{"id":22707,"date":"2012-11-02T20:21:40","date_gmt":"2012-11-02T19:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=22707"},"modified":"2012-11-02T20:23:29","modified_gmt":"2012-11-02T19:23:29","slug":"sandy-hinterlaesst-dutzende-von-toten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/11\/sandy-hinterlaesst-dutzende-von-toten\/","title":{"rendered":"\u201eSandy\u201c hinterl\u00e4sst Dutzende von Toten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22708\" aria-describedby=\"caption-attachment-22708\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-22708\" title=\"sandy\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/sandy-e1351884023595.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22708\" class=\"wp-caption-text\">http:\/\/www.flickr.com\/photos\/shankbone\/, CC BY 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Folgen des Hurrikans zeigen, wie die Beh\u00f6rden von Konzerninteressen dominiert werden<\/strong><\/p>\n<p>Der gigantische Hurrikan \u201eSandy\u201c, der auch als \u201eFrankenstorm\u201c firmiert, hat im Nordwesten der USA tausende Menschen ihrer Bleibe beraubt, Millionen von Menschen entkr\u00e4ftet und mehr als 70 Menschenleben gefordert. Sch\u00e4tzungen gehen bisher davon aus, dass die Sch\u00e4den sich auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar belaufen k\u00f6nnten, womit \u201eSandy\u201c die gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4den angerichtet hat, die es in der Geschichte der USA je gab.<\/p>\n<p><em>von Pete Ikeler, \u201eSocialist Alternative\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in den USA), New York<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sowohl Obama als auch Romney jede Erw\u00e4hnung des Ph\u00e4nomens Klimawandel im Wahlkampf vermeiden, betrachten Millionen von Menschen diesen Hurrikan als weitere ernste Warnung. Heftige und extreme Wetterph\u00e4nomene nehmen zu. Und wenn wir uns nicht \u00fcber den Widerstand der Konzerne hinwegsetzen, die sich beharrlich gegen einen Umbau des Energiesektors weigern, werden die arbeitenden Menschen einen immer h\u00f6her werdenden Preis an Todesopfern und Zerst\u00f6rung zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie auch im Fall des Hurrikans \u201eKatrina\u201c muss die Verantwortung f\u00fcr dieses Desaster ganz klar dem kapitalistischen System und dessen Politikern zugeschoben werden, die stets im Interesse der Konzerne handeln. Im Jahr 2005, als \u201eKatrina\u201c die Wohnviertel der Arbeiterklasse in New Orleans verw\u00fcstete, wurde die emp\u00f6rend langsame Reaktion darauf richtiger Weise als Beleg f\u00fcr die v\u00f6llige Inkompetenz des damaligen Pr\u00e4sidenten Bush gesehen. Hinzu kam, dass \u2013 wie es der Rapper Kanye West beschrieb, er (Bush) \u201esich nicht um Schwarze schert\u201c.<\/p>\n<p>Dieses Mal war Obama unter dem Druck des Kopf-an-Kopf-Rennen im Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf um einiges schneller. Selbst der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, ein ber\u00fcchtigter Hardliner der \u201eRepublikaner\u201c, dankte Obama f\u00fcr seine \u201ehervorragende Leistung\u201c und \u201eUnterst\u00fctzung\u201c. Dabei spiegelt ein ernsthafter und genauerer Blick auf die Leistungen der \u201eDemokraten\u201c ein anderes Bild: In den letzten beiden Jahren hat der Kongress die Zuweisungen f\u00fcr die FEMA, die f\u00fcr den Katastrophenschutz zust\u00e4ndig ist, um 43 Prozent gek\u00fcrzt (\u201eNew York Times\u201c, 27. August 2012). Gerechtfertigt wurde dies mit der von beiden Parteien getragenen Reduzierung der Bundesschulden. Beide Parteien wollen den Haushalt durch K\u00fcrzungen bei den