{"id":22704,"date":"2012-11-05T11:53:23","date_gmt":"2012-11-05T10:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=22704"},"modified":"2012-11-02T12:04:06","modified_gmt":"2012-11-02T11:04:06","slug":"bergarbeiterstreik-in-suedafrika-dauert-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/11\/bergarbeiterstreik-in-suedafrika-dauert-an\/","title":{"rendered":"Bergarbeiterstreik in S\u00fcdafrika dauert an"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22314\" title=\"201210AT_c\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/201210AT_c-e1350379118264.jpg 1185w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Gespr\u00e4ch mit Hoshoko Letshoba, einem f\u00fchrenden Organisator der Bergleute<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Blutbad an der Mine des Unternehmens \u201eLonmin\u201c im s\u00fcdafrikanischen Marikana vor zwei Monaten gibt es neue, schockierende und absto\u00dfende Nachrichten. Die entsetzlichen Attacken auf die streikenden Bergleute gehen weiter. Am Dienstag, dem 30. Oktober, setzte die Polizei an der Grube Thembelani, die dem Konzern \u201eAnglo American Platinum\u201c (Amplats) geh\u00f6rt, aus n\u00e4chster N\u00e4he Gummigeschosse und Tr\u00e4nengas ein. Bei diesem Angriff handelte es sich um den Versuch des Bergbaukonzerns Amplats, die streikenden Bergleute zur\u00fcck an die Arbeit zu bringen. Nebenbei wurde ihnen noch eine allzu kleine Karotte in Form von 2.000 s\u00fcdafrikanischen Rand (etwa 170 Euro) als \u201eBelohnung\u201c vor die Nase gehalten.<\/p>\n<p>Die ArbeiterInnen hatten ein Abkommen zwischen Amplats und den Gewerkschaften \u2013 darunter auch die Bergarbeitergewerkschaft \u201eNational Union of Mineworkers\u201c (NUM) \u2013 abgelehnt. Amplats hatte zuvor 12.000 Besch\u00e4ftigte entlassen. Als die Bergleute, die entschlossen und organisiert sind, nicht den R\u00fcckzug antraten, suchten die Konzernoberen nach einem anderen Weg, mit ihrer brutalen Ausbeutung der Belegschaft fortfahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hoshoko Letshoba, ein f\u00fchrender Organisator der Bergleute, sprach mit \u201eThe Socialist\u201c und erkl\u00e4rte, dass die BergarbeiterInnen entschlossen sind, ihren Kampf f\u00fcr die \u201eMindest\u201c-Forderung nach einem Lohn in H\u00f6he von 12.500 Rand (1.100 Euro) fortzusetzen. Dabei beschrieb er auch einige Vorgehensweisen, mit denen die BergarbeiterInnen eingesch\u00fcchtert werden sollen: So sind beispielsweise rund 500 der KollegInnen unter konstruierten Anschuldigungen verhaftet worden. Hoshoko ist Mitglied des \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c (DSM), der Schwesterorganisation der SAV in S\u00fcdafrika, und wird einer der HauptrednerInnen bei der Veranstaltung \u201eSocialism 2012\u201c in Gro\u00dfbritannien sein, die die \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV in England und Wales) ausrichtet.<\/p>\n<h4>Die NUM-F\u00fchrung<\/h4>\n<p>\u00dcberall auf der Welt waren ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen schockiert dar\u00fcber, welche Rolle die NUM-F\u00fchrung bei den Ereignissen von Marikana gespielt hat. Aber auch danach war die NUM-Spitze erneut an Versuchen beteiligt, den Streik auszuh\u00f6hlen und die Kontrolle zur\u00fcck zu erlangen. So wurde am vergangenen Samstag beispielsweise in der Bergbauregion um Rustenburg eine Kundgebung versucht zu veranstalten, mit der man einfach provozieren wollte. Zwei Arbeiter wurden bei den Zusammenst\u00f6\u00dfen, zu denen es daraufhin wie zwangsl\u00e4ufig zwischen streikenden ArbeiterInnen auf der einen und Gewerkschaftsvertretern sowie der Polizei auf der anderen Seite kommen musste, mit scharfer Munition beschossen.<\/p>\n<p>Wie das DSM erkl\u00e4rt: \u201eDie NUM-F\u00fchrung stand in diesem Klassen-Konflikt auf der anderen Seite der Barrikaden. Sie arbeitete aktiv mit den Bergbauchefs zusammen, machte die Forderungen und Aktionen ihrer eigenen Mitglieder herunter und rief den ANC um Hilfe, den Streik zu beenden, und die Polizei, sie m\u00f6ge ihn zerschlagen.\u201c<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur \u201eReuters\u201c kommentiert dazu: \u201eDie Streiks haben das Augenmerk auf die fortdauernde krasse Einkommensungleichheit in S\u00fcdafrika gelenkt und auf das Versprechen des &#8218;African National Congress&#8216; (ANC) eines Nelson Mandela, &#8218;ein besseres Leben f\u00fcr alle&#8216; schaffen zu wollen. Dieses Motto wurde nach dem Ende der Herrschaft der wei\u00dfen Minderheit als Ziel ausgegeben.\u201c &#8211; Dasselbe gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr COSATU, den Gewerkschaftsdachverband.<\/p>\n<p>Hoshoko berichtete, dass die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Aufbau einer neuen Massenpartei der Arbeiterklasse zunimmt. SprecherInnen des DSM machten sich daf\u00fcr stark, einen neue Regierung aufzubauen, die die Bergwerke, die Banken und den Grundbesitz verstaatlicht. Mametlwe Sebei, ein f\u00fchrendes Mitglied des DSM, wird in der s\u00fcdafrikanischen Presse zitiert, wie er sagt: \u201eWir haben eine Grenze markiert.\u201c Als er bei einer Massenversammlung der Besch\u00e4ftigten des Konzerns \u201eAngloGold Ashanti\u201c sprach, sagte er: \u201eWir bauen eine sozialistische Alternative auf\u201c. Auf die Frage einer s\u00fcdafrikanischen Regionalzeitung antwortete Thamsanqa Dumezweni, der ebenfalls Mitglied des DSM ist: \u201eDie ArbeiterInnen haben nur ihre K\u00f6pfe und ihre H\u00e4nde, die sie verkaufen k\u00f6nnen. Dies ist eine Revolution gegen den Kapitalismus.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gespr\u00e4ch mit Hoshoko Letshoba, einem f\u00fchrenden Organisator der BergarbeiterInnen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22314,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22704"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22704\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}