{"id":22312,"date":"2012-10-16T17:02:55","date_gmt":"2012-10-16T15:02:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialismus.info\/?p=22312"},"modified":"2012-10-18T12:58:57","modified_gmt":"2012-10-18T10:58:57","slug":"landesweites-streik-komitee-in-suedafrika-gegruendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/10\/landesweites-streik-komitee-in-suedafrika-gegruendet\/","title":{"rendered":"Landesweites Streik-Komitee in S\u00fcdafrika gegr\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22326\" title=\"Foto: Jonathan H. Pienaar http:\/\/jonathanpienaar.wordpress.com\/\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410-e1350393468615-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410-e1350393468615-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410-e1350393468615-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410-e1350393468615-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-15-cfakepathmandy-saturday-subbedm-706-410-e1350393468615.jpg 593w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><strong>Der \u201eDaily Maverick\u201c, ein s\u00fcdafrikanisches Online-Nachrichtenportal, berichtete mit einem Artikel von Mandy De Waal ausf\u00fchrlich von der Pressekonferenz des Treffens der s\u00fcdafrikanischen BergarbeiterInnen und auch \u00fcber die Reaktion der gr\u00f6\u00dften Bergarbeitergewerkschaft NUM:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"margin: 0; margin-right: 10px; border: 2px solid #000000; padding: 0em 1em 1em 1em; background-color: #c0c0c0;\">\n<p><strong>Dieses Wochenende trafen sich in Marikana fast einhundert Streikf\u00fchrer der wilden Streiks in den Bergwerken der Provinzen North West, Gauteng, Mpumalanga und Limpopo. Die w\u00e4hrend dieses Treffens beschlossenen Resolutionen beinhalten unter anderem die Intensivierung der Bergarbeiterstreiks, die Ausweitung der Arbeitsk\u00e4mpfe, ein Programm zur Besetzung der Sch\u00e4chte und den Aufruf zu einem landesweiten Generalstreik. In einer ersten Reaktion winkte die NUM ab und tat die Drohung durch Arbeiter, die landesweit den Hammer fallen lassen, mit einem m\u00fcden L\u00e4cheln ab. Das hinderte sie aber nicht daran, weiterhin die Polizei dazu aufzufordern, ihre Vorgehensweise zu verst\u00e4rken. All dies geschieht, da Pr\u00e4sident Jacob Zuma am Freitagabend ein Krisentreffen einberufen hat, an dem die Regierung, Vertreter der Gewerkschaften und Arbeitgeber teilnahmen, um den \u201eangreifbaren Zustand der Wirtschaft\u201c zu diskutieren.<\/strong> Von MANDY DE WAAL<\/p>\n<p>Am Samstag, dem 13. Oktober, wehrte sich die Sonne trotzig gegen die grauen Wolken und schien auf die Bergleute hernieder, die sich im RDP-Wohnprojekt von Marikana, keine drei Kilometer von dem Ort entfernt, an dem das Blutbad stattfand, zusammengefunden hatten. Sowohl aus den nahe gelegenen Bergwerken der Konzerne \u201eAnglo Platinum\u201c (dem weltgr\u00f6\u00dften Platinf\u00f6rderer), \u201eNortham Platinum\u201c, \u201eSamancor\u201c, \u201eRoyal Bafokeng Platinum\u201c wie auch aus den weiter entfernt liegenden Minen in Carletonville (Gauteng) und Burgersfort (Limpopo) waren Streikf\u00fchrer gekommen.