grundlegenden Versorgungsleistungen wieder ins Gleichgewicht bringen. Dabei wurde das Defizit haupts\u00e4chlich durch die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie die \u201eBankenrettungen\u201c der Wall Street und der Autokonzerne verursacht, was die SteuerzahlerInnen Billiarden kostet. Nur, um einen kleinen Geschmack davon zu geben, was das bedeutet: Einem lebenswichtigen Fonds wird Geld verweigert, dessen Aufgabe darin besteht, Menschenleben zu sch\u00fctzen und die Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen wieder herzustellen, die diesen durch eine Naturkatastrophe oder eine Krise zerst\u00f6rt wurde. Und stattdessen wird genau dieses Geld den Chefetagen der Konzerne und milit\u00e4rischen Vertragspartner \u00fcberreicht!<\/p>\n<p>K\u00fcrzungen<\/p>\n<p>Einige VertreterInnen der Linken werden einwenden, dass dies allein den \u201eRepublikanern\u201c zu zu schreiben ist. Richtig ist, dass die Haushaltsvorschl\u00e4ge von Romney und seinem Kandidaten f\u00fcr das Amt des Vizepr\u00e4sidenten, Ryan, bedeuten w\u00fcrden, dass der FEMA 2013 bis zu 40 weitere Prozent genommen werden. Obama schl\u00e4gt unterdessen vor, der FEMA weitere drei Prozent zu streichen (in Addition zu den enormen K\u00fcrzungen, die seit 2010 bereits durchgesetzt wurden). Das ist die Logik vom kleineren \u00dcbel. Manch andereR nennt es auch die Strategie vom \u201eguten und vom b\u00f6sen Bullen\u201c. Die \u201eRepublikaner\u201c wollen au\u00dferordentliche K\u00fcrzungen bei der Daseinsvorsorge, und schon schlagen die \u201eDemokraten\u201c geringere K\u00fcrzungen vor. Deshalb werden Letztere als die \u201efortschrittlicheren\u201c dargestellt. Dieselbe Logik wurde den arbeitenden Menschen auferlegt, als die von den Forderungen ihrer Wahlkampfspender aus der Versicherungsbranche geleiteten \u201eDemokraten\u201c von den Pl\u00e4nen f\u00fcr eine in der Bev\u00f6lkerung auf Zustimmung sto\u00dfende \u201eOption f\u00fcr die \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge\u201c in Form einer neuen Gesundheitsgesetzgebung wieder abr\u00fcckten und sich dabei hinter dem angeblich \u201eunnachgiebigen\u201c Widerstand der \u201eRepublikaner\u201c versteckten.<\/p>\n<p>In einer Epoche ansteigender Temperaturen und Meeresspiegel mit zunehmenden und heftigen Wetterkapriolen (dazu z\u00e4hlen auch eine Reihe der j\u00fcngsten Tornados unter anderem in New York!) sollte einer Organisation wie der FEMA keine K\u00fcrzung widerfahren, sondern stattdessen umfangreich ausgeweitet und viel besser ausgestattet werden!<\/p>\n<p>Arbeitende Menschen sehen einer d\u00fcsteren Zukunft mit unn\u00f6tigen Katastrophen entgegen, die aus der kapitalistischen Abh\u00e4ngigkeit von Klima ver\u00e4ndernden Fossilen Brennstoffen heraus entstehen,. Das bedroht unsere Sicherheit an Leib und Leben und unsere Lebensgrundlagen. Eine wirksame, mit Mitteln der \u00f6ffentlichen Hand finanzierte und demokratisch kontrollierte Katastrophenschutz-Beh\u00f6rde ist das Mindeste, was wir brauchen. Abgesehen davon muss die marode Infrastruktur der besonders gef\u00e4hrdeten K\u00fcstenregionen erneuert werden, um einen derartigen Schaden und den Verlust von Menschenleben zu verhindern. Dieser Punkt wurde \u00fcbrigens auch vom New Yorker Gouverneur Cuomo angebracht, wobei unwahrscheinlich ist, dass daran weiter gearbeitet wird.<\/p>\n<p>In New York City erreicht der Mangel an Investitionen in die Infrastruktur der Stadt (Wasser- und Abwasserversorgung, Energiesektor, Massenverkehr, Stra\u00dfen und Br\u00fccken) einen kritischen Punkt. Wie in New Orleans seit 2005 der Fall werden die Folgen dieses Investitionsmangels zu einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Anteil auf die Armen und die Arbeiterklasse der Stadt abgeladen.