{"id":23514,"date":"2002-08-30T20:00:10","date_gmt":"2002-08-30T18:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=23514"},"modified":"2013-01-03T18:39:05","modified_gmt":"2013-01-03T17:39:05","slug":"che-guevara-3-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/08\/che-guevara-3-teil\/","title":{"rendered":"Che Guevara (3. Teil)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?p=23512\">zur\u00fcck zum 2. Teil<\/a><\/p>\n<h4>Eine Meinungsverschiedenheit<\/h4>\n<p>Innerhalb der Bewegung des 26. Juli blieben die Dinge im Verlauf des B\u00fcrgerkriegs politisch nicht starr. Es entwickelte sich ein Konflikt zwischen dem nationalen Direktorium und der Guerillaf\u00fchrung in der Sierra. Castro wollte die RebellInnenarmee als Hauptf\u00fchrung der Bewegung etablieren &#8211; unter seiner Kontrolle. Anf\u00e4nglich wurden diese Br\u00fcche in kontrollierbaren Grenzen gehalten. Bei einem Treffen 1957 kamen sie aber an die Oberfl\u00e4che, als ein paar der st\u00e4dtischen F\u00fchrerInnen argumentierten, dass Castro die Sierra Maestra verlasen sollte, um auf einer Veranstaltungstour Gelder einzutreiben. Zusammen mit anderen Vorschl\u00e4gen zeigte das klar, dass sie die Bedeutung des Guerillakampfes in der Sierra Maestra herunterspielen wollten. In diesem Fall setzte sich Castro durch und gewann gegen andere Vorschl\u00e4ge die Mehrheit. W\u00e4hrend der folgenden Monate entwickelten sich die Br\u00fcche zu einer offenen politischen Kluft zwischen dem Llano und den Guerillaf\u00fchrerInnen. Letztere dachten haupts\u00e4chlich, dass die F\u00fchrung des Llano kleinm\u00fctig sei &#8211; und diese Einsch\u00e4tzung war nicht unbegr\u00fcndet. Im Nationalen Direktorat waren einige der konservativsten Teile der Bewegung des 26. Juli. Es war aber ein anderer Faktor, der die Br\u00fcche versch\u00e4rfte. Leute, die einen Guerillakrieg f\u00fchren, so opferbereit sie auch sind, entwickeln eine gewisse Verachtung gegen\u00fcber der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung. Die zerm\u00fcrbenden Schwierigkeiten, die ein Kampf in den Bergen mit sich bringt, kann die K\u00e4mpferInnen auf dem Land dazu bringen, die Massen in den St\u00e4dten wegen ihrer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig privilegierten Lage f\u00e4lschlich als unwillig zum Kampf abzutun. Diese Haltung wird verst\u00e4rkt, wenn die Guerillak\u00e4mpferInnen keine klaren politischen Ideen haben und nicht mit einer organisierten st\u00e4dtischen ArbeiterInnenbewegung mit einer k\u00fchnen F\u00fchrung und sozialistischen Politik verbunden sind.<\/p>\n<p>Castro hatte \u00fcber den Sturz der Diktatur hinaus offensichtlich noch immer kein klares politisches Ziel f\u00fcr seinen Kampf. Was er aber hatte, war die F\u00e4higkeit, sich opportunistisch auf die zahlreichen politischen Kr\u00e4fte zu st\u00fctzen, um seine eigene Position zu st\u00e4rken. Am 12. Juli 1957 unterzeichnete Castro einen Vertrag mit den offen prokapitalistischen Aut\u00e9ntico Partei und den Orthodoxen, die Batistas j\u00fcngsten Versuch zur\u00fcckgewiesen hatten, sein Regime durch die Ausrufung von Pr\u00e4sidentschaftswahlen, bei denen er kandidieren w\u00fcrde, zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Der als &#8222;Sierra-Pakt&#8220; bekannte Vertrag beschr\u00e4nkte die Bewegung des 26. Juli in ihren Zielen. Er forderte zwar den R\u00fccktritt Batistas und lehnte die Milit\u00e4rjunta ab, schlug aber auch ein &#8222;unabh\u00e4ngiges&#8220; Mitglied der zivilen Institutionen als \u00dcbergangspr\u00e4sident und allgemeine Wahlen innerhalb von zw\u00f6lf Monaten vor. Sein Wirtschaftsprogramm beschr\u00e4nkte sich auf wenig mehr als eine Bodenreform. Er war wohl noch gem\u00e4\u00dfigter als das urspr\u00fcngliche Programm der Bewegung des 26. Juli und beabsichtigte, die politische Lage im Falle eines Sturzes Batistas im Interesse des Kapitalismus und Imperialismus unter Kontrolle zu halten. Das es zu Unterzeichnung dieses Abkommen kam spiegelt den Verlust an Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Batista-Regime und die zunehmende Opposition wieder. Castros Guerillak\u00e4mpferInnen waren insbesondere f\u00fcr eine Schicht von urbanen Jugendlichen attraktiv.<\/p>\n<p>Es kam zu einigen Protesten in den St\u00e4dten und es gab Ver\u00e4nderungen in der Politik der PSP. Sie betrachtete zwar immer noch Castros milit\u00e4rische Kampagne als Abenteuer, aber es begann ein gewisser Kontakt zwischen den Guerillas und der PSP. Die PSP n\u00fctzte diese Kontakte und versuchte Castro zu \u00fcberzeugen, dass die Bedingungen f\u00fcr eine bewaffnete Bewegung auf Kuba nicht vorhanden seien und dr\u00e4ngte ihn, auf einen g\u00fcnstigere Lage zu waren. Folglich waren die Beziehungen zwischen der PSP und Castro angespannt, aber der Kontakt wurde aufrecht erhalten. Beim 8. Kongress der PSP, der im Juli 1957 abgehalten wurde, verk\u00fcndete die F\u00fchrung, dass die PSP die &#8222;W\u00fcrde und Aufrichtigkeit&#8220; Castros anerkenne. Gleichzeitig machte die Partei klar, dass sie &#8222;gravierende Meinungsverschiedenheiten mit den Taktiken und Pl\u00e4nen&#8220; Castros hatte. Die Partei folgerte, dass die Bewegung des 26. Juli noch keine ausreichend antiimperialistische Linie eingenommen habe. Im PSP-Jargon hie\u00df das, dass sie noch nicht gen\u00fcgend anti-USA und pro-russisch sei. Die Partei forderte Wahlen und die Bildung einer &#8222;Volksfront&#8220; unter Einbeziehung der &#8222;nationalen Bourgeoisie&#8220;. Diese Haltung blieb nicht ohne Opposition innerhalb der Partei, besonders ihrer Jugend. Die PSP spielte zwar keine wirkliche Rolle in der Bewegung, die sich entwickelte, abgesehen davon, dass sie versuchte Castro zu bremsen, aber im Verlauf von 1958 schloss sich eine wachsende Zahl von jungen Parteimitgliedern den RebellInnen in den Bergen an &#8211; besonders den Abteilungen unter der F\u00fchrung von Che und Ra\u00fal Castro.<\/p>\n<h4>Der US-Imperialismus mischt sich ein<\/h4>\n<p>Der US-Imperialismus verfolgte die Entwicklung mit wachsender Sorge. Seine Hauptsorge war wie immer, seine Wirtschaftsinteressen zu sichern und Unruhe einzud\u00e4mmen. Gewalt war nicht gut f\u00fcr den Ertrag der Investitionen. Batista wurde zur &#8222;Demokratisierung&#8220; und zur Abhaltung von Wahlen, die eine verl\u00e4ssliche traditionelle Partei gewonnen h\u00e4tte, angehalten. Das Auftreten von Castros Verb\u00e4nden und ihre andauernde Kampagne hatte die Lage verkompliziert. Zwischen 1957 und 1958 gab es in Washington seht unterschiedliche Positionen zur Frage, wie man mit der Lage umgehen sollte. Das Au\u00dfenministerium, die CIA und das Verteidigungsministerium hatten ihre eigene unabh\u00e4ngige Politik, die nicht immer miteinander vereinbar waren. Das Verteidigungsministerium und das US-Milit\u00e4r auf Kuba arbeiteten mit BRAC (dem antikommunistischen B\u00fcro) zusammen und wollten Batista unterst\u00fctzen, um die Guerillabewegung zu zerschlagen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wollte das Au\u00dfenministerium, anscheinend in \u00dcbereinstimmung mit der CIA, Batista als wirksamsten Weg, die Lage unter Kontrolle zu bringen, st\u00fcrzen. Es gibt sogar Hinweise, die darauf hinweisen, dass sie versuchten, mit der Bewegung des 26. Juli und Castro zusammenzuarbeiten und sie f\u00fcr den Fall zu kaufen , dass er den Sturz Batistas schaffte. Laut Juri Paparow, einem KGB-Beamten, wurde CIA-Geld an die Bewegung des 26. Juli geleitet. Diese Behauptung wurde von Tad Szulc, Castros Biographen best\u00e4tigt, der sagte, dass dies zwischen 1957 und 1958 geschah, nachdem Castro den &#8222;Pakt der Sierra Maestra&#8220; unterschrieben hatte! Diese Politik \u00e4nderte sich sp\u00e4ter, als klar wurde, dass sie Castro oder seine Bewegung nicht kontrollieren konnten.