{"id":24152,"date":"2013-03-11T17:00:26","date_gmt":"2013-03-11T16:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24152"},"modified":"2013-03-11T16:33:21","modified_gmt":"2013-03-11T15:33:21","slug":"perspektiven-der-bolivarianischen-revolution-nach-chavez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/03\/perspektiven-der-bolivarianischen-revolution-nach-chavez\/","title":{"rendered":"Perspektiven der \u201eBolivarianischen Revolution\u201c nach Chavez"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_23144\" aria-describedby=\"caption-attachment-23144\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-23144\" alt=\"Foto: http:\/\/www.flickr.com\/people\/quecomunismo\/ CC BY-NC-SA 2.0\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/flickr-2550434814-original-e1355307109874.jpg 1186w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23144\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/people\/quecomunismo\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Kampf f\u00fcr Sozialismus ist n\u00f6tiger denn je!<\/strong><\/p>\n<p><em>von Johan Rivas, \u201eSocialismo Revolucionario\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Venezuela)<\/em><\/p>\n<p>Am Dienstag, dem 5. M\u00e4rz, gab der venezolanische Vizepr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro bekannt, dass Pr\u00e4sident Hugo Chavez, der F\u00fchrer der \u201eBolivarianischen Revolution\u201c, gestorben ist. Diese Nachricht setzte eine Welle des Mitgef\u00fchls und der Trauer in Gang. Tausende str\u00f6mten auf den Plaza Bolivar, den gr\u00f6\u00dften Platz der Hauptstadt Caracas, um den Verlust zu beklagen. Bis zu diesem Tag hatten viele VenezolanerInnen gehofft, dass Chavez sich wieder erholen und ins Amt zur\u00fcckkehren w\u00fcrde; so, wie es zuvor schon drei Mal geschehen war.<\/p>\n<p>Kurz nach Bekanntwerden seines Todes sorgten die pro-kapitalistischen und b\u00fcrgerlichen Medien im In- und Ausland f\u00fcr die Verbreitung der traurigen Nachricht. Einerseits dr\u00fcckten sie dabei in heuchlerischer Manier ihre \u201eTrauer\u201c aus und w\u00fcrdigten die F\u00fchrung von Chavez im internationalen Kontext. Andererseits starteten die spitzfindigeren unter ihnen eine Kampagne, in der es um den Tod eines \u201eDiktators\u201c und \u201eTyrannen\u201c ging.<\/p>\n<p>Auch fingen sie umgehend mit Spekulationen dar\u00fcber an, welche internen Spannungen es in der venezolanischen Regierung geben k\u00f6nnte. Es war der Versuch, die pro-Chavez-F\u00fchrung strategisch zu schw\u00e4chen, die angesichts des Todes des alten Pr\u00e4sidenten enormen Herausforderungen gegen\u00fcbersteht.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung der Tod von Chavez in Venezuela hat, kann man sich kaum vorstellen. Um das zu verstehen, ist es n\u00f6tig, die politischen Prozesse nachzuvollziehen, die Chavez an die Macht brachten, und die Auswirkungen, die er und der \u201eChavismus\u201c in Venezuela aber auch auf internationaler Ebene hatten.