{"id":23123,"date":"2012-12-11T13:17:19","date_gmt":"2012-12-11T12:17:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=23123"},"modified":"2012-12-11T15:15:54","modified_gmt":"2012-12-11T14:15:54","slug":"opel-bochum-kampf-um-erhalt-aller-arbeitsplaetze-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/12\/opel-bochum-kampf-um-erhalt-aller-arbeitsplaetze-fuehren\/","title":{"rendered":"Opel Bochum: Kampf um Erhalt aller Arbeitspl\u00e4tze f\u00fchren!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_21697\" aria-describedby=\"caption-attachment-21697\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-21697\" title=\"Opelkrise\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/3385280443_4780fd8722_b-e1348731753285.jpg 1021w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21697\" class=\"wp-caption-text\">Foto: flickr.com\/29487767@N02 CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>F\u00fcr eine Verstaatlichung des Opel Werks unter Kontrolle der Belegschaft!<\/strong><\/p>\n<p>Opel-Boss Thomas Sedran verk\u00fcndete am Montag, den 10. Dezember auf einer Belegschaftsversammlung in Bochum die Einstellung der Autoproduktion in der Ruhrgebietsstadt im Jahr 2016. Fragen der emp\u00f6rten ArbeiterInnen wollte er sich nicht stellen, sondern verlie\u00df den Saal \u2013 laut Medienberichten \u201efluchtartig\u201c \u2013 \u00fcber den Hintereingang. Der IG-Metall-Vertrauensk\u00f6rperleiter Dirk Gr\u00fctzner wollte ihn auf diesem Weg noch zur Rede stellen und wurde von Sicherheitskr\u00e4ften zu Boden geworfen und gew\u00fcrgt.<\/p>\n<p>von Sascha Stanicic<\/p>\n<p>Das ist offensichtlich die neue Gangart der Kapitalisten in der europ\u00e4ischen Autoindustrie. Ford hatte erst k\u00fcrzlich die Schlie\u00dfung von drei Werken in Gro\u00dfbritannien und Belgien angek\u00fcndigt, in der N\u00e4he von Paris ist ein Peugeot-Werk bedroht und auch bei Daimler wird der Ton der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ruppiger. All das ist, wie auch die Entscheidung f\u00fcr das Aus f\u00fcr Opel Bochum, Ausdruck der Krise der Automobilindustrie und der dort bestehenden gigantischen \u00dcberkapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Vor acht Jahren wurde die Reduzierung der Arbeitspl\u00e4tze von Opel Bochum von 9.600 auf 6.000 beschlossen. Immer wieder wurde von der Belegschaft Verzicht ge\u00fcbt in der Hoffnung, Arbeitspl\u00e4tze und Werk dadurch zu erhalten. Einmal mehr zeigt sich: Verzicht rettet keine Arbeitspl\u00e4tze und Akzeptanz von Arbeitsplatzabbau vermindert nur die Kampff\u00e4higkeit derjenigen, die \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Die Entscheidung der Opel-Bosse ist ja auch keine wirkliche \u00dcberraschung. Seit Monaten sind die Signale aus der Gesch\u00e4ftsleitung eindeutig und stand der Beschluss zum Auslaufen der Produktion im Raum. Die Behauptung, Logistik und Komponentenfertigung werde in Opel verbleiben und man plane keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen bis 2016, muss in den Ohren der Kolleginnen und Kollegen wie blanker Hohn klingen. Schlie\u00dflich arbeiten nicht einmal zehn Prozent der Belegschaft in der Logistik und ist eine Reduzierung der Komponentenfertigung schon f\u00fcr 2013 geplant.<\/p>\n<p>IG Metall- und Betriebsratsf\u00fchrung scheinen aber aus ihren Fehlern der Vergangenheit nicht zu lernen. Statt einen entschlossenen und konsequenten Widerstand zu organisieren, wurde immer wieder auf Verhandlungen gesetzt und betriebswirtschaftlich argumentiert. Das macht der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel auch jetzt wieder, wenn er behauptet, die Pl\u00e4ne der Gesch\u00e4ftsleitung w\u00fcrden \u201eeinen irreparablen Schaden f\u00fcr die gesamte Marke haben\u201c. Tatsache ist, dass es f\u00fcr einen schrumpfenden Markt zu viele Produktionsst\u00e4tten gibt. Wenn man den Gesetzen von Markt und Kapitalismus die Entscheidung \u00fcber Fabriken und Arbeitspl\u00e4tze l\u00e4sst, stellt sich immer nur die Frage, wer den K\u00fcrzeren zieht. N\u00f6tig ist stattdessen eine