<\/p>\n<p>Rund einhundert Arbeiter, Sozialisten und Aktivisten sa\u00dfen auf Mauersteinen, Kunststoffst\u00fchlen oder den Bruchsteinen, die an ein leer stehendes Geb\u00e4ude angrenzten. Alle Augen richteten sich auf Evans Ramokga, den Streikorganisator aus einer Mine von \u201eAnglo American Platinum\u201c (Amplats), einer Tochterfirma von \u201eAnglo American\u201c. Dieser Konzern ist sowohl im LSE als auch im JSE (britischer bzw. s\u00fcdafrikanischer Aktienindex; Anm. d. \u00dcbers.) gelistet.<\/p>\n<p>\u201eDie NUM (National Union of Mineworkers) wird niemals gewinnen. Wir m\u00fcssen zu den Minen Harmony und Doornkop in Soweto gehen. Wir m\u00fcssen sie alle mobilisieren\u201c, sagte Ramokga in einem ganzen Gemisch aus unterschiedlichen Sprachen. \u201eUnser erstes Ziel sind die Platinminen, aber die Goldbranche muss denselben Weg gehen.\u201c<\/p>\n<p>Ramokga ist eine sprachgewandte und charismatische Person mit leidenschaftlicher \u00dcberzeugung. Um ihn herum sa\u00df eine vornehmlich m\u00e4nnlich besetzte Menge von Arbeitern, die seine Rede immer wieder damit unterbrach, dass sie die F\u00e4uste in die H\u00f6he streckte und laut ausrief: \u201eAmandla!\u201c (Ausruf aus der Zeit des Anti-Apartheid-Kampfes, der in den Sprachen Zulu bzw. Xhosa \u201eMacht\u201c oder \u201eKraft\u201c bedeutet; Anm. d. \u00dcbers.).<\/p>\n<p>\u201eHaltet euch immer wieder vor Augen, dass die NUM sich gegen euch als die F\u00fchrung dieser Streiks wenden wird. Aber wir m\u00fcssen wie die eigentlichen Anf\u00fchrer handeln. Wenn ein Polizeihubschrauber auftaucht, d\u00fcrfen wir nicht ver\u00e4ngstigt wegrennen. &#8211; Als K\u00f6pfe der Streiks m\u00fcssen wir unsere Stellung behaupten. Wir m\u00fcssen fest und unerschrocken bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Dies war das erste Streiktreffen, dass im Platin-G\u00fcrtel von Rustenburg abgehalten wurde, um eine derart gro\u00dfe und repr\u00e4sentative Teilnehmerzahl mit Besch\u00e4ftigten der Bergbauindustrie zustande zu bekommen. Solidarit\u00e4tsschreiben und Entschuldigungsbriefe, da eine Teilnahme nicht m\u00f6glich war, kamen von Streikf\u00fchrer und Arbeitern bei den Unternehmen \u201eImpala Platinum\u201c und aus Bergwerken rund um Klerksdorp.<\/p>\n<p>Ebenfalls anwesend (und neben den \u00f6rtlichen Sozialisten und Aktivisten sitzend) war Alec Thraves von der linksradikalen \u201eSocialist Party\u201c (aus England und Wales). Thraves ist auch Mitglied des trotzkistischen \u201eCommittee for a Workers&#8216; International\u201c. \u201eIch glaube nicht, dass der ANC die Bergarbeiter oder die Arbeiter allgemein vertritt\u201c, sagte Thraves, \u201esie stehen auf der Seite der Konzerne und deren Chefetagen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Welt sieht auf die Bergleute in S\u00fcdafrika, die Welt unterst\u00fctzt die Bergleute und ich w\u00fcnsche mir, dass die Bergleute wie die ganze Arbeiterklasse einen Sieg davontragen. Dass kann nur im Sozialismus Realit\u00e4t werden. Wir m\u00fcssen dieses stinkende, verfaulte, kapitalistische System loswerden und sicherstellen, dass es zu einer sozialistischen Gesellschaft kommt, in der Bergleute und andere Arbeiter eine angemessene Zukunft haben\u201c, sagte Thraves.