<\/p>\n<p>Trotz der anscheinend vorhandenen Versuche von Teilen der herrschenden Klasse in den USA, Castros Bewegung die Hand entgegenzustrecken und ihren jetzt international bekannten F\u00fchrer zu vereinnahmen, wirkten die Ereignisse dieser Politik entgegen. Der Schwung des stattfindenden revolution\u00e4ren Prozesses machte zusammen mit Fragen des nationalen Prestiges und individuellen Interessen diese Aufgabe anf\u00e4nglich schwierig und letztlich undurchf\u00fchrbar. Che Ansehen wuchs und er wurde zunehmend als wichtiger &#8222;kommunistischer&#8220; Einfluss innerhalb der Guerillakr\u00e4fte bekannt. Dies vergr\u00f6\u00dferte die Spannung zwischen den expliziten &#8222;Antikommunisten&#8220; innerhalb der Bewegung des 26. Juli, besonders einem Teil der Llano-F\u00fchrung, und Che. Er errichtete seine eigene Nachschublinie, die die \u00f6rtliche Llano-F\u00fchrung in der Oriente-Provinz umging. An ihrer Spitze stand Daniel, ein Mitglied des Direktoriums. Ches Handlungen untergruben die Autorit\u00e4t von Daniels F\u00fchrung und f\u00fchrten zu einem Zusammensto\u00df.<\/p>\n<p>Die Llano-F\u00fchrung bat Castro um Schlichtung. Hinter dem Konflikt steckte eine umfassendere politische Frage, bei der es um das wachsende Misstrauen, das es zwischen Che und der Llano-F\u00fchrung gab, ging. Die Dinge wurden durch eine neue politische Initiative auf die Spitze getrieben. Es gab Versuche, eine &#8222;revolution\u00e4re&#8220; Koalitionsregierung im Exil zu bilden. Sie w\u00fcrde von der Bewegung des 26. Juli zusammen mit den Aut\u00e9nticos unter der F\u00fchrung von P\u00edo beherrscht sein. Laut Hart, dem an den Verhandlungen beteiligten Llano-F\u00fchrer, hatten an den Diskussionen auch Leute teilgenommen, die &#8222;der US-Botschaft nahestanden&#8220;.<\/p>\n<h4>Miami gegen die Sierra<\/h4>\n<p>Die USA waren sich nicht sicher, ob Batista durchhalten w\u00fcrde, und versuchten, eine Koalition aus Anti-Batista-Kr\u00e4ften zusammenzubringen, in die sie &#8211; ihrer Hoffnung nach &#8211; eine &#8222;kontrollierte&#8220; Bewegung des 26. Juli einbeziehen k\u00f6nnten. In Miami kam es zu einem Treffen, an dem auf Castros Anweisung eine Delegation teilnahm. Am 1. November wurde eine &#8222;Kubanische Befreiungsjunta&#8220; gebildet und der Vertrag von Miami unterzeichnet. Felipe Pazos hatte in der Delegation als offizieller F\u00fchrer der Bewegung des 26. Juli verhandelt. Er hatte das ohne die Zustimmung Castros gemacht, der das zu recht als Versuch sah, ihn auszubooten. Bei diesem Vertrag ging es darum, nach einem Sturz Batistas ein gem\u00e4\u00dfigtstes Regime zu gew\u00e4hrleisten. Er enthielt keine Ablehnung von ausl\u00e4ndischen Interventionen, sagte nichts \u00fcber die Idee der Errichtung einer Milit\u00e4rjunta zur Ersetzung Batistas und dr\u00e4ngte auf die Einbeziehung von Castros Guerillakr\u00e4ften in die kubanische Armee. Es war praktisch ein Vorschlag, eine zahme Nach-Batista-Regierung vorzubereiten und die Guerillakr\u00e4fte aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Als die Nachrichten von der Vereinbarung die Sierra Maestra erreichten, reifen sie Emp\u00f6rung hervor. Ra\u00fal Castro forderte, dass die Vertreter der Bewegung des 26. Juli erschossen w\u00fcrden. Fidel Castro reagierte nicht sofort. Che explodierte. Er stellte eine Verbindung zwischen dem Akzeptieren des Miami-Vertrages durch das Direktorium mit seinem eigenen Konflikt mit ihm in milit\u00e4rischen Fragen her. Er beschuldigte sie der &#8222;Sabotage&#8220;. Che stand damals mitten in einer milit\u00e4rischen Aktion. Er musste sich zu einem Ort namens El Hombrito zur\u00fcckziehen und wurde sp\u00e4ter in Altos de Conrado verwundet. Beide R\u00fcckschl\u00e4ge waren damit verbunden, dass das Direktorium ihm keinen Nachschub lieferte. Jetzt stellte er in einem Brief, den er am 9. Dezember an Castro sandte, ein Ultimatum, ihm harte Ma\u00dfnahmen gegen das Direktorium zu erlauben oder er werde zur\u00fccktreten. Castros Antwort bestimmte nicht nur seine Beziehungen zu Che, sondern beeinflusste auch den Rest der Durchf\u00fchrung der Guerillakampagne. Er stand unter dem Druck der Leute, die in den Bergen k\u00e4mpften, und wurde unausgesprochen von Pazos bedroht, der sich nicht nur um die F\u00fchrung der Bewegung des 26. Juli, sondern auch um die Pr\u00e4sidentschaft in einem Nach-Batista-Kuba bem\u00fchte. Castro ging hart gegen das Direktorium und den Vertrag von Miami vor. &#8222;Die F\u00fchrung des Kampfs gegen die Tyrannei ist in Kuba und in den H\u00e4nden der revolution\u00e4ren K\u00e4mpfer und wird da bleiben&#8220;.<\/p>\n<p>Das Nationale Direktorium wurde beschuldigt, &#8222;lauen Patriotismus und Feigheit&#8220; zu zeigen. Um Pazos Bewerbung f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft zu durchkreuzen, schlug er selbst einen Kandidaten f\u00fcr die F\u00fchrung der \u00dcbergangsregierung vor, den alten Juristen Manuel Urruitia. Die neugeschaffene Junta brach zusammen, Pazos zog sich aus der Bewegung zur\u00fcck und der neue F\u00fchrer des Direktoriums, Chom\u00f3n, griff Castro f\u00fcr seine Handlungen an. Castro machte durch seine Vorgehensweise klar, dass er und seine Kr\u00e4fte die vorherrschende F\u00fchrungsalternative zu Batista waren. Um seine Stellung zu festigen, musste er sich auf Che und den &#8222;linken Fl\u00fcgel&#8220; der Bewegung des 26. Juli st\u00fctzen, um dem &#8222;rechten&#8220; Direktorium entgegenzutreten. In den folgenden Monaten fand ein v\u00f6lliger Bruch mit dem Direktorium statt, der durch den Fortgang der Ereignisse und der Revolution vorangetrieben wurde.<\/p>\n<p>Che kam bei dieser Weggabelung an der Castro in seiner politischen Entwicklung damals stand, in der Bewegung des 26. Juli und der kubanischen Revolution eine wichtige Rolle zu. Che schrieb an Daniel und verteidigte seinen &#8222;Marxismus&#8220;, griff das &#8222;rechte Direktorium&#8220; an, weil es zulie\u00df, dass sich die Bewegung durch den Vertrag von Miami in den &#8222;Arsch ficken&#8220; l\u00e4sst und pries Castro als &#8222;einen authentischen F\u00fchrer der linken Bourgeoisie&#8220;. Selbst in diesem Stadium sah Che offensichtlich Castro nicht als gl\u00fchenden Verteidiger des Sozialismus, sondern als Vertreter der radikalen Bourgeoisie. Daniel antwortete und dr\u00fcckte Zweifel bez\u00fcglich des Miamivertrages aus, dr\u00e4ngte aber, dass die Bewegung des 26. Juli entscheide, welchen Pfad sie einschlagen wolle und sich frage, wohin sie gehe. Dieser Meinungsaustausch war ein Wiederhall eines harten ideologischen Kampfes, der innerhalb der Anti-Batista-Kr\u00e4fte, auch innerhalb der Bewegung des 26. Juli, stattfand.<\/p>\n<p>Mit Vertiefung der Krise wurde das schwankende Kleinb\u00fcrgertum, das in dieser Bewegung gruppiert war, zunehmend in getrennte und einander entgegengesetzte Lager gespalten. Auf der einen Seite stand die rechte F\u00fchrung des Direktoriums, zunehmend unter dem Einfluss des US-Imperialismus und seiner Versuche, ein g\u00fcnstigstes Ergebnis f\u00fcr sich selbst zu erlangen. Auf der anderen Seite wurde ein k\u00e4mpferischerer Fl\u00fcgel durch eine Verbindung der Auswirkungen des Krieges, des revolution\u00e4ren Prozesses und der Notwendigkeit zur Verteidigung der eigenen Interessen und Bestrebungen zunehmend links radikalisiert.