{"id":24356,"date":"2013-04-17T12:03:47","date_gmt":"2013-04-17T10:03:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24356"},"modified":"2013-04-08T10:21:14","modified_gmt":"2013-04-08T08:21:14","slug":"kongress-der-britischen-lehrergewerkschaft-nut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/04\/kongress-der-britischen-lehrergewerkschaft-nut\/","title":{"rendered":"Kongress der britischen Lehrergewerkschaft NUT"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24357\" aria-describedby=\"caption-attachment-24357\" style=\"width: 108px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/streik_nut.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-24357\" alt=\"Streikaktion der NUT zusammen mit dem Verband der HochschuldozentInne am 28. M\u00e4rz 2012 in London; Foto: Senan\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/streik_nut-108x173.png\" width=\"108\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/streik_nut-108x173.png 108w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/streik_nut.png 175w\" sizes=\"(max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24357\" class=\"wp-caption-text\">Streikaktion der NUT zusammen mit dem Verband der HochschuldozentInne am 28. M\u00e4rz 2012 in London; Foto: Senan<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Schwerwiegende Angriffe erfordern schwerwiegende Gegenma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p><em>von Martin Powell-Davis, Mitglied der \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales) und Mitglied im Bundesvorstand der NUT<\/em><\/p>\n<p>Der Kongress der britischen Lehrergewerkschaft NUT (\u201eNational Union of Teachers\u201c) kommt in diesem Jahr zusammen, um dar\u00fcber zu debattieren, wie die Position der LehrerInnen in einer Zeit, in der das ganze Bildungssystem schweren Angriffen ausgesetzt ist, am besten verteidigt werden kann. Als die am besten organisierte Gewerkschaft der LehrerInnen kommt der NUT eine gro\u00dfe Verantwortung zu. Sie muss ihre ganze St\u00e4rke einsetzen, um gegen eine Regierung anzugehen, die entschlossen ist, eine Agenda aus K\u00fcrzungen und Privatisierungen durchzusetzen.<\/p>\n<p>Wenn die Lehrerschaft in die \u00d6ffentlichkeit tritt und klar macht, wie die Angriffe der liberal-konservativen Regierungskoalition auf Renten und Pensionen, Entgelte und Arbeitsbedingungen Teil eines breit angelegten Angriffs auf die Bildung sind, dann k\u00f6nnen weite Teile der Bev\u00f6lkerung als Unterst\u00fctzerInnen f\u00fcr unsere Aktionen gewonnen werden. Genau dies war ja bereits bei den landesweiten Aktionen von 2011 der Fall, als die Gewerkschaften aktiv wurden.<\/p>\n<p>Seitdem wird der ganze Horror, den die Angriffe der Regierung bedeuten, immer besser wahrgenommen. Wenn wir gewissenhaft auf Grundlage eines klar verst\u00e4ndlichen Aktionsprogramms organisieren und mobilisieren, k\u00f6nnen wir London zwingen, zur\u00fcck zu rudern. Der konservative Bildungsminister Michael Gove hat davon gesprochen, den Bildungsgewerkschaften den \u201eKrieg\u201c zu erkl\u00e4ren, weil er um unsere potentielle St\u00e4rke wei\u00df. Wenn wir in Aktion treten, m\u00fcssen tausende Schulen dicht machen, das Arbeitsleben und die Wirtschaft werden weithin zum Erliegen gebracht, die Opposition der Gewerkschaften gegen die K\u00fcrzungen schl\u00e4gt sich in jeder Gemeinde deutlich nieder.