<\/p>\n<p><em>Sehen Sie sich die Rede von Alec Thraves von der linksradikalen \u201eSocialist Party\u201c (aus England und Wales) an, die er in Marikana gehalten hat:<\/em><\/p>\n<p align=\"center\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/5D-Sq7RMf5U\" frameborder=\"0\" width=\"480\" height=\"360\"><\/iframe><\/p>\n<p>Der britische Sozialist, der erg\u00e4nzte, dass das \u201eCommittee for a Workers&#8216; International\u201c (CWI) in 45 L\u00e4ndern rund um den Globus f\u00fcr Unterst\u00fctzung durch die jeweiligen Gewerkschaften f\u00fcr die vorgeschlagenen Massenaktionen in S\u00fcdafrika sorgen will, erhielt Beifallsst\u00fcrme.<\/p>\n<p>Viele weitere Streikf\u00fchrer h\u00e4tten sich gerne noch an die TeilnehmerInnen gewandt, doch Mametlwe Sebei, Mitglied des koordinierenden Streikkomitees, der auch Sprecher des s\u00fcdafrikanischen \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c (DSM) ist, musste auf den knappen Zeitplan hinweisen.<\/p>\n<p>Eine geplante Pressekonferenz verz\u00f6gerte sich und Sebei beeilte sich, die Resolutionen vorzustellen, die das Streikkomitee vorbereitet hatte. Darin enthalten war eine Entscheidung \u00fcber die Intensivierung der Streiks in der Platinbranche, die Ausweitung der Streiks auf die Goldbranche und dar\u00fcber hinaus, die Besetzung von F\u00f6rdersch\u00e4chten und der Aufruf zu einem landesweiten Generalstreik. Auch die Verstaatlichung und die Gr\u00fcndung einer neuen sozialistischen Partei standen auf dem Programm.<\/p>\n<p>\u201eKeine Drohkulisse oder der Tod k\u00f6nnen uns stoppen. Wir sind entschlossen, den (Bergarbeiter-)Streik fortzusetzen\u201c, sagte Sebei, der ein Programm vorstellte, mit dem die Streikma\u00dfnahmen intensiviert werden sollen und ein landesweit geltender Mindestlohn f\u00fcr die Industrie von 12.500 s\u00fcdafrikanischen Rand (rund 1.100 Euro) erreicht werden soll.<\/p>\n<p>\u201eDer Kampf wird ausgeweitet, und wir bitten alle ArbeiterInnen, sich auf einen landesweiten Generalstreik vorzubereiten\u201c, erkl\u00e4rte Sebei. \u201eWir rufen dazu auf, in allen Regionen und allen Branchen Solidarit\u00e4tskomitees zu gr\u00fcnden. Die Konzernchefs, die Regierung und die tripartite alliance werden zusammenarbeiten, um die Streikenden zu brechen \u2013 notfalls auch blutig. Aber kein Angriff wird uns abschrecken \u2013 egal, wie lange und schwerwiegend er sein mag\u201c, sagte er. [tripartite alliance = politische Allianz zwischen Regierungspartei ANC, Gewerkschaftsbund COSATU und \u201eS\u00fcdafrikanischer Kommunistischer Partei\u201c (SACP); Anm. d. \u00dcbers.]<\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu: \u201eWas vom Abstimmungsergebnis dieses Treffens hier ausgeht, ist, dass wir eine Regierung brauchen, die keine Soldaten schickt und keine Polizei schickt, um die Konzernchefs zu unterst\u00fctzen und die Bergleute anzugreifen. Wir brauchen in diesem Land eine Regierung, die aus Arbeitern besteht, eine Regierung, die die Arbeiter vertritt und die die Belange der Arbeiter ins Parlament tr\u00e4gt, um endlich sicherzustellen, dass die Gesetze in diesem Land im Interesse der Menschen aus der Arbeiterklasse und im Interesse der armen Menschen gemacht werden\u201c.