{"id":22855,"date":"2012-11-12T18:02:38","date_gmt":"2012-11-12T17:02:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=22855"},"modified":"2012-11-13T09:09:33","modified_gmt":"2012-11-13T08:09:33","slug":"ford-internationale-proteste-gegen-werksschliessungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/11\/ford-internationale-proteste-gegen-werksschliessungen\/","title":{"rendered":"Ford: Internationale Proteste gegen Werksschlie\u00dfungen"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22856\" title=\"Ford Genk\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3-e1352739694862-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3-e1352739694862-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3-e1352739694862-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3-e1352739694862-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/3-e1352739694862.jpg 616w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Am 24. Oktober wurde die Schlie\u00dfung des Ford-Werkes im belgischen Genk, im britischen Southhampton und Dagenham bekannt gegeben. Mitglieder der CWI Sektionen waren sofort bei den Protesten dabei und haben sie unterst\u00fctzt. Am 7. November zogen KollegInnen aus Genk zur Konzernzentrale in K\u00f6ln und waren dort massiver Polizeirepression ausgesetzt. (<a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/2012\/11\/ford-koeln-proteste-belgischer-arbeiter-vor-dem-werk\/\">Bereits ver\u00f6ffentlichter Artikel<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><em>Wir ver\u00f6ffentlichen hier drei \u00dcbersetzungen von Artikeln der belgischen und britischen Sektion des Komitees f\u00fcr eine Arbeiterinternationale (engl. CWI) \u00fcber die Proteste in den L\u00e4ndern:<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>12. November<\/p>\n<h2>\u201eMarsch f\u00fcr die Zukunft\u201c in Limburg zeigt breite Solidarit\u00e4t<\/h2>\n<p><em>von der Homepage der \u201eLinkse Socialistische Partij\u201c\/\u201eParti Socialiste de Lutte\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Belgien)<\/em><\/p>\n<p>Die Sch\u00e4tzungen dar\u00fcber, wie viele Menschen vor Ort waren, gingen wie immer auseinander. Die Zahlen variieren zwischen 15.000 und 25.000. Auf jeden Fall waren es eine ganze Menge Menschen, die die Bereitschaft ausdr\u00fcckten, f\u00fcr den Erhalt der Arbeitspl\u00e4tze zu k\u00e4mpfen. Die Demonstration zog vom Zentrum der Stadt Genk zum Bergwerk \u201eC-Mine\u201c. Zwanzig Jahre nach der Schlie\u00dfung der letzten Mine in der Region Limburg scheint nun das Ende des gr\u00f6\u00dften noch verbliebenen Arbeitgebers in der Region gekommen zu sein. Von einem Beerdigungsszenario d\u00fcrfen wir uns aber nicht t\u00e4uschen lassen.<\/p>\n<p>Der \u201eMarsch f\u00fcr die Zukunft\u201c hat vor allem tausende von \u201eeinfachen\u201c ArbeiterInnen auf die Stra\u00dfe gebracht. Die Medien hatten allerdings mehr \u00fcbrig f\u00fcr die Politiker, die ihr \u201eLimburg-Gef\u00fchl\u201c verbreiten wollten. Dieselben liberalen, sozial-liberalen, fl\u00e4misch-liberalen oder auch katholisch-liberalen Politiker, die letzte Woche noch f\u00fcr Angriffe auf die L\u00f6hne pl\u00e4dierten, kommen nun pl\u00f6tzlich daher und erkl\u00e4ren sich \u201esolidarisch\u201c mit den betroffenen ArbeiterInnen bei Ford und dessen Zulieferern. Das war befremdlich und verst\u00e4rkte eher das Gef\u00fchl, sich doch auf einer Beerdigung zu befinden. Der Comedian Nigel Williams stellte zu Recht die Frage, auf wessen Seite sie eigentlich stehen. Wenn wir ihre Liberalisierungen und ihr \u201eDeutsches Modell\u201c in den Blick nehmen, dann wissen wir, dass sie nicht auf unserer Seite stehen.