<\/p>\n<p>Diese Regierung ist sich nicht sicher, ob sie ihre Pl\u00e4ne wirklich durchbekommt. Sie wei\u00df, dass unter der Oberfl\u00e4che gro\u00dfe Unzufriedenheit schwelt und dass daf\u00fcr die Bankiers und die Super-Reichen verantwortlich sind, die von der Regierung vertreten werden. Mit ihren K\u00fcrzungspaketen, die eine Rezession heraufbeschw\u00f6ren, k\u00e4mpft die Koalition darum zu zeigen, dass sie jede Option hat, um die anhaltende Wirtschaftskrise zu beheben.<\/p>\n<p>Das ganze letzte Jahr \u00fcber d\u00fcrften die \u201eCon-Dems\u201c (\u201eto condemn\u201c = dt.: \u201everachten\u201c; Ein Wortspiel, mit dem die Haltung gegen\u00fcber der konservativ\/liberal-demokratischen Regierungskoalition zum Ausdruck gebracht wird; Anm. d. \u00dcbers.) kaum in der Lage gewesen sein, ihr Gl\u00fcck selbst glauben zu k\u00f6nnen. Der R\u00fcckzug der Gewerkschaften wie etwa der \u201eUnison\u201c (\u00f6ffentlicher Dienst) und der ATL (Verband der LehrerInnen und DozentInnen) in der Pensionsfrage lie\u00df andere Gewerkschaften isoliert zur\u00fcck. Seit November 2011 haben keine bedeutenden gemeinsamen und landesweiten Aktionen mehr stattgefunden.<\/p>\n<p>Dieser R\u00fcckzug hat auch dazu gef\u00fchrt, dass einige Mitglieder der NUT-Bundesf\u00fchrung den Anschein machten, mit einer \u201eKrise der eigenen Zuversicht\u201c zu k\u00e4mpfen. Anstatt den Weg vorzugeben wie noch im Juni 2011, organisierte die NUT im letzten Jahr nur einen regionalen Streik um London, dem \u2013 obwohl best\u00e4tigt wurde, dass die LehrerInnen Ma\u00dfnahmen ergreifen w\u00fcrden, wenn man sie rausrufen w\u00fcrde, keine gr\u00f6\u00dferen Aktionen folgten. Seit mehr als drei Monaten, nachdem Gove Anfang Dezember seine neuen Attacken mit der Bezeichnung \u201eperformance-pay\u201c (Leistungsentgelt) angek\u00fcndigt hat, wurden keine Streikpl\u00e4ne mehr verk\u00fcndet. Selbst die \u00d6ffentlichkeitsarbeit gegen\u00fcber der eigenen Mitgliedschaft schien pl\u00f6tzlich seltsam ged\u00e4mpft. Die dem Thema entsprechenden Flugbl\u00e4tter mussten von Untergliederungen, der Vereinigung der \u201eClassroom Teacher\u201c und anderen von unten produziert werden.<\/p>\n<h4>Gewerkschaftsf\u00fchrung<\/h4>\n<p>Es schien, als h\u00e4tte die F\u00fchrung die Schlussfolgerung gezogen zu haben, dass die NUT allein nichts ausrichten kann. Dazu m\u00fcsse schon sichergestellt sein, dass die NASUWT (konservativere Lehrergewerkschaft; Erg. d. \u00dcbers.) mit uns gemeinsam vorgeht. Nat\u00fcrlich ist es wesentlich effektiver, wenn einzelne Gewerkschaften sich zusammentun und gemeinsam handeln. Deshalb stand die \u201eSocialist Party\u201c immer an vorderster Front, wenn es darum ging, Kampagnen loszutreten, mit denen der Gewerkschaftsbund TUC dazu gebracht werden sollte, Aktionen bis hin zum Generalstreik zu diskutieren und sich auf diese vorzubereiten.<\/p>\n<p>Dabei muss zu jedem Zeitpunkt die Frage gestellt werden, welchen Ertrag man hat, wenn man gemeinsame Aktionen durchf\u00fchrt, und was es bringt, sich dem Tempo des zur\u00fcckhaltendsten B\u00fcndnispartners anzuschlie\u00dfen. Die NASUWT bleibt ein schwieriger Verhandlungspartner. Das gilt vor allem f\u00fcr die F\u00fchrungsetage dieser Gewerkschaft. Bleibt zu hoffen, dass \u00fcber gemeinsam durchgef\u00fchrte Aktionen die Verbindungen von unten gest\u00e4rkt werden k\u00f6nnen, damit auch der Druck auf die NASUWT-F\u00fchrung st\u00e4rker wird, an Aktionen festzuhalten.