{"id":24170,"date":"2013-03-14T14:28:21","date_gmt":"2013-03-14T13:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24170"},"modified":"2013-03-14T14:28:21","modified_gmt":"2013-03-14T13:28:21","slug":"angestellte-lehrkraefte-nach-dem-streik-ist-vor-dem-streik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/03\/angestellte-lehrkraefte-nach-dem-streik-ist-vor-dem-streik\/","title":{"rendered":"Angestellte Lehrkr\u00e4fte: Nach dem Streik ist vor dem Streik"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-24171\" alt=\"Foto\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Foto-e1363267641859-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Foto-e1363267641859-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Foto-e1363267641859-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Foto-e1363267641859-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Foto-e1363267641859.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>Nach dem vorl\u00e4ufigen Ergebnis der Tarifverhandlungen bei den L\u00e4ndern steht die GEW bundesweit vor der Notwendigkeit, den Kampf fortzusetzen.<\/strong><\/p>\n<p><em>von Johannes von Simons und Christoph W\u00e4lz, Mitglieder in der Jungen GEW Berlin<\/em><\/p>\n<p>Die Beteiligung an den Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde \u00d6ffentlicher Dienst der L\u00e4nder war 2013 so gro\u00df wie seit vielen Jahren nicht mehr. Auch die politischen Rahmenbedingungen mit steigenden Steuereinnahmen der \u00f6ffentlichen Hand einerseits und der bevorstehenden Bundestagswahl andererseits versprachen R\u00fcckenwind f\u00fcr die volle Durchsetzung der berechtigten Forderungen von GEW, ver.di, GdP und dbb: 6,5% mehr Lohn und Gehalt \u2013 keine Verk\u00fcrzung des j\u00e4hrlichen Urlaubsanspruchs \u2013 Einstieg in die tarifliche Eingruppierung der Lehrkr\u00e4fte (\u201eL-EGO\u201c; ohne diese Regelung k\u00f6nnen die Arbeitgeber weiterhin willk\u00fcrlich festlegen, wieviel sie in ihrem jeweiligen Bundesland den LehrerInnen zahlen). Um so bedauerlicher ist es, dass mit Lohnerh\u00f6hungen von 2,65% und 2,95% f\u00fcr 2013 bzw. 2014 Werte vereinbart wurden, die nur geringf\u00fcgig \u00fcber der Inflationsrate liegen und somit wenig dazu beitragen, die in den 2000er Jahren aufgelaufenen Reallohnverluste wettzumachen. Auch die zweij\u00e4hrige Laufzeit ist ung\u00fcnstig. Sie erschwert einen gemeinsamen Kampf mit den Besch\u00e4ftigten in Bund und Kommunen, weil deren Tarifrunde weiterhin genau zeitversetzt stattfindet.<\/p>\n<p>F\u00fcr wirklich gro\u00dfen Unmut unter GEW-KollegInnen hat aber die neuerliche Ausklammerung der Lehrkr\u00e4fte-Entgeltordnung gesorgt. Gut die H\u00e4lfte aller Warnstreik-TeilnehmerInnen waren angestellte Lehrkr\u00e4fte, und insbesondere in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern beteiligte sich diese Gruppe fast zu 100% an den Arbeitsniederlegungen. Da ist es ein Schlag ins Gesicht, dass die Arbeitgeberseite komplett auf stur schaltete. Und auch wenn L-EGO in der gemeinsamen Verhandlungsgruppe mit ver.di, GdP und dbb nicht durchgesetzt werden konnte, ist klar, dass die GEW-F\u00fchrung nachlegen muss \u2013 Verhandlungsf\u00fchrerin Ilse Schaad hat dies in ihrem Statement auch unmissverst\u00e4ndlich zum Ausdruck gebracht: \u201eIn der Frage der Lehrkr\u00e4fte-Eingruppierung stehen der GEW weiterhin alle Streikoptionen offen. Das reicht von Streiks in einzelnen Bundesl\u00e4ndern bis zu einem unbefristeten bundesweiten Streik.\u201c<\/p>\n<p>Wichtig ist auch, dass die aktuell laufende Diskussionszeit zur Entwicklung einer effektiven Strategie f\u00fcr erfolgreiche Warnstreiks und die ggf. notwendigen Erzwingungstreiks genutzt wird. Wie kann die Streikbeteiligung in den westlichen Bundesl\u00e4ndern erh\u00f6ht werden? Wie k\u00f6nnen die verbeamteten KollegInnen am besten in den Arbeitskampf einbezogen werden? Was sind die besten Ma\u00dfnahmen, um im Vorfeld der Bundestagswahl den \u00f6ffentlichen Druck zu erh\u00f6hen? Wie erreicht man gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliches Verst\u00e4ndnis und Solidarit\u00e4t der Sch\u00fclerInnen und ihrer Eltern, sowohl im Hinblick auf die bevorstehenden Pr\u00fcfungen als auch angesichts der zu erwartenden Verleumdungs-kampagne durch Politik und Medien?