<\/p>\n<p>Es ist logisch, dass viele ArbeiterInnen vor allem auf eine umfangreiche Abfindungszahlung hoffen. Was die Subunternehmen und Zulieferer angeht, so wird dort schon mit viel weniger gerechnet. Sie drohen sogar, ganz aus dem Spiel zu sein. Den Kampf gegen einen multinationalen Konzern zu f\u00fchren, scheint nicht besonders aussichtsreich zu sein. Und obendrein gibt es effektive \u00dcberkapazit\u00e4ten im Automobilsektor. Sollten Fr\u00fchverrentungen also m\u00f6glich sein, werden viele der Betroffenen mit beiden H\u00e4nden zugreifen. Das ist aber keine Antwort auf die Frage, wie die Zukunft der folgenden Generationen aussehen soll. Wenn alle Arbeitspl\u00e4tze dieser Art spurlos verschwinden, bleiben f\u00fcr die J\u00fcngeren nur die befristeten, unsicheren und sogenannten flexiblen geringf\u00fcgigen Jobs mit Niedrigl\u00f6hnen, die man mit immer l\u00e4ngeren Phasen der Erwerbslosigkeit dazwischen zu wechseln hat.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft aber nicht, dass wir die industrielle Verw\u00fcstung akzeptieren m\u00fcssen, die hier vonstatten geht. Wenn Ford sein Werk in Genk nicht l\u00e4nger nutzen will, worauf warten wir dann, um den Betrieb in \u00f6ffentliche H\u00e4nde zu \u00fcberf\u00fchren? Wir haben es mit einer leistungsf\u00e4higen Produktionsst\u00e4tte und mit ArbeiterInnen zu tun, die \u00fcber enormes Wissen und Know-How verf\u00fcgen und bereits jahrelang bewiesen haben, dass sie bereit und in der Lage sind, hart zu arbeiten. Wollen wir zulassen, dass das alles einfach so auf den M\u00fcll geworfen wird? &#8211; Mit einem Trauerkranz des B\u00fcrgermeisters von Limburg und Schleifchen oben dran? Oder wollen wir nicht doch und ernsthaft f\u00fcr die Zukunft k\u00e4mpfen und somit f\u00fcr den Erhalt aller Arbeitspl\u00e4tze eintreten, damit auch die folgenden Generationen sich eine Zukunft in der Region aufbauen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t ist nichts, das man morgen pl\u00f6tzlich nicht mehr br\u00e4uchte. Sowohl beim Individual- als auch beim \u00f6ffentlichen Massenverkehr handelt es sich um gesellschaftlich \u00e4u\u00dferst belangreiche Aspekte. Die Produktion bezahlbarer Transportmittel, die Zurverf\u00fcgungstellung eines \u00f6ffentlichen Nahverkehrs und die Erforschung umweltfreundlicher Alternativen k\u00f6nnen auf dem Werksgel\u00e4nde von Ford, das nun in Genk leerstehen soll, jetzt in hervorragender Art und Weise ihren Platz finden. Die Forderung nach Verstaatlichung und R\u00fcckumwandlung des Produktionsgel\u00e4ndes, die wir genauso auch bei der Demonstration gestern eingebracht haben, erhielt breite Unterst\u00fctzung seitens der TeilnehmerInnen. Der \u201eMarsch f\u00fcr die Zukunft\u201c hat das Potenzial f\u00fcr einen breiten Kampf mit offensiven Forderungen gezeigt. Allerdings wird es darauf ankommen, diesen Kampf auch effektiv zu organisieren und ihn in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich waren bei dieser Demonstration auch die LSP (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Flandern) und \u201eRood!\u201c (linkes B\u00fcndins in Flandern; Erg. d. \u00dcbers.) mit von der Partie. Auch andere linke Parteien und Gruppierungen waren vor Ort. Wir bildeten einen k\u00e4mpferischen Block mit Sprechch\u00f6ren und stellten Forderungen auf. In diesem Block liefen viele junge Leute vom dem \u201eActief Linkse Studenten\u201c mit, aber auch GewerkschafterInnen. Niederl\u00e4ndisch und auch franz\u00f6sisch sprechende Menschen gingen Seite an Seite zusammen. Bei der Auftakt- und bei der Abschlusskundgebung waren wir mit Infost\u00e4nden dabei. Unsere Mitglieder verkauften mehr als 100 Exemplare unserer Monatszeitung und konnten \u00fcber den Materialverkauf (vor allem durch Buttons) rund 250 Euro f\u00fcr unseren Kampffonds sammeln. \u201eRood!\u201c verteilte Flugbl\u00e4tter mit der Forderung nach der Verstaatlichung von Ford. W\u00e4hrend der Demonstration hoben wir zudem auch die Bedeutung des europaweiten Aktionstags am 14. November als M\u00f6glichkeit hervor, um \u00fcber sprachliche und \/ oder nationale Grenzen hinweg den Kampf zu vereinen und die Perspektive eines wirklich europ\u00e4ischen Kampfes zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><em>Sonntag, 11. November 2012<\/em><\/p>\n<h2>Massenprotest gegen die Schlie\u00dfung von Ford in Genk<\/h2>\n<p><em>von der Homepage der \u201eLinkse Socialistische Partij\u201c\/\u201eParti Socialiste de Lutte\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Belgien)<\/em><\/p>\n<p>Tausende Menschen