<\/p>\n<p>Mit der gemeinsamen Kampagne von NASUWT und NUT namens \u201ealles au\u00dfer Streik\u201c konnten zwar einige Erfolge erzielt werden und sie hat geholfen, in einigen Schulen gewerkschaftliche Strukturen aufzubauen. Wenn man solche Aktionen an der Basis f\u00fchrt, so bindet das allerdings einiges an gewerkschaftlichen Ressourcen vor Ort und am Ende bleibt es \u2013 wie gesehen \u2013 doch l\u00fcckenhaft. Lokal gef\u00fchrte Auseinandersetzungen ersetzten keine landesweite Streikaktion, mit der wir unsere Forderungen durchsetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Renten und Pension m\u00fcssen wir das Renteneintrittsalter wieder zur\u00fcckfahren und eine Lohnerh\u00f6hung erreichen, mit der wir das zur\u00fcck bekommen, was wir durch Inflation und Betragssteigerungen verloren haben. Zur Frage der Arbeitsbelastung m\u00fcssen wir zur Begrenzung bei 35 Stunden pro Woche kommen, was einhergehen muss mit der Forderung nach h\u00f6chstens 20 Stunden Unterrichtszeit. Dieser Punkt wird so auch in Antrag 55 aufgegriffen. Was wir sofort angehen m\u00fcssen, ist, den Kampf f\u00fcr die R\u00fccknahme der schwerwiegenden Angriffe auf unsere Einkommen aufzunehmen, die bald schon zur Grundlage f\u00fcr das Gesetz \u00fcber die Bezahlung und Arbeitsbedingungen werden.<\/p>\n<p>Bezogen auf das PRP (\u201ePupil Referral Panel\u201c)m\u00fcssen wir umgehend zu Aktionen kommen, die ebenfalls in eine Eskalationsstrategie eingebettet sein m\u00fcssen. Das Programm von NUT und NASUWT markiert zumindest eine R\u00fcckbesinnung auf praktische Aktionen, es bedarf aber einer Verst\u00e4rkung. Beginnen sollte alles mit einem landesweiten Aktionstag, an dem die Arbeit niedergelegt wird und der mit den Aktionen der Gewerkschaft der Staatsbediensteten, PCS, im Juni im Einklang steht.<\/p>\n<p>Das beste w\u00e4re es, wenn dabei auch die NASUWT einbezogen w\u00e4re. Aber die NUT muss bereit sein, diesen Schritt notfalls auch ohne die Teilnahme anderer Bildungsgewerkschaften zu gehen. Wenn die NUT den Mut hat, die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen, dann werden auch die NASUWT-Mitglieder fordern, dass ihre F\u00fchrung sich an den Aktionen beteiligt. Verk\u00fcndet werden m\u00fcssen die Pl\u00e4ne f\u00fcr das Herbsttrimester und Termine f\u00fcr weiter zur Eskalation beitragende Aktionen im Jahr 2014.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel basiert auf Material eines Bulletins der \u201eSocialist Party\u201c zum NUT-Kongress. Einzusehen sind die Schriftst\u00fccke auf den Blogs der \u201eSocialist Party\u201c-Mitglieder, die auch dem Bundesvorstand der NUT angeh\u00f6ren: <a href=\"http:\/\/electmartin1.blogspot.co.uk\">electmartin1.blogspot.co.uk<\/a> und <a href=\"http:\/\/electglover1.blogspot.co.uk\">electglover1.blogspot.co.uk<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwerwiegende Angriffe erfordern schwerwiegende Gegenma\u00dfnahmen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24358,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,46],"tags":[315],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24356"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24356"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24356\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24356"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24356"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}