{"id":22840,"date":"2012-11-10T11:00:04","date_gmt":"2012-11-10T10:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=22840"},"modified":"2012-11-11T14:52:34","modified_gmt":"2012-11-11T13:52:34","slug":"magdeburg-nazifrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/11\/magdeburg-nazifrei\/","title":{"rendered":"Magdeburg Nazifrei"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/header.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-22841 alignleft\" title=\"Magdeburg Nazifrei\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/header-280x80.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"80\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/header-280x80.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/header-560x161.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/header.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Bericht von der Aktivierungskonferenz<\/strong><\/p>\n<p><em>von Cho Marx, Hildesheim<\/em><\/p>\n<p>Nachdem der gr\u00f6\u00dfte Naziaufmarsch Europas in Dresden schon dreimal hintereinander blockiert wurde, ist davon auszugehen, dass die Faschisten Magdeburg als bundesweit zentralen Trauermarsch im Januar etablieren wollen. Zwar waren in Magdeburg 2012 mit ca. 1000 Rechten nicht ann\u00e4hernd so viele Teilnehmer des \u201eTrauermarsches\u201c zu verzeichnen wie in Dresden 2011 (6000), aber die Teilnehmerzahl des nun schon seit zw\u00f6lf Jahren stattfindenden Spektakels steigt stetig an. Das k\u00f6nnte den schw\u00e4chelnden Aufmarsch in Dresden abl\u00f6sen. Obwohl die antifaschistischen Proteste 2012 besser organisiert und gr\u00f6\u00dfer waren als zuvor, konnte der Aufmarsch nicht ernsthaft gestoppt werden. Dies hat zwei Hauptursachen; 1. Ist das Polizeiaufgebot und die direkte Repression im Vergleich zur proportionalen Anzahl der Blockierer in Dresden wesentlich h\u00f6her. 2. Mobilisierte das b\u00fcrgerliche B\u00fcndnis gegen Rechts zu einer \u201eMeile der Demokratie\u201c fernab vom Geschehen, wodurch nicht nur potenzielle BlockiererInnen abgeworben wurden, sondern es auch keinen gemeinsamen Kampf und keine Solidarisierung gab. Die eigentlichen BlockiererInnen standen von gesellschaftlich relevanten Gruppen fast isoliert da, weshalb sie leichte Beute f\u00fcr Polizei und Medien waren.<\/p>\n<h4>Warum \u201eTrauerm\u00e4rsche\u201c so schei\u00dfe sind<\/h4>\n<p>Der Gro\u00dfteil der \u201eTrauerm\u00e4rsche\u201c findet im geschichtsrevisionistischen Zusammenhang statt. Angeblich sei in diesem Zusammenhang das Dritte Reich ausschlie\u00dflich Opfer der Alliierten gewesen, weil diese das Reich gnadenlos zerbombt h\u00e4tten. Dass Nazi-Deutschland allerdings den 2. Weltkrieg begonnen und Millionen von Menschen auf den Gewissen hatte, wird nicht nur gekonnt verschwiegen, sondern es wird sogar noch versucht, die Schuldfrage auf die Alliierten zu lenken. Die tausende zivilen Opfer, die auch auf \u201edeutscher\u201c Seite umkamen, werden nun von den Nazis f\u00fcr ihre Propaganda instrumentalisiert. Oft wird von den Nazis der Begriff \u201eBombenholocaust\u201c verwendet, welcher den eigentlichen Holocaust relativieren und die Konterangriffe der Alliierten d\u00e4monisieren soll. Auf solchen Aufm\u00e4rschen sammeln sich allerdings nicht nur klassische Nazis aus der NPD, den Kameradschaften oder \u201eAutonome\u201c Nationalisten, sondern es tummeln sich dort allerhand Menschen, unter anderem Verschw\u00f6rungstheoretiker und Anh\u00e4nger rassistischer Volksgemeinschaften, und Gruppen aus Vertriebenenverb\u00e4nden, Heimatverb\u00e4nden und anderen rechtskonservativen Organisationen. Sie fordern ein neues Reich in den Grenzen von 1937 zur\u00fcck. Die \u201eTrauerm\u00e4rsche\u201c dienen besonders als Schmelztiegel des neonazistischen Spektrums, wo man sich nicht nur ausgetauscht kann, sondern auch gemeinsame Erfolge zu erk\u00e4mpfen versucht. Daher ist es umso bezeichnender, dass sich Vertreter der \u201efreiheitlich-demokratischen Grundordnung\u201c bzw. \u201eb\u00fcrgerlich-demokratischen Mitte\u201c inhaltlich wie auch \u00f6rtlich meist nur wenig entfernt in die gleiche Kerbe schlagen, um den Opfermythos aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<h4>Aktivierungskonferenz<\/h4>\n<p>Am 27.10 fand die Aktivierungskonferenz des B\u00fcndnisses Magdeburg Nazifrei in der Hochschule Magdeburg statt. Es fanden sich 70 TeilnehmerInnen ein, die gr\u00f6\u00dftenteils aus Sachsen-Anhalt waren. Neben Workshops zur Extremismustheorie mit Prof. Wippermann (FU Berlin) und NSU (Markus Bernhardt, Journalist) fanden auch Kurse zur Selbstverteidigung und Rechtsgrundlagen sowie Aufkl\u00e4rung \u00fcber die \u00f6rtliche Naziszene und den Geschichtsrevisionismus statt. Getragen wurde die Konferenz besonders von \u00f6rtlichen Antifaschisten, Studenten, FAU, Linksjugend Solid und Linke.SDS. Abgesehen von der Vorbereitung der Resolution