{"id":16870,"date":"2009-01-02T00:00:17","date_gmt":"2009-01-01T23:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.sozialismus.info\/?p=16870"},"modified":"2012-08-21T13:14:23","modified_gmt":"2012-08-21T11:14:23","slug":"castros-kuba-eine-marxistische-kritik-6-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/castros-kuba-eine-marxistische-kritik-6-teil\/","title":{"rendered":"Castros Kuba \u2013 eine marxistische Kritik (6. Teil)"},"content":{"rendered":"<p>Sechster und letzter Teil des Buches. <a title=\"F\u00fcnfter Teil\" href=\"\/?p=16866\">Zur\u00fcck zum 5. Teil<\/a><\/p>\n<h2>Frankreich und Mexiko<\/h2>\n<p>Lenin und Trotzki meinten, dass die Arbeiterklasse die f\u00fchrende Rolle in der Revolution spielen m\u00fcsse, auch wenn sie die absolute Minderheit in der Gesellschaft sei. Die DSP versteht diese Idee nicht nur in Bezug auf Lateinamerika nicht, sondern, was tragischer ist, auch nicht in Bezug auf die Bewegungen in Asien, vor allem Indonesien. F\u00fcr sie sind die \u201est\u00e4dtischen Armen\u201c revolution\u00e4re Klasse, nicht die organisierte Arbeiterklasse. In Indonesien k\u00f6nnen die st\u00e4dtischen Armen eine wichtige Rolle spielen, aber die entscheidenden Kraft der Revolution ist die organisierte, der Gro\u00dfindustrie besch\u00e4ftigte Arbeiterklasse. Eine taugliche revolution\u00e4re Massenpartei muss zuallererst ihre Basis in dieser Klasse aufbauen, um dann einen Weg zu den unterdr\u00fcckten Armen in den st\u00e4dtischen Ballungsgebieten und nat\u00fcrlich auch zu den ausgebeuteten Bauernmassen zu finden. Das ist keine nebens\u00e4chliche Frage oder eine akademische Debatte. Die Geschichte Lateinamerikas in den 70ern und 80ern ist voll von tragischen Beispielen, wo das revolution\u00e4re Potential durch die falschen Methoden des Guerilla-Krieges zerst\u00f6rt wurde, die sowohl auf dem Land als auch in den St\u00e4dten angewandt wurden, letzteres in den stark verst\u00e4dterten Gesellschaften wie Argentinien und Uruguay.<\/p>\n<p>Diese zum Scheitern verurteilten Taktiken f\u00fchrten zur Vergeudung des enormen revolution\u00e4ren Potentials einer ganzen Generation. Was war dabei die Rolle der DSP und anderer angeblicher Marxisten und selbst einiger \u201eTrotzkisten\u201c? Sie feuerten die Guerilla-Organisationen an \u2013 aber stellten mehrheitlich sicher, dass sie pers\u00f6nlich nicht an den Aktionen teilnahmen. Das f\u00fchrte zum Ruin einer ganzen Generation von potentiellen revolution\u00e4ren marxistischen K\u00e4mpfern. Au\u00dferdem haben diese Organisationen niemals eine wirkliche Bilanz der traurigen Auswirkungen ihrer gezogen. Militant \u2013 jetzt die Socialist Party \u2013 und das Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale diese Methoden immer abgelehnt. Wir haben immer eine freundliche Haltung zu allen wirklichen revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften gehabt, die diese falschen Methoden anwenden. Aber wir haben immer die Rolle der Arbeiterklasse betont und den Aufbau einer revolution\u00e4ren, in der Arbeiterklasse verankerten Massenpartei als die Hauptaufgabe f\u00fcr Marxisten beschrieben.