nahmen heute an der Kundgebung zum Erhalt der Arbeitspl\u00e4tze und gegen die Schlie\u00dfung des Ford-Werks in Genk teil. Die Ank\u00fcndigung der Schlie\u00dfung kam in einem Augenblick, da eine Rekordzahl an Unternehmenspleiten in unserem Land verk\u00fcndet worden ist und in einem Augenblick, da Dutzende Betriebe Massenentlassungen angek\u00fcndigt haben. Wir m\u00fcssen gemeinsam Widerstand leisten gegen die Arbeitsplatzvernichtung und gegen die Einsparungen, die noch vorbereitet oder schon durchgef\u00fchrt werden. Wenn jede und jeder f\u00fcr sich bleibt, dann sind wir alle gemeinsam verloren! Gegen die multinationalen Konzerne und die M\u00e4rkte treten wir f\u00fcr die Verstaatlichung der Betriebe ein, die Entlassungen durchf\u00fchren. Diese Unternehmen m\u00fcssen in \u00f6ffentliches Eigentum \u00fcberf\u00fchrt werden und unter die Kontrolle und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Besch\u00e4ftigten sowie der Gemeinschaft! Dichtmachen und somit eine soziale W\u00fcste Hinterlassen \u2013 das kann keine Option sein. Nach dem Aktionstag in Limburg folgt kommenden Mittwoch der europaweite Aktionstag gegen die K\u00fcrzungsprogramme. Wir werden unseren Kampf organisieren und uns die Verantwortlichen der Krise vornehmen m\u00fcssen. Anderfalls werden sie uns f\u00fcr ihre Krise bluten lassen! (Fotos von dem Protest am Ende des Artikels)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>7. November<\/em><\/p>\n<h2>ArbeiterInnen bei Ford im belgischen Genk blockieren Werksgel\u00e4nde<\/h2>\n<p><strong>Gro\u00dfdemonstration am 11. November zur Unterst\u00fctzung der Ford-ArbeiterInnen<\/strong><\/p>\n<p><em>von Eric Byl, \u201eLinkse Socialistische Partij\u201c\/\u201eParti Socialiste de Lutte\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Belgien), Br\u00fcssel<\/em><\/p>\n<p>Seit die Konzernleitung am 24. Oktober die Schlie\u00dfung des Ford-Werks f\u00fcr Ende 2013 angek\u00fcndigt hat, blockieren die Ford-ArbeiterInnen im ostbelgischen Genk das Werksgel\u00e4nde. Nichts geht mehr rein oder raus. Auch wenn man vorhat, ab dem 13. November wieder zur\u00fcck an die Arbeit zu gehen, wird die Blockade nicht aufgehoben. Fertiggestellte Autos werden dann drinnen gelagert und als \u201eVerhandlungsmasse\u201c gehortet. Am 11. November wird es in Genk eine gro\u00dfe Solidarit\u00e4tsdemonstration geben. Dabei wird von 50.000 bis 100.000 TeilnehmerInnen ausgegangen. Die KollegInnen bei Ford in Southampton und Dagenham in Gro\u00dfbritannien, aus Blanquefort in Frankreich und anderer Standorte in Europa beraten zur Zeit ihre Teilnahme. Auch andere ArbeiterInnen, die oft mit Schlie\u00dfungen oder Entlassungen konfrontiert sind, werden ebenfalls die M\u00f6glichkeit nutzen und ihre Bereitschaft zu k\u00e4mpfen ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Schlie\u00dfung und Verlagerung der Mondeo-Produktion ins spanische Ford-Werk nach Valencia wurde einem Sonderbeirat per Video-Konferenz angek\u00fcndigt. Das Europa-Management von Ford hielt es noch nicht einmal f\u00fcr n\u00f6tig, diese Nachricht pers\u00f6nlich zu \u00fcbermitteln. Die ArbeiterInnen und ihre GewerkschaftsvertreterInnen waren davon ausgegangen, dass eine Restrukturierung angek\u00fcndigt werden w\u00fcrde. Niemand hatte daran gedacht, dass auch eine komplette Schlie\u00dfung bevorstehen k\u00f6nne. Das f\u00fchrte zu Wut und Niedergeschlagenheit. Das Durchschnittsalter im Werk liegt bei 48 Jahren. Viele arbeiten seit 20 oder mehr Jahren im Betrieb. Manchmal arbeiten beide EhepartnerInnen dort und haben wenig Hoffnung auf eine neue Anstellung anderswo. Innerhalb weniger Minuten sahen sie ihre ganze Zukunft in Gefahr gebracht. Die Schlie\u00dfung bedeutet, dass nicht nur 4.300 Stellen im Werk selbst wegfallen, sondern auch dass weitere 1.305 Arbeitspl\u00e4tze bei sogenannten \u201eF\u00f6rder\u201c-Betrieben auf dem Spiel stehen. Hierbei geht es um Subunternehmen, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr dieses Werk arbeiten. Hinzu kommen gesch\u00e4tzte weitere 3.855 Stellen bei anderen Vertragsfirmen.