{"id":24750,"date":"2013-05-24T17:00:01","date_gmt":"2013-05-24T15:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24750"},"modified":"2013-05-23T17:49:26","modified_gmt":"2013-05-23T15:49:26","slug":"ig-metall-gegen-drohnen-ausstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/05\/ig-metall-gegen-drohnen-ausstieg\/","title":{"rendered":"IG Metall gegen Drohnen-Ausstieg"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24751\" aria-describedby=\"caption-attachment-24751\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-24751\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/augustinfotos\/ CC BY-ND 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b-e1369324129427-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b-e1369324129427-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b-e1369324129427-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b-e1369324129427-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/7850035234_b201a76f92_b-e1369324129427.jpg 921w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24751\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/augustinfotos\/ CC BY-ND 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kein Ausrutscher<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst am 23. Mai in der Tageszeitung junge welt<\/em><\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi<\/em><\/p>\n<p>Hauptsache Arbeitspl\u00e4tze. Das scheint die Leitlinie der IG-Metall-Spitze zu sein \u2013 auch beim Thema Kriegsger\u00e4t. Neuester Hinweis darauf sind \u00c4u\u00dferungen des Beauftragten der IG Metall f\u00fcr die EADS-R\u00fcstungstochter Cassidian, Bernhard Stiedl. Am Mittwoch warnte er angesichts des teuren \u00bbEuro-Hawk\u00ab-Debakels vor einem Ende deutscher Drohnen-Programme: \u00bbF\u00fcr Deutschland w\u00e4re es eine Katastrophe, wenn nach dem Stopp des \u203aEuro Hawk\u2039 die Politik jetzt einen Komplettausstieg aus dem unbemannten Fliegen beschlie\u00dfen w\u00fcrde.\u00ab Denn etwa am Cassidian-Standort im bayerischen Manching hingen bis 2020 bis zu 1500 Arbeitspl\u00e4tze davon ab. Deutschland d\u00fcrfe sich nicht aus einer \u00bbSchl\u00fcsseltechnologie\u00ab auch f\u00fcr die zivile Luftfahrt verabschieden, so Stiedl weiter. \u00bbDas w\u00e4re so, als w\u00fcrde die deutsche Automobilindustrie auf die Entwicklung des Elektromotors verzichten, mit allen negativen Folgen f\u00fcr die Wirtschaft und die Arbeitspl\u00e4tze.\u00ab<\/p>\n<p>Mit der zivilen Luftfahrt hat die Entwicklung unbemannter Flugzeuge freilich nichts zu tun. Es geht ums T\u00f6ten. Und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Aufkl\u00e4rungs- oder Kampfdrohnen handelt. Das mit Verweis auf die Arbeitspl\u00e4tze gutzuhei\u00dfen, ist ein Schlag ins Gesicht der vielen aufrechten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die stets dabei sind, wenn es gegen Krieg und Militarisierung auf die Stra\u00dfe geht. Stiedls \u00c4u\u00dferungen konterkarieren auch s\u00e4mtliche friedenspolitische Positionen, die auf den Gewerkschaftstagen der IG Metall diskutiert und beschlossen wurden.<\/p>\n<p>Leider ist das kein Ausrutscher, kein Alleingang eines Funktion\u00e4rs aus der zweiten Reihe. Der Vorfall reiht sich vielmehr ein in eine Haltung, die den Erhalt und Ausbau deutscher Industriearbeitspl\u00e4tze \u00fcber alles stellt \u2013 ganz egal, was das f\u00fcr den Rest der Welt bedeutet. So forderte die Gewerkschaft vor einigen Jahren in einem Positionspapier verst\u00e4rkten R\u00fcstungsexport, um Jobs im Schiffbau zu erhalten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es Aufgabe einer Gewerkschaft, sich um die Jobs ihrer Mitglieder zu sorgen. Es kann ihr aber nicht egal sein, wenn die Produkte dazu dienen, Menschen zu t\u00f6ten und westliche Gro\u00dfmachtpolitik durchzusetzen. Das zu ignorieren, hat nichts mit Vertretung von Besch\u00e4ftigteninteressen zu tun. Im Gegenteil: Krieg und R\u00fcstung schaden den Arbeitern aller L\u00e4nder. Das ist die bittere Erkenntnis aus der Geschichte, insbesondere Deutschlands.