<\/p>\n<p>Auch in der Au\u00dfenpolitik verteidigt die DSP die Castro-Regierung. Ich kritisierte in meiner Brosch\u00fcre Castros Haltung zum Massaker an den Studierenden in Mexiko im Oktober 1968, seine Position zum gr\u00f6\u00dften Generalstreik der Geschichte in Frankreich 1968 und zur Tschechoslowakei. Lorimer beeilte sich, die Haltung des kubanischen Regimes zu verteidigen und hat so unbeabsichtigt unsere Argumente zum Charakter des kubanischen Regimes best\u00e4tigt. Wir hatten beschrieben, dass die finanzielle und wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit Kubas von der stalinistischen B\u00fcrokratie unter Chruschtschow und Breschnjew den Charakter des Regimes geformt und bestimmt habe. Lorimer schreibt in bezug auf die Escalante-Aff\u00e4re (welche wir in unserer Brosch\u00fcre beschrieben haben), dass \u201eMoskau seine Unzufriedenheit ausdr\u00fcckte, indem die Lieferungen dringend ben\u00f6tigten \u00d6ls nach Kuba gek\u00fcrzt wurden.\u201c Genau! Beim Vorgehen gegen Escalante \u2013 wobei, dies sei hinzugef\u00fcgt, vollkommen undemokratische Methoden angewandt wurden \u2013 machte die Castro-Regierung, die sich einem Versuch des Kremls gegen\u00fcber sah, Kuba in einen blo\u00dfen Anh\u00e4ngsel wie Osteuropa zu verwandeln, ihren Anspruch auf ihre eigene nationale Haltung geltend. Bei dieser Auseinandersetzung ging es um die Interessen des stalinistisch-b\u00fcrokratischen Regimes in Russland und der Regierung Castro. Seine Regierung war bei der Masse der Bev\u00f6lkerung Kubas noch immer popul\u00e4r, aber st\u00fctzte sich auch auf eine b\u00fcrokratische Elite, welche die Ebenen der Macht und den Staat in Kuba kontrollierten. Wie bei anderen Zusammenst\u00f6\u00dfen innerhalb des sowjetischen Sph\u00e4re war dies kein Konflikt zwischen einer wirklichen Arbeiterdemokratie und dem b\u00fcrokratischen Regime des Kreml. Die zwei B\u00fcrokratien machten ihre eigenen gegens\u00e4tzlichen nationalen Interessen geltend. In Bezug auf Mexiko, Frankreich und die Tschechoslowakei unterst\u00fctzte die Castro-Regierung die Kreml-B\u00fcrokratie (Tschechoslowakei) oder schwieg zur Repression in Mexiko und zur massiven Arbeiterbewegung in Frankreich.<\/p>\n<p>Lorimer und die DSP sch\u00e4men sich nicht, Castros Haltung zu verteidigen. Unglaublicherweise schreiben sie: \u201eWenn Taaffe keine anderen Informationen hat, weist heute alles darauf hin, dass es 1968 weder in Mexiko noch in Frankreich eine revolution\u00e4re Massenpartei gab, die dadurch h\u00e4tte desorientiert werden k\u00f6nnen, dass die Castro-F\u00fchrung es verpasste, sich zu den internen Entwicklungen in diesen L\u00e4ndern zu \u00e4u\u00dfern, auf die Taaffe sich bezieht. Glaubt Taaffe tats\u00e4chlich, dass eine Solidarit\u00e4tsbotschaft von der UJC (der staatlich kontrollierten kubanischen Studentenbewegung) oder der Kubanischen Vereinigung der Unistudenten an die franz\u00f6sischen Studenten den Lauf der Arbeiter- und Studenten-Revolte vom Mai-Juni 1968 ver\u00e4ndert h\u00e4tte? Glaubt er, dass ein \u00f6ffentlicher Protest der Castro-F\u00fchrung gegen das Massaker von Tlatecolco in Mexiko 1968 zum Sturz der PRI-Regierung und zu dessen Ersetzung durch eine revolution\u00e4re F\u00fchrung gef\u00fchrt h\u00e4tte? Wenn er irgendetwas davon glaubt, dann ist er noch weiter der Realit\u00e4t entr\u00fcckt, als seine stark \u00fcbertriebene Darstellung der Folgen der 68er Mai-Juni-Ereignisse in Frankreich es schon andeutet.