<\/p>\n<h4>\u201eMachtlosigkeit\u201c<\/h4>\n<p>Bei vielen ArbeiterInnen herrscht das Gef\u00fchl vor, dass man eigentlich machtlos dagegen sei. Was kann man schon machen, wenn ein solches multinationales Unternehmen entscheidet, die Produktion einzustellen? Politiker, die Medien und Sprecher der Arbeitgeberverb\u00e4nde bauen auf diesem Gef\u00fchl der Machtlosigkeit auf, um es zu untermauern und zu verst\u00e4rken. Nachdem sie einige Krokodilstr\u00e4nen vergossen und in Worten ausgedr\u00fcckt hatten, wie brutal doch das Ford-Management sei, und nachdem sie dann versprachen, dass es Sonderprogramme f\u00fcr Weiterbesch\u00e4ftigung geben w\u00fcrde, versuchten sie dann rasch, die Ereignisse in ihrem Sinne umzukehren. Im vergangenen Jahr hat Ford den Rekordgewinn von 20,2 Milliarden US-Dollar eingefahren. 8,8 Milliarden stammen aus dem operativen Gesch\u00e4ft. Doch das belgische Establishment behauptet, dass die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt werden muss. So sollen beispielsweise die L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen verschlechtert werden, um zu verhindern, dass die Industrie abwandert. Das ist dieselbe Rhetorik, die \u00fcberall in Europa zur Anwendung kommt.<\/p>\n<p>Leider sind die f\u00fchrenden K\u00f6pfe der landesweit agierenden Gewerkschaften in diese Falle getreten. VertreterInnen des christlichen Gewerkschaften schlagen vor, die Arbeitskosten durch eine Senkung der Sozialbeitr\u00e4ge zu senken. Kinderzuschl\u00e4ge und Gesundheit, so meinen sie, sollten von den Sozialabgaben separiert und \u00fcber Steuern \u201ezum Beispiel auf gro\u00dfe Verm\u00f6gen\u201c finanziert werden. Derart formuliert scheint dieser Vorschlag durchaus \u201efortschrittlich\u201c zu sein. In Wirklichkeit geht es dabei aber nicht um die Reduzierung von Beitr\u00e4gen sondern um eine aufgeschobene Bezahlung. Die VertreterInnen der sozialistischen Gewerkschaften haben solche Vorschl\u00e4ge zwar nocht nicht eingebracht, m\u00f6glicherweise ziehen sie es aber auch einfach nur vor, dass ihre christlichen KollegInnen f\u00fcr den Dammbruch sorgen. Es ist auf alle F\u00e4lle beunruhigend, dass diese Ideen nicht zur\u00fcckgewiesen worden sind.<\/p>\n<h4>Schlie\u00dfung ist keine L\u00f6sung<\/h4>\n<p>Bei einer derartigen F\u00fchrung ist es durchaus verst\u00e4ndlich, dass eine Mehrheit der Ford-KollegInnen auf Abfindungen hofft, die so lange wie m\u00f6glich gezahlt werden und so hoch wie m\u00f6glich ausfallen m\u00f6gen. Ford hat bereits Zahlungen in H\u00f6he von 77.000 Euro pro Besch\u00e4ftigtem in Aussicht gestellt, die zu den rechtlich Anspr\u00fcchen noch hinzu kommen sollen. Nach Steuern wird davon noch weniger als die H\u00e4lfte \u00fcbrig bleiben. Und die ArbeiterInnen der Subunternehmen k\u00f6nnen diese M\u00f6glichkeit mal gleich ganz vergessen. Die Politik der Regierung besteht \u2013 wie \u00fcberall sonst in Europa \u2013 darin, das Renteneintrittsalter anzuheben. Dabei haben die ArbeiterInnen bei Ford nicht nur einer Lohnk\u00fcrzung von 12 Prozent \u00fcber die letzten Jahre zugestimmt, wodurch sie um f\u00fcnf Prozent g\u00fcnstiger arbeiten als ihre KollegInnen in Deutschland und Frankreich. Sie waren zudem auch noch mit einer umfangreichen Zunahme des Arbeitspensums konfrontiert. Wenn die T\u00e4tigkeit aus Rechnen, Lesen, Essen und dem Unterschreiben von Vertr\u00e4gen besteht, dann ist es einfacher, bis 65 oder dar\u00fcber hinaus arbeiten zu gehen. 20 oder 30 Jahre Arbeit in der Produktion und im Schichtsystem fordern aber ihren Tribut. Wenn die Regierung es gegen den Widerstand ihres liberalen Koalitionspartners akzeptieren w\u00fcrde, das vorzeitige Rentenalter auf 50 Jahre oder etwas dar\u00fcber abzusenken, dann w\u00fcrden zweifellos viele diese M\u00f6glichkeit mit beiden H\u00e4nden ergreifen.