{"id":24785,"date":"2013-05-28T09:02:36","date_gmt":"2013-05-28T07:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24785"},"modified":"2013-05-28T09:02:36","modified_gmt":"2013-05-28T07:02:36","slug":"tarifeinigung-in-der-metallbranche-keine-kehrtwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/05\/tarifeinigung-in-der-metallbranche-keine-kehrtwende\/","title":{"rendered":"Tarifeinigung in der Metallbranche: Keine Kehrtwende"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-24565\" alt=\"igmetall\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall-600x369.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/igmetall.jpg 717w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Dieser Artikel erschien zuerst am 16. Mai in der Tageszeitung junge welt.<\/em><\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi<\/em><\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Tarifrunde f\u00fcr die rund 3,7 Millionen Besch\u00e4ftigten der Metall- und Elektroindustrie hat ihr erwartet schnelles Ende gefunden. Am Dienstagabend einigten sich beide Seiten auf einen Pilotabschlu\u00df in Bayern. Noch in der Nacht empfahl der IG-Metall-Vorstand die \u00dcbernahme des Ergebnisses in den anderen Bezirken. Bereits mit ihrer gem\u00e4\u00dfigten Forderung von 5,5 Prozent in zw\u00f6lf Monaten hatte die Gewerkschaft klargemacht, da\u00df sie es wieder einmal nicht auf einen gr\u00f6\u00dferen Konflikt ankommen lassen wollte.<\/p>\n<p>Mit der zweistufigen Lohnerh\u00f6hung von insgesamt 5,6 Prozent in 20 Monaten w\u00fcrden die Besch\u00e4ftigten \u201efair und angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt\u201c, erkl\u00e4rte IG-Metall-Chef Berthold Huber \u2013 der nun wohl in Rente gehen wird, ohne als Vorsitzender je einen Erzwingungsstreik geleitet zu haben. 2012 haben die Metallunternehmen eine Nettorendite von insgesamt 37,1 Milliarden Euro eingefahren. Angesichts dessen ist eine jahresbezogene Entgelterh\u00f6hung von deutlich unter vier Prozent \u2013 jedes Prozent schl\u00e4gt laut IG Metall mit 1,6 Milliarden Euro zu Buche \u2013 wohl kaum als angemessen zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Hubers Behauptung, mit dem erzielten Lohnplus w\u00fcrden Preissteigerung und gesamtgesellschaftliche Produktivit\u00e4tsentwicklung ausgeglichen, mag angesichts historisch niedriger Inflationsraten stimmen. Die seit Jahren anhaltende Umverteilung zugunsten der Gewinne ist damit aber nicht gestoppt. Zumal auch in der Metallbranche von den Tariferh\u00f6hungen wegen Prekarisierung und betrieblicher K\u00fcrzungsrunden immer weniger tats\u00e4chlich bei den Besch\u00e4ftigten ankommt. Von einer Kehrtwende in der Lohnpolitik \u2013 die angesichts des Nachfrageeinbruchs in Europa insbesondere von keynesianisch orientierten Wissenschaftlern gefordert wird \u2013 kann jedenfalls keine Rede sein.<\/p>\n<p>Die IG Metall habe mit dem Abschlu\u00df \u201eVerl\u00e4\u00dflichkeit, Stabilit\u00e4t und Durchsetzungskraft\u201c bewiesen, so Huber. Verl\u00e4\u00dflich will er vor allem gegen\u00fcber den Konzernchefs sein, mit denen er sich im internationalen Konkurrenzkampf in einem Boot w\u00e4hnt. Das ist auch der Grund f\u00fcr das Zur\u00fcckhaltende Auftreten der Gewerkschaft im nun beendeten Tarifkonflikt: Die starke Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Industrie soll keinesfalls verringert werden. Da\u00df Deutschland seine Arbeitslosigkeit mit Hilfe hoher Produktivit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t sowie geringer Lohnkosten exportiert, ist f\u00fcr Huber kein Problem, sondern ein Vorteil. Das hat er mit seinen uns\u00e4glichen \u00c4u\u00dferungen gegen\u00fcber s\u00fcdeurop\u00e4ischen Gewerkschaftern mehrfach deutlich gemacht.<\/p>\n<p>Unter Huber ist die IG Metall ein gewaltiges St\u00fcck in Richtung IG BCE ger\u00fcckt. In der Chemiegewerkschaft wei\u00df man schon l\u00e4nger nicht mehr, wie Streik buchstabiert wird. Und auch die IG Metall beschr\u00e4nkt seit einem Jahrzehnt auf stundenweise Arbeitsniederlegungen im Rahmen von Warnstreiks. Die waren mit mehr als 750 000 Beteiligten zwar auch dieses Mal beeindruckend, die Erfahrung mit l\u00e4nger andauernden Arbeitsk\u00e4mpfen geht aber nach und nach verloren.<\/p>\n<h2>Dokumentiert: <a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013.pdf\">Stellungnahme der Berliner Alternative<\/a><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-24786\" alt=\"BR-Info Nr. 4 2013\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013-240x347.png\" width=\"240\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013-240x347.png 240w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013-119x173.png 119w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013-600x866.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/BR-Info-Nr.-4-2013.png 750w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrige Tarifrunde f\u00fcr die rund 3,7 Millionen Besch\u00e4ftigten der Metall- und Elektroindustrie hat ihr erwartet schnelles Ende gefunden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24565,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24785"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24785\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}