\u201c<\/p>\n<p>Es ist interessant, dass Lorimer unsere Beschreibung des Mai-Juni-Generalstreiks 1968 in Frankreich stark \u00fcbertrieben findet. K\u00f6nnen wir daraus schlie\u00dfen, dass die DSP nicht meint, dass dies eine der gr\u00f6\u00dften Bewegungen der Arbeiterklasse in der Geschichte war? Dass damals eine revolution\u00e4re Situation in Frankreich existierte? Wenn sie dies verneinen, zeigt das, dass sie von den franz\u00f6sischen Ereignissen so wenig verstanden haben wie von denen in Kuba und vom Charakter des Castro-Regimes.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist, dass sie ihre Entschuldigung f\u00fcr das Schweigen der Castro-F\u00fchrung zum Massaker an der Bl\u00fcte der mexikanischen Jugend und zu den franz\u00f6sischen Ereignissen damit begr\u00fcnden, dass es keinen \u201eUnterschied\u201c ausgemacht h\u00e4tte, weil keine revolution\u00e4re Partei existierte. Es ist f\u00fcr eine \u201emarxistische\u201c Organisation besch\u00e4mend so zu argumentieren.<\/p>\n<p>Die Rechtfertigung daf\u00fcr: \u201eWas w\u00e4re das wahrscheinlichste Ergebnis gewesen, wenn Castro gehandelt h\u00e4tte, wie Taaffe es empfiehlt? Eine Protestnote wegen der Unterdr\u00fcckung der Studenten-Demonstrationen durch die Regierung h\u00e4tte h\u00f6chstwahrscheinlich zu einer \u00c4nderung der Politik der mexikanischen Regierung gef\u00fchrt, nicht gegen\u00fcber den Studenten, aber gegen\u00fcber Kuba! W\u00e4hrend sich die Henkersschlinge der US-imperialistischen Blockade gegen Kuba zusammenzog, widerstand die b\u00fcrgerliche mexikanische Regierung Washingtons Druck, sich der Blockade anzuschlie\u00dfen und weigerte sich, die diplomatischen und Handelsbeziehungen abzubrechen. Mexiko war das einzige Land in Lateinamerika, welches Beziehungen mit dem revolution\u00e4ren Kuba unterhielt. In diesem Zusammenhang hat die Castro-F\u00fchrung die mexikanische Regierung nicht kritisiert.\u201c<\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung der DSP l\u00e4uft darauf hinaus, dass die schwierige wirtschaftliche und diplomatische Situation Kubas bedeutete, dass die Castro-Regierung gezwungen war, angesichts der Repression eines Teils der Arbeiter- und Jugendbewegung in der Welt zu schweigen. Das gleiche trifft auf die einzigartige revolution\u00e4re Situation in Frankreich zu, die, wenn erfolgreich, die Lage der Arbeiterklasse weltweit ver\u00e4ndert h\u00e4tte, Kuba selbst eingeschlossen.<\/p>\n<p>Das ist Lichtjahre von der Haltung der Bolschewiki entfernt, vom Regime Lenins und Trotzkis, welches 1918-21 nicht nur einer \u00f6konomischen Blockade gegen\u00fcberstand, sondern einer milit\u00e4rischen Intervention von 21 imperialistischen Armeen. Als sich Bewegungen der Arbeiterklasse entwickelten, als Revolutionen begannen, zum Beispiel in Deutschland, in der Tschechoslowakei und Italien 1920, griffen die Bolschewiki ein und gaben offene Unterst\u00fctzung. Die russische Regierung versuchte auch Zeit zu gewinnen, indem sie den milit\u00e4rischen Widerstand gegen den Imperialismus mit diplomatischen Man\u00f6vern kombinierte, mit dem Ziel, die imperialistischen M\u00e4chte gegeneinander auszuspielen. Am Ende des B\u00fcrgerkrieges waren die diplomatischen Anstrengungen der Bolschewiki ein wichtiger Teil ihrer Au\u00dfenpolitik. Aber zu keinem Zeitpunkt wurde