<\/p>\n<p>SozialistInnen m\u00fcssen dabei klar machen, was das wirklich hei\u00dft: Wir leben nicht mehr in den \u201eGoldenen 1960er oder -70er Jahren\u201c. Damals konnten ArbeiterInnen nach einer Entlassung leicht wieder eine neue Stelle finden. Heute werden etwaige Abfindungen sehr schnell aufgefressen und wenn ArbeiterInnen es nicht hinbekommen, vor dem Rentenalter eine komplette Arbeitskarriere hinzulegen, dann wird ihre Rente unterhalb der Armutsgrenze liegen. Dar\u00fcber hinaus wird die Schlie\u00dfung des Werks nicht nur f\u00fcr die 10.000 Familien dramatisch sein, die ihre Eink\u00fcnfte verlieren. Auch die Verluste f\u00fcr die gesamte belgische Volkswirtschaft belaufen sich auf gesch\u00e4tzte zehn Milliarden Euro oder mehr. Das wird zu weiteren K\u00fcrzungen in den Bereichen Bildung und Sozialausgaben f\u00fchren. In den betroffenen Regionen wird das zur Aush\u00f6hlung der Einnahmenseite f\u00fchren und dramatische Folgen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte der Kommunen wie des gesamten \u00f6ffentlichen Dienstes haben. Diese Kommunen werden zur sozialen W\u00fcste verkommen. Und deshalb sagen die LSP\/PSL (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Belgien) sowie einige andere Linke, dass die Schlie\u00dfung keine Option sein darf.<\/p>\n<h4>Enteignung und R\u00fcckumwandlung<\/h4>\n<p>Rein rechtlich gesehen mag Ford der Besitzer des Werks in Genk sein. In Wahrheit aber wurde der Betrieb von Generationen von ArbeiterInnen aufgebaut \u2013 unter Zurhilfenahme staatlicher Subventionen, die \u00fcber Steuern und Sozialabgaben geflossen sind. \u00dcber Jahrzehnte hinweg haben die Verm\u00f6genden riesige Profite eingefahren. Wir sehen nun die Folgen dieses Transfers des Reichtums, der von der Gesellschaft geschaffen und einer Handvoll von Verm\u00f6genden \u00fcberlassen wurde. Die Zukunft des Werks und der Region k\u00f6nnen wir nicht den multinationalen Konzernen \u00fcberlassen, die nur nach Profit gieren. Die Politiker tun so, als w\u00e4ren ihnen die H\u00e4nde gebunden. In Wirklichkeit fehlt es ihnen nur am politischen Willen etwas zu tun. Zusammen mit den Medien haben sie schon ein Begr\u00e4bnis-Szenario vorbereitet. Warum aber sollten wir Ford nicht vor die Entscheidung stellen: Entweder werden das Werk und alle Arbeitspl\u00e4tze erhalten oder die Produktionsst\u00e4tte, die Anlagen und das Betriebsgel\u00e4nde gehen in \u00f6ffentliche Hand \u00fcber?<\/p>\n<p>Die Automobilbranche best\u00e4tigt, was der Finanzsektor schon vorgegeben hat: Der Markt kann keine stabilen Lebens- und Arbeitsbedingungen garantieren. Wir k\u00f6nnen mehr produzieren als jemals in Betracht gezogen wurde, aber das f\u00fchrt nur zu \u00dcberkapazit\u00e4ten und Verkehrsstaus. Die Phase, als eine Autofabrik ausschlie\u00dflich mit einem Modell lief, ist lange vor\u00fcber. Die Produktion in Genk kann \u00fcber einige \u00fcberschaubare Anpassungen und Umprogrammierungen leicht in Richtung neuer, gesellschaftlich und umweltpolitisch verantwortungsvoller Erzeugnisse umgestellt werden. Warum soll man eine funktionierende Anlage einfach so zerschlagen? Das Wissen ist vorhanden, um umweltgerechte Transport-L\u00f6sungen zu entwickeln und dem Verkehrskollaps effektiv zu begegnen. Warum sollten die Anlagen und die Erfahrung der Besch\u00e4ftigten nicht genutzt werden, um eine \u00f6ffentliche Unternehmung zu gr\u00fcnden, die f\u00fcr ein verantwortungsvolles und rationell geplantes Transportwesen sorgen kann? Wir k\u00f6nnten die Zeit der Produktionsumstellung daf\u00fcr nutzen, indem wir wohlverdiente Abg\u00e4nge in die Rente erm\u00f6glichen und das belgische System der \u201ewirtschaftlich n\u00f6tigen Arbeitslosigkeit\u201c, das im Falle von Ford gezogen wird, komplett finanzieren \u2013 aber diesmal mit Pr\u00e4mien um sicher zu stellen, dass die ArbeiterInnen ihre vollen L\u00f6hne bekommen.