{"id":24550,"date":"2013-04-24T17:00:10","date_gmt":"2013-04-24T15:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24550"},"modified":"2013-04-26T13:27:45","modified_gmt":"2013-04-26T11:27:45","slug":"berlin-lehrerinnen-wollen-mit-streikwoche-tarifvertrag-durchsetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/04\/berlin-lehrerinnen-wollen-mit-streikwoche-tarifvertrag-durchsetzen\/","title":{"rendered":"Berlin: LehrerInnen wollen mit Streikwoche Tarifvertrag durchsetzen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24551\" aria-describedby=\"caption-attachment-24551\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-24551\" alt=\"Warnstreik der GEW am 23. April\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto-e1366811532770-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto-e1366811532770-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto-e1366811532770-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto-e1366811532770-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Foto-e1366811532770.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24551\" class=\"wp-caption-text\">Warnstreik der GEW am 23. April<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in der Solidarit\u00e4t &#8211; sozialistische Zeitung Nr. 122 und wurde am 21. April und damit vor dem letzten Warnstreik der Lehrkr\u00e4fte geschrieben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Lehrkr\u00e4fte k\u00e4mpfen weiter<\/strong><\/p>\n<p>In den Verhandlungen zum Tarifvertrag der L\u00e4nder haben die Arbeitgeber die Lehrkr\u00e4fte auflaufen lassen. In Berlin kontern Angestellte jetzt mit Streiks auch an Pr\u00fcfungstagen. Es geht darum, den tariflosen Zustand bei Entgelt und Arbeitszeit zu beenden und eine Anhebung der Geh\u00e4lter auf das Beamten-Niveau zu erzwingen. KollegInnen in anderen Bundesl\u00e4ndern sollten schnell nachziehen.<\/p>\n<p><em>von Christoph W\u00e4lz, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Die Berliner Schule befindet sich im Umbruch. Mit jeder Einstellungsrunde kommen mehr Angestellte in den Dienst. Von 30.000 Lehrkr\u00e4ften haben bereits 8.000 den Arbeitnehmer-Status. Sie zeigen jetzt, dass sie von ihren Arbeitnehmer-Rechten Gebrauch machen. So meinte ein Aktivist der Gewerkschaft GEW: &#8222;Wir m\u00fcssen jetzt Pfl\u00f6cke einrammen und eindeutig klarmachen, was es hei\u00dft, Arbeitnehmer zu sein. Jetzt entscheidet sich, wie man in Zukunft mit angestellten Lehrkr\u00e4ften umgehen wird.&#8220;<\/p>\n<p>Nach dem Ende der bundesweiten Tarifrunde hat die GEW beschlossen, jetzt zun\u00e4chst an die Landesregierungen Forderungen zur Eingruppierung zu stellen. Damit soll in kampfstarken Bundesl\u00e4ndern schnell f\u00fcr Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle gesorgt werden. Ab September sollen &#8222;bundesweite Aktionen&#8220; folgen.<\/p>\n<h4>Bundesweit k\u00e4mpfen<\/h4>\n<p>Diese Perspektive darf nicht unter den Tisch fallen. Auch wenn die Angestellten-Bewegung in Berlin stark ist \u0096 mit bundesweit koordinierten Streiks im R\u00fccken w\u00e4re sie noch st\u00e4rker. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Bundesl\u00e4nder mit wenigen Angestellten abgekoppelt bleiben und eine bundesweite Entgeltordnung f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte nicht durchgesetzt wird.<\/p>\n<p>Berlin zeigt, dass auch an Schulen entschlossen gek\u00e4mpft werden kann. Der Aufruf zum Streik an Pr\u00fcfungstagen hat dabei heftige Kontroversen hervorgerufen. Einerseits wollen KollegInnen, dass die Streiks deutlich zu sp\u00fcren sind. Sie sollen die Schulen in Turbulenzen bringen. Denn: &#8222;Busfahrer streiken ja auch nicht nachts.&#8220; Das Kalk\u00fcl: Wenn Pr\u00fcfungen verschoben werden m\u00fcssen, dann merkt der Senat, dass wir nicht bei symbolischen Aktionen stehenbleiben. Es ist gut, dass jetzt an vielen Schulen eine gro\u00dfe Kampfbereitschaft da ist.<\/p>\n<p>Andererseits kritisieren KollegInnen, dass man Sch\u00fclerInnen nicht mit Fahrg\u00e4sten vergleichen kann. Sie werden \u00fcber Jahre hinweg zu Pr\u00fcfungen gef\u00fchrt, oft mit gro\u00dfer pers\u00f6nlicher Anteilnahme. KollegInnen wollen ihren Sch\u00fclerInnen nicht schaden. Auch wenn es bei den Streiks darum geht, Verbesserungen f\u00fcr eine ganze Sch\u00fclergeneration zu erk\u00e4mpfen. <\/p>\n<h4>F\u00fcr eine breite Bildungsbewegung<\/h4>\n<p>Diese Einw\u00e4nde k\u00f6nnen nicht als Angst oder mangelnde Kampfbereitschaft beiseite gewischt werden. Denn der Lehrerberuf ist mit einem hohen Ethos verbunden. Um noch viel mehr KollegInnen in die Streikbewegung einbeziehen zu k\u00f6nnen, muss auch der R\u00fcckhalt bei Eltern und Sch\u00fclerInnen gest\u00e4rkt werden. Eine breite Bewegung f\u00fcr ein grundlegend besseres Bildungssystem ist n\u00f6tig, das eben nicht nur im Interesse von Lehrkr\u00e4ften liegt. Die Unterst\u00fctzung durch Eltern und Sch\u00fclerInnen f\u00e4llt aber nicht vom Himmel. Durch \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Gespr\u00e4che muss ein B\u00fcndnis geschaffen werden, das einen l\u00e4ngeren Atem f\u00fcr die Auseinandersetzung erm\u00f6glicht. So k\u00f6nnte die Kampfbereitschaft an den Schulen weiter aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, eine Spaltung der Betroffenen der Bildungsmisere zu verhindern, dann kann der durch die Streikbewegung entstehende Druck auch konsequent gegen den Arbeitgeber gerichtet werden. Dann k\u00f6nnen die Streiks der Berliner Lehrkr\u00e4fte vom 13. bis zum 17. Mai ein k\u00e4mpferisches Beispiel mit bundesweiter Signalwirkung setzen. <\/p>\n<p>Christoph W\u00e4lz ist aktiv in der GEW Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lehrkr\u00e4fte k\u00e4mpfen weiter<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24551,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50,15],"tags":[724,331],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24550"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24550"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24550\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}