<\/p>\n<p>KlimaforscherInnen haben nun schon seit Jahrzehnten Warnungen ver\u00f6ffentlicht, doch dieselbe, am Profit orientierte Politik, die unsere \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge aushungern und unsere Infrastruktur unterfinanziert l\u00e4sst, steht dringend ben\u00f6tigten Investitionen in erneuerbare Energien im Wege. Echte, nachhaltige Investitionen in dem daf\u00fcr n\u00f6tigen Umfang k\u00f6nnen nur erreicht werden, wenn mit dem Kapitalismus gebrochen wird, dieses Wirtschaftssystem ersetzt wird durch demokratische Planung des Einsatzes der weltweiten Ressourcen und Technologien.<\/p>\n<p>Kapitalistische Politiker \u2013 egal, ob \u201eRepublikaner\u201c oder \u201eDemokraten\u201c, haben bewiesen, dass sie vollkommen unf\u00e4hig sind, dieses Probleme anzugehen. Aufgrund der Wahlkampffinanzierung sind sie den Banken und privaten Unternehmen vollkommen verhaftet, zu denen auch die Energiekonzerne z\u00e4hlen. F\u00fcr deren Konzerninteressen sind sie die Sprachrohre.<\/p>\n<p>Die Tageszeitung \u201eNew York Times\u201c gab vor kurzem eine Sch\u00e4tzung heraus, wonach der diesj\u00e4hrige Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf die neue Rekordsumme von grob zwei Milliarden US-Dollar kosten wird. Diese Summe verteilt sich auf \u201eRepublikaner\u201c und \u201eDemokraten\u201c und stammt in erster Linie von Konzernen, die als Spender auftreten. Die kapitalistischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten brauchen heute nahezu eine Milliarde US-Dollar, um \u00fcberhaupt zur Wahl antreten zu k\u00f6nnen. Und das nur, um Programmen wie der FEMA K\u00fcrzungen aufzuerlegen, wenn sie einmal gew\u00e4hlt sind! Die Antwort auf diese qu\u00e4lende Logik darf nicht sein, \u201ebei der Wahl die Nase zu zu halten\u201c und immer wieder die \u201eDemokraten\u201c zu w\u00e4hlen, die ja auch f\u00fcr K\u00fcrzungen stehen. Stattdessen sollten wir alle uns zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel einsetzen, um beide kapitalistischen Parteien herauszufordern. Das hei\u00dft, dass wir Massenproteste und direkte Aktionen organisieren und eine unabh\u00e4ngige Massenpartei gr\u00fcnden m\u00fcssen, die gegen K\u00fcrzungen eintritt und die Diktatur der Wall Street und der Konzerne herausfordert.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Epoche des Katastrophen-Kapitalismus. Nach \u201eSandy\u201c wird es nur noch weiter dazu kommen, dass die Konzerne unsere staatlichen Institutionen dominieren. Man stelle sich nur die Auswirkungen vor, wenn wir arbeitenden Menschen unsere eigene Partei h\u00e4tten, die daf\u00fcr ins Rennen z\u00f6ge, dem Ganzen eine finanziell ausreichend ausgestattete Antwort entgegen zu setzen. Dar\u00fcber k\u00f6nnte eine Infrastruktur an Sicherheitsma\u00dfnahmen geschaffen und dem katastrophalen Marsch des Kapitalismus in Richtung Klimawandel und gesellschaftlichem Kollaps, den dieser mit sich bringen wird, begegnet werden. Es kann nicht klarer gemacht werden als jetzt durch \u201eSandy\u201c, wie dringend n\u00f6tig es ist, dass wir damit anfangen, eine solche Bewegung zu organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Folgen des Hurrikans zeigen, wie die Beh\u00f6rden von Konzerninteressen dominiert werden<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22708,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[118,42],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22707"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22707"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22707\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}