<\/p>\n<p><em>Sehen Sie sich die Rede von Mametlwe Sebei an, der in Marikana bei einem Treffen von Streikf\u00fchrern der wilden Streiks zu einem landesweiten Generalstreik aufruft:<\/em><\/p>\n<p align=\"center\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/U4CVzts6SIQ\" frameborder=\"0\" width=\"480\" height=\"360\"><\/iframe><\/p>\n<p>Allerdings verh\u00f6hnt die \u201eNational Union of Mineworkers\u201c den Vorschlag eines landesweiten Generalstreiks. In einem Telefongespr\u00e4ch mit dem \u201eDaily Maverick\u201c sagte der NUM-Sprecher Lesiba Seshoka, dass das \u201eDemocratic Socialist Movement\u201c nichts mit den momentanen wilden Streiks zu tun habe und nicht in der Lage sei, einen landesweiten Generalstreik zu koordinieren.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube nicht, dass die Organisation (das DSM) wei\u00df, was sie tut. Wenn sie einen eint\u00e4gigen landesweiten Streik organisieren, der illegal sein wird, dann laufen sie Gefahr, wegen der Produktionsausf\u00e4lle von den Bergbauunternehmen verklagt zu werden, weil man einfach keinen illegalen Streik f\u00fchren darf\u201c, so Seshoka.<\/p>\n<p>\u201eWir als Gewerkschaften haben immer gesagt, dass wir nicht an illegalen Aktionen teilnehmen wollen. Ich denke nicht, dass das funktionieren wird. Es wird schiefgehen. Das wird \u2013 genau wie der Congress of the People \u2013 auf die Ebene des Politischen kommen. Und als es dazu kam, gab es einen Riesen-Dampf, aber wenn man sich ansieht, was die Democratic Socialists auch immer vorhaben zu tun, so macht das noch nicht einmal den Eindruck, wenigstens Dampf zu sein. Es ist unwahrscheinlich, dass das Erfolg haben wird\u201c, f\u00fcgte er hinzu. [Congress of the People = sozialliberale s\u00fcdafrikanische Partei, die 2008 von abtr\u00fcnnigen ANC-Mitgliedern gegr\u00fcndet wurde; Anm. d. \u00dcbers.]<\/p>\n<p>Seshoka entwarf ein komplexes Bild von Beweggr\u00fcnden, das Parteien haben, um, wie er meinte, eigentlich nur vollkommen eigenn\u00fctzige Interessen zu vertreten. \u201eEs gibt Menschen, die dieses Mittel zur Verstaatlichung nutzen wollen. Es gibt Menschen, die die Gewalt ausnutzen wollen, um Mitglieder zu gewinnen und neue Gewerkschaften zu gr\u00fcnden. Und es gibt viele Parteien, die die B\u00fchne betreten, weil sie hoffen, dass sie aus der Menge derer, die ver\u00e4rgert sind \u00fcber den ANC, eine Reihe neuer Mitglieder rekrutieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Der NUM-Sprecher forderte nicht nur f\u00fcr Marikana eine verst\u00e4rkte Polizeipr\u00e4senz, mit der, wie er sagte, in der Bergbaubranche Recht und Ordnung wiederhergestellt werden k\u00f6nnen. \u201eDie Polizei muss vor Ort sein, und sie muss in gr\u00f6\u00dferer Zahl vor Ort sein. Auch wenn sie jetzt vor Ort sind, werden sie die Schlacht gegen Kriminelle verlieren. Sie verlieren nicht die Schlacht gegen die Streikenden, aber gegen die Kriminellen. Diese Leute sind da, um Chaos zu stiften, um sicherzustellen, dass das Eigentum verbrannt wird, dass Menschen ermordet werden. Gesetzlosigkeit k\u00f6nnen wir nicht unterst\u00fctzen\u201c, sagte Seshoka.<\/p>\n<p>\u201eDer Streik ist illegal. Sie aber meinen, dass die Beteiligung an einem illegalen Streik sie nicht zu Kriminellen werden l\u00e4sst. Die Kriminalit\u00e4t beginnt da, wo Menschen Eigentum anz\u00fcnden, wo Menschen, die zur Arbeit gehen wollen, eingesch\u00fcchtert werden und verbrannt oder erschossen werden oder \u00e4hnliches\u201c, f\u00fchrte er aus.