<\/p>\n<p>Statt der R\u00fcstungslobby Flankenschutz zu geben, sollte sich die IG Metall als Teil der Friedensbewegung gegen die Kriegsmittelproduktion und f\u00fcr den Stopp von R\u00fcstungsexporten engagieren, dabei aber auch die Forderung nach gleichwertigen Ersatzarbeitspl\u00e4tzen aufwerfen. Und sie m\u00fc\u00dfte die unfa\u00dfbare Geldverschwendung thematisieren: Wie viele sinnvolle, dringend ben\u00f6tigte Arbeitspl\u00e4tze in Krankenh\u00e4usern, Altenheimen und Kitas k\u00f6nnten mit den Hunderten Millionen Euro finanziert werden, die allein das \u00bbEuro-Hawk\u00ab-Debakel die Steuerzahler gekostet hat? Das w\u00e4ren dann in der Tat Zukunfts\u00adinvestitionen.<\/p>\n<address>Von Daniel Behruzi<\/address>\n<div class=\"Content\">Hauptsache Arbeitspl\u00e4tze. Das scheint die Leitlinie der IG-Metall-Spitze zu sein \u2013 auch beim Thema Kriegsger\u00e4t. Neuester Hinweis darauf sind \u00c4u\u00dferungen des Beauftragten der IG Metall f\u00fcr die EADS-R\u00fcstungstochter Cassidian, Bernhard Stiedl. Am Mittwoch warnte er angesichts des teuren \u00bbEuro-Hawk\u00ab-Debakels vor einem Ende deutscher Drohnen-Programme: \u00bbF\u00fcr Deutschland w\u00e4re es eine Katastrophe, wenn nach dem Stopp des \u203aEuro Hawk\u2039 die Politik jetzt einen Komplettausstieg aus dem unbemannten Fliegen beschlie\u00dfen w\u00fcrde.\u00ab Denn etwa am Cassidian-Standort im bayerischen Manching hingen bis 2020 bis zu 1500 Arbeitspl\u00e4tze davon ab. Deutschland d\u00fcrfe sich nicht aus einer \u00bbSchl\u00fcsseltechnologie\u00ab auch f\u00fcr die zivile Luftfahrt verabschieden, so Stiedl weiter. \u00bbDas w\u00e4re so, als w\u00fcrde die deutsche Automobilindustrie auf die Entwicklung des Elektromotors verzichten, mit allen negativen Folgen f\u00fcr die Wirtschaft und die Arbeitspl\u00e4tze.\u00ab<\/p>\n<p> Mit der zivilen Luftfahrt hat die Entwicklung unbemannter Flugzeuge freilich nichts zu tun. Es geht ums T\u00f6ten. Und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Aufkl\u00e4rungs- oder Kampfdrohnen handelt. Das mit Verweis auf die Arbeitspl\u00e4tze gutzuhei\u00dfen, ist ein Schlag ins Gesicht der vielen aufrechten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die stets dabei sind, wenn es gegen Krieg und Militarisierung auf die Stra\u00dfe geht. Stiedls \u00c4u\u00dferungen konterkarieren auch s\u00e4mtliche friedenspolitische Positionen, die auf den Gewerkschaftstagen der IG Metall diskutiert und beschlossen wurden.<\/p>\n<p> Leider ist das kein Ausrutscher, kein Alleingang eines Funktion\u00e4rs aus der zweiten Reihe. Der Vorfall reiht sich vielmehr ein in eine Haltung, die den Erhalt und Ausbau deutscher Industriearbeitspl\u00e4tze \u00fcber alles stellt \u2013 ganz egal, was das f\u00fcr den Rest der Welt bedeutet. So forderte die Gewerkschaft vor einigen Jahren in einem Positionspapier verst\u00e4rkten R\u00fcstungsexport, um Jobs im Schiffbau zu erhalten.<\/p>\n<p> Nat\u00fcrlich ist es Aufgabe einer Gewerkschaft, sich um die Jobs ihrer Mitglieder zu sorgen. Es kann ihr aber nicht egal sein, wenn die Produkte dazu dienen, Menschen zu t\u00f6ten und westliche Gro\u00dfmachtpolitik durchzusetzen. Das zu ignorieren, hat nichts mit Vertretung von Besch\u00e4ftigteninteressen zu tun. Im Gegenteil: Krieg und R\u00fcstung schaden den Arbeitern aller L\u00e4nder. Das ist die bittere Erkenntnis aus der Geschichte, insbesondere Deutschlands.<\/p>\n<p> Statt der R\u00fcstungslobby Flankenschutz zu geben, sollte sich die IG Metall als Teil der Friedensbewegung gegen die Kriegsmittelproduktion und f\u00fcr den Stopp von R\u00fcstungsexporten engagieren, dabei aber auch die Forderung nach gleichwertigen Ersatzarbeitspl\u00e4tzen aufwerfen. Und sie m\u00fc\u00dfte die unfa\u00dfbare Geldverschwendung thematisieren: Wie viele sinnvolle, dringend ben\u00f6tigte Arbeitspl\u00e4tze in Krankenh\u00e4usern, Altenheimen und Kitas k\u00f6nnten mit den Hunderten Millionen Euro finanziert werden, die allein das \u00bbEuro-Hawk\u00ab-Debakel die Steuerzahler gekostet hat? 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