<\/p>\n<h4>Urspr\u00fcnge der \u201eBolivarianischen Revolution\u201c und des Chavismus<\/h4>\n<p>Vor Chavez\u00b4 Machtantritt lag ein Jahrzehnt der dekadenten sogenannten Demokratie, in dem es nur zu pro-kapitalistischen Regierungen kam, die im Interesse der Reichen in der Gesellschaft und des internationalen Kapitals agierten. Chavez stellte einen Bruch mit dem alten System dar. In den Augen derer, die die 1990er Jahre miterleben mussten, war das zweifellos eine \u201eRevolution\u201c. Dieses Jahrzehnt zeichnete sich durch Hunger, extreme Armut und brutal Repression aus, zu verantworten sowohl von der sozialdemokratischen als auch von der christdemokratischen Partei (AD bzw. COPEI). Deshalb ist auch zu massenhaften K\u00e4mpfen der Opposition gekommen. In vielen Bereichen des \u00f6ffentlichen Dienste kam es zu unbefristeten Streiks, darunter auch im Gesundheits- und Bildungssektor. Auf gewisse Weise sah es in Venezuela damals ganz \u00e4hnlich aus wie heute in Griechenland, Spanien und Portugal.<\/p>\n<p>Die revolution\u00e4re Linke in Venezuela, die in erster Linie von der Revolution in Kuba und der ehemaligen Sowjetunion beeinflusst war, k\u00e4mpfte jahrzehntelang unter extremer und brutaler staatlicher Repression. Tausende Menschen verschwanden oder wurden umgebracht. Ende der 1990er Jahre lag die Linke so gut wie am Boden, weil sie zu einem gro\u00dfen Teil nur noch aus \u201eVerschwundenen\u201c oder Toten bestand.<\/p>\n<p>Weil die Sozialdemokratie aber auch die Christdemokraten die Klassen-Interessen der Masse der Bev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt nicht vertraten und die neoliberalen \u201eReformen\u201c immer gravierende Folgen hatten, hatten diese Faktoren einen enormen Einfluss auf die Mittelschicht innerhalb des venezolanischen Milit\u00e4rs. Anders als in den meisten L\u00e4ndern Lateinamerikas haben viele Soldaten der mittleren und h\u00f6heren R\u00e4nge einen Arbeiterklasse oder b\u00e4uerlichen Hintergrund.<\/p>\n<p>Das dient der Erkl\u00e4rung, weshalb die \u201eNationale Bolivarianische Armee\u201c von heute einen so radikal-nationalen Charakter hat. Das war Chavez bewusst, weshalb er in der Lage war, beim teils zivilen, teils milit\u00e4risch gepr\u00e4gten Putschversuch von 1992 mitzuhelfen, der Z\u00fcge eines milit\u00e4rischen Aufstands hatte. Obwohl der Putsch scheiterte, ver\u00e4nderte er die politische Landschaft und er\u00f6ffnete die M\u00f6glichkeit einer nationalen, radikalen und popul\u00e4ren Alternative.<\/p>\n<h4>Die \u201eerste Revolution\u201c des 21. Jahrhunderts<\/h4>\n<p>Sp\u00e4ter sollte die \u201eBolivarianische Revolution\u201c zur ersten revolution\u00e4ren Erhebung des 21. Jahrhunderts werden, die nach dem Ende des Kalten Kriegs die Idee des Sozialismus wieder in die Welt brachte. Sie fand nach dem Fall der Berliner Mauer statt und wirkte wie eine Antwort auf die Erkl\u00e4rungen der VertreterInnen des internationalen Kapitalismus, die meinten, sie h\u00e4tten \u201egesiegt\u201c und das einzige lebensf\u00e4hige gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Modell zu bieten, das \u00fcbrig geblieben ist.<\/p>\n<p>Wie wir immer gesagt haben, ist ganz offenkundig, dass Chavez und die Politik der \u201eBolivarianischen Revolution\u201c Schw\u00e4chen und kein Programm vertreten haben, mit dem der Kapitalismus zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und der Sozialismus als alternatives Modell vorangetrieben werden kann. Am Anfang hat Chavez \u00fcberhaupt nicht von \u201eSozialismus\u201c gesprochen. Erst anl\u00e4sslich des 2002 gegen ihn und seine Regierung ver\u00fcbten, rechtsgerichteten Putschversuchs, des einsetzenden \u201eAusnahmezustands\u201c sowie der darauf folgenden umfassenden Radikalisierung der Massen gebrauchte er den Begriff \u201eSozialismus\u201c. In einer Phase, in der es weltweit keine andere politische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit gab, die so etwas tat, hatte es gro\u00dfe Bedeutung, dass er die \u201eRevolution\u201c verteidigte, f\u00fcr einen Systemwechsel eintrat und dabei die Idee vom Sozialismus einbrachte. Das hatte einen wichtigen Einfluss auch auf internationaler Ebene \u2013 vor allem unter den jungen Leuten.