<\/p>\n<p>Castro sass jetzt als der F\u00fchrer dieses Fl\u00fcgels fest im Sattel &#8211; El Jefe M\u00e1ximo, als der er bekannt wurde. Innerhalb dieses Prozesses war Che mit seiner Unterst\u00fctzung f\u00fcr internationalen Sozialismus der politisch bewussteste. Ihm fehlte zwar die notwendige Klarheit der Ideen und des Programms, um dieses Ziel zu erreichen, aber der Zusammensto\u00df mit dem Direktorium zeigte, dass er wahrscheinlich in kritischen Augenblicken zunehmenden Einfluss auf Castro hatte und ihm &#8222;half&#8220;, einen oder mehrere Schritte weiter nach links zu gehen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1958 verschlechterte sich die Lage in Batistas Lager. An allen Fronten nahmen die Schwierigkeiten zu und der Staatsapparat begann, um in herum zu zerbrechen. In einem beispiellosen Schritt stimmten die Beh\u00f6rden von Havanna zu, einen Polizeioberst und den Chef des Marinegeheimdienstes, Laurent, f\u00fcr den Mord an vier Jugendlichen anzuklagen. Alle Schulen waren geschlossen, weil 75.000 Sch\u00fclerInnen im Streik waren. Batista hob alle B\u00fcrgerrechte auf und verh\u00e4ngte Radio- und Pressezensur.<\/p>\n<h4>Der Generalstreik &#8211; ein R\u00fcckschlag<\/h4>\n<p>Es hatte viel Spekulation und Diskussion unter den Anti-Batista-Kr\u00e4ften \u00fcber die Ausrufung eines Generalstreiks gegeben. Die Bewegung des 26. Juli hatte zwar Gruppen von Unterst\u00fctzerInnen in den St\u00e4dten organisiert, aber ihre organisatorische Basis unter der ArbeiterInnenklasse war schwach. Die haupts\u00e4chliche, strukturierte und zusammenh\u00e4ngende politische Kraft unter den IndustriearbeiterInnen war die PSP. Die Llano-F\u00fchrung weigerte sich, die PSP in die Generalstreikspl\u00e4ne einzubeziehen. Formell unterst\u00fctzte die PSP die Idee eines Generalstreiks, auch wenn ihre F\u00fchrerInnen nichts taten, ihn vorzubereiten und gegen die Bewegung des 26. Juli arbeiteten. Die F\u00fchrung des offiziellen Gewerkschaftsdachverbandes CTC (Kubanischer ArbeiterInnenkonf\u00f6deration) war korrupt und durch ihre Beziehungen zu Batista diskreditiert. Sie war zwar stark durch die PSP beinflusst, aber weder unterst\u00fctzte sie den Streik noch mobilisierte sie daf\u00fcr. Die Llano-F\u00fchrung rief f\u00fcr 9. April zu einem Generalstreik auf. Er wurde ohne Vorbereitung unter den ArbeiterInnen und ohne konkrete Pl\u00e4ne und Strategie durchgef\u00fchrt. Nicht einmal geheime Streikkomitees von AktivistInnen und bekannten K\u00e4mpferInnen wurden in den Betrieben zur Vorbereitung des Streiks errichtet.<\/p>\n<p>Ein Generalstreik kann entstehen, Gestalt annehmen und unterschiedliche Rollen in der ArbeiterInnenbewegung spielen. Wenn die sozialen und politischen Bedingungen stimmen, kann er direkt das herrschende System und die herrschende Klasse in der Gesellschaft herausfordern. Als Ergebnis kann die Frage gestellt werden, welche Klasse die Gesellschaft f\u00fchren soll &#8211; die KapitalistInnen und Gro\u00dfgrundbesitzerInnen oder die ArbeiterInnenklasse mit Unterst\u00fctzung der anderen ausgebeuteten Gesellschaftsschichten. Mit einer weitsichtigen marxistischen F\u00fchrung kann sich so ein Konflikt in der Gesellschaft zu einer revolution\u00e4ren Situation und dem Sieg des Proletariats entwickeln. Diese Lage entsteht gew\u00f6hnlich, wenn die herrschende Klasse gespalten und uneinig ist, die Zwischenschichten &#8211; die st\u00e4dtische Mittelschicht und die B\u00e4uerInnenschaft &#8211; politisch schwanken und nach einer Alternative suchen und die ArbeiterInnenklasse bereit ist, mit einer erprobten revolution\u00e4ren F\u00fchrung an ihrer Spitze f\u00fcr die \u00dcbernahme der Kontrolle \u00fcber die Gesellschaft zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>In anderen Situationen, wo die ArbeiterInnenklasse j\u00fcnger, zu schwach und unerfahren, mit zu wenig Selbstvertrauen und Klassenbewusstsein ist, kann ein Generalstreik eine andere Rolle spielen. Unter diesen Bedingungen k\u00f6nnen die oben skizzierten Elemente zwar vorhanden sein, sie sind aber noch zu wenig ausgereift als dass die Frage, welche Klasse die Gesellschaft leitet, sich unmittelbar stellen w\u00fcrde. Ein Streik unter diesen Bedingungen kann eine wichtige Rolle spielen, indem die ArbeiterInnenklasse Erfahrung gewinnt, ihre Organisationen aufbaut und gr\u00f6\u00dferes Bewusstsein und Selbstvertrauen als Klasse erlangt. Am 9. April 1958 existierte keine von beiden Situationen.<\/p>\n<p>Der Generalstreik wurde nicht zur Wirklichkeit und war ein v\u00f6lliger Flop. In Havanna wurde im Hafen und im Transportsystem gearbeitet und auch die meisten Gesch\u00e4fte und Fabriken blieben offen. Der Streik wurde \u00fcber die K\u00f6pfe der ArbeiterInnen hinweg beschlossen und wurde von ihnen ignoriert. Die Zusammensetzung des Streikkomitees von Havanna spiegelt das Fehlen von ArbeiterInnen wider. Abgesehen von zwei Mitgliedern des Direktoriums der Bewegung des 26. Juli bestand es aus einem Chefingenieur, einem Journalisten der Orthodoxen Partei, einem F\u00fchrer der kubanischen protestantischen Kirchen und einem philanthropischen Arzt. Castro hatte den Streik unterst\u00fctzt, aber die Llano-F\u00fchrung kritisiert, weil sie zuvor die PSP ausgeschlossen hatte. Die PSP gab mit einer gewissen Berechtigung dem &#8222;nicht koordinierten Aufruf&#8220; der Bewegung des 26. Juli zum Generalstreik die Schuld an dessen Scheitern.<\/p>\n<p>Vor\u00fcbergehend und zu Unrecht stieg das Sicherheitsgef\u00fchl des Batista-Regimes als Ergebnis des Scheiterns des Streiks. Innerhalb der Bewegung des 26. Juli hatte dies tiefgehende Konsequenzen. Die Br\u00fcche zwischen Llano und Sierra nahmen zu, da Castro das geschw\u00e4chte Prestige der st\u00e4dtischen F\u00fchrung zu seinem eigenen Vorteil nutzte. Die volle Bedeutung dieser Ereignisse wurde erst Jahre sp\u00e4ter enth\u00fcllt. Che schrieb 1964 einen Artikel mit dem Titel &#8222;Eine entscheidende Versammlung&#8220; f\u00fcr Verde Olivo, die Zeitung der Nach-Batista-Armee. Hier wurden die Folgen der Ereignisse um den April-&#8222;Streik&#8220; klar. Am 3. Mai 1958 fand ein Treffen statt, in dem ein offener Kampf zwischen den Unterst\u00fctzerInnen des Llano und Castro stattfand. Als Ergebnis dieses Treffens wurde Castro erstmalig Mal zum Generalsekret\u00e4r der Bewegung des 26. Juli ernannt. Dies diente zur Festigung von Castros Stellung als F\u00fchrer der Bewegung.<\/p>\n<p>Wie Che in seinen Artikel kommentierte: &#8222;Auf jener Versammlung wurden \u2026 Konsequenzen gezogen, bei denen die moralische Autorit\u00e4t Fidels, sein unbestreitbares Ansehen \u2026 ausschlaggebend waren.&#8220; Er fuhr fort: &#8222;Fidels ansehen und Autorit\u00e4t wurden gefestigt, und er selbst wurde zum Oberbefehlshaber aller Streitkr\u00e4fte, einschlie\u00dflich der Miliz &#8211; die bis zu jenem Zeitpunkt der Leitung in den St\u00e4dten unterstellt war &#8211; und zum Generalsekret\u00e4r der Bewegung ernannt.&#8220; (Verde Olivo, 22. November 1964, nach Ernesto Che Guevara, ausgew\u00e4hlte Werke in Einzelausgaben, Band 2: Kubanisches Tagebuch, K\u00f6ln 1987, S. 273-281, hier S. 273f.)<\/p>\n<p>Politisch verst\u00e4rkte die Niederlage des Streiks die Skepsis der Sierra gegen\u00fcber den Bewegung in den St\u00e4dten. Dies zeigte sich auch in dem Konflikt, der auf der Versammlung am 3. Mai stattfand. Die herausragende Rolle des Guerillakampfes in den Bergen wurde nach einer erhitzt stattfindenden Debatte bekr\u00e4ftigt. Che schrieb: &#8222;Doch das Wichtigste ist, dass zwei Konzeptionen analysiert und beurteilt wurden, die w\u00e4hrend der gesamten vorhergegangenen Etappe der Kriegf\u00fchrung im Widerspruch gestanden hatten. Die Konzeption des Guerillakrieges sollte aus jener Versammlung siegreich hervorgehen\u2026&#8220; (a.a.O., s. 274) Er fuhr fort: &#8222;und so war es vorbei mit einigen naiven Illusionen \u00fcber vermeintliche revolution\u00e4re Generalstreiks, die man ausl\u00f6sen wollte, solange die Situation nicht die ausreichende Reife erlangt hatte, um eine derartige Explosion zu erm\u00f6glichen, und ohne dass die Vorarbeiten einer angemessenen Vorbereitung f\u00fcr eine Aktion von solcher Gr\u00f6\u00dfen anzusehen w\u00e4ren \u2026 Es wurde bekr\u00e4ftigt das unsere Zweifel berechtigt waren, als wir den Gedanken \u00e4u\u00dferten, dass das Scheitern der Kr\u00e4fte der Bewegung beim Versuch eines revolution\u00e4ren Generalstreiks m\u00f6glich sei\u2026&#8220; (a.a.O., S. 279)<\/p>\n<p>Che schr\u00e4nkt seine Schlussfolgerungen \u00fcber den revolution\u00e4ren Generalstreik mit Hinweisen auf zentrale subjektive und objektive Fragen von &#8222;Vorarbeiten&#8220; und Bedingungen, die nicht gen\u00fcgende &#8222;Reife erlangt&#8220; hatten, ein. Dies sind entscheidende Fragen, die f\u00fcr MarxistInnen Grundlagen und zentral f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung eines bestehenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses sind. Ches Betrachtung des Generalstreiks als &#8222;naiver Illusion&#8220; und seine Gegen\u00fcberstellung der &#8222;Konzeption des Guerillakampfes&#8220; enth\u00fcllt, das er und die F\u00fchrung der Sierra nicht die aktive und bewusste Beteiligung der Massen, besonders des Proletariats, an der Revolution als zentral sahen. Dies war nicht einfach eine Frage von einem Artikel, sondern ein Ansatz, der in seiner Methode enthalten war.