<\/p>\n<h4>Mobilisierung muss mit Aktionsplan f\u00fcr Verstaatlichung verquickt sein<\/h4>\n<p>Diese Vorschl\u00e4ge gehen gegen den Trend der Privatisierung. Es wird nicht einfach sein, das durchzusetzten. Eine starke Mobilisierung wir n\u00f6tig sein, um die Klassen-Kr\u00e4fte aufzubauen, die sicherstellen k\u00f6nnen, dass eine derartige Politik durchgesetzt wird. Die Ford-ArbeiterInnen haben das Wer blockiert. Sie haben entsprechend ihrer gewohnten Schichten Streikposten aufgestellt. Zahlreiche Diskussionen sind n\u00f6tig, um sicherzustellen, dass keinE ArbeiterIn bei diesem Prozess verloren geht. Aber die Ford-ArbeiterInnen sind nicht alleine. Die Besch\u00e4ftigten der Subunternehmen erleben gerade dieselbe Krise. Es kommt zu einer regelrechten Flut von Schlie\u00dfungen und Entlassungen \u00fcberall in Belgien und Europa. Heute gibt es keineN ArbeiterIn, die bzw. der sich ihrer \/ seiner Stelle sicher sein kann. Das ist auch der Grund f\u00fcr die breite Unterst\u00fctzung aus der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Ford-ArbeiterInnen. Dieses Potenzial in den Betrieben, Schulen, Hochschulen und Wohnvierteln zu mobilisieren wird die entscheidende Herausforderung bei den Massendemonstrationen sein, die f\u00fcr den 11. November angesetzt sind. Lasst uns diesen Tag nicht zu einem Trauermarsch werden lassen sondern zu einem Hebel f\u00fcr die n\u00e4chsten Proteste.<\/p>\n<p>Jede Mobilisierung braucht nicht nur einen detaillierten und demokratisch diskutierten Aktionsplan sondern auch eine Perspektive, ein Ziel, das erreichbar ist. Die LSP\/PSL ist der Ansicht, dass nur die Verstaatlichung des Werks zur Rettung aller Arbeitspl\u00e4tze diesem Kriterium gerecht wird. Im Gegensatz zu einem herk\u00f6mmlichen \u201eSozialplan\u201c, der nur im Rahmen des Kapitalismus verharrt, bietet die Verstaatlichung unter der Kontrolle und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Besch\u00e4ftigten eine ansprechende Perspektive \u2013 nicht \u201enur\u201c f\u00fcr die Ford-ArbeiterInnen sondern auch f\u00fcr die, die bei den Subunternehmen arbeiten und die ganze Region. Verstaatlichung w\u00e4re nur f\u00fcr die Kapitalisten eine Herausforderung, die dann keine Macht mehr \u00fcber die Wirtschaft h\u00e4tten. Die Verstaatlichung w\u00fcrde aber auch die Frage dar\u00fcber aufwerfen, wie die menschlichen und materiellen Ressourcen im Betrieb eingesetzt werden sollen, um den gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen zu entsprechen und nicht mehr dem privaten Profit. Unter den ArbeiterInnen im ganzen Land w\u00fcrde das Enthusiasmus ausl\u00f6sen. Schlie\u00dflich sind sie alle mit Restrukturierungen und Schlie\u00dfungen konfrontiert. Ford hat uns gelehrt, dass es nutzlos ist ein Management zu haben, dass ausschlie\u00dflich an der Profitabilit\u00e4t interessiert ist. Der einzige Zweck besteht dann n\u00e4mlich darin, die Taschen der Anteilseigner und Verm\u00f6genden zu f\u00fcllen. Dabei k\u00f6nnen die ArbeiterInnen selbst das Unternehmen viel besser und im Interesse von sicheren Arbeitspl\u00e4tzen und im Sinn der Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung f\u00fchren.<\/p>\n<h4>14. November: Internationaler Aktionstag<\/h4>\n<p>Von den heutigen Politikern d\u00fcrfen wir nichts erwarten. Europa verbietet \u201eVerstaatlichungen\u201c &#8211; es sei denn, es geht um die Sozialisierung von Verlusten und die Privatisierung der Gewinne. Aber auch in Europa sind wir nicht alleine. Am 14. November steht ein internationaler Aktionstag bevor. In Spanien und Portugal, Malte und Zypern und vielleicht auch in Griechenland wird es zum Generalstreik kommen. In Frankreich und Italien rufen die Gewerkschaften ebenfalls zu Aktionen auf und andere L\u00e4nder werden folgen. Die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst im wallonischen Teil Belgiens und in Br\u00fcssel, die MetallarbeiterInnen und die KollegInnen aus der Chemie- und Baubranche in L\u00fcttich sowie landesweit die Bahnbesch\u00e4ftigten haben angek\u00fcndigt, dass auch sie die Arbeit niederlegen werden.<\/p>\n<p>Der Druck daf\u00fcr nimmt zu, dass wir uns auch in Belgien am 14. November an der internationalen Streikbewegung beteiligen. Ford ist nur eins von etlichen Beispielen daf\u00fcr, dass der Markt einfach nicht funktioniert. Wir k\u00f6nnen die Abw\u00e4rtsspirale beenden, aber nur, wenn wir gegen\u00fcber dem Chaos des Marktes eine ansprechende, rational geplante Alternative anbieten. In dieser Epoche der kapitalistischen Krise wirft jeder konkrete Kampf automatisch auch die Notwendigkeit einer demokratisch-sozialistischen Transformation der Gesellschaft auf. Aber dies kann nur glaubw\u00fcrdig vonstatten gehen, wenn auch ein konkrete Antwort auf die K\u00e4mpfe gegeben wird, in denen wir uns heute befinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>7.November<\/p>\n<h2>Solidarit\u00e4t mit den Ford-ArbeiterInnen<\/h2>\n<p><strong>Jeder Arbeitsplatz muss verteidigt werden!