dies gegen\u00fcber den Versuchen der Bolschewiki priorisiert, weltweit revolution\u00e4re Bewegungen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re f\u00fcr Lenin oder Trotzki undenkbar gewesen, diplomatische oder andere kurzfristige Interessen des Staates \u00fcber die Notwendigkeit zu stellen, Arbeiter im Kampf oder gar Revolutionen zu unterst\u00fctzen. Als zum Beispiel Tschitscherin, ein f\u00fchrender bolschewistischer Vertreter in London, bei seinen diplomatischen Verhandlungen mit den britischen Imperialisten unter Druck kam, schlug er Lenin vor, dass man einige \u201edemokratische\u201c Ver\u00e4nderungen an der Sowjet-Verfassung vornehmen solle, um zu einer Einigung zu kommen. Lenin schlug h\u00f6flich vor, dass er ignoriert werden solle.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Arbeiter in anderen L\u00e4ndern kam nicht immer von der Regierung selbst, sondern auch von der russischen und anderen kommunistischen Parteien. Wenn Castro den Zusammenbruch der Beziehungen mit Mexiko f\u00fcrchtete, h\u00e4tte seine Regierung nicht unbedingt offiziell Stellung nehmen m\u00fcssen. Aber was h\u00e4tte die PCC, den Studentenfl\u00fcgel der Partei oder die Gewerkschaften, die in einem gesunden Arbeiterstaat zumindest zum Teil eigenst\u00e4ndig gewesen w\u00e4ren, abhalten k\u00f6nnen, das Massaker an den mexikanischen Studenten zu verurteilen? Es reicht, diese Fragen zu stellen, um zu zeigen, wie oberfl\u00e4chlich die Entschuldigung der DSP f\u00fcr die Castro-F\u00fchrung ist. Es war \u00fcbrigens nicht das letzte Mal, dass Castro die mexikanische Bourgeoisie st\u00fctzte. Im Sommer 1988 nahm Castro pers\u00f6nlich an der Amtseinf\u00fchrung des mexikanischen Pr\u00e4sidenten Salinas teil (diese Aufgabe wird normalerweise von den kubanischen Botschaftern wahrgenommen). Salinas wurde durch massive Wahlf\u00e4lschungen zum Pr\u00e4sidenten, die allgemeine Auffassung war, dass der Oppositionskandidat Card\u00e9nas h\u00e4tte gewinnen m\u00fcssen. Habel kommentiert: \u201eDie pers\u00f6nliche Anwesenheit desjenigen, der die kubanische Revolution verk\u00f6rpert, wurde von der mexikanischen Linken als Verrat empfunden.\u201c<\/p>\n<p>Das gleiche trifft auf die Mai-Juni-Ereignisse in Frankreich 1968 zu. Die Arbeiter besetzten im gr\u00f6\u00dften Generalstreik der Geschichte die Fabriken und die Revolution war m\u00f6glich. Kein Geringerer als De Gaulle best\u00e4tigte dies \u2013 durch seine Flucht nach -Baden in Deutschland. Er dachte, \u201edas Spiel ist aus\u201c wollte dort den Marsch der franz\u00f6sischen Rhein-Armee gegen ein revolution\u00e4res Frankreich vorbereiten. Er hatte allerdings nicht die durchtriebenen F\u00fchrer der franz\u00f6sischen \u201ekommunistischen\u201c Partei und der sozialistischen Bewegung zu dieser Zeit mit einberechnet, welche die revolution\u00e4re Situation auf die sicheren Gleise parlamentarischer Wahlen umlenkten. Stimmt Lorimer mit der F\u00fchrung der franz\u00f6sischen KP \u00fcberein, dass die der Situation als revolution\u00e4r \u201estark \u00fcbertrieben\u201c ? Wenn ja, unterst\u00fctzt er diejenigen, welche eine der gr\u00f6\u00dften M\u00f6glichkeiten der Arbeiterklasse, nicht nur Frankreich sondern Europa und die Welt umzugestalten, sabotierten oder verstreichen