<\/p>\n<p>Eine erfolgreiche Bewegung steht und f\u00e4llt mit der Gewinnung m\u00f6glichst vieler KollegInnen f\u00fcr die GEW, und dies wiederum geht am besten \u00fcber m\u00f6glichst breite Diskussions- und Beteiligungs-angebote. In Berlin gab es beispielsweise in den letzten Monaten eine starke Aufw\u00e4rtstendenz bei der Warnstreikbeteiligung und eine Eintrittswelle. Getragen wurde dies einerseits von der Emp\u00f6rung \u00fcber die unhaltbaren Zust\u00e4nde (der Verdienst f\u00fcr die gleiche T\u00e4tigkeit liegt bis zu 20% unter dem der verbeamteten KollegInnen!) und andererseits vom Gef\u00fchl der St\u00e4rke Tausender angestellter Lehrkr\u00e4fte durch die stufenweise Eskalation der Protest- und Kampfma\u00dfnahmen gegen\u00fcber Senat und Tarifgemeinschaft der L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die laufende Beitrittskampagne der GEW sollte weiter gesteigert werden, um &#8211; durch zehntausende Neueintritte gest\u00e4rkt &#8211; auch eine massive Beteiligung an ggf. notwendigen Erzwingungsstreiks sicherzustellen. Denn: Nichtmitglieder k\u00f6nnen sich mal einen Tag Gehaltsausfall f\u00fcr einen symbolischen Streik leisten. Aber die Arbeitgeber haben mal gesagt, f\u00fcr L-EGO m\u00fcssten wir sie schon \u201ein Grund und Boden streiken\u201c &#8211; und genau das m\u00fcssen wir jetzt tun!<\/p>\n<p>Um alle KollegInnen in die Vorbereitung der n\u00e4chsten Kampfschritte mit einzubeziehen, sollten auf allen Ebenen Treffen der gewerkschaftlichen Gremien stattfinden: Schulgruppen, Bezirks-versammlungen usw. Das vorliegende Verhandlungsergebnis kann dort diskutiert und das weitere Vorgehen er\u00f6rtert werden. An allen Schulen sollten Vertrauensleute gew\u00e4hlt werden, um zuk\u00fcnftig auch kurzfristig \u00fcberall Versammlungen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen und w\u00e4hrend weiterer Arbeits-kampfma\u00dfnahmen handlungs- und reaktionsf\u00e4higer zu werden.<\/p>\n<p>In allen Landesverb\u00e4nden sollte die angek\u00fcndigte bundesweite Tarifkonferenz (nach Ostern) auf Vertrauensleute-Versammlungen (vor den Osterferien) vordiskutiert werden, damit die jeweiligen Delegierten m\u00f6glichst genau die Argumente und Forderungen der KollegInnen einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die bevorstehende Pr\u00fcfungszeit an den Schulen sollte zeitnah, m\u00f6glichst in der Woche ab dem 15.04., als Reaktion auf die Blockadehaltung der Tarifgemeinschaft der L\u00e4nder und als n\u00e4chster Eskalationsschritt ein bundesweit koordinierter zweit\u00e4giger Warnstreik mit Demonstrationen in den Landeshauptst\u00e4dten durchgef\u00fchrt werden. Die weiteren Schritte sollten dann im Rahmen der entwickelten Kampfstrategie erfolgen.<\/p>\n<p>Die Hauptforderung neben der Lehrkr\u00e4fte-Eingruppierung sollte die Angleichung der Geh\u00e4lter der Angestellten an das Niveau der BeamtInnen sein. Hier liegt zum Teil am meisten Z\u00fcndstoff, besonders in Berlin, wo sich im Laufe des Jahres 2012 besonders an dieser Frage eine gro\u00dfe Kampfbereitschaft unter angestellten Lehrkr\u00e4ften entwickelt hat. Die GEW sollte &#8211; wo m\u00f6glich &#8211; diese Fragen miteinander verbinden, wie es in Berlin in den letzten Monaten vorgemacht wurde.<\/p>\n<p><em>Johannes von Simons und Christoph W\u00e4lz haben sich am 17.01., 18.02. und 06.03. in Berlin an den Warnstreiks beteiligt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem vorl\u00e4ufigen Ergebnis der Tarifverhandlungen bei den L\u00e4ndern steht die GEW bundesweit vor der Notwendigkeit, den Kampf fortzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24171,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24170"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24170\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}