<\/p>\n<p>Wenn die &#8222;Vorarbeiten&#8220; f\u00fcr einen Generalstreik nicht gemacht waren, war es die Aufgabe von MarxistInnen, sie zu machen. Wenn die objektiven Bedingungen nicht &#8222;die ausreichende Reife erlangt&#8220; haben, dann nehmen MarxistInnen geduldig und zugleich energisch an den K\u00e4mpen der ArbeiterInnen teil und betreiben Propaganda und Agitation, um dabei zu helfen. Es gab keine Einsch\u00e4tzung der Niederlage des Generalstreiks aus einem marxistischen Blickwinkel durch die F\u00fchrung des Llano. Ihre F\u00fchrerInnen standen nicht hinter dem Sozialismus, vom revolution\u00e4ren Marxismus und seinen Kampfmethoden, die der ArbeiterInnenklasse die Kontrolle \u00fcber die Gesellschaft sichern sollen, ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Das Scheitern des Generalstreiks im April spiegelte eine gewisse L\u00e4hmung der ArbeiterInnenklasse in den St\u00e4dten wieder, haupts\u00e4chlich weil es keine F\u00fchrung gab, die einen Weg vorw\u00e4rts anbot. Die Bewegung des 26. Juli genoss zwar, weil sie gegen Batista k\u00e4mpfte, viel Sympathie in der Bev\u00f6lkerung, war aber nicht im Proletariat verwurzelt und konnte wegen ihrem unklaren radikaldemokratischen Programm nicht dessen Vertrauen gewinnen. Das Programm der Bewegung des 26. Juli reflektierte immer noch eher die Bestrebungen des radikalen Klein-b\u00fcrgertums als die der ArbeiterInnenklasse, auch wenn es zur Aktion gegen das Regime aufrief. Aber das vergr\u00f6\u00dferte nur das Vakuum, das es in der kubanischen Gesellschaft gab. Das Scheitern des Generalstreiks war kein Ausdruck f\u00fcr eine Etwaige Unterst\u00fctzung f\u00fcr Batista. Es war ein Ausdruck des Fehlens einer F\u00fchrung innerhalb der ArbeiterInnenbewegung. Castros Guerillaarmee wurde als k\u00e4mpferisch und radikal wahrgenommen. Durch ihren heroischen milit\u00e4rischen Kampf und ihre scheinbar kompromi\u00dflose Haltung gegen\u00fcber dem Regime und dem US-Imperialismus konnte sie zunehmend die bestehende L\u00fccke f\u00fcllen.<\/p>\n<h4>Batistas letzte Monate<\/h4>\n<p>Ermutigt durch die Niederlage des Aprilstreiks und mit gestiegnen Selbstvertrauen begann Batista im Mai eine milit\u00e4rische Offensive gegen die RebellInnen. Aber diese brach schlie\u00dflich aufgrund der schlechten Moral innerhalb der Streitkr\u00e4fte zusammen. Im Juli gab es einen endg\u00fcltigen Wandel. Zunehmend liefen Teile von Batistas Armee, einschlie\u00dflich der Offiziere, auf die Seite der RebellInnen \u00fcber. In den letzten Monaten 1958 fuhren die RebellInnen auf dem Schlachtfeld einen Erfolg nach dem anderen ein. Andere politische und milit\u00e4rische Oppositionsgruppen schlossen sich Castros Kr\u00e4ften an. Che f\u00fchrte seine eigene Abteilung und leitete eine Hauptoffensive gegen Kubas viertgr\u00f6\u00dfte Stadt, Santa Clara, die Batistas Hauptverteidigungslinie war. Die Schlacht war entscheidend und dauerte etwa drei Tage, in denen Che eine heroische Rolle spielte und bei der seine Einheiten einmal sogar einen gepanzerten Zug einnahmen.<\/p>\n<p>Als Teile der Stadtbev\u00f6lkerung mit Molotowcocktails auf die Stra\u00dfe gingen und gegen die Armee k\u00e4mpften, rief Che dazu auf, sich zu bewaffnen. Indem sich die Stellung der RebellInnen st\u00e4rkte, \u00e4nderten sowohl CIA als auch US-Au\u00dfenministerium ihre urspr\u00fcngliche Haltung und betrachteten Castro jetzt als zu &#8222;unzuverl\u00e4ssig&#8220;, um mit ihm ins Gesch\u00e4ft zu kommen. Bevor sie aufgaben starteten sie noch einen letzten Versuch: Ein Plan zur Ersetzung Batistas wurde zusammengebastelt, aber die Verbindung von Verrat und der Dynamik der stattfindenden Revolution lies ihn scheitern.<\/p>\n<p>Das Regime zerfiel und Batista flog am Neujahrstag 1959 mit einem Luftwaffenjet au\u00dfer Landes. In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar kam Che in Havanna an, w\u00e4hrend Castro die Kontrolle \u00fcber Santiago \u00fcbernahm. Am 2. Januar berichtete Radio Rebelde den Fall von Batista und die Bewegung des 26. Juli rief zu einem Generalstreik auf, um das Ende des alten Regimes zu manifestieren. Diesmal wurde der Streik verfolgt. Die RebellInnen hatten gewonnen als sie in der Hauptstadt ankammen bereitete ihnen die Bev\u00f6lkerung auf die Stra\u00dfe einen begeisterten Empfang. Die verhasste Batista-Diktatur war gefallen. Die Revolution sollte weitergehen und die Folgen waren \u00fcberall auf dem Erdball zu f\u00fchlen.<\/p>\n<h4>Kuba gegen &#8222;die Gringos&#8220;<\/h4>\n<p>Der Fall der Batista-Diktatur beendete den revolution\u00e4ren Prozess nicht, der sich auf Kuba entwickelt hatte. Castros triumphaler Einzug in Havanna stellte den Abschluss von Kapitel eins dar. Eine Kombination von verschiedenen Einfl\u00fcssen stie\u00df die Revolution viel weiter als es viele ihre F\u00fchrerInnen anf\u00e4nglich beabsichtigten.<\/p>\n<p>Eine Provisorische Regierung unter der Pr\u00e4sidentschaft von Richter Manuel Urruitia, unter der Beteiligung von Pazos, einem der Unterzeichner des Vertrages von Miami, wurde ernannt. Alle waren unter dem Dach der Bewegung des 26. Juli und Castros leitendem Einfluss. Sie war, was der Name erkl\u00e4rte &#8211; eine Bewegung und keine disziplinierte politische Partei mit einer klaren Ideologie oder Politik. Die L\u00e4hmung des &#8222;liberalen&#8220; kapitalistischen Kubas spiegelte sich im Akzeptieren dieser &#8222;Provisorischen Regierung&#8220; wieder. Rasch k\u00fcndigte die Regierung an, dass Wahlen um achtzehn Monate verschoben statt finden w\u00fcrden. Diesen erkl\u00e4rten &#8222;liberalen&#8220; kapitalistischen VertreterInnen fehlten die Visionen und Initiativen, um k\u00fchn in den politischen Kampf zu ziehen. Sie hatten keine andere Wahl, als Castro die F\u00e4den ziehen zu lassen.