lie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Tschechoslowakei<\/h2>\n<p>In bezug auf die Tschechoslowakei lesen wir eine sehr erstaunliche, um nicht zu sagen widerw\u00e4rtige Entschuldigung f\u00fcr Castros Unterst\u00fctzung der Zerschlagung des \u201ePrager Fr\u00fchlings\u201c 1968. In einer Antwort auf unsere Argumente schreibt Lorimer: \u201eWas meint Taaffe, was wohl mit Kubas lebenswichtigem Nachschub an Lebensmitteln, \u00d6l, Maschinen und Waffen passiert w\u00e4re, wenn Castro die sowjetische Invasion der Tschechoslowakei kritisiert h\u00e4tte? Wie meint er, h\u00e4tte wohl Moskau reagiert, wenn Castro die Entsendung von 350.000 Mann in die Tschechoslowakei nicht verbal unterst\u00fctzt h\u00e4tte? Die Sicherung der stalinistischen Herrschaft war den Moskauer B\u00fcrokaten offensichtlich viel wichtiger als das Schicksal von Escalantes kleiner Gruppe in Kuba (und der Kreml hatte sich schon dabei unzufrieden mit der Haltung der Castro-F\u00fchrung gezeigt und am Anfang 68 wichtige \u00d6llieferungen nach Kuba gek\u00fcrzt.)\u201c Nachdem sie erst unsere These verworfen haben, dass das Castro-Regime \u00f6konomisch und milit\u00e4risch von der Gnade der Kreml-B\u00fcrokratie abh\u00e4ngig war, was desssen Charakter entscheidend gepr\u00e4gt hat, best\u00e4tigen Lorimer und die DSP selbst unsere Analyse. Sie gehen noch weiter und argumentieren, dass Castro, \u2013 nur zur : der F\u00fchrer eines \u201egesunden Arbeiterstaates\u201c \u2013 der sich laut DSP auf eine Arbeiterdemokratie st\u00fctzte, \u201ekeine Wahl\u201c und die unterdr\u00fcckerische Aktion des Kreml in der Tschechoslowakei unterst\u00fctzen musste. Was folgt aus dieser Stellungnahme? Vor 1989 h\u00e4tte es bedeutet, dass ein gesunder Arbeiterstaat in einem kleinen Land keine andere Wahl gehabt h\u00e4tte, zumindest die Au\u00dfenpolitik betrefffend, als zur konterrevolution\u00e4ren Rolle der Kreml-B\u00fcrokratie zu schweigen und Kritik zu vermeiden. In dieses besch\u00e4mende Durcheinander ist die DSP geraten, weil sie die prinzipienfeste trotzkistische, marxistische Haltung zu den K\u00e4mpfen der Arbeiterklasse international aufgegeben hat.<\/p>\n<p>Es gibt kein Element von Internationalismus in ihrer Haltung. Man vergleiche ihre Position mit der Haltung Lenins, der meinte, wenn es die Wahl zwischen der Aufrechterhaltung der russischen Revolution oder einem Erfolg der Revolution in Deutschland g\u00e4be, die Bolschewiki ohne Z\u00f6gern daf\u00fcr eintreten w\u00fcrde, mit voller Kraft f\u00fcr einen Sieg der deutschen Revolution arbeiten w\u00fcrden. Wenn n\u00f6tig, so argumentierte , k\u00f6nnte das sogar bedeuten, die russische Revolution zeitweise zu opfern, um den Sieg der deutschen Arbeiter sicherzustellen. Die Auswirkungen einer erfolgreichen deutschen Revolution, vor allem in Westeuropa, w\u00e4ren viel st\u00e4rker als die der russischen Revolution gewesen. Dies h\u00e4tte im Gegenzug die Perspektive der Weltrevolution n\u00e4her ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Am Ende h\u00e4ngt das Schicksal Kubas von der Arbeiterklasse der Welt und nicht vom Kreml ab. Das zeigte sich auf negative Weise nach dem Fall der Berliner Mauer als die russischen kapitalistischen Regierungen unter Gorbatschow und Jelzin der kubanischen Wirtschaft und dem Castro-Regime schlicht den