<\/p>\n<p>Heute sind es nicht allein die Worte von Chavez und die Handlungen der Massen Venezuelas der letzten 14 Jahre, die best\u00e4tigt haben, dass der Kapitalismus \u00fcberwunden werden muss. Die j\u00fcngsten Ereignisse weltweit sind erneut ein Beleg f\u00fcr diese Feststellung, dass es sich beim Kapitalismus um ein System handelt, das nur den Interessen des viel zitierten \u201eeinen Prozent\u201c der Gesellschaft dient. Die Bewegung der Indignados (dt.: W\u00fctenden), die \u201eOccupy\u201c-Bewegung, der \u201eArabische Fr\u00fchling\u201c und die Massendemonstrationen in Portugal, Spanien und Griechenland zeigen, wie die Menschen weltweit immer mehr gegen das Profitsystem angehen. Auch wenn diese Prozesse nicht bedeuten, dass es unter den Massen eine klare Vorstellung davon gibt, wie das System \u00fcberwunden werden kann oder wodurch es ersetzt werden kann, so spielte Chavez auf internationaler Ebene doch eine Rolle in dieser Hinsicht. Er sprach ab und an \u00f6ffentlich \u00fcber Marx und sogar \u00fcber Trotzki und nat\u00fcrlich \u00fcber den Sozialismus als eine m\u00f6gliche Alternative.<\/p>\n<h4>Die Heuchelei der b\u00fcrgerlichen Rechten<\/h4>\n<p>Seit Jahren behauptentdie rechtslastige b\u00fcrgerliche Presse, Chavez sei ein \u201eDiktator\u201c und dass die VenezolanerInnen unter einem \u201etyrannischen kommunistischen\u201c Regime leben w\u00fcrden. Das ist nat\u00fcrlich Nonsens und, wenn \u00fcberhaupt, ein Beleg daf\u00fcr, dass die Mehrzahl der Medien sich weiterhin in Privatbesitz befinden.<\/p>\n<p>Die Feindseligkeit der KapitalistInnen und ihrer Medien und PolitikerInnen zeigt, welch bedeutsame Rolle den Organisationen zukommt, die \u2013 wie etwa die \u201eGemeinde-R\u00e4te\u201c und nun auch die \u201eKommunen\u201c \u2013 von unten in die staatspoltische Ebene eingreifen. Einer der Widerspr\u00fcche der \u201eBolivarianischen Revolution\u201c ist dabei allerdings, dass diese Organisationen unter dem strengen Blick der staatlichen B\u00fcrokratie existieren, die letztendlich die \u00f6konomischen und politischen Entscheidungen f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die Heuchelei und Feindseligkeit der politischen Rechten ist ein bedeutender Faktor, wenn man die politische Lage in Venezuela analysieren will. Ebenso wichtig ist allerdings die Rolle, die die B\u00fcrokratInnen und OpportunistInnen innerhalb der chavistischen Bewegung spielen, was abgewehrt werden muss. Es sind diese Leute, die die Rolle, die der Arbeiterklasse und der Volksbewegung im revolution\u00e4ren Prozess zukommt, leugnen wollen. Es waren in der Tat diese Bewegungen, die auf Chavez den entscheidenden Druck ausge\u00fcbt haben, um \u2013 was die Forderungen, die Rhetorik und die Reformen angeht \u2013 weiter nach links zu gehen.