auch ein Sieg f\u00fcr alle, die in diesem Land von Repression betroffen sind.<\/p>\n<h4>Die Initiative zur Verteidigung von Liv Shange<\/h4>\n<p>Die \u201eLiv Shange Defence Campaign\u201c hat von Leuten aus ganz unterschiedlichen Organisationen, von AktivistInnen und Gewerkschaften hunderte von Unterschriften gesammelt. Viele dieser Unterschriften sind an den Werkstoren zu den Minen in Rustenburg und Carletonville gesammelt worden. Personen des \u00f6ffentlichen Lebens \u2013 wie z.B. der Schriftsteller Don Materra \u2013 haben sich mit Liv Shange solidarisch erkl\u00e4rt. Aus dem ganzen Land aber auch aus dem Ausland sind Protestschreiben beim Innenministerium eingegangen. Darunter befand sich auch der Brief eines irischen Europaabgeordneten, der ebenfalls auf Mantashes Ausf\u00fchrungen Bezug genommen hatte.<\/p>\n<p>Am Sonntag, nach langem nervenaufreibenden Warten, stellte eine gro\u00dfe Gruppe aus GenossInnen der WASP, AktivistInnen aus den Wohnvierteln und GewerkschafterInnen das Begr\u00fc\u00dfungskomitee. Liv wurde w\u00e4rmstens in Empfang genommen. W\u00e4hrend der Begr\u00fc\u00dfungsfeier und im Jubel um diesen errungenen Sieg lie\u00dfen Mitglieder des Arbeiter-Komitees der Besch\u00e4ftigten von \u201eAmplats\u201c sie hochleben.<\/p>\n<p>Das Zugest\u00e4ndnis, das erreicht wurde sieht folgenderma\u00dfen aus: Zun\u00e4chst darf Liv mit einem dreimonatigen Besuchervisum zur\u00fcck nach S\u00fcdafrika einreisen. Dann muss sie sich mit dem Innenministerium dar\u00fcber auseinandersetzen, wie mit ihrem Status als Einwanderin umzugehen ist. Der Kampf gegen die drohende Exilierung von Liv mit dem Innenministerium, das seine Machtbefugnisse zu missbrauchen droht, wird also weitergehen.<\/p>\n<p>\u201eNachdem sie zuerst meinten, ich m\u00fcsse in Schweden bleiben, bis sich die Fragen um meine R\u00fcckkehr nach S\u00fcdafrika gekl\u00e4rt h\u00e4tten, haben die Beh\u00f6rden in den letzten Tagen eine komplette Kehrtwende hingelegt. Und das liegt einzig und allein an dem Druck, den die Initiative aufbauen konnte\u201c, sagt Liv selbst zu dem Vorgang.<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eDie Drohungen gegen mich sind Teil der Vorbereitungen, die die Regierung trifft, um die ArbeiterInnen zu entwaffnen. Schlie\u00dflich planen die Bergwerkskonzerne breite Angriffe auf die Arbeitsbedingungen der Besch\u00e4ftigten dort. Ich bin nicht eingesch\u00fcchtert und werde zusammen mit meinen GenossInnen den Kampf der Bergleute und der Menschen aus den Wohnquartieren der Arbeiterklasse unterst\u00fctzen\u201c.<\/p>\n<p>Auf einem Plakat, das ein Unterst\u00fctzer der Kampagne f\u00fcr Liv am Flughafen mit dabei hatte, stand: \u201eEin Angriff auf Liv ist ein Angriff auf uns alle!\u201c. Die Linke, Gewerkschaften und die Wohnquartiere m\u00fcssen nun gemeinsam gegen jede Repression vorgehen, mit der sie konfrontiert sind, und eine Strategie dar\u00fcber diskutieren, wie man gegen die Politik der Regierung und der Bergwerkskonzerne k\u00e4mpfen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist ein Sieg f\u00fcr die gesamte Arbeiterklasse<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25340,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[284],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25348"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25348"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25348\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}