{"id":23128,"date":"2012-12-11T17:47:59","date_gmt":"2012-12-11T16:47:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=23128"},"modified":"2013-01-29T17:13:03","modified_gmt":"2013-01-29T16:13:03","slug":"zwei-stunden-spontaner-streik-bei-opel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/12\/zwei-stunden-spontaner-streik-bei-opel\/","title":{"rendered":"Zwei Stunden spontaner Streik bei Opel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Proteste in der Fertigmontage nach Ank\u00fcndigung der Betriebsschlie\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p><em>von Sebastian F\u00f6rster, Dortmund<\/em><\/p>\n<h4>Stimmen vom Schichtwechsel<\/h4>\n<p>Dienstag, kurz vor 9 Uhr vor dem Opel-Werk I in Bochum. 200 KollegInnen haben spontan die Arbeit niedergelegt und sind aus Protest vor den Betrieb gezogen.<\/p>\n<p>Als am Vortag Vorstandschef Thomas Sedran bei einer Betriebsversammlung die Werksschlie\u00dfung f\u00fcr 2016 verk\u00fcndet hatte, kam es bereits zu teilweise tumultartigen Zust\u00e4nden. Der Leiter des IG Metall-Vertrauensk\u00f6rper wurde von Security-Leuten zu Boden geworfen und gew\u00fcrgt, als er Sedran zu Rede stellen wollte. Das Wort &#8222;Streik&#8220; machte die Runde.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf die Schlie\u00dfungsank\u00fcndigung stand am folgenden Vormittag dann tats\u00e4chlich etwa f\u00fcr zwei 2 Stunden die Produktion in Fertigmontage still &#8211; Teile der A-Schicht gingen in den Ausstand. &#8222;Stop-and-Go-Produktion&#8220;, so das Kommentar eines Besch\u00e4ftigen. Es gab eine kurze &#8222;Informationsveranstaltung&#8220;, die KollegInnen zogen durch das Werk und vor das Tor 1. Dort wurde mit Megaphon eine Protestkundgebung abgehalten.<\/p>\n<h4>Gemischte Stimmung in der Belegschaft<\/h4>\n<p>Bei Schichtwechsel um 14 Uhr dann aber unterschiedliche Stimmen. Es h\u00e4tten sich nicht alle ArbeiterInnen aus dem Bereich der Aktion angeschlossen, so ein Beteiligter. In den anderen Werksteilen wurde einfach weiter produziert.<\/p>\n<p>Bei vielen, vor allem \u00e4lteren KollegInnen, habe die Zerm\u00fcrbungstaktik des Vorstands, dieses &#8222;permanente Schlie\u00dfungsszenario&#8220;, bereits Wirkung gezeigt. Seit 2004 wurde immer wieder von GM angedroht, das Werk dicht zu machen, so ein anderer.<\/p>\n<p>Damals hatte die Belegschaft die Vertretung ihrer eigenen Interessen aber selbst in die Hand genommen. Mit mit einem Aufsehen erregenden sechst\u00e4gigen wilden Streik wehrten sich die KollegInnen gegen den Arbeitsplatzabbau, konnten diesen zum Teil auch zur\u00fcckgeschlagen.<\/p>\n<p>&#8222;Aber jetzt ist es doch eh zu sp\u00e4t&#8220; meinen einige Besch\u00e4ftigte auf die Frage, ob sie nach dem Ausstand in der Fertigmontage weiteren Widerstand erwarten. &#8222;Was soll man da noch machen?&#8220;.<\/p>\n<h4>&#8222;Vielleicht Streik!?&#8220;<\/h4>\n<p>Andere warten auf Aktionen der IG Metall. &#8222;Ich hoffe auf Freitag&#8220;, so ein Kollege aus der Fertigmontage, &#8222;vielleicht gibt es dann ja Streik&#8220;. Der Betriebsrat l\u00e4dt an diesem Tag zu einer Informationsveranstaltung, wo diskutiert werden soll, wie es weitergeht. Betriebsratschef Rainer Einenkel sagte gegen\u00fcber dem ZDF-&#8222;Morgenmagazin&#8220;, dass er f\u00fcr den Erhalt der Produktion in der Ruhrgebietsstadt k\u00e4mpfen wolle &#8211; &#8222;das sind wir auch den Menschen schuldig und das sind wir dieser Region schuldig&#8220;. Einenkel ist sonst aber auch daf\u00fcr bekannt, im Werk mal eher f\u00fcr Ruhe zu sorgen. Er sei dagegen, sich jetzt nach der Kriegserkl\u00e4rung der Unternehmensf\u00fchrung &#8222;provozieren zu lassen&#8220; und &#8222;in blinden Aktionismus&#8220; zu verfallen&#8220;, lie\u00df er am Montag gegen\u00fcber der Presse verlauten.<\/p>\n<p>Bleibt zu hoffen, dass die Besch\u00e4ftigten in den n\u00e4chsten Tagen einen \u00e4hnlichen Weg wie 2004 einschlagen und auf ihre eigene Kraft vertrauen, wenn die IG-Metall-F\u00fchrung wieder auf die Bremse treten sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Proteste in der Fertigmontage nach Ank\u00fcndigung der Betriebsschlie\u00dfung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23128"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23128\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}