<\/p>\n<p>Die Verstaatlichungsma\u00dfnahmen, zu denen es nach dem gescheiterten, rechtsgerichteten Putsch von 2002 kam, und die sozialen Reformen, die Millionen von VenezolanerInnen aus der extremen Armut herausbrachten, fanden haupts\u00e4chlich dank der Arbeiterklasse, des Vorgehens der jungen Leute, der B\u00e4uerinnen und Bauern und der verarmten Schichten statt, die diese Ma\u00dfnahmen einforderten und ihre Umsetzung unterst\u00fctzten. Wir m\u00fcssen damit weitermachen, uns f\u00fcr eine Ausweitung dieser Reformen einzusetzen und sie zu unterst\u00fctzen. Gleichzeitig m\u00fcssen wir sie mit dem notwendigen Kampf f\u00fcr Sozialismus verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Heute ruft die politische Rechte zu \u201enationaler Einheit\u201c auf und die Regierung appelliert, den \u201eFrieden\u201c zu wahren. Wir m\u00fcssen aber klar und deutlich sagen, dass die Einheit, die wir wollen, unter der Bev\u00f6lkerung hergestellt werden muss. Dabei ist die Einbeziehung der Arbeiterklasse das Entscheidende, zusammen mit ihren traditionellen Basisorganisationen. Echten, dauerhaften Frieden wird es nur geben, wenn der Kapitalismus \u00fcberwunden, der kapitalistische Staat entbl\u00f6\u00dft und eine demokratische, sozialistische Alternative umgesetzt wird.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass der Kapitalismus und sein Staatsgebilde weiterhin existieren, wurde auch von Chavez so wahrgenommen. Er sagte: \u201eWir haben in Venezuela viel erreicht, es ist aber noch eniges zu tun, die kapitalistischen Strukturen sind intakt, so auch der b\u00fcrgerliche Staat\u201c. Leider folgte darauf keine Zusammenfassung oder Erkl\u00e4rung, was als n\u00e4chstes n\u00f6tig sei.<\/p>\n<p>Trotz der j\u00fcngsten Ereignisse befindet sich die politische Rechte weiter in der Offensive gegen die Arbeiterklasse. Dies wird deutlich, wenn man sich die Vorgehensweisen der Konzernchefs in den letzten zehn Jahren und die jeweiligen Reaktionen darauf ansieht. Immer noch gibt es die Finanzspekulation, die sicherstellt, dass Grundnahrungsmittel knapp sind, die Inflation hoch bleibt und es weiterhin zur Deindustrialisierung kommt. Auf politischer Ebene teilt sich herrschende Klasse allerdings in einen reaktion\u00e4ren Teil, einen sogar neofaschistischen (die \u201eRadikalen\u201c) und in die pro-demokratischen \u201eModeraten\u201c, die unter den politisch rechten Kr\u00e4ften zum jetzigen Zeitpunkt noch die Mehrheit stellen. Hinzu kommt, dass die Rechte insgesamt sich nicht auf eine solide gesellschaftliche Basis st\u00fctzen kann, die stark genug w\u00e4re, um gegen den Chavismus anzugehen.<\/p>\n<h4>Regierung am Scheideweg: Revolution oder Konterrevolution?<\/h4>\n<p>Die Regierung liegt ganz richtig, wenn sie sagt, dass die kapitalistische Klasse in Venezuela sich parasit\u00e4r verh\u00e4lt und von den Profiten aus dem \u00d6lgesch\u00e4ft sowie dem Import von Waren, Dienstleistungen und Fertigprodukten lebt. Gleichzeitig befindet sich die Regierung, die das ihrige dazu beitr\u00e4gt, um diese parasit\u00e4re Klasse aufrechtzuerhalten, am Scheideweg. Die Regierung versucht, innerhalb der Grenzen des Kapitalismus zu agieren und wirtschaftspolitische Ma\u00dfnahmen zu ergreifen (wie etwa die j\u00fcngste W\u00e4hrungsabwertung, die die ganze Tragweite der Wirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse und die verarmten Schichten \u00fcbertr\u00e4gt). Dabei sind es die Arbeiterklasse und verarmten Schichten, von deren Unterst\u00fctzung die Regierung abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Allerdings werden die Basis-Organisationen und -Strukturen \u2013 wenn auch mit teilweise sehr wirren Vorstellungen von der Revolution und vom Sozialismus \u2013 den Druck auf eine Regierung nach Chavez erh\u00f6hen, damit diese zu radikaleren Positionen kommt. Sollte sie diesem Anspruch nicht gen\u00fcgen, w\u00fcrde das schnell zu einer Rechts-Entwicklung f\u00fchren und dazu, dass mit der R\u00fccknahme der Reformen gedroht wird, die in den letzten 14 Jahren erreicht worden sind.