{"id":21159,"date":"2012-09-18T00:00:43","date_gmt":"2012-09-17T22:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.sozialismus.info\/?p=21159"},"modified":"2012-11-09T17:55:18","modified_gmt":"2012-11-09T16:55:18","slug":"am-11-september-gingen-in-barcelona-millionen-von-menschen-auf-die-strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/09\/am-11-september-gingen-in-barcelona-millionen-von-menschen-auf-die-strasse\/","title":{"rendered":"Am 11. September gingen in Barcelona Millionen von Menschen auf die Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_21160\" aria-describedby=\"caption-attachment-21160\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-21160\" title=\"7987957687_6180f4f954_b\" src=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b-e1347985683850-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b-e1347985683850-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b-e1347985683850-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b-e1347985683850-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/7987957687_6180f4f954_b-e1347985683850.jpg 906w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21160\" class=\"wp-caption-text\">Foto: flickr.com\/dgperis CC BY-ND 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Weiterer Tiefschlag f\u00fcr die Regierung der konservativen \u201ePartido Popular\u201c (PP) <\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Eine erstaunliche Masse von zwei Millionen Menschen \u00fcberschwemmte am Samstag, dem 11. September, die Stra\u00dfen von Barcelona. Damit handelte es sich um die gr\u00f6\u00dfte Demonstration f\u00fcr katalanische Unabh\u00e4ngigkeit, die es bis dato am \u201eDiada\u201c, dem katalanischen Nationalfeiertag, gegeben hatte. Diese Demonstration und eine derart massive Zunahme an nationalistischen und gegen Madrid gerichteten Gef\u00fchlen, die sich darin ausdr\u00fccken, sind ein weiterer schwerer Schlag f\u00fcr die Regierung Rajoy. F\u00fcr seine Versuche, eine brutale K\u00fcrzungspolitik durchzuziehen und somit die Aasgeier des Marktes zu befriedigen, ist das wie ein zus\u00e4tzlicher Sargnagel. Nur einen Tag vor dieser Massendemonstration hatte Rajoy noch abl\u00e4ssig zu den zunehmenden nationalen Bestrebungen in Katalonien Stellung bezogen, was dann \u00fcberall zu lesen war und nat\u00fcrlich dazu beitrug, dass die Menge an DemonstrantInnen noch viel entschlossener als vorher schon auftrat.<\/p>\n<h4>Bericht von \u201eSocialismo Revolucionario\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Spanien), Barcelona, der Bericht erschien am 13. September 2012<\/h4>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Demonstration wurde in hohem Ma\u00dfe von der konservativ-nationalen Regierung unter der CIU gef\u00f6rdert. Sie haben die regional-nationalistische Karte ausgespielt, um die Verhandlungen mit der Zentralregierung der konservativen PP in Madrid zu beeinflussen, obgleich sie selbst schwerwiegende K\u00fcrzungsma\u00dfnahmen in Katalonien selbst umsetzen, die sogar noch \u00fcber das hinausgehen, was Madrid bisher tut. Dennoch w\u00e4re es falsch die Schlussfolgerung zu ziehen, dass diese Demonstration eine Manifestation f\u00fcr die CIU gewesen ist. Das war absolut nicht der Fall. In Wirklichkeit unterst\u00fctzen so viele \u201eeinfache\u201c KatalanInnen die Idee von der Unabh\u00e4ngigkeit, weil sie sowohl gegen die Wirtschaftspolitik der spanischen PP aber auch gegen die der katalanischen CIU sind. Und abgesehen davon will die CIU-F\u00fchrung nicht wirklich die katalanische Unabh\u00e4ngigkeit sondern nutzt dies nur als Drohkulisse, sollten ihre Forderungen, ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck vom Kuchen f\u00fcr die katalanische herrschende Klasse abzubekommen, nicht in Erf\u00fcllung gehen.