<\/p>\n<p>Seshoka warf dem DSM vor, opportunistisch zu sein und den wilden Streik f\u00fcr sich einnehmen zu wollen. \u201eDas DSM ist viel zu aufgeregt. Sie meinen, dass dies der k\u00fcrzeste Weg sei, um zur Verstaatlichung zu gelangen. Aber die NUM ist bekannt daf\u00fcr, dass sie die Zukunft S\u00fcdafrikas im Sozialismus sieht. Wenn man heute sagt, dass man morgen den Sozialismus will \u2013 wie will man das anstellen? Ist das \u00fcberhaupt innerhalb des rechtlichen Rahmens, den wir haben, m\u00f6glich?\u201c, fragte Seshoka.<\/p>\n<p>Die Streikf\u00fchrer trafen sich in Marikana trotz der Anordnung der Regierung, dass \u201eillegale Versammlungen entsprechend behandelt werden\u201c. Die Menschen, die in Marikana und Nkaneng leben, wissen allzu gut, dass damit der Einsatz von Tr\u00e4nengas und Gummigeschossen gemeint ist, was schon mehrere Todesopfer zur Folge hatte. Unter den Opfern war auch die Stadtr\u00e4tin des ANC, Paulina Masuhlo.<\/p>\n<p>Unter den Anwesenden waren auch Streikf\u00fchrer der \u201eAmplats\u201c-Minen und eine gro\u00dfe Gruppe von Arbeitern, die ein Ultimatum ihrer Bergwerksleitung ignoriert hatten und nun Widerspruch gegen die Entlassung von 12.000 Besch\u00e4ftigten einlegen wollen. \u201eWir haben letzte Woche die Entscheidung getroffen, dass die Arbeiter von Anglo Platinum keinen Widerspruch einlegen und sich nicht an einer disziplinarischen Untersuchung beteiligen werden. Wir sagen, dass wir von der Gesch\u00e4ftsleitung die Wiedereinstellung erwarten und nicht die Entlassung \u2013 aber unter den Bedingungen, die die Arbeiter auf den Tisch gelegt haben\u201c, sagte Sebei.<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigten bei \u201eAmplats\u201c, die einen wilden Streik begonnen haben, wollten eine Lohnerh\u00f6hung auf 16.000 s\u00fcdafrikanische Rand (rund 1.400 Euro) pro Monat. Das Wochenende brachte einen neue Forderung nach einem Mindestlohn f\u00fcr die Bergbauindustrie von 12.500 s\u00fcdafrikanischen Rand (rund 1.100 Euro). \u201eKein Arbeiter darf weniger ausgezahlt bekommen\u201c, sagte Sebei.<\/p>\n<p>Im Namen der Streikf\u00fchrer sagte Sebei, dass die Bergleute die Bergwerkssch\u00e4chte besetzten sollten, und rief die Wohn-Gemeinschaften dazu auf, diese Aktionen zu unterst\u00fctzen, indem sie Lebensmittel und Wasser vorbeibringen sollten. Die Entscheidung, auch mit Sit-In-Aktionen vor den Bergwerken zu beginnen, wurde ebenfalls zum Inhalt einer Resolution, die von den Streikf\u00fchrern und -koordinatoren im Verlauf des Treffens am Samstag beschlossen wurde, das von 10 Uhr vormittags bis 14.30 Uhr andauerte. Im Anschluss daran folgte eine Pressekonferenz, bei der Sebei die Resolutionen gegen\u00fcber SABC (s\u00fcdafrikanisches Fernsehen; Anm. d. \u00dcbers.], \u201eSunday Times\u201c, \u201eDaily Sun\u201c und anderen vertretenen Medien vorstellte.<\/p>\n<p>In einer \u00e4lteren Erkl\u00e4rung hatte \u201eAmplats\u201c verlautbaren lassen, dass die Produktion weiterhin unter 20 Prozent des Solls rangiere und dass die meisten Minen n\u00f6rdlich von Rustenburg nicht genug Personal h\u00e4tten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Aus der Erkl\u00e4rung geht hervor: \u201eInsgesamt sind in der Platinproduktion 67.000 Unzen verloren gegangen, was sch\u00e4tzungsweise 1,1 Milliarden Rand an ausgebliebenen Einnahmen entspricht. Der durchschnittliche Verlust in der Platinproduktion bel\u00e4uft sich auf 3.800 Unzen t\u00e4glich\u201c.