{"id":25150,"date":"2013-06-26T16:06:24","date_gmt":"2013-06-26T14:06:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=25150"},"modified":"2013-06-26T16:06:24","modified_gmt":"2013-06-26T14:06:24","slug":"suedafrika-der-anc-und-die-kapitalisten-sind-verantwortlich-fuer-die-unruhen-in-den-bergwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/06\/suedafrika-der-anc-und-die-kapitalisten-sind-verantwortlich-fuer-die-unruhen-in-den-bergwerken\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika: Der ANC und die Kapitalisten sind verantwortlich f\u00fcr die Unruhen in den Bergwerken"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25123\" aria-describedby=\"caption-attachment-25123\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSM-e1372175947191.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-25123\" alt=\"www.socialistsouthafrica.co.za\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSM-e1372175947191-280x173.png\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSM-e1372175947191-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSM-e1372175947191-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSM-e1372175947191.png 400w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25123\" class=\"wp-caption-text\">www.socialistsouthafrica.co.za<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Antwort auf den Versuch des ANC-Generalsekret\u00e4rs Mantashe, das DSM zum S\u00fcndenbock zu machen<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Memetlwe Sebei, \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in S\u00fcdafrika)<\/em><\/p>\n<p>In seiner Rede vor hochrangigen VertreterInnen der Finanzwirtschaft im Johannesburger Nobelviertel Sandton am Dienstag, dem 11. Juni, hat Gwede Mantashe, der Generalsekret\u00e4r des ANC, unter eindeutiger Bezugnahme auf das \u201e<a href=\"http:\/\/www.socialistsouthafrica.co.za\/\">Democratic Socialist Movement<\/a>&#8220; (DSM) und die \u201e<a href=\"http:\/\/workerssocialistparty.co.za\/\">Workers and Socialist Party<\/a>\u201c (WASP) \u201eausl\u00e4ndische Elemente\u201c daf\u00fcr verantwortlich gemacht, in der Bergbaubranche S\u00fcdafrikas \u201eAnarchie\u201c zu verbreiten.<\/p>\n<p>Dieser Angriff richtet sich zuallererst gegen die Bergleute, die f\u00fcr angemessene Lebensbedingungen k\u00e4mpfen und ihre demokratischen Rechte verteidigen. Diesen legitimen Kampf beschreibt Mantashe als \u201eAnarchie\u201c. Weil er die aufgestellten Forderungen nicht herabw\u00fcrdigen kann, muss Mantashe auf S\u00fcndenb\u00f6cke zur\u00fcckgreifen, um den Kampf der Besch\u00e4ftigten zu untergraben.<\/p>\n<p>Mit diesem besonderen Verweis auf schwedische und irische Staatsangeh\u00f6rige nimmt er ganz offenkundig Bezug auf das DSM. Das DSM ist eine politische Organisation, die in S\u00fcdafrika entstanden ist. Ihre Geschichte geht zur\u00fcck bis in die 1970er Jahre, als ihre Vorl\u00e4uferorganisation noch \u201eMarxist Workers Tendency of the ANC\u201c hie\u00df (dt.: \u201eMarxistische Str\u00f6mung von ArbeiterInnen im ANC\u201c). Letztere wurde von GenossInnen aus der gerade erst entstehenden Gewerkschaftsbewegung gegr\u00fcndet, die an den K\u00e4mpfen der 1950er und -60er Jahre beteiligt waren. Dem Vorstand des DSM geh\u00f6rt auch der Genosse Thami Dumezweni an, der sich in Flagstaff aktiv an den K\u00e4mpfen der dortigen Wohnviertel beteiligt. Er kam zum Befreiungskampf, nachdem der Aufstand von Pondoland stattgefunden hat, in dem sein Vater eine f\u00fchrende Rolle spielte, wof\u00fcr er drei Jahre ins Gef\u00e4ngnis musste.