<\/p>\n<p>In wenigen Wochen wird es zu Pr\u00e4sidentschaftswahlen kommen, um die\/den NachfolgerIn von Chavez zu bestimmen. Auch wenn die Rechte durchaus eine gewisse Chance hat, dabei einen politischen Erfolg zu erzielen, so ist es doch am wahrscheinlichsten, dass die politische Kontrolle in den H\u00e4nden des \u201eChavismus\u201c verbleibt.<\/p>\n<h4>Chavez\u2019 Tod bedeutet nicht das Ende des revolution\u00e4ren Prozesses<\/h4>\n<p>Es w\u00e4re ein Fahler, wenn die Bewegung des \u201eChavismus\u201c davon ausgehen w\u00fcrde, dass sie auf dieselbe Art und Weise weiterregieren kann wie Chavez. Innerhalb der chavistischen Bewegung von heute (oder in absehbarer Zukunft) gibt es niemanden, die\/der dieselbe Autorit\u00e4t genie\u00dft wie Chavez. Auch gibt es keineN, die\/der in der Lage w\u00e4re, die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung und die Unterst\u00fctzung der kritischen Linken aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Sowohl Nicol\u00e1s Maduro als auch Diosdado Cabello, als die wesentlichen Figuren aus der politischen F\u00fchrungsriege des Chavismus, wissen, dass sie die Lage mit Bedacht in den Griff bekommen m\u00fcssen. Die revolution\u00e4re Linke ist heute fragmentiert und zerstreut. Es gibt zumindest kleine aber recht bedeutsame Schritte in Richtung Reorganisierung der Kr\u00e4fte. Das konnte man in den letzten sechs Monaten beobachten. Ein Beispiel daf\u00fcr ist ein landesweites \u201ebolivarianisches\u201c Treffen revolution\u00e4rer Organisationen, zu dem es vor einigen Monaten kam. Es gibt eine Fraktion innerhalb der Linken, die am Aufbau einer politischen F\u00fchrung links von dem F\u00fchrungsstab arbeitet, der Chavez zun\u00e4chst nachfolgen wird. Dies stellt \u2013 in Verbindung mit wirtschaftlichen Unw\u00e4gbarkeiten und einer Offensive der politischen Rechten des Landes \u2013 eine Herausforderung f\u00fcr die F\u00fchrung der regierenden Partei PSUV dar, der sich diese zu stellen hat.<\/p>\n<p>Die politische Rechte ist sehr vorsichtig darin gewesen, blo\u00df keine radikaleren Aktionen in Gang zu setzen, die m\u00f6glicherweise zur sozialen Explosion f\u00fchren w\u00fcrden. Die Perspektiven f\u00fcr Venezuela sind schwer abzusch\u00e4tzen. Zu denken, der Tod von Chavez w\u00e4re gleichbedeutend mit dem Tod des \u201eChavismus\u201c, w\u00e4re jedoch ein schwerer Fehler. Dem l\u00e4ge die Vermutung zugrunde, dass der \u201eChavismus\u201c nur in der Lage ist, sich nach rechts zu entwickeln. Teile der Regierung werden sicher versuchen, in diese Richtung zu gehen, weil sie den Kapitalismus und den Imperialismus nur \u201ez\u00e4hmen\u201c wollen.<\/p>\n<p>Die dringende Aufgabe besteht nun mehr denn je darin, f\u00fcr die bewusste, unabh\u00e4ngige Selbst-Organisierung der Arbeiterklasse, B\u00e4uerinnen und Bauern sowie der verarmten Schichten zu k\u00e4mpfen. Wir m\u00fcssen die b\u00fcrokratischen und reformistischen Widerspr\u00fcche des \u201eChavismus\u201c offenlegen, die politische Rechte bek\u00e4mpfen sowie ein revolution\u00e4res, demokratisches und sozialistisches Programm fordern und dieses erk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Was wir nicht tun k\u00f6nnen, ist der \u201edemokratischen\u201c und b\u00fcrgerlichen Logik der