<\/p>\n<p>Anfang Januar machte Castro einen typisch bonapartistischen Balanceakt. Auf der einen Seite nahm er Teile der &#8222;liberalen&#8220; kubanischen KapitalistInnenklasse in die Regierung auf und versuchte in Worten, sie und in gewissem Umfang den US-Imperialismus zu beruhigen, dass sie durch die Revolution gegen Batista nicht gef\u00e4hrdet seien. Er war immer noch mehr von den radikalen Ideen eines Mart\u00ed als durch irgendetwas anderes beieinflusst. Er versprach, dass die Revolution wirklich &#8222;kubanisch, national und demokratisch&#8220; sei. Am 16. Januar sprach er am Grab von Eduard Chibas (dem fr\u00fcheren F\u00fchrer der Orthodoxen Partei) &#8211; er bestritt, dass er Kommunist sei und pries Chibas. Chibas war immer ein erbitterter Gegner sozialistischer Ideen gewesen. Ende Januar, als Castro in Venezuela war, versprach er innerhalb von zwei Jahren Wahlen zu einem &#8222;Kongress&#8220; abzuhalten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig waren die ArbeiterInnen, die B\u00e4uerInnen, die Jugend und sogar die Mittelschicht durch den Sturz Batistas radikalisiert worden. Castro st\u00fctzte sich auf diese Massenbewegung, um Ma\u00dfnamen zur Sicherung von Kubas Unabh\u00e4ngigkeit einzuf\u00fchren. Er war seinerseits aber auch durch sie beeinflusst und dr\u00e4ngte in eine radikalere Richtung. Die Kombination dieser Prozesse in Kuba und die Reaktion des US-Imperialismus auf die Ereignisse f\u00fchrten dazu, dass die Revolution viel weiter und schneller voran ging als ihre Hauptakteure urspr\u00fcnglich beabsichtigt hatten. Der US-Imperialismus war \u00fcber die Ereignisse entsetzt, die sich auf seiner fr\u00fcheren Spielwiese zu entwickeln begannen. Die verbleibenden US-TouristInnen, die im Havanna Hilton ausharrten, waren zweifellos etwas verstimmt, weil dieses Luxushotel in den inoffiziellen aber faktischen Regierungssitz umgewandelt wurde. Als sie den Urlaub vorzeitig abbrachen, mussten sie &#8222;schmutzigen&#8220;, b\u00e4rtigen bewaffneten Guerillas, ArbeiterInnen und Jugendlichen begegnen, die jetzt \u00fcber die G\u00e4nge liefen. Unter ihnen war die Gestalt, die zunehmend ihr Buhmann wurde &#8211; Che Guevara.<\/p>\n<h4>eine Million Geschworener<\/h4>\n<p>Im Januar begann Castro, weitgehend unter Ches Anleitung, Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die den Zorn des US-Imperialismus heraufbeschwor. Um sich vor der Gefahr einer Konterrevolution durch die Reste von Batistas Regime zu sch\u00fctzen, begann eine S\u00e4uberung des alten unterdr\u00fcckerischen Staatsapparats. Bekannte SympathisantInnen und Unterst\u00fctzerInnen von Batista wurden verhaftet, bekannte Folterer und Killer wurden hingerichtet. Im Zeitraum von mehreren Monaten wurden Hunderte get\u00f6tet. Che hatte entscheidenden Einfluss bei der Umsetzung dieser zum Schutz der Revolution berechtigten Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Mitte Januar errichtet Che die Academia Militar-Cultural, um in La Caba\u00f1a Schulungsma\u00dfnahmen innerhalb der Armee durchzuf\u00fchren. Von hier gingen zwei wichtige Aufgaben aus. Ein politisches Schulungsprogramm unter Armeeangeh\u00f6rigen wurde begonnen. Etwa 1.000 Kriegsgefangene aus Batistas besiegten Streitkr\u00e4ften wurden festgehalten. Che versuchte dadurch, die Armee wiederaufzubauen und dadurch eine feste Basis f\u00fcr die Revolution zu schaffen. Die Guerillaeinheiten und ihre F\u00fchrerInnen wurden in sie integriert, zunehmend auch Mitglieder der PSP, zu der Che engere Verbindungen aufnahm.<\/p>\n<p>Von La Caba\u00f1a aus beaufsichtigte er die Revolutionstribunale, die als Mittel zur S\u00e4uberung der Armee von ihren batistafreundlichsten Elementen eingesetzt wurden. Im Mittelpunkt der Prozesse standen jene, die unter der Batista-Diktatur Folter und Mord begangen hatten. Im Gro\u00dfteil der kubanischen Bev\u00f6lkerung herrschte die Stimmung vor, jene, die mit der Diktatur in Verbindung gestanden hatte, zu lynchen. Die Tribunale riefen massive Angriffe durch den US-Imperialismus hervor, der solche Ma\u00dfnahmen als kriminell anprangerte. Die Zwangsma\u00dfnahmen hatten aber die Unterst\u00fctzung der Masse der KubanerInnen, besonders der Armen, die durch Batistas Banden schreckliche Verbrechen erlitten hatten. Die Tribunale waren keine gew\u00e4hlten Komitees der ArbeiterInnen, Soldaten und VertreterInnen der Gemeinden, wie es MarxistInnen unter solchen revolution\u00e4ren Bedingungen bef\u00fcrwortet h\u00e4tten. Aber die von den Tribunalen ergriffenen Ma\u00dfnahmen sollten die Revolution verteidigen und den Opfern von Batistas sadistischen Folterern etwas Gerechtigkeit verschaffen. Die Angeklagten erhielten Verteidiger und das Recht, Entlastungsmaterial vorzubringen oder ihre Handlungen zu rechtfertigen. Laut denen, die dort teilnahmen, wurde niemand erschossen, weil er einen Gefangenen des fr\u00fcheren Regimes geschlagen hatte. Nur in F\u00e4llen von brutaler Folter oder Tod, und das waren Hunderte von F\u00e4llen, lautete das Urteil auf Hinrichtung. Fr\u00fchere Gefangene und die Familien der Toten oder &#8222;Verschwundenen&#8220; sollten aussagen und die Narben zeigen, die sie ihr Leben lang tragen mussten.<\/p>\n<p>Diese elementaren Rechte stehen in deutlichem Kontrast zu der &#8222;Gerechtigkeit&#8220;, die es in den 80er Jahren in Lateinamerika gab, als auf dem ganzen Kontinent ein Milit\u00e4rregime nach dem anderen fiel. Anders als in Kuba nach dem Fall von Batista haben die neuen prokapitalistischen Regime eine Verschw\u00f6rung des Schweigens zugelassen, um Milit\u00e4r und Polizei in ihren L\u00e4ndern zu sch\u00fctzen. Obwohl Hunderttausende Folter und Tod erlitten hatten, gab es nur wenige Verfahren gegen die Verantwortlichen f\u00fcr solche Verbrechen in Argentinien, Chile, Brasilien, Peru und anderen L\u00e4ndern. Den Opfern wurde selbst die M\u00f6glichkeit offen Auszusprechen was war verweigert. Die Freunde und Familien der &#8222;desapparacidos&#8220; (Verschwundenen) bekommen immer noch keine Anwort auf die einfache Frage, die sie auf dem ganzen Kontinent auf Plakaten hochhalten: &#8222;\u00bfDonde estan?&#8220; (Wo sind sie?). In Argentinien stellen nach mehr als einem Jahrzehnt w\u00f6chentlicher Proteste vor dem Pr\u00e4sidentenpalast die M\u00fctter der Verschwundenen immer noch dieselbe Frage und erhalten keine Antwort. Selbst die Leichen wurden den Angeh\u00f6rigen nicht zur Beerdigung und Betrauerung zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p>Das Schweigen des US-Imperialismus zu diesen Verbrechen, an denen seine Agenturen wie die CIA direkt beteiligt waren, war ohrenbet\u00e4ubend. Es stand in krassem Gegensatz zu seiner Reaktion auf die Tribunale unter dem Vorsitz von Che auf Kuba. Der US-Imperialismus zeichnete ein schauerliches Bild dessen, was in Havanna stattfand. Der &#8222;Terror&#8220; des neuen Regimes wurde heuchlerisch angeprangert und Che wurde als Staatsfeind Nummer eins dargestellt. Der Zorn des US-Imperialismus wurde jetzt entfesselt, da die Revolution Vergeltung an den bezahlten Lakaien Washingtons nahm.<\/p>\n<p>Che war entschlossen, seine Politik durchzuf\u00fchren. Die Wunde der j\u00fcngsten Geschichte war immer noch offen und durch seine Erfahrung im Verlauf des Krieges vertieft worden. Che wiederholte in dieser Periode st\u00e4ndig vor seinen GenossInnen, dass Arbenz in Guatemala gescheitert war, weil er die Streitkr\u00e4fte nicht ges\u00e4ubert hatte und der CIA erlaubt hatte, seine Regierung zu unterwandern und zu st\u00fcrzen. Er war entschlossen, keine Wiederholung der Geschichte auf Kuba zuzulassen. Am 22. Januar wurde in Havanna eine Massenkundgebung zur Unterst\u00fctzung der &#8222;Kriegsprozesse&#8220; der Regierung einberufen. Die Sch\u00e4tzungen schwanken, aber zwischen einer halben und einer Million nahmen an dieser Massendemonstration teil. Sie war gr\u00f6\u00dfer als die Kundgebung, die Castro bei seiner Ankunft in Havanna am 8. Januar empfing. Die Revolution bekam Schwung. Transparente griffen den US-Imperialismus an, weil er mit zweierlei Ma\u00df vorging, verglichen die Verfahren gegen Batistas M\u00f6rder mit den N\u00fcrnberger Prozessen gegen Nazi-Kriegsverbrecher nach dem 2. Weltkrieg und forderten &#8222;revolution\u00e4re Justiz&#8220;. Castro forderte alle, die der revolution\u00e4ren Justiz zustimmten, ihre H\u00e4nde zu heben. Bis zu einer Million H\u00e4nde wurden gehoben, verbunden mit dem Ausruf &#8222;si&#8220;. Castro dazu: &#8222;Meine Herren vom diplomatischen Korps, meine Herren von der Presse, das Geschworenengericht aus einer Million Kubaner aller Ideen und aller sozialen Klassen hat geurteilt.