<\/p>\n<p>Es ist nun zwei Monate her, dass der Platin-G\u00fcrtel von Gewalt heimgesucht wurde, wobei mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen sind, eine massive Krise f\u00fcr die Regierung Zuma entstanden ist und die Ratingagenturen \u201eMoody\u2019s\u201c wie auch \u201eStandard &amp; Poor\u201c mit Herabstufungen reagiert haben. Mit den Investoren im Nacken, so berichtet \u201eCity Press\u201c, setzt sich die Bergbau-Ministerin Susan Shabangu innerhalb des ANC daf\u00fcr ein, das Thema Verstaatlichung von der Tagesordnung f\u00fcr den Parteitag des ANC in Mangaung zu entfernen.<\/p>\n<p>\u201eIn einer Rede nach der Dringlichkeitssitzung zur verletzlichen Lage der Wirtschaft, zu der Pr\u00e4sident Jacob Zuma am Freitagabend Vertreter aus Regierung, Wirtschaft und von Gewerkschaften eingeladen hatte, sagte Shabangu, es w\u00fcrde &#8217;sehr schwer&#8216; werden, das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen\u201c, so der Bericht von \u201eCity Press\u201c (http:\/\/www.citypress.co.za\/Politics\/News\/Minister-tells-ANC-to-drop-nationalisation-20121013).<\/p>\n<p>Shabangu sagte gegen\u00fcber \u201eCity Press\u201c, es seien weniger die Streiks, die die Investoren \u201enerv\u00f6s\u201c machten, sondern vielmehr das Gerede \u00fcber Verstaatlichung und eine m\u00f6gliche Ausweitung der wilden Streiks. \u201eDer wichtigste Aspekt, wenn es um politische Fragen geht, ist, ob in Mangaung beschlossen wird, dass die Bergwerke verstaatlicht werden. Wir sind mit diesem Thema durch, aber die Investoren kommen immer wieder darauf zur\u00fcck\u201c, sagte Shabangu.<\/p>\n<p>Das Blatt zitierte den unabh\u00e4ngigen Finanzanalysten Ian Cruickshanks, der sagte, dass S\u00fcdafrika \u201enicht l\u00e4nger ein leuchtendes Beispiel f\u00fcr eine gut gef\u00fchrte Demokratie auf dem Kontinent\u201c ist und dass die Herabstufungen die Wirtschaft noch n\u00e4her an den Status bringen, der \u201enicht investieren\u201c hei\u00dft.<\/p>\n<p>Wird S\u00fcdafrika in der Lage sein, den verlorenen Glanz einer f\u00fcr Investoren attraktiven Volkswirtschaft wieder zu erlangen?<\/p>\n<p>Momentan gleicht die Bergbaubranche einem Boxring, in dem sich Regierung, das Kapital der Minen und die Gewerkschaften, deren besten Tage bereits vor\u00fcber sind, wie angeschlagene Schwergewichtler in der einen Ecke befinden. Ihnen gegen\u00fcber steht ein frischer, flinker Federgewichtler, der nichts zu verlieren und alles zu gewinnen hat. Die Volksmasse ergreift f\u00fcr den Underdog Partei, weil der Dicke im Ring keine Treffer mehr setzen kann.<\/p>\n<p>Wer auch immer am Ende der Sieger sein wird \u2013 sicher ist, dass dieser Kampf wahrscheinlich nicht schon in der ersten Runde entschieden wird. DM<\/p>\n<\/div>\n<p><a title=\"Daily Maverick\" href=\"http:\/\/dailymaverick.co.za\/article\/2012-10-15-marikana-tragedy-marches-towards-platinum-rebellion\">Hier Text im Original<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbersetzung eines Artikels des s\u00fcdafrikanischen Daily Maverick<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22326,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[284],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22312"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}