{"id":24097,"date":"2013-03-07T09:00:02","date_gmt":"2013-03-07T08:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24097"},"modified":"2013-03-07T14:15:40","modified_gmt":"2013-03-07T13:15:40","slug":"aus-fuer-opel-bochum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/03\/aus-fuer-opel-bochum\/","title":{"rendered":"Aus f\u00fcr Opel Bochum?"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-24098\" alt=\"wir_bleiben_bochum_kl\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/wir_bleiben_bochum_kl.jpg\" width=\"150\" height=\"72\" \/>Jetzt oder nie: k\u00e4mpfen!<\/strong><\/p>\n<p>In der letzten Woche haben sich die Gesch\u00e4ftsleitung und IG Metall bei Opel darauf geeinigt, dass die Motorenproduktion im Bochumer Werk 2016 beendet wird. Erhalten bleiben sollen nur 1.200 Arbeitspl\u00e4tze. Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Einenkel hat als einziger Arbeitnehmervertreter diesem Ausverkauf nicht zugestimmt. Am Sonntag, den 3. M\u00e4rz demonstrierten dann 18.000 Menschen auf dem lange geplanten Solidarit\u00e4tsfest. Die Beteiligung zeigt, dass es in der Region Potenzial f\u00fcr einen Kampf um den Erhalt des Werks gibt. Einenkel und die \u00f6rtliche IG Metall sollten jetzt eine Kampagne organisieren, damit die Belegschaften in Bochum und den anderen Standorten den Deal in den angek\u00fcndigten Abstimmungen ablehnen und einen ernsthaften Kampf f\u00fcr den Erhalt aller Arbeitspl\u00e4tze f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00a0Wir ver\u00f6ffentlichen hier einen Artikel von Karl Neumann, der am 2. M\u00e4rz in der Tageszeitung junge Welt erstmals erschien. Das von der SAV beim Solidarit\u00e4tsfest verteilte Flugblatt findet sich hier:<\/p>\n<p>[wpfilebase tag=file id=1826 tpl=simple \/]<\/p>\n<h2>Bochum aufgegeben<\/h2>\n<p><strong>Vereinbarung bei Opel<\/strong><\/p>\n<p><em>von Karl Neumann<\/em><\/p>\n<p>Das Unternehmen feiert ihn als \u00bbMeilenstein zur Profitabilit\u00e4t und Zukunftssicherung\u00ab. Der Gesamtbetriebsrat spricht von der \u00bbSicherung aller deutschen Standorte\u00ab. Doch der von der IG Metall f\u00fcr Opel geschlossene \u00bbMastervertrag\u00ab ist alles andere als das. Statt dessen besiegelt er das Ende der 50j\u00e4hrigen Geschichte des Autobauers in Bochum. Mit der Vereinbarung haben die Gewerkschafts- und Betriebsratsspitzen das Auslaufen der dortigen Fahrzeugproduktion im Jahr 2016 akzeptiert. Drohungen des Managements, das Ende vorzuziehen, waren wohl nur Verhandlungstaktik, da eine Verlagerung des aktuellen Zarifa-Modells vor Ende von dessen \u00bbLebenszyklus\u00ab betriebswirtschaftlich ohnehin keinen Sinn gemacht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Auch die anderen Zusagen sind aus Sicht der Bochumer Belegschaft nichts wert. Gerade mal 600 Jobs sollen in der Produktion von Komponenten erhalten werden, weitere 600 im Zentrallager. Wie lange diese tats\u00e4chlich bleiben, ist ungewi\u00df. Vage auch die Hoffnung, da\u00df sich neue Firmen auf dem Werksgel\u00e4nde ansiedeln k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Opel-Gesamtbetriebsrat \u2013 von manchen als Vorreiter f\u00fcr internationale und standort\u00fcbergreifende Solidarit\u00e4t gefeiert \u2013 hat Bochum aufgegeben. Ebenso die F\u00fchrung der IG Metall. Die Gegenleistung des Mutterkonzerns General Motors: Die anderen deutschen Standorte in R\u00fcsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern sollen vorerst gesichert sein. Doch auch die ihnen gegebenen Produktzusagen k\u00f6nnten sich als kurzlebig erweisen. So war es schon im Fall von Antwerpen. Auch die belgische Belegschaft wurde lange Zeit mit unbestimmten Hoffnungen und leeren Versprechungen hingehalten. Als das Werk geschlossen wurde, war ihr Widerstand wirkungslos. Jetzt soll mit Bochum der n\u00e4chste Dominostein fallen.<\/p>\n<p>Das Perverse: Die Opel-Besch\u00e4ftigten sollen ihre Abwicklung auch noch selbst bezahlen. Die Tariferh\u00f6hungen zwischen 2012 und 2015 werden auf das Inkrafttreten der jeweils n\u00e4chsten Erh\u00f6hung verschoben, \u00fcbertarifliche Entgeltbestandteile ganz gestrichen. Der Angriff der GM-Spitze auf den Fl\u00e4chentarifvertrag sei damit abgewehrt, behauptet Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Sch\u00e4fer-Klug. Formal stimmt das. De facto wird der Fl\u00e4chentarif aber erstmals in einem der gro\u00dfen Autokonzerne fl\u00e4chendeckend unterlaufen. Und das voraussichtlich dauerhaft. Denn angesichts der anhaltenden Krise in Europa und sinkender Opel-Marktanteile ist nicht davon auszugehen, da\u00df GM die K\u00fcrzungen 2015 wieder zur\u00fccknimmt. Die Erfahrung auch und gerade bei Opel zeigt: Was weg ist, ist weg.<\/p>\n<p>F\u00fcr die IG Metall bedeutet der \u00bbMastervertrag\u00ab eine Schw\u00e4chung im beginnenden Tarifkonflikt. Denn die Motivation der Opelaner, f\u00fcr Lohnerh\u00f6hungen auf die Stra\u00dfe zu gehen, die f\u00fcr sie erst ein oder zwei Jahre sp\u00e4ter wirksam werden, d\u00fcrfte dadurch nicht gerade steigen. F\u00fcr Gewerkschaftschef Berthold Huber \u2013 der die Tarifrunde ganz offensichtlich ohne Streiks \u00fcber die B\u00fchne bringen will \u2013 ist das aber wohl kein Problem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt oder nie: k\u00e4mpfen! <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24098,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24097"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}