&#8220;<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die von der Regierung ergriffenen Ma\u00dfnahmen war enorm. Castro st\u00fctzte sich darauf und mobilisierte sie jetzt als Antwort auf die Angriffe und Bedrohungen durch die &#8222;imperialistischen Gringos&#8220; in den USA. Er wurde seinerseits auch durch den Druck der Massenbewegung, die von revolution\u00e4rer Begeisterung erfasst war, vorw\u00e4rtsgestossen. Verst\u00e4rkt wurde dieser Prozess durch die arroganten Reaktionen und Forderungen der USA. Innerhalb weniger Monate war die Revolution viel weiter gegangen als es irgend einer ihrer Hauptakteure geahnt hatte. Selbst Che hatte 1958 geschrieben: &#8222;Ich begann den Kampf in diesem Geist: Ehrlichkeit ohne jede Hoffnung, \u00fcber die Befreiung des Landes hinauszugehen; und v\u00f6llig bereit, zu gehen, wenn die Bedingungen des Kampfes alle Ma\u00dfnahmen der Regierung nach rechts (hin zu dem, was Sie darstellen) drehen.&#8220; (Brief an den Koordinator der Bewegung des 26. Juli in Oriente, &#8222;Daniel&#8220;)<\/p>\n<h4>Der Untergang des kapitalistischen Kuba<\/h4>\n<p>Castro st\u00fctzte sich zwar auf die Massen und verteidigte die &#8222;revolution\u00e4ren Prozesse&#8220;, vertrat aber immer noch nicht die Idee einer &#8222;sozialistischen Revolution&#8220;. Alles Eigentum, das Batista und seinen G\u00fcnstlingen geh\u00f6rte, wurde in den ersten Tagen der Revolution vom Staat \u00fcbernommen. Aber Castro wies immer noch alle &#8222;kommunistischen&#8220; Ziele zur\u00fcck und erkl\u00e4rte seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Errichtung einer kapitalistischen &#8222;Demokratie&#8220; auf Kuba. Der US-Imperialismus war \u00fcber die Ereignisse entsetzt, die sich nur 100 Meilen vor seiner K\u00fcste abspielten. Diese \u00c4ngste waren zwar berechtigt, aber viele seiner VertreterInnen litten auch unter einem &#8222;KommunistInnen-Verfolgungswahn&#8220; und sahen in jeder radikalen politischen Bewegung s\u00fcdlich des Rio Grande, die sie nicht direkt kontrollierten oder beeinflussten, eine &#8222;kommunistische Verschw\u00f6rung&#8220;. Sie vertrauten Castro nicht, der eine weitgehend unbekannte Gr\u00f6\u00dfe blieb. Er wurde von einer Gruppe Zeitungsherausgeber in die USA eingeladen, um ihn &#8222;auf Herz und Nieren zu pr\u00fcfen&#8220;. Sein Besuch fand im April statt und sollte offensichtlich auch Druck auf ihn aus\u00fcben, US-W\u00fcnschen zu folgen. W\u00e4hrend er in Washington war, traf Castro unter anderem Vizepr\u00e4sident Nixon zu &#8222;Diskussionen&#8220;. Nixon forderte das Ende von Hinrichtungen durch &#8222;Revolutions&#8220;tribunale und den Abbruch der Beziehungen zu &#8222;KommunistInnen&#8220;. Er gab Castro eine Liste &#8222;bekannter KommunistInnen&#8220; in der Regierung und ihrem Umfeld. Obendrein wurden diese Forderungen mit der Frage der Wirtschaftshilfe verbunden. Nach dem Treffen folgerte Nixon, Castro sei entweder &#8222;\u2026unglaublich naiv gegen\u00fcber dem Kommunismus oder steht unter kommunistischer Disziplin, und wir m\u00fcssen ihn entsprechend behandeln.&#8220; &#8222;Entsprechend&#8220; unterst\u00fctzte er dann den Chef des Federal Bureau of Investigation (FBI), J. Edgar Hoover bei seinem Dr\u00e4ngen, die USA sollten sofort kubanische EmigrantInnen bewaffnen, um Castro zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Die zwangsweise Entfernung von Castro wurde eine Prestigefrage f\u00fcr die herrschende Klasse in den USA und hat ihre Politik seitdem st\u00e4ndig bestimmt. Castro versuchte, Nixon zu erkl\u00e4ren, dass alle Ma\u00dfnahmen, die seine Regierung gegen die Interessen der USA ergriff, gerecht seien, und argumentierte auf seiner Rundreise, dass er kein Kommunist sei, dass ausl\u00e4ndische Interessen respektiert w\u00fcrden und dass sein Herz &#8222;im Westen&#8220; liege. Drei Stunden lang traf er den CIA- &#8222;Experten&#8220; f\u00fcr Kommunismus in Lateinamerika, der folgerte, dass &#8222;Castro nicht nur kein Kommunist, sondern ein starker Antikommunist ist&#8220;. Aber der US-Imperialismus war nicht breit, eine Herausforderung seiner Interessen auf Kuba oder in der Region insgesamt zu akzeptieren. Er war nicht bereit, eine Lockerung seines Zugriffs auf seine fr\u00fchere Spielwiese durch die Entstehung eines unabh\u00e4ngigeren, &#8222;nationalen&#8220; und &#8222;liberale&#8220; Reformen anstrebenden Regimes in Havanna hinzunehmen. Das Ergebnis war, dass Castro, auch unter dem Druck der Revolution auf Kuba, in einen Konflikt mit den USA und dem Kapitalismus geriet.<\/p>\n<p>Che dr\u00e4ngte w\u00e4hrend dieser Prozesse in jeder Phase Castro, weiter gegen den Kapitalismus vor zu gehen. Die Revolution schlug immer tiefere Wurzeln und bekam Schwung. Die Schl\u00e4ge, die ihr der US-Imperialismus versetzte, st\u00e4rkten sie nur und stie\u00dfen sie noch weiter nach links in eine sozialistische Richtung. In seinem Artikel von 1963 Aufbau einer Partei der ArbeiterInnenklasse schrieb Che: &#8222;Der Imperialismus war ein sehr wichtiger Faktor in der Entwicklung und Vertiefung unserer Ideologie. Jeder durch den Imperialismus versetzte Schlag schrie nach einer Antwort. Jedes Mal handelten die Yankees mit ihrer gewohnten Arroganz, indem sie Ma\u00dfnahmen gegen Kuba ergriffen und wir ergriffen die notwendigen Gegenma\u00dfnahmen und vertieften dadurch die Revolution.&#8220; Nachdem Castro von seinem Amerikabesuch zur\u00fcckkehrte, wurde ein Programm der Bodenreform von der Regierung angek\u00fcndigt. Es war unter Ches Einfluss entworfen worden und sein erster Artikel verbot Landg\u00fcter \u00fcber 1.000 Morgen (405 Hektar) und unterst\u00fctzte die Errichtung von Genossenschaften. Ausnahmen waren m\u00f6glich und auch ausl\u00e4ndische Firmen konnten Land besitzen, wenn die Regierung fand, dass das im nationalen Interesse sei. In Wirklichkeit ging das Gesetz wenig \u00fcber die Verfassung von 1940 hinaus, aber es erlaubte der Regierung, Land zu beschlagnahmen und die neue Gesetzgebung wirkte sich auf etwa 40 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che aus.<\/p>\n<p>Das Bodenreformprogramm sollte durch das Institut f\u00fcr Bodenreform INRA umgesetzt werden, das Farmmanager ernannte und ArbeiterInnen das ganze Jahr \u00fcber t\u00e4glich 2,50 Dollar bezahlte. Obwohl die vorgeschlagene Bodenreform sich wenig von der Verfassung von 1940 unterschied, reichte sie aus, die Opposition von Kubas Grundeigent\u00fcmern und ihren Freunden in den USA wachzurufen, die das Gespenst des &#8222;Kommunismus auf Kuba&#8220; an die Wand malten. Der Preis des kubanischen Zuckers an der New Yorker B\u00f6rse fiel. US-Firmen mit Investitionen auf Kuba fingen an, sich in Panik zu fragen, ob sie eine Entsch\u00e4digung erhalten w\u00fcrden, wenn die neue Regierung ihr Verm\u00f6gen beschlagnahmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die USA inszenierten eine Kampagne, mit dem Ziel, Castro durch die Forderung, er solle Wahlen durchf\u00fchren, zu st\u00fcrzen. Die Reaktion war eine riesige Demonstration von hunderttausenden am 1. Mai, bei der bewaffnete KubanerInnen riefen &#8222;Revolution- ja, Wahlen &#8211; nein.