{"id":17885,"date":"2012-06-22T00:00:37","date_gmt":"2012-06-21T22:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.sozialismus.info\/?p=17885"},"modified":"2012-06-28T14:23:57","modified_gmt":"2012-06-28T12:23:57","slug":"die-fussball-em-2012-mega-party-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/06\/die-fussball-em-2012-mega-party-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Die Fu\u00dfball-EM 2012 \u2013 Mega-Party f\u00fcr alle?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/3273916562_9443dd74ec_z.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17886\" title=\"3273916562_9443dd74ec_z\" src=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/3273916562_9443dd74ec_z-e1340886209933-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" \/><\/a>Die Europameisterschaft ist und bleibt ein Mega-Ereignis. Aus Sportler-Kreisen war immer wieder zu h\u00f6ren, dass Sport und Politik nichts miteinander zu tun h\u00e4tten. Doch ist das tats\u00e4chlich so? Wie sieht es vor Ort aus, was bedeutet diese EM konkret f\u00fcr die Menschen in Polen und der Ukraine und welche Verbindung gibt es zwischen Sport und Politik? <\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n<p><em>von Lukas Z\u00f6belein und Patrik Schulte, SAV Bremerhaven und ehemalige Mitglieder der Socialist Supporters (linker Fan-Club des Bremen-Ligisten OSC Bremerhaven)<\/em><\/p>\n<h4>Mega-Investitionen f\u00fcr die EM<\/h4>\n<p>22 Milliarden Euro wurden allein in Polen in neue Stadien, Infrastruktur und Hotels investiert. In der Ukraine sprach Pr\u00e4sident Janukowitsch von \u00fcber 4 Milliarden. Eine Offenlegung der Kosten wurde abgelehnt. So bleibt unklar, welche Summen tats\u00e4chlich ausgegeben wurden. Experten rechnen mit der doppelten Summe. So wurden Stadien und Flugh\u00e4fen umgebaut und andere Prestigeprojekte finanziert. Die Korruption zeigt sich an dem Umstand, dass viele Auftr\u00e4ge an Firmen aus der Region Donezk &#8211; der Heimat des Pr\u00e4sidenten- vergeben wurden. Das Land hat sich mit der Ausrichtung der EM total \u00fcbernommen.<\/p>\n<h4>Wer zahlt die Zeche?<\/h4>\n<p>Die Zahlen machen deutlich, dass auch in der Ukraine und Polen die Zeche f\u00fcr das Mega-Projekt durch die arbeitenden Menschen bezahlt wird. In Polen liegt die Arbeitslosenquote bei nahezu 10 Prozent, in der Ukraine sieht es nicht viel anders aus. Im ersten Halbjahr 2009 brach das BIP in der Ukraine im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent ein. Es kam zu einer Destabilisierung des Bankensektors, einer Abwertung der Landesw\u00e4hrung Hrywnja und die Produktion brach stark ein. Der IWF stellte daraufhin einen Kredit in H\u00f6he von 16,4 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden. So werden weitere Sozialk\u00fcrzungen nur eine Frage der Zeit sein. Auf dem Land betreiben viele Menschen eine Subsistenzwirtschaft, da Renten und L\u00f6hnen seit jeher nicht rechtzeitig ausbezahlt werden. Den einfachen Menschen bringt die EM also gar nichts.<\/p>\n<p>So profitieren von der EM nur die Oligarchen und die Wirtschaftsbosse, die ma\u00dfgeblich an der Finanzierung insbesondere der EM-Stadien und dem Ausbau der Infrastruktur beteiligt waren. Ihnen geh\u00f6ren auch ausnahmslos die Klubs der Nationalliga. Sie haben zudem ein \u201enationales Interesse\u201c, dass die Ukraine im Turnier m\u00f6glichst weit kommt, damit die Kassen klingeln, das nationale Ansehen steigt und die Diskussion \u00fcber soziale Probleme erst mal im Hintergrund bleibt.<\/p>\n<h4>Nationalismus durch die Hintert\u00fcr<\/h4>\n<p>Bereits im Vorfeld der EM wurde insbesondere in der Linken \u00fcber das Thema \u201eNationalismus und Fu\u00dfball\u201c debattiert. Fakt ist: Jedes gro\u00dfe Turnier wird von den nationalen Regierungen der beteiligten L\u00e4ndern benutzt um die \u201enationale Karte\u201c zu spielen und die Klassengegens\u00e4tze f\u00fcr den Zeitraum des Turniers zu verwischen. So kann dann oftmals gnadenlos Sozialabbau im Windschatten der Spiele durchgezogen werden. Auf einmal z\u00e4hlt dann nicht mehr die Frage, wo man politisch steht, sondern nur noch die Nationalit\u00e4t. Wir d\u00fcrfen nicht grunds\u00e4tzlich jedem Fu\u00dfball-Fan mit Fahne und Trikot Nationalismus unterstellen. Dass sich aber angesichts der Krise, Arbeitslosigkeit und Armut einige \u201eFans\u201c in tumben Nationalstolz fl\u00fcchten bzw. es zeitweilig zu handfesten Streitigkeiten unter den Fan-Gruppen kommt, ist nicht zu \u00fcbersehen und hat mit Fu\u00dfball und Party nichts zu tun. Das politische Geschehen spielt dann oftmals eine untergeordnete Rolle, was sich daran zeigt, dass die Bundesregierung im allgemeinen Fu\u00dfballtrubel Fiskalpakt und Betreuungsgeld durchdr\u00fccken wollte. Fakt ist daher auch: Wir sind nicht Deutschland, die Ukraine, Polen etc. Denn die Grenzen verlaufen nicht zwischen den V\u00f6lkern, sondern den Klassen!<\/p>\n<p>Es ist notwendig darauf hinzuweisen, dass Fu\u00dfball ein globales Milliarden-Gesch\u00e4ft ist und daran insbesondere die reichen Eliten verdienen. Die \u201ekleinen\u201c Fu\u00dfball-Fans aber werden nach der EM die Rechnung pr\u00e4sentiert bekommen, wenn kein Widerstand dagegen organisiert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europameisterschaft ist und bleibt ein Mega-Ereignis. Aus Sportler-Kreisen war immer wieder zu h\u00f6ren, dass Sport und Politik nichts miteinander zu tun h\u00e4tten. 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