und der Podiumsdiskussion zum Abschluss unter anderem mit Axel Roth vom B\u00fcndnis Dresden Nazifrei, gab es kaum Diskussionsm\u00f6glichkeiten, wie man taktisch bisher bestehende Grenzen \u00fcberwinden kann, besonders im Umgang mit dem b\u00fcrgerlichen \u201eAntifaschismus\u201c. Die Forderung nach einer Mobilisierungsveranstaltung f\u00fcr GewerkschafterInnen konnte nur unverbindlich durchgesetzt werden. Negativ aufgefallen ist bei der Konferenz besonders die MLPD. Nachdem MLPDler schon im ersten Workshop (Extremismustheorie) ein sehr aufbrausendes Verhalten an den Tag legten, den Dozenten und Teilnehmern st\u00e4ndig ins Wort fielen und diese sogar noch teilweise pers\u00f6nlich angriffen, verlie\u00dfen sie nach dem ersten Workshop die Konferenz. Trotz Nachholbedarfs wurden die ersten wichtigen Schritte getan. Insgesamt war die Konferenz aber ein Erfolg.<\/p>\n<h4>Wie muss es weiter gehen?<\/h4>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass das Interesse von AntifaschistInnen au\u00dferhalb Sachsen-Anhalts an der Konferenz sehr gering war. Hier m\u00fcssen in den umliegenden Bundesl\u00e4ndern Mobilisierungsveranstaltungen organisiert und Konzepte vom B\u00fcndnis Dresden Nazifrei aufgegriffen werden. Hierbei ist es wichtig, dass diese Veranstaltungen in Kooperation mit \u00f6rtlichen Kulturzentren und Gewerkschaften stattfinden, um eine breite und starke Mobilisierung zu erreichen. Au\u00dferdem ist es sehr wichtig, zu versuchen Busse bereitzustellen, sonst werden bereits viele AntifaschistInnen von der Polizei auf Bahnh\u00f6fen abgefangen und umgeleitet. Besonders Gewerkschaften und DIE LINKE sind hier in der Pflicht. Abgesehen davon, dass Nazis seit 1933 f\u00fcr unz\u00e4hlige Morde an Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter verantwortlich sind, versuchen sie auch noch die soziale Frage den Linken abzunehmen und sie v\u00f6lkisch-nationalistisch aufzuladen. Gerade in Krisenzeiten, in denen der Sozialstaat noch mehr als schon ohnehin abgebaut wird (besonders wegen der \u201eSchuldenbremse\u201cund \u201eHartz 4\u201c), nutzen die Faschisten die sozialen \u00c4ngste und N\u00f6te der Menschen zu Propagandazwecken aus. Besonders in Ungarn und Griechenland ist die Gefahr gro\u00df. In Ungarn beispielsweise hat sich die Jobbik zur drittgr\u00f6\u00dften Partei mit nationalistischen Forderungen und Propaganda gegen Juden, Sinti und Roma vorgek\u00e4mpft. W\u00e4hrend die paramilit\u00e4rische \u201eUngarische Garde\u201c Jagd auf Sinti, Roma, Juden und Linke macht, schaut der Staat nicht nur zu, sondern l\u00e4sst den Beschluss von rassistischen Gesetzen durch die rechtskonservative Regierung von Orban zu. Zeitgleich konnte infolge der Durchf\u00fchrung des sozialen Kahlschlags in Griechenland die \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c, welche der NSDAP sehr \u00e4hnelt, innerhalb von zwei Jahren ihren Zuspruch von vier auf 15 Prozent steigern. Massiv dazu beigetragen hatte nicht nur der Rassismus, der von b\u00fcrgerlichen Parteien durch staatliche Medien verbreitet wurde, sondern auch die sektiererische und nationalistische Haltung der stalinistischen KKE (die eine aktive Massenbasis innehat), was die antifaschistische und die Arbeiterbewegung schw\u00e4chte. Statt die \u00dcbergriffe und die faschistische Propaganda etc. zu stoppen, toleriert der b\u00fcrgerliche Staat nicht nur die Nazis, sondern unterst\u00fctzt sie auch mit Geldern, rassistischer Hetze, Standortlogik und Genehmigungen von \u00f6ffentlichen Aktionen. F\u00fcr die Kapitalisten sind die Faschisten ein probates Mittel, um eine selbstbewusste Arbeiterbewegung inhaltlich und physisch anzugreifen und zu zerschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn sie marschieren werden wir blockieren!<\/p>\n<ul>\n<li>Aufruf unterzeichnen!<\/li>\n<li>An das B\u00fcndnis spenden!<\/li>\n<li>Nach Magdeburg mobilisieren!<\/li>\n<li>F\u00fcnf Freunde mitnehmen und erfolgreich die Nazis blockieren!<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.magdeburg-nazifrei.com\">Homepage Magdeburg Nazifrei<\/a><\/p>\n<p><a href=\"www.facebook.com\/magdeburg.blockt\">Facebook Magdeburg Nazifrei<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_24\/Stoppt-Nazis-und-Rassisten.html\">Brosch\u00fcre \u2013 Stoppt Nazis und Rassisten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"www.papyrossa.de\/sites_buchtitel\/gebhardt_volksgemeinschaft.htm\">Buch \u2013 Volksgemeinschaft statt Kapitalismus? Zur sozialen Demagogie der Nazis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der Aktivierungskonferenz<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22841,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22840"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22840"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22840\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}