&#8220; Innerhalb Kubas selbst fand eine massive Radikalisierung der ArbeiterInnen, armen B\u00e4uerInnen und Jugendlichen und auch eine Polarisierung innerhalb der Regierung statt. Verk\u00e4uferInnen verkauften Saft auf den Stra\u00dfen, um Geld f\u00fcr den Staat und die Revolution zu bekommen. Im Sommer 1959 schwankte Castro immer noch und sprach von einer &#8222;humanistischen&#8220; nationalen Revolution, die weder &#8222;kapitalistisch&#8220; noch &#8222;kommunistisch&#8220; sei. Die offen prokapitalistischen &#8222;Liberalen&#8220; in der Regierung hatten keine ernstzunehmende Person, um die sie ihre begrenzten Kr\u00e4fte sammeln konnten. Sie protestierten aber zunehmend gegen die Ma\u00dfnahmen Ches in den Streitkr\u00e4ften und die Bef\u00f6rderung bekannter SozialistInnen und PSP-Unterst\u00fctzerInnen. Sie lehnten die radikaleren Ma\u00dfnahmen ab, deren Einf\u00fchrung Castro zustimmte, wie einem Erlass, der die Mieten um 50 % senkte, der im M\u00e4rz verk\u00fcndet wurde. Eine zunehmende Polarisierung entwickelte sich innerhalb der herrschenden Kreise, die sowohl den Druck der sich entwickelnden Revolution widerspiegelte, als auch die Reihe der Schl\u00e4ge und Gegenschl\u00e4ge zwischen den USA und Kuba. Pr\u00e4sident Urruitia musste im Juli nach massiven Protesten wegen seiner Opposition gegen die Einf\u00fchrung radikaler Schritte durch die Regierung zur\u00fccktreten. Bis November waren die liberalen Minister entlassen oder zum R\u00fccktritt gezwungen worden, weil sie sich dem Chor Washingtons gegen die &#8222;kommunistische&#8220; Politik der kubanischen Regierung anschlossen. Che forderte in diesen Monaten noch radikalere Ma\u00dfnahmen. Seit Januar hatte er eine Politik schneller Industrialisierung der Wirtschaft auf der Grundlage der Verstaatlichung der Rohstoffe, Elektrizit\u00e4t, der Telefongesellschaft (eine Tochterfirma des US-Multis ITT) und anderer Wirtschaftszweige gefordert.<\/p>\n<h4>Der Kapitalismus am Ende<\/h4>\n<p>Che entsetzte mit seinen Lehren die USA jetzt mehr als irgend jemand sonst auf Kuba. Er sah den Angriff durch die US-Regierung voraus, der der \u00dcbernahme radikalerer Politik folgen w\u00fcrde. Am 27. Januar hielt er eine Rede &#8222;Soziale Aussichten f\u00fcr die RebellInnenarmee&#8220;. Che verk\u00fcndete: &#8222;Unsere Revolution ist aufs engste verbunden mit allen unterentwikkelten L\u00e4ndern Lateinamerikas. Die Revolution ist nicht auf die kubanische Nation beschr\u00e4nkt, weil sie das Gewissen (Latein-) Amerikas ber\u00fchrt hat und die Feinde unseres Volkes ernsthaft alarmiert hat. Die Revolution hat die lateinamerikanischen Tyrannen wachsam gemacht, weil sie die Feinde popul\u00e4rer Regime sind, genauso wie die monopolistischen ausl\u00e4ndischen Konzerne \u2026 Heute ist das ganze Volk von Kuba kriegsbereit und sollte es bleiben, damit der Sieg \u00fcber die Diktatur nicht vor\u00fcbergehend sondern der erste Schritt zum Sieg von (Latein-)Amerika ist.&#8220; Es war ein Weckruf f\u00fcr die Revolution\u00e4rInnen in ganz Lateinamerika und eine Kriegserkl\u00e4rung gegen die US-Interessen. Die USA begannen eine Politik, die die von dem neuen Regime ergriffenen Ma\u00dfnahmen abw\u00fcrgen sollten. Der Import von Zucker aus Kuba wurde wegen der Bodenreform und der Verstaatlichung der ausl\u00e4ndischen \u00d6lgesellschaften im Juni zusammengestrichen. Dies war seinerseits die Reaktion auf den Import von russischem \u00d6l, dessen Raffinierung die US-Firmen verweigert hatten. Die kubanische Regierung ernannte VerwalterInnen f\u00fcr alle Raffinerien im Eigentum von Texaco, Esso und Shell und verstaatlichte sie dann. Castro reagierte auf die K\u00fcrzung der Zuckerimporte mit einem Erlass, der die Verstaatlichung aller ausl\u00e4ndischen Verm\u00f6gen legalisierte. Im Oktober wurden 383 gro\u00dfe kubanische Industrieunternehmen und die Banken vom Staat \u00fcbernommen. Der Kapitalismus war dahin. Im April 1960 verk\u00fcndete Castro zum ersten Mal, die Revolution auf Kuba sei &#8222;sozialistisch&#8220;.<\/p>\n<h4>Ein neues Kuba<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend der US-Imperialismus, durch die Ereignisse in Havanna, entsetzt war, beobachtete die b\u00fcrokratische Diktatur, die in Moskau im Namen des &#8222;Sozialismus&#8220; herrschte, die Ereignisse anfangs aus der Entfernung. Die Herren im Kreml waren durch die Wendung, der Ereignisse bestenfalls \u00fcberrascht. Es ist sicher falsch zu behaupten, dass die kubanische Revolution von Anfang an mit der Unterst\u00fctzung der UdSSR durchgef\u00fchrt worden w\u00e4re und dass Castro mit ihnen zusammengearbeitet h\u00e4tte, wie das manche Sch\u00f6nf\u00e4rber des Moskauer Regimes behauptet haben.<\/p>\n<p>Vor der Granma-Expedition kam es in Mexiko zu begrenzten Kontakten zwischen einzelnen Mitgliedern der Bewegung des 26. Juli und Vertretern der Sowjetunion. Abgesehen von Ra\u00fal Castros Mitgliedschaft in der Kommunistischen Jugend hatte auch Che Diskussionen mit sowjetischen Funktion\u00e4rInnen. Bei den Kontakten, die stattfanden, ging es bestenfalls um Erkundung. Che sah die Sowjetunion zu der Zeit, als er in Mexiko war, als Verk\u00f6rperung des &#8222;Sozialismus&#8220;. Obendrein wurde die Sowjetunion wie von vielen anderen in der kolonialen und halbkolonialen Welt auch als attraktives Gegengewicht zum Imperialismus &#8211; in Lateinamerika besonders dem US-Imperialismus &#8211; gesehen. In einem Brief an &#8222;Daniel&#8220; von 1958, erkl\u00e4rte Che, dass er &#8222;zu denen geh\u00f6rte, die glauben, dass die L\u00f6sung der Weltprobleme hinter dem sogenannten eisernen Vorhang liegt\u2026&#8220; Sp\u00e4ter wurde Che, je mehr er in Russland mit eigenen Augen sah, um so kritischer und ablehnender in seiner Haltung gegen\u00fcber der privilegierten B\u00fcrokratie, die dort im Namen des &#8222;Sozialismus&#8220; herrschte &#8211; ohne seinen Hass auf Kapitalismus und Imperialismus zu verlieren. Wenn es eine Verschw\u00f6rung von Castro und der B\u00fcrokratie im Kreml zur \u00dcbernahme Kubas gab, dann wussten die F\u00fchrer der Sowjetunion nichts davon. Als im Januar 1959 die Nachrichten von den turbulenten Ereignissen in Havanna in Moskau einlangte, fand gerade ein F\u00fchrungstreffen der der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) statt. Anderson schildert die Ereignisse in seiner Che-Biographie im Detail, wie sie ihm von Giorgi Kornienko, einem f\u00fchrenden Funktion\u00e4r, der in der Informationsabteilung der KPdSU arbeitete, berichtet wurden. &#8222;Chruschtschow fragte: \u2018Was f\u00fcr Leute sind das? Wer sind sie?&#8220; Aber niemand wusste die Antwort auf seine Frage \u2026 In Wirklichkeit wussten wir nicht, wer diese Leute in Havanna waren.&#8220;<\/p>\n<p>Sobald aber die Moskauer B\u00fcrokratie mit der sozialen Revolution konfrontiert war, war sie bereit, einzugreifen und die Chance zu nutzen, die sich ihr bot. Chruschtschow konnte den internationalen Einfluss und das Prestige der B\u00fcrokratie vergr\u00f6\u00dfern, indem er das kubanische Regime unter Castro umarmte. Dies war w\u00e4hrend der Kuba-Raketenkrise offensichtlich, als die Kubaner eine US-Intervention bef\u00fcrchteten und um milit\u00e4rische Hilfe baten. Die Sowjetb\u00fcrokratie stimmte zu und stellte Waffen auf, die mit atomaren Sprengk\u00f6pfe best\u00fcckt werden konnten. Dies hatte vor allem das Ziel, das Prestige der B\u00fcrokratie international zu steigern und &#8222;auf gleicher Stufe&#8220; wie die USA gesehen zu werden. Grund war auch eine Auge-um-Auge-Politik gegen fr\u00fchere Aktionen der USA. Chruschtschow argumentierte zur Aufstellung der Atomwaffen auf Kuba: &#8222;Wir k\u00f6nnen ihnen dieselbe Medizin geben, die sie uns in der T\u00fcrkei gegeben haben (die USA hatten Atomraketen installiert, die auf die UdSSR zielten) \u2026 es soll ihnen blo\u00df ein bi\u00dfchen Angst einjagen \u2026 sie sollen sich so f\u00fchlen wie wir \u2026 sie m\u00fcssen die Pille schlucken, wie wir die t\u00fcrkische schlucken mussten.&#8220; Die russische B\u00fcrokratie nutzte nicht nur die Lage, um ihr internationales Prestige zu steigern, sondern nutzte auch ihren Einfluss und wirtschaftliche Kraft, um die kubanische F\u00fchrung zu kontrollieren, die als unberechenbar betrachtet wurden. Die B\u00fcrokratie, die 1960 in der UdSSR herrschte, war zuversichtlich und anma\u00dfend im Weltma\u00dfstab, sehr im Unterschied zu der demoralisierten Clique, die 1989-92 die Restauration des Kapitalismus durchf\u00fchrte.<\/p>\n<h4>Soziale Errungenschaften<\/h4>\n<p>Das revolution\u00e4re Kuba errichtete sehr g\u00fcnstige Handelsbeziehungen mit der UdSSR und Osteuropa. 85 % des kubanischen Zuckers Handels wurde hinter dem &#8222;eisernen Vorhang&#8220; abgewickelt, wo kubanischer Zucker zum drei- und sogar vierfachen Weltmarktpreis gekauft wurde. 