<\/strong><\/p>\n<p><em>von Nick Chaffey, \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales)<\/em><\/p>\n<p>Die Nachricht, dass Ford seine Produktionsst\u00e4tte f\u00fcr den Transit in Southampton im S\u00fcden Englands schlie\u00dfen wird, hat die ArbeiterInnen wie der Schlag getroffen und ist in der Stadt wie eine Bombe eingeschlagen. Damit sind die Arbeitspl\u00e4tze von 500 Ford-ArbeiterInnen und 450 VertragsarbeiterInnen bedroht. Die Schockwellen, die die Schlie\u00dfung verursachen wird, werden hingegen weitere Kreise ziehen: 81 Zuliefererbetriebe stellen Teile f\u00fcr Southampton her und sorgen f\u00fcr die Materialbeschaffung.<\/p>\n<p>Nachdem im Jahr 2008 schon 700 Arbeitspl\u00e4tze gestrichen wurden, werden diese Stellenstreichungen Millionen britischer Pfund aus der regionalen Wirtschaft abziehen, Arbeitslosigkeit und steigende Armut hinterlassen.<\/p>\n<p>Die Schlie\u00dfung des Stanzwerks von Ford in Dagenham (Ost-London) f\u00fchrt nach offiziellen Sch\u00e4tzungen zu 750 Arbeitsplatzverlusten. Und das in einer Gegend, die schon jetzt durch Arbeitslosigkeit und Entbehrung verw\u00fcstet ist.<\/p>\n<p>Von daher ist es lebenswichtig, dass die Gewerkschaften \u2013 vor allem die \u201eUnite\u201c &#8211; entschieden und schnell handeln, um Widerstand gegen die Schlie\u00dfungen zu mobilisieren. Der Generalsekret\u00e4r Len McCluskey sagte, dass die Gewerkschaft die Schlie\u00dfungspl\u00e4ne bek\u00e4mpfen will.<\/p>\n<p>F\u00fchrende VertreterInnen des Werks, in dem der Ford Transit gebaut wird, sehen die Notwendigkeit k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Einer von ihnen sagte \u201eThe Socialist\u201c (Wochenzeitung der \u201eSocialist Party\u201c): \u201eHier geht es um den Kampf f\u00fcr die ganze Gegend, f\u00fcr die n\u00e4chste Generation.\u201c<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft \u201eUnite\u201c will eine landesweite Urabstimmung, wenn die Schlie\u00dfungspl\u00e4ne wahr werden. Genau das muss das Signal sein, um den Widerstand rund um die Ford-Werke zu organisieren.<\/p>\n<p>Es ist an der Zeit, dass in Southampton und Dagenham Urabstimmungen eingeleitet werden. Dabei muss eine Kampagne f\u00fcr ein durchschlagendes \u201eja\u201c zur Verteidigung der Arbeitspl\u00e4tze und f\u00fcr eine lange Zukunft der Fabriken gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Es besteht kein Zweifel, dass die ArbeiterInnen bei Ford f\u00fcr ein derartiges Vorgehen breite Unterst\u00fctzung von den Gewerkschaften und aus der Bev\u00f6lkerung bekommen w\u00fcrden. Ein Kampf dieser Qualit\u00e4t w\u00fcrde sowohl Ford als auch die Regierung zur Salzs\u00e4ule erstarren lassen. In einer derartigen Kampagne sollte die Verbindung zu den KollegInnen bei Ford im belgischen Genk hergestellt werden, die letzte Woche in ihrem Werk massenhafte Arbeitsniederlegungen und Proteste organisiert haben (vgl.: \u201eArbeiterInnen bei Ford im belgischen Genk blockieren Werksgel\u00e4nde\u201c).<\/p>\n<h4>M\u00f6glicher Kulminationspunkt<\/h4>\n<p>Am 20. Oktober zogen mehr als 150.000 Menschen mit dem Gewerkschaftsbund TUC durch London und antworteten dabei auf die Frage Len McCluskeys, ob sie f\u00fcr einen eint\u00e4gigen Generalstreik seien, indem sie fast allesamt die Hand hoben. Der Kampf zur Verteidigung dieser Arbeitspl\u00e4tze kann im Bereich der Privatwirtschaft zum Kulminationspunkt werden.<\/p>\n<p>Die unheilvolle Zukunft der Industrie in Gro\u00dfbritannien ist dargelegt worden. Darin spiegelt sich die tiefe Krise des Kapitalismus wider, vor der die \u201eSocialist Party\u201c immer wieder gewarnt hat. Aus Angst vor stagnierenden M\u00e4rkten in Europa weigert sich Ford, die gemachten Profite zu investieren und das Werk, in dem der Transit gebaut wird, umzur\u00fcsten.