<\/p>\n<p>Das DSM ist die einzige politische Organisation, die sich mit einer bekannten Hauptamtlichen Genossin namens Liv Schange, die urspr\u00fcnglich aus Schweden kommt, an den K\u00e4mpfen in der Bergbaubranche beteiligt hat. Die Gr\u00fcndung der WASP am 21. M\u00e4rz 2013 wurde ganz offen und transparent von einem Mitglied der \u201eSocialist Party\u201c (SP) in Irland unterst\u00fctzt. Joe Higgins ist f\u00fcr die SP Abgeordneter im irischen Parlament. Die SP ist die Schwesterorganisation des DSM in Irland und die dortige Sektion des \u201eCommittee for a Workers&#8216; International\u201c. Es ist mehr als offensichtlich, dass mit den Bez\u00fcgen auf \u201eAusl\u00e4nder, die in der Bergbaubranche Unruhe stiften\u201c nur das DSM und die \u201eWorkers and Socialist Party\u201c gemeint sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Indem er diese Bez\u00fcge herstellt, stimmt Gwede Mantashe blo\u00df in den Chor der \u00fcblen Nachrede mit ein und reiht sich in eine unerbittliche Kampagne der Desinformation ein, deren Opfer wir seit Beginn des Bergarbeiterstreiks geworden sind. In letzter Zeit haben verschiedene altgediente F\u00fchrungsfiguren aus dem ANC \u2013 vom Staatspr\u00e4sidenten Jacob Zuma \u00fcber den ehemaligen Gewerkschaftsvorsitzenden und jetzigen Gesch\u00e4ftsmann Cyril Ramaphosa bis hin zu einfachen MinisterInnen der Regierung und ANC-Vorstandsmitgliedern \u2013 in diesen Chor mit eingestimmt. Zur selben Zeit waren die VertreterInnen der \u201efreien und unvoreingenommenen\u201c Medien eher bereit, mit dieser faktisch jeder Grundlage entbehrenden und b\u00f6swilligen Kampagne aus L\u00fcgen und systematischen Verdrehungen zur Rolle des DSM und der WASP hausieren zu gehen, als ihre Pflicht zu tun und \u201edie andere Seite zu h\u00f6ren\u201c. Sie haben sich ausnahmslos und best\u00e4ndig verweigert, uns die Gelegenheit zu geben, auf die Anschuldigungen zu antworten.<\/p>\n<p>Es ist allerdings von gro\u00dfer Bedeutung, etwaige Missverst\u00e4ndnisse aus dem Weg zu r\u00e4umen und die Rolle, die wir bei den K\u00e4mpfen der Bergleute, der Wohnviertel und anderer Bereiche der Arbeiterklasse gespielt haben \u2013 aber auch die geradezu organischen und unzerbrechlichen Verbindungen wie auch die Solidarit\u00e4t, die wir international genie\u00dfen \u2013 zu beleuchten.<\/p>\n<p>Zuallererst entbehrt es jeder Grundlage und ist einfach nur boshaft, dass die ANC-F\u00fchrerInnen meinen, die K\u00e4mpfe der BergarbeiterInnen seien von \u201eausl\u00e4ndischen Elementen\u201c angezettelt worden. Die K\u00e4mpfe in den einzelnen Gruben und Wohnvierteln sowie allgemein das Aufbegehren der Arbeiterklasse in diesem Land sind auf den Verrat des ANC selbst zur\u00fcckzuf\u00fchren. Daf\u00fcr braucht es kein Anheizen von au\u00dfen. Die Aufrechterhaltung des Zustands der Sklaverei in den Bergwerken durch ein Besch\u00e4ftigungssystem, das auf der Ausbeutung von GastarbeiterInnen, Armutsl\u00f6hnen, \u00dcberstunden, hohen Zahlen an Arbeitsunf\u00e4llen und Rassismus beruht, ist der Hauptgrund f\u00fcr die Revolte der BergarbeiterInnen, nicht das DSM oder irgendeine vergleichbare Kraft. Dasselbe gilt f\u00fcr die K\u00e4mpfe in den Wohnquartieren. Diese werden durch die armselige \u00f6ffentliche Infrastruktur und die Korruption angeheizt. Zusammengefasst gehen die vielen Krisenherde im Land auf die Unf\u00e4higkeit des ANC zur\u00fcck, eine Alternative zum tiefen Morast des Kapitalismus anzubieten.<\/p>\n<p>Von daher wird die Arbeiterklasse auch ohne uns k\u00e4mpfen. F\u00fcr Revolution\u00e4rInnen hat und wird die Aufgabe nie darin bestehen, die Arbeiterklasse zum K\u00e4mpfen zu bringen. Die Arbeiterklasse k\u00e4mpft, weil die Bedingungen, unter denen sie leben und arbeiten den Kampf unausweichlich machen. Die revolution\u00e4re Massenbewegungen, die im Nahen Osten und in Nordafrika Diktaturen gest\u00fcrzt und sich nun bis nach Griechenland, in die T\u00fcrkei und nach Brasilien ausgeweitet haben, sind lehrreiche Beispiele daf\u00fcr, dass f\u00fcr die Massen einfach die Notwendigkeit besteht, sich gegen Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung zu erheben. Und sie ist in der Lage das auch sehr spontan zu tun.<\/p>\n<p>Der ANC, der aufgrund von sozialen K\u00e4mpfen der Menschen aus der Arbeiterklasse gegen das Apartheid-Regime an die Macht gekommen ist, sollte mehr als jede andere Instanz verstehen, dass es nicht blo\u00df um einen Kampf gegen die Herrschaft einer hellh\u00e4utigen Minderheit ging, sondern um den Kampf f\u00fcr die Befreiung von Armut, Arbeitslosigkeit und sozialer Erniedrigung. Der Verrat an diesen W\u00fcnschen der Bev\u00f6lkerung und die entsetzlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in diesem Land machen den objektiven Faktor aus, der hinter den erneut aufkommenden K\u00e4mpfen und dem Widerstand der Arbeiterklasse steht.