<\/p>\n<p>Die Demonstration hatte einen sehr breit gef\u00e4cherten Charakter, und alle gesellschaftlichen Schichten waren vertreten. In einigen Gegenden kam es auch zur Aufstellung anderes zusammengesetzter Demonstrationen, darunter auch einige Z\u00fcge, die von linken Gruppen organisiert worden waren, die sich selbst von der Haupt-Demo und deren Verbindung zur Regionalregierung abgrenzen wollten. Auch muss insgesamt der widerspr\u00fcchliche Geist der Demonstration betont werden. Und dennoch bekam man einen Geschmack davon, welche Prozesse sich derzeit in der katalanischen Gesellschaft abspielen.<\/p>\n<p>Bei dem Argument der CIU, dass \u201eder spanische Staat uns Geld raubt\u201c, handelt es sich nur um eine spalterische Taktik, die darauf ausgerichtet ist, die eigene gesellschaftliche Basis zu verbeitern zu wollen. Au\u00dferdem will man so auf zynische Art und Weise aus den real vorhandenen nationalen Bestrebungen vieler KatalanInnen Kapital schlagen. Doch das richtet sich nun gegen die CIU selbst, weil die nationalen Bestrebungen \u2013 mit einer Demo, die auf Grundlage der ausdr\u00fccklichen Forderung nach Unabh\u00e4ngigkeit zustande kam \u2013 weiter gehen, als es ihnen lieb sein kann.<\/p>\n<p>Innerhalb der katalanisch-nationalen Bewegung findet die riesige Bewegung gegen die K\u00fcrzungen ihren Ausdruck. Was das angeht bietet das Zutagetreten national-katalanischer Empfindungen gro\u00dfen M\u00f6glichkeiten, um die Arbeiterbewegung weiter zu entwickeln. Das alles zeigt, wie gro\u00df das Unbehagen in Katalonien gegen\u00fcber Strukturen des spanischen Staates \u2013 aber auch des Kapitalismus ist. Und doch birgt dies auch Gefahren. So ist es m\u00f6glich, dass der Kampf sich gerade wegen der nationalen Bestrebungen zerfasert und Illusionen aufgebaut werden, die Unabh\u00e4ngigkeit an sich schon k\u00f6nne ein Weg sein, um die fundamentalen Probleme der katalanischen ArbeiterInnen und Jugendlichen zu beheben. Auf der Grundlage eines unabh\u00e4ngigen aber kapitalistischen katalanischen Staates gibt es keine L\u00f6sung f\u00fcr die Krise. Die L\u00f6sung der Krise liegt in der Einheit der katalanischen Arbeiterklasse mit den Arbeiterbewegungen aus anderen Regionen und Nationen innerhalb des spanischen Staates und dar\u00fcber hinaus in Europa. In dieser Hinsicht liegt der Schl\u00fcssel darin, den Kampf um Selbstbestimmung mit dem Kampf gegen K\u00fcrzungen und Kapitalismus zu verbinden. Und das ist unter der Fuchtel von CIU oder den katalanischen Kapitalisten eindeutig nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es kann nicht bestritten werden, dass der Wunsch nach Unabh\u00e4ngigkeit zunimmt und dass das auf historische Probleme zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die weiterhin ungel\u00f6st sind. Diese historischen Probleme sind im Zuge der st\u00fcrmischen Entwicklungen um die Krise des Weltkapitalismus aber wieder zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che gekommen. Wir verteidigen die demokratischen Rechte Kataloniens, wozu auch das Recht auf Selbstbestimmung und Unabh\u00e4ngigkeit z\u00e4hlen muss. Wichtig ist, dass auch die nationalen Minderheiten ihre demokratischen Rechte gewahrt sehen. Doch der Weg nach vorn liegt einzig im vereinten Kampf der katalanischen, spanischen und aller ArbeiterInnen im gesamten Staatsgebiet. Ziel muss es sein, zu einem sozialistischen Katalonien als Teil einer F\u00f6deration demokratisch-sozialistischer Staaten ganz Spaniens und Europas zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterer Tiefschlag f\u00fcr die Regierung der konservativen \u201ePartido Popular\u201c (PP) <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21160,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21159"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21159"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21159\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}