{"id":24092,"date":"2013-03-07T16:00:34","date_gmt":"2013-03-07T15:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=24092"},"modified":"2013-03-06T15:24:20","modified_gmt":"2013-03-06T14:24:20","slug":"campusbahn-aachenfuer-eine-oekologische-und-entspannte-stadt-fuer-einen-ausbau-des-oeffentlichen-personenverkehrs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2013\/03\/campusbahn-aachenfuer-eine-oekologische-und-entspannte-stadt-fuer-einen-ausbau-des-oeffentlichen-personenverkehrs\/","title":{"rendered":"Campusbahn Aachen:F\u00fcr eine \u00f6kologische und entspannte Stadt \u2013 F\u00fcr einen Ausbau des \u00f6ffentlichen Personenverkehrs!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24094\" aria-describedby=\"caption-attachment-24094\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-24094\" alt=\"Grafik TEMA AG, Kartengrundlage \u00a9 OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Einstiegskonzept_01-e1362579699129-280x173.jpg\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Einstiegskonzept_01-e1362579699129-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Einstiegskonzept_01-e1362579699129-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Einstiegskonzept_01-e1362579699129-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Einstiegskonzept_01-e1362579699129.jpg 1216w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24094\" class=\"wp-caption-text\">Grafik TEMA AG, Kartengrundlage \u00a9 OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Wir dokumentieren hier die Erkl\u00e4rung der Linksjugend [&#8217;solid] Aachen zum Thema Campusbahn.<\/em><\/p>\n<p>Am 10. M\u00e4rz soll in Aachen \u00fcber den Bau der sogenannten \u201eCampusbahn\u201c entschieden werden. Im Stadtrat bef\u00fcrwortet eine Mehrheit von CDU, SPD, Gr\u00fcnen und LINKEn das Projekt. Trotzdem werden, anders als bei anderen Gro\u00dfprojekten in der Vergangenheit, die AachenerInnen an die Urnen gerufen, was im Sinne von mehr Beteiligung nat\u00fcrlich zu begr\u00fc\u00dfen ist.<\/p>\n<h4>Wor\u00fcber wird abgestimmt?<\/h4>\n<p>Am 10. M\u00e4rz wird \u00fcber die Frage abgestimmt: \u201eSind Sie f\u00fcr den Bau der Campusbahn?\u201c. Stimmberechtigt sind dabei nur AachenerInnen mit EU-Pass, es sind also sogenannte \u201eMigrantInnen\u201c, die aus Nicht-EU-L\u00e4ndern kommen und teilweise seit Jahrzehnten hier wohnen, von der Stimmabgabe ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Campusbahn ist eine Stra\u00dfenbahnlinie vom Uniklinikum \u00fcber den neuen Campus Melaten, den Bushof, den Adalbertsteinweg und die Trierer Stra\u00dfe nach Brand. Eine weitere Linie von der Vaalser Grenze nach W\u00fcrselen ist in \u00dcberlegung. Zusammen h\u00e4tten die beiden Linien eine Gesamtl\u00e4nge von 24 Kilometern (Daten von www.campusbahn.de).<\/p>\n<p>Dabei soll die Bahn innerhalb des Alleenrings ohne Oberleitungen mit einem neuen Batteriesystem auskommen. Daf\u00fcr sollen Batterien eingesetzt werden, die \u201eAachen eine bundesweite F\u00fchrungsrolle\u201c in der Elektromobilit\u00e4t einnehmen lassen w\u00fcrden; gleichzeitig sind diese Batterien nicht ausreichend getestet. Nach Meinung der linksjugend [\u2019solid] Aachen sollen die Konzerne, die diese Batterien letztendlich entwickeln und davon profitieren werden, alle Entwicklungs- und Testungskosten selber tragen!<\/p>\n<p>Die Bau- und Investitionskosten der Linie Aachen-Brand belaufen sich nach Planungsstand auf 224 bis 237,5 Millionen Euro. F\u00fcr den Betrieb ist offiziell mit 4 bis 6,5 Millionen Euro Mehrausgaben pro Jahr zu rechnen.<\/p>\n<p>Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genie\u00dfen, da die Planung noch nicht abgeschlossen ist und oft bei Gro\u00dfprojekten weitere Ausgaben dazukommen.<\/p>\n<h4>\u201eCampusbahn = Schampusbahn\u201c<\/h4>\n<p>Die FDP-dominierte \u201eB\u00fcrgeninitiative Campusbahn = Gr\u00f6\u00dfenwahn\u201c l\u00e4uft Sturm gegen dieses Projekt. Dabei argumentiert sie, dass die Baustellen f\u00fcr enorme Umsatz-Einbu\u00dfen des Einzelhandels entlang des Strecke sorgen w\u00fcrden. Gleichzeitig spielt sie aber auch mit den \u00c4ngsten, dass die Kosten f\u00fcr K\u00fcrzungen in anderen Bereichen sorgen w\u00fcrden. Diese weit verbreiteten und auch berechtigten Sorgen m\u00fcssen ernst genommen werden. Dabei macht sich die FDP in Wahrheit keine Sorgen um K\u00fcrzungen im Sozialbereich, allzu oft hat sie bewiesen, dass sie nur zu gern Geld in Elite und Prestigeobjekte steckt \u2013 in diesem Fall w\u00fcrde aber die Allgemeinheit profitieren. Wir fordern mehr Transparenz \u00fcber die tats\u00e4chlichen Ausgaben und die Finanzierung!<\/p>\n<p>\u00d6ffentlicher Personenverkehr als Teil der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge kostet immer Geld, ist immer ein Zuschussgesch\u00e4ft. Und das ist auch gut so!