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften m\u00fcssen fordern, dass \u2013 wenn Ford sich weigert, die Produktion in Southampton und Dagenham aufrecht zu erhalten und Facharbeiter-Stellen zu erhalten \u2013 das Unternehmen verstaatlicht wird.<\/p>\n<p>Es ist dringend n\u00f6tig, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Alternative zu organisieren: F\u00fcr eine sozialistische Wirtschaft, in der eine demokratische Planung unter der Kontrolle und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Besch\u00e4ftigten stehen w\u00fcrde. Auf diese Weise k\u00f6nnten die bestehenden Ressourcen daf\u00fcr eingesetzt werden, um den Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Aufgrund der Verw\u00fcstung der Industrie in Southampton unter den konservativen \u201eTories\u201c und der sozialdemokratischen Partei namens \u201eNew Labour\u201c ist das Transit-Werk von Ford der letzte gro\u00dfe Industriebetrieb in der Stadt, der angemessene L\u00f6hne zahlt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ford ist der Transit ein Marktf\u00fchrer, ein profitables Fahrzeug. \u201eMan kann einen Fiesta als Geschenk verpacken, ihn hinten in einen Transit packen, den Transit verkaufen und dabei trotzdem noch Gewinn machen\u201c, so die Worte eines ehemaligen Managers bei Ford Southampton.<\/p>\n<p>Die skandal\u00f6se Wahrheit ist, dass Ford die Produktion in die T\u00fcrkei verlagern will. Das Unternehmen will noch gr\u00f6\u00dfere Profite machen, indem es dort schlechter bezahlte Arbeitskr\u00e4fte ausbeutet.<\/p>\n<p>Ford hat Abfindungen angeboten, die gener\u00f6s anmuten werden. Die Summen werden aber keine rosige Zukunft bieten. 2008 sind rund 700 ArbeiterInnen freigesetzt worden. Sie geh\u00f6rten im Werk haupts\u00e4chlich zur Gruppe der \u00fcber 50-J\u00e4hrigen. Die Mehrheit, die noch da ist, befindet sich in den 40er Jahren oder ist noch j\u00fcnger. Das bedeutet, dass die Abfindungen werden h\u00f6chsten zwei oder drei Jahre \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wo sind die anderen gut bezahlten Jobs? Die Gewerkschaft muss erkl\u00e4ren, dass der einzige Weg in die Zukunft darin liegt, die Fabrik und die Arbeitspl\u00e4tze zu sichern.<\/p>\n<h4>Die ArbeiterInnen brauchen eine politische Stimme<\/h4>\n<p>Der amtierende Wirtschaftsminister der konservativ-liberalen Regierung, Vince Cable, jammert, er sei \u201eim Dunkeln stehen gelassen\u201c worden. Der Fraktionsvorsitzende der sozialdemokratischen \u201eLabour-Partei\u201c im Stadtrat von Southampton, Richard Williams, hat indes die Gewerkschaften ver\u00e4rgert, weil er schon vorgeschlagen hat, aus dem Werksgel\u00e4nde einen Kletterpark zu machen \u2013 noch bevor \u00fcberhaupt ein Kampf begonnen hat um das Werk zu retten!<\/p>\n<p>Dies zeigt, dass die Arbeitsk\u00e4mpfe zur Verteidigung dieser Arbeitspl\u00e4tze mit dem Aufbau einer neuen Arbeiterpartei verbunden werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Keith Morrell und Don Thomas, Abgeordnete der sozialdemokratischen \u201eLabour-Partei\u201c in Southampton, die gegen K\u00fcrzungen ihrer Partei gestimmt haben, sagten gegen\u00fcber unserer Zeitung \u201eThe Socialist\u201c: \u201eWir geben den Ford-ArbeiterInnen und dem Kampf der Gewerkschaften unsere vollkommene Unterst\u00fctzung, um die Arbeitspl\u00e4tze zu retten und den Transit jetzt und in Zukunft hier in Southampton zu behalten. Ford hat uns erz\u00e4hlt, dass der Transit &gt;die Wirbels\u00e4ule Gro\u00dfbritanniens&lt; ist. Aber der Konzern sieht jetzt so R\u00fcckgrat-los aus wie die Regierungsstrategie f\u00fcr die Industrie.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>KPICASA_GALLERY(FordGenkDemonstrationGegenSchlieUng)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel von Sektionen des CWI<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22856,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22855"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22855"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22855\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22856"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}