<\/p>\n<p>Die Rolle, die dem DSM und der WASP \u2013 wie jeder anderen revolution\u00e4ren Partei der Arbeiterklasse \u2013 dabei zukommt, besteht darin, f\u00fcr politische Unterst\u00fctzung zu sorgen und die ArbeiterInnen an den Erfahrungen und Lehren aus Arbeiter-K\u00e4mpfen in der Region aber auch weltweit teilhaben zu lassen. Zusammen mit den ArbeiterInnen wollen wir Strategien entwickeln und zu taktischen Schl\u00fcssen gelangen, die zur Richtschnur unserer Aktionen heute werden m\u00fcssen. SozialistInnen aus anderen L\u00e4ndern sind zu unseren Treffen herzlich eingeladen. Wir sind stolz, dass das DSM Teil des \u201e<a href=\"http:\/\/www.socialistworld.net\/\">Committee for a Workers&#8216; International<\/a>\u201c (Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale) ist, das in \u00fcber 40 L\u00e4ndern der Welt organisiert und von daher eine Weltpartei des Sozialismus ist.<\/p>\n<p>Die Drohgeb\u00e4rden, Einsch\u00fcchterungen und der ausl\u00e4nderfeindliche Ton bei den Anschuldigungen, die die ANC-F\u00fchrung in ihrem Feldzug gegen das DSM und die WASP vorbringt, sind sowohl besorgniserregend als auch eine vielsagende Offenbarung des Charakters des ANC. Es ist klar, dass es bei diesen Attacken nicht allein darum geht, billige politische Propaganda zu machen. Der viel unheimlichere Zweck hinter alldem besteht darin, das DSM und die WASP einzusch\u00fcchtern und eine reaktion\u00e4re ausl\u00e4nderfeindliche Stimmung gegen uns zu sch\u00fcren. Es ist auch klar, dass der ANC \u2013 sollte er weiter an Boden verlieren \u2013 gleichfalls auch nicht der Verlockung entgehen wird, an noch reaktion\u00e4rere Tendenzen zu appellieren, die in Teilen der Gesellschaft bestehen. Das Ziel wird sein, in den Wohnquartieren der Arbeiterklasse die schwindende Basis zu unterf\u00fcttern. In einer Umgebung, in der ausl\u00e4nderfeindliche Tendenzen existieren und xenophobe \u00dcbergriffe weit verbreitet sind, ist dies extrem gef\u00e4hrlich. Sowohl die WASP als auch das DSM m\u00fcssen sich f\u00fcr die Rolle, die sie bei der Koordinierung von K\u00e4mpfen der Arbeiterklasse f\u00fcr die Bereitstellung \u00f6ffentlicher Infrastruktur, zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und f\u00fcr angemessene Lebensbedingungen spielen und dabei gegen Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und andere reaktion\u00e4re Tendenzen, die die Arbeiterklasse spalten, k\u00e4mpfen, nicht zu rechfertigen. Vor allem rufen wir zur Solidarit\u00e4t zwischen K\u00e4mpfen in den Wohnvierteln der Arbeiterklasse, der ArbeiterInnen und der Studierenden auf. Diese Art der Mobilisierung ist ein notwendiger Bestandteil, um Zur Einheit der ArbeiterInnen zu kommen. Nur so verleihen wir der Arbeiterklasse politische Macht und k\u00f6nnen zur sozialistischen Transformation der Gesellschaft kommen.<\/p>\n<p>Die Ideen, Perspektiven und das Programm des wirklich revolution\u00e4ren Sozialismus oder Marxismus bringen es mit sich, die K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse auch im internationalen Rahmen miteinander zu koordinieren, um das globale System des Kapitalismus abzuschaffen. Die Solidarit\u00e4t der Arbeiterklasse und der Internationalismus sind die wesentliche Basis f\u00fcr jede revolution\u00e4re, proletarische und sozialistische Organisation. F\u00fcr Gwede Mantashe, den ehemaligen Vorsitzenden der \u201eSouth African Communist Party\u201c (SACP), sollte dies zum Basiswissen geh\u00f6ren. Schlie\u00dflich behauptet die SACP immer noch (zumindest in Worten), auf dem Boden der Traditionen des Marxismus zu stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antwort auf den Versuch des ANC-Generalsekret\u00e4rs Mantashe, das DSM zum S\u00fcndenbock zu machen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25123,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[284],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25150"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25150\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}