95 % des kubanischen \u00d6ls kam aus der UdSSR. Die russische Wirtschaftshilfe lag bei \u00fcber einer Million US-Dollar pro Tag. Ohne solche Unterst\u00fctzung w\u00e4re die kubanische Wirtschaft und die Revolution zusammengebrochen. Wie es im Sprichwort hei\u00dft, gilt: &#8222;Wes Brot ich ess&#8220;, des Lied ich sing&#8220;. Mit dieser Abh\u00e4ngigkeit hatte der Kreml das Castro-Regime fest im Griff. Investitionen in der Industrie wurden unternommen und TechnikerInnen nach Havanna geschickt. Auf der Grundlage des Sturzes des Kapitalismus und der Schaffung einer geplanten Wirtschaft mit wirtschaftlicher Unterst\u00fctzung durch die UdSSR wurde das Leben der kubanischen Massen umgestaltet.<\/p>\n<p>Die Errungenschaften der Revolution standen in Kontrast zum Elends in dem der Rest der Bev\u00f6lkerung des Kontinents in der &#8222;freien Marktwirtschaft&#8220; weiter versank. Innerhalb von zwei Jahren wurde der Analphabetismus beseitigt. Vor 1959 erhielten 50% der Kinder im Grundschulalter \u00fcberhaupt keinen Unterricht; nach der Revolution war er f\u00fcr alle zug\u00e4nglich. LehrerInnen und Studierende wurden ausgesandt, um in Fabriken und landwirtschaftlichen Betrieben Kurse zu organisieren. Wenn am Arbeitsplatz alle lesen und schreiben konnten, wurde am Eingang eine rote Fahne gehi\u00dft. Die Gesundheitsversorgung wurde ausgebaut und allen frei zug\u00e4nglich gemacht. Schlie\u00dflich sollte sie zu den weltbesten geh\u00f6ren. Arbeit, Nahrung und Wohnung waren f\u00fcr alle vorhanden. Die Kindersterblichkeit sank auf 10,6 Promille und die Lebenserwartung stieg bis Ende der 70er Jahre auf 74 Jahre. Ein Wert, der im Vergleich zu den f\u00fchrenden imperialistischen L\u00e4ndern gut abschneidet. Im Vergleich dazu lag sie damals in Bolivien bei 45 Jahre, in Brasilien bei 60 Jahren und 58 in Kolumbien.<\/p>\n<p>Castros Regierung war die erste auf dem Kontinent, die offen ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr &#8222;Sozialismus&#8220; verk\u00fcndete. Bis dahin hatte die Aufnahme Sozialistischer oder Kommunistischer Parteien in Regierungen in Lateinamerika in Form von Koalitionen mit einer Vielzahl kapitalistischer Parteien stattgefunden. Jede Unterst\u00fctzung f\u00fcr sozialistischen Aufbau verblasst schnell und wurde fallengelassen. Erst mit Allendes Wahl in Chile verk\u00fcndete wieder eine lateinamerikanische Regierung ihre Absicht, den Sozialismus aufzubauen. Obendrein wurde der Sieg auf Kuba sichtbar durch eine Revolution erreicht. Die Wirkung auf dem ganzen Kontinent war elektrisierend. ArbeiterInnen, B\u00e4uerInnen und Jugendliche in ganz Lateinamerika begannen Kuba als Beispiel zu sehen, das es nachzuahmen galt. Kuba war ein Vorbild f\u00fcr die ausgebeuteten Massen. Der Begeisterung, die die Ereignisse in Havanna im S\u00fcden erzeugten, kam nur das Entsetzen gleich, mit dem sie die kapitalistischen Herrschenden n\u00f6rdlich des Rio Grande beobachtet.<\/p>\n<h4>Schweinebucht<\/h4>\n<p>Im &#8222;Innern der Bestie&#8220;, wie Jos\u00e9 Mart\u00ed den US-Imperialismus genannt hatte, wurden Pl\u00e4ne f\u00fcr den Sturz von Castros &#8222;kommunistischer Bedrohung&#8220; geschmiedet. Im April 1961 bombardierten Flugzeuge aus den USA Santiago de Cuba. Als Antwort auf diesen Angriff verk\u00fcndete Castro den &#8222;sozialistischen Charakter&#8220; der Revolution. Dieser Angriff war ein Vorspiel auf eine Invasion im selben Monat in Playa Gir\u00f3n (Schweinebucht) durch eine von den USA organisierte S\u00f6ldnereinheit. Der Angriff kollabierte zu einer Farce, da die USA vor einem allgemeinen Angriff zur\u00fcckschreckten und sie von bewaffneten Milizen zur\u00fcckgeschlagen wurden. Jeder Angriffsversuch des US-Imperialismus f\u00fchrte nur zur St\u00e4rkung der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Revolution und Castros Regime. Che schickte zu Recht nach der Invasion in Playa Gir\u00f3n eine schriftliche Botschaft an Pr\u00e4sident Kennedy: &#8222;Danke f\u00fcr Playa Gir\u00f3n. Vor der Invasion war die Revolution zerbrechlich. Jetzt ist sie st\u00e4rker denn je.&#8220; Dem Scheitern der Invasion folgte dann der Versuch einer Kampagne, um Kuba international zu isolieren. Am 31. Januar 1962 wurde der Ausschluss Kubas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) durchgef\u00fchrt. Dem folgte ein totales US-Handelsembargo, das bis heute besteht. Am 4. Februar schlug Castro in einer langen Rede zur\u00fcck, der Zweiten Erkl\u00e4rung von Havanna. Sie wurde vor einer Million Zuh\u00f6rerInnen verk\u00fcndet &#8211; einem Siebtel der ganzen Bev\u00f6lkerung. Sie war eine herausragende Zusammenfassung der Geschichte Lateinamerikas, griff den Kapitalismus und Imperialismus an und forderte Revolution und Sozialismus auf dem ganzen Kontinent. Castro hatte alles Recht zu erkl\u00e4ren: &#8222;Kuba, das mehr als hunderttausend armen B\u00e4uerInnen Grund und Boden gab und allen LandarbeiterInnenn das ganze Jahr \u00fcber Arbeit und Verdienst in Volksg\u00fctern und Genossenschaften garantiert; Kuba, das aus Kasernen Schulen machte und \u00fcber 60.000 HochschulstudentInnen, Obersch\u00fclerInnen und Fachsch\u00fclerInnen Stipendien gew\u00e4hrt; Kuba, das Schulen f\u00fcr alle Kinder baut und das Analphabetentum Vergangenheit werden lie\u00df; Kuba, das die medizinischen Einrichtungen um das Vierfache erweiterte; Kuba, das die Unternehmen der Monopole nationalisierte und den Mietwucher unterband, der die Wohnungen zu einem Objekt der Ausbeutung machte; Kuba, das die Arbeitslosigkeit beseitigte, die Diskriminierung der Rassen beseitigte und die Gleichberechtigung der Frau herstellte; Kuba, das die Spielh\u00f6llen schloss, Laster und Korruption ausradierte und das Volk bewaffnete \u2026 &#8211; dieses Kuba wird aus der Organisation der Amerikanischen Staaten ausgesto\u00dfen von Regierungen, die ihren V\u00f6lkern bisher auch nicht eine einzige dieser Errungenschaften gegeben haben.&#8220;<\/p>\n<p>Und bez\u00fcglich des Zorns, der unter den Verteidigern des Kapitalismus aufgekommenen war: &#8222;Die Angst erkl\u00e4rt alles. Nicht die Angst vor der kubanischen Revolution, sondern die Angst vor der lateinamerikanischen Revolution \u2026 die Angst davor, dass die ArbeiterInnen, B\u00e4uerInnen und Studenten, die Intellektuellen und fortschrittlichen Angeh\u00f6rigen des Mittelstandes in den von den amerikanischen Monopolen und der einheimischen reaktion\u00e4ren Oligarchie ausgehungerten und ausgebeuteten L\u00e4ndern Lateinamerikas auf dem Weg der Revolution ebenfalls die Macht \u00fcbernehmen k\u00f6nnten. Die Angst der Ausbeuter und Unterdr\u00fccker davor, dass die ausgepl\u00fcnderten V\u00f6lker des amerikanischen Kontinents ihnen die Waffen zur Niederhaltung der Volksmassen entrei\u00dfen und sich, ebenso wie Kuba, zu freien Territorien in Amerika erkl\u00e4ren k\u00f6nnten.&#8220; (Zweite Deklaration von Havanna, in Dr. Fidel Castro Ruz, Fanal Kuba. Reden und Schriften 1960-62. Berlin 1963, S. 377- 398, hier S. 385f. und 377)<\/p>\n<p>Die Errungenschaften der kubanischen Revolution zusammen mit solchen Erkl\u00e4rungen stellten sicher, dass sie zu Hause und im Ausland massive Unterst\u00fctzung gewann. Aber trotz der Popularit\u00e4t des neuen Regimes und der gewaltigen Errungenschaften durch die Revolution f\u00fchrte es nicht zur Errichtung eines wirklichen Systems von ArbeiterInnendemokratie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?p=23518\">weiter zum 4. Teil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Revolution&#228;r und Internationalist: Weltweit gegen Ausbeutung und Unterdr&#252;ckung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23514"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23514\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}