<\/p>\n<h4>F\u00fcr einen \u00f6ffentlichen, kostenlosen, \u00f6kologischen Personenverkehr!<\/h4>\n<p>Linksjugend [\u2019solid] Aachen sieht das vorliegende Konzept kritisch. In unseren Augen geht es in erster Linie darum, den neuen Campus der Elite-Universit\u00e4t mit der Innenstadt zu verbinden und so des Prestige der Aachener Elite-Universit\u00e4t zu st\u00e4rken, den Umsatz der Gesch\u00e4fte in der Innenstadt zu st\u00e4rken und den Tourismus zu f\u00f6rdern. Gleichzeitig ist es unbestritten, dass die geplante Linienf\u00fchrung heute schon extrem \u00fcberlastet ist, Investitionen sind sowieso n\u00f6tig. Die Buskapazit\u00e4ten sind weitestgehend ersch\u00f6pft, zu den Sto\u00dfzeiten k\u00f6nnen aus verkehrsplanerischer Sicht kaum mehr Busse eingesetzt werden.<\/p>\n<p>1974 wurde die letzte Aachener Stra\u00dfenbahn abgeschafft. Schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es ein gutes \u00f6ffentliches Verkehrswesen in Aachen. Zum H\u00f6hepunkt fuhren 1933 volle 24 Stra\u00dfenbahnlinien in und um Aachen, selbst abgelegene Orte wie Sief und Zweifall wurden bedient. In den 1960er und 1970er Jahren und danach wurde es modern, ein eigenes Auto zu fahren, woran vor allem die deutsche Automobilindustrie Milliarden verdiente. Als Folge wurde das \u00f6ffentliche Verkehrswesen zur\u00fcckgebaut. Noch heute finden Gruppen wie die FPD dies ganz cool. Staus und miese Luft sind die Folge.<\/p>\n<p>Wir fordern dagegen einen deutlichen Ausbau des \u00f6ffentlichen Personenverkehrs auf \u00f6kologischer Grundlage, wozu sich der Schienenverkehr mit einem gleichzeitigen Ausbau regenerativer Energien am besten eignet. Der muss nat\u00fcrlich bezahlbar oder im besten Fall kostenlos sein, wie es St\u00e4dte wie Hasselt (Belgien) oder die estnische Hauptstadt Tallinn vormachen. Genug Geld daf\u00fcr ist auch vorhanden, es ist nur in den falschen H\u00e4nden! So besitzt das reichsten Zehntel der Deutschen 63% des Verm\u00f6gens, viele Konzerne bezahlen kaum oder gar keine Gewerbesteuer. Auch hat die Bundesregierung \u201ebedrohte Banken\u201c mit mehreren hundert Milliarden Euro gerettet, Kriegseins\u00e4tze kosten weitere Milliarden \u2013 Geld, das besser in das Sozialwesen investiert werden sollte.<\/p>\n<p>Auch wenn die etablierten b\u00fcrgerlichen Parteien CDU, Spd und Gr\u00fcne eine andere Motivation haben, f\u00fcr den Bau der Campusbahn zu argumentieren, sehen wir trotz aller Kritik in ihr eine Chance, den \u00f6ffentlichen Personenverkehr zu st\u00e4rken und den Startschuss f\u00fcr ein Stra\u00dfenbahnnetz in Aachen zu legen, das den Namen \u201eStadtbahn\u201c verdient.<\/p>\n<h4>F\u00fcr eine lebenswerte Stadt!<\/h4>\n<p>B\u00fcrgerentscheide sollten k\u00fcnftig \u00f6fter stattfinden. W\u00fcrden die AachenerInnen tats\u00e4chlich demokratisch \u00fcber ihre Stadt entscheiden k\u00f6nnen, w\u00e4re die vollkommen unn\u00f6tige Kaiserplatzgalerie l\u00e4ngst vom Tisch. Auch \u00fcber Privatisierungen wie zuletzt des ehemaligen Gesundheitsamtes an der Normaluhr sollten die AachenerInnen entscheiden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Leider haben die Stadtoberen offensichtlich kein Interesse daran, was den Verdacht nahelegt, dass sie nach einem positiven B\u00fcrgerentscheid diesen als Argument f\u00fcr K\u00fcrzungen im Sozialbereich nutzen k\u00f6nnten, sollten die Kosten f\u00fcr die Campusbahn den Rahmen sprengen. Das sollte jedoch kein Grund sein dagegen zu stimmen \u2013 im Gegenteil: Stattdessen sollten wir uns gemeinsam organisieren und f\u00fcr einen \u00f6kologischen, \u00f6ffentlichen Personenvekehr sowie f\u00fcr Investitionen in gesellschaftlich sinnvollen Bereichen k\u00e4mpfen!<\/p>\n<h4>Organisieren und k\u00e4mpfen!<\/h4>\n<p>Denn leider l\u00e4uft vieles falsch, nicht nur in Aachen: Mangelnder und viel zu teurer Wohnraum, kaum Raum f\u00fcr Jugendliche, miserable Bildungssituation und nat\u00fcrlich viel zu teure Bus- und Bahnfahrkarten \u2013 um nur ein paar Punkte zu nennen. Alleine dagegen anzuk\u00e4mpfen kann kaum zu einem Erfolg f\u00fchren. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, sollten wir uns lieber zusammentun, uns organisieren und gemeinsam f\u00fcr eine \u00f6kologische und entspannte, f\u00fcr eine lebenswerte Stadt k\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Linksjugend [\u2019solid] Aachen, 5. M\u00e4rz 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung der Linksjugend [&#8217;solid] Aachen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24094,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26,120],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24092"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}