Gewerkschaftspolitik, die zu den eigentlichen Grundprinzipien dieser Arbeiterorganisationen zur\u00fcckkehrt: durch betriebs- und unternehmens\u00fcbergreifende Solidarit\u00e4t die Konkurrenz zwischen Lohnabh\u00e4ngigen durch den gemeinsamen Kampf \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Deshalb darf die Antwort der Belegschaft jetzt nicht sein, Ruhe zu bewahren und nicht \u201ein blinden Aktionismus\u201c zu verfallen, wie Einenkel sagte. Der einzige Weg, den Beschluss der Gesch\u00e4ftsleitung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, ist nun einen entschlossenen Kampf zu organisieren, der von den Bochumer Besch\u00e4ftigten getragen werden muss, aber die ganze Region und die Belegschaften anderer Standorte einbeziehen k\u00f6nnte. Dabei m\u00fcsste die Blockade der IG Metall- und Betriebsr\u00e4tef\u00fchrungen in anderen Werken des Konzerns durchbrochen werden. Das w\u00e4re aber m\u00f6glich, wenn an die Tradition des sechst\u00e4gigen wilden Streiks bei Opel Bochum aus dem Jahr 2004 angekn\u00fcpft w\u00fcrde. Damals begannen die KollegInnen sich selbst zu organisieren und trieben die Gewerkschaftsf\u00fchrung zumindest einige Tage vor sich her. Sie erhielten auch breite Solidarit\u00e4t aus der Bev\u00f6lkerung des Ruhrgebiets, weil ihr entschlossenes Handeln ein Signal zum Aufbruch war.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re Aufgabe der IG Metall durch Solidarit\u00e4tsaktionen und zum Beispiel die Durchf\u00fchrung einer Widerstandskonferenz die OpelanerInnen zu unterst\u00fctzen und verschiedene K\u00e4mpfe gegen Arbeitsplatzvernichtung und Standortschlie\u00dfungen zu verkn\u00fcpfen \u2013 schlie\u00dflich ist das Opel-Werk kein Einzelfall. Wenn die IG Metall-F\u00fchrung hier nicht handelt, m\u00fcssen die KollegInnen aus Bochum selber die Verbindung zu anderen Werken und Betrieben suchen, indem sie Delegationen in andere Werke schicken, Solidarit\u00e4tskomitees gegr\u00fcndet werden etc.<\/p>\n<p>Es ist umso wichtiger, diesen Kampf als politischen und gesellschaftlichen Kampf zu f\u00fchren \u2013 auch weil der \u00f6konomische Druck, den die Bochumer Besch\u00e4ftigten aus\u00fcben nicht mehr ganz so hoch ist, wie in der Vergangenheit. Solidarit\u00e4t und gesellschaftliche Bewegung f\u00fcr den Erhalt des Opel-Werks ist aber umso st\u00e4rker zu erreichen, je entschlossener die OpelanerInnen selbst k\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Auch auf DIE LINKE kommt hier eine gro\u00dfe Verantwortung zu. Sie k\u00f6nnte eine landesweite Kampagne zur Unterst\u00fctzung der OpelanerInnen durchf\u00fchren und diese mit der Forderung nach Alternativen f\u00fcr das Werk verkn\u00fcpfen. Das w\u00fcrde voraussetzen, \u00fcber den engen Rahmen der profitorientierten Autoproduktion hinauszudenken und alternative Produktionsm\u00f6glichkeiten zu entwickeln. Denn mit den Maschinen in einer Autofabrik k\u00f6nnen auch andere Dinge produziert werden. Daran haben die Autobosse aber kein Interesse. Deshalb muss die zentrale Forderung zur Rettung des Werks und aller Arbeitspl\u00e4tze sein: Verstaatlichung von Opel Bochum unter Kontrolle der Belegschaft! Das ist nach Artikel 27 der Landesverfassung in Nordrhein Westfalen durch die Landesregierung durchf\u00fchrbar. Auf dieser Basis k\u00f6nnte unter Kontrolle und Verwaltung demokratisch gew\u00e4hlter VertreterInnen aus der Belegschaft, der IG Metall und des Landes NRW und unter Einbeziehung von Experten und Umweltschutzorganisationen ein Plan f\u00fcr eine alternative Produktion entwickelt werden.<\/p>\n<p>Das ist aber nur durch maximalen Druck durchsetzbar und maximaler Druck ist nur durch Streik auszu\u00fcben.<\/p>\n<p><em>Sascha Stanicic ist Bundessprecher der SAV.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Verstaatlichung des Opel Werks unter Kontrolle der Belegschaft! <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21697,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23123"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23123\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}