Regierung anheimzufallen, die nur von der Verteidigung der \u201eSouver\u00e4nit\u00e4t des Vaterlandes\u201c faselt. Das hei\u00dft, dass wir der Ansicht entgegentreten m\u00fcssen, die Revolution sei \u201enational\u201c. Vielmehr m\u00fcssen wir klar machen, dass es bei der Revolution um eine internationale Frage geht. Wir m\u00fcssen die Arbeiterklasse zu einen versuchen und gegen deren Spaltung k\u00e4mpfen. Bei den Abkommen, die die kapitalistischen Handelsbeziehungen st\u00e4rken (z.B. ALBA, Mercosur etc.), handelt es sich \u2013 soweit die Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten auf dem lateinamerikanischen Kontinent betroffen sind \u2013 nicht um die einzige Art von B\u00fcndnissen. Nur das unsere B\u00fcndnisse ihre Wurzeln im Kampf haben, den wir f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir rufen zum Aufbau einer F\u00f6deration revolution\u00e4rer, demokratischer und sozialistischer Staaten auf den amerikanischen Kontinenten und dar\u00fcber hinaus auf und k\u00e4mpfen daf\u00fcr. Nur das kann den revolution\u00e4ren Triumph in Venezuela und der Welt garantieren.<\/p>\n<p><strong>Wir meinen:<\/strong><\/p>\n<p>Alle Macht den Kommunen, den Gemeinde- und Arbeiterr\u00e4ten! Der revolution\u00e4re Prozess, den Chavez begonnen hat, kann nur weitergef\u00fchrt und der Kapitalismus, der B\u00fcrokratismus und die Korruption und die politische Rechte k\u00f6nnen nur bezwungen werden, wenn die Basis-Organisationen die Macht \u00fcbernehmen. Das geht nur durch die revolution\u00e4re gesellschaftliche Organisation.<\/p>\n<p><strong>Wir stehen f\u00fcr:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Verstaatlichung der Banken, Monopole und Oligopole! Verstaatlichung der Produktionsmittel unter demokratischer Kontrolle und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der organisierten Besch\u00e4ftigten<\/li>\n<li>Vergesellschaftung und revolution\u00e4re Transformation der bewaffneten Kr\u00e4fte durch Einrichtung von Soldatenkomitees, Durchf\u00fchrung demokratischer und Abberufungswahlen, die von revolution\u00e4ren Verteidigungskomitees aus den Gemeinschaften abgehalten werden<\/li>\n<li>Sp\u00fcrbare Ausweitung der Sozialeinrichtungen (missiones) in den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Wohnen mit einem landesweit g\u00fcltigen Plan zur Sicherstellung des freien Zugangs zu qualitativ hochwertigen \u00f6ffentlichen Dienstleistungseinrichtungen unter der Kontrolle und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der ArbeiterInnen und der Menschen aus den Wohnvierteln vor Ort<\/li>\n<li>Zentralisierung und Aufbau von Staatsmonopolen unter der Kontrolle der ArbeiterInnen, damit der Au\u00dfenhandel (Importe und Exporte) geregelt wird, um der Spekulation und der Kapitalflucht ein Ende zu setzen<\/li>\n<li>Planwirtschaft, die ihre Wurzeln in den einzelnen Betrieben und den Komitees in den Wohnvierteln hat, damit die gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnisse auf der Grundlage von nachhaltigem Wachstum und Umweltschutz diskutiert und abgestimmt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kampf f\u00fcr Sozialismus ist n\u00f6tiger denn je!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23144,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[312,311],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24152"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24152\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}