Stecker herauszogen. Die DSP und Lorimer rechtfertigen Castros Verhalten zur Tschechoslowakei. Sie bestreiten energisch, dass Castro unkritisch war und zitieren aus einer Rede Castros, um das zu unterstreichen. Aber was sagt Castro tats\u00e4chlich? In dieser Rede vom 23. August 1968, die von Lorimer zitiert wird, weist Castro darauf hin, dass was er sagt, \u00f6nne, \u201ein Widerspruch zu unseren eigenen Interessen stehen &#8230; und dies k\u00f6nnte ein ernstes Risiko f\u00fcr unser Land darstellen\u201c. sagt er: \u201eNach unserer Meinung kann die Entscheidung die Tschechoslowakei betreffend nur von einem politischen und nicht von einem gesetzlichen Standpunkt aus erkl\u00e4rt werden. Es gibt keinen Hauch von Gesetzlichkeit. Ganz offen, kein bisschen.\u201c<\/p>\n<p>Diese und einige andere Andeutungen reichen Lorimer um zu behaupten: \u201eCastros Erkl\u00e4rung zur sowjetischen Invasion der Tschechoslowakei war nicht von unkritischer Unterst\u00fctzung gepr\u00e4gt. Tats\u00e4chlich war sie so kritisch gegen\u00fcber den stalinistischen Regimes in Osteuropa und der Sowjetunion, dass sie dort nicht gedruckt wurde.\u201c Aber Castro unterst\u00fctzte in seiner Rede deutlich die Intervention. Laut Lorimer sagte er Folgendes: \u201eWir hatten keine Zweifel, dass sich die politische Lage in der Tschechoslowakei verschlechterte und das Land sich zur\u00fcck Richtung Kapitalismus bewegte und das es unab\u00e4nderlich in die Arme des Imperialismus fallen w\u00fcrde.\u201c Er wird dann deutlich: \u201eWir erkennen die bittere Notwendigkeit an, dass diese Einheiten in die Tschechoslowakei entsandt werden mussten. Wir verdammen nicht die sozialistischen Staaten, welche diese Entscheidung gef\u00e4llt haben.\u201c<\/p>\n<p>Castro teilte einige Seitenhiebe gegen den Kreml aus und nahm so eine \u201ekonsequente\u201c Haltung ein, aber am Ende erkl\u00e4rte er schonungslos, dass er die Zerschlagung des \u201ePrager Fr\u00fchling\u201c mit massiver milit\u00e4rischer Macht unterst\u00fctzte. Es gab im August 1968 in der Tschechoslowakei keine ernsthafte Gefahr der R\u00fcckkehr zum Kapitalismus. Der Kampf lief grundlegend zwischen der m\u00e4chtigen zentralisierten russischen B\u00fcrokratie und der liberalen nationalistischen B\u00fcrokratie der Tschechoslowakei, mit Dubcek als deren wichtigstem Vertreter. Die Bewegung akzeptierte \u00fcberwiegend die geplante Wirtschaft aber es gab unter den Massen den Ruf nach Demokratie und Liberalisierung. Es gab auch einige in der Bewegung, die schon damals f\u00fcr den Markt, eine R\u00fcckkehr zum Kapitalismus, eintraten, doch die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung wollte die Aufrechterhaltung der , aber mit demokratischen Reformen, den \u201eSozialismus mit menschlichem Anlitz.\u201c Die Ereignisse in der Tschechoslowakei und vor allem Dubcek und Co. waren keineswegs so bedrohlich f\u00fcr den Kreml wie die ungarische Revolution zw\u00f6lf Jahre zuvor. Die ungarische Kommune, wie wir schon zuvor beschrieben haben, stellte eine t\u00f6dliche Bedrohung f\u00fcr die stalinistische B\u00fcrokratie \u00fcberall dar. Deren Arbeiterr\u00e4te, die alle Elemente der Arbeiterdemokratie hatten, riefen eine panische Reaktion nicht nur bei Chruschtschow und Andropow (vom KGB) im Kreml hervor, sondern auch beim \u201eliberalen\u201c Tito in Jugoslawien und bei Mao Tse-Tung und bei Tschu-En-Lai in China. Es konnte keinen Kompromiss mit der ungarischen Revolution geben. In der Tschechoslowakei war die Bewegung nicht so weit gegangen, Dubcek repr\u00e4sentierte eher eine tschechoslowakische Version einer Bewegung, wie sie sich 1956 hinter Gomulka in Polen vereinigt hatte. Gomulka vertrat die polnische nationalistische B\u00fcrokratie, welche 1956 versuchte und es auch schaffte, den Griff der Moskauer B\u00fcrokratie zu lockern. Vor dem Hintergrund der ungarischen Revolution waren die russischen Stalinisten bereit, die polnische \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c zu akzeptieren, da Gomulka weder in Polen noch in Moskau die Macht der B\u00fcrokratie bedrohte. Dies war ein Zusammensto\u00df einer aufstrebenden nationalen B\u00fcrokratie mit der Kreml-Oligarchie \u00e4hnlich wie in der Tschechoslowakei 1968. 1956 war der Kreml so gezwungen, sich mit Gomulka zu verst\u00e4ndigen und die Unabh\u00e4ngigkeit der polnischen B\u00fcrokratie zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Die Situation in der Tschechoslowakei war deswegen anders, weil sich die Lage in Osteuropa, Russland und weltweit ge\u00e4ndert hatte. Wenn der \u201eliberalen\u201c B\u00fcrokratie in der Tschechoslowakei Unabh\u00e4ngigkeit zugestanden worden w\u00e4re, selbst bei Aufrechterhaltung der Planwirtschaft, w\u00e4re die Gefahr gewachsen, dass der Prozess von Auseinanderbrechen und Aufl\u00f6sung Osteuropas beschleunigt worden w\u00e4re, was schlie\u00dflich Ende der 80er Jahre auch passierte. Eine unabh\u00e4ngige Tschechoslowakei \u2013 selbst weiter b\u00fcrokratisch regiert, aber unter dem Dubcek-Regime \u201eliberalisiert\u201c \u2013 h\u00e4tte sofort zu einer Bewegung in Ungarn gef\u00fchrt, h\u00e4tte der antib\u00fcrokratischen Opposition einen gewaltigen Schwung gegeben und h\u00e4tte m\u00f6glicherweise schon damals zum Sturz Ceaucescus gef\u00fchrt. Auch die Auswirkungen auf die radikalisierten Arbeiter und Jugendlichen in Westeuropa, der USA usw. w\u00e4ren bedeutsam gewesen. Es war eine Bewegung von weltersch\u00fctternden Ausma\u00dfen und der Kreml glaubte, er h\u00e4tte keine Alternative als diese zu zerschlagen. Und Lorimer und die DSP versuchen faktisch, die Entschuldiger der stalinistischen Verbrechen zu entschuldigen.<\/p>\n<p>Die Zerschlagung des tschechoslowakischen \u201eExperiments\u201c war ein Wendepunkt \u00fcr Osteuropa, ebenso wie die Unterdr\u00fcckung von Solidarnosc Polen 1980-81 (die auch von Castro unterst\u00fctzt wurde). Sie gab dem Kapitalismus weltweit weitere Mittel in die Hand, den \u201eSozialismus\u201c zu diskreditieren, welcher ab da mit Panzern, Gewehren und Kampfflugzeugen gleichgesetzt wurde, die eine Bewegung f\u00fcr Demokratie unterdr\u00fccken. Verst\u00e4rkt wurden so auch die pro-marktwirtschaftlichen Tendenzen in der tschechoslowakischen Dissidenten-Bewegung, welche zusammen mit dem fortschreitenden Verfall des Stalinismus in den 70ern und 80ern zum Zusammenbruch der Regime in Osteuropa f\u00fchrten. Das f\u00fchrte zur Wiederherstellung des Kapitalismus mit all den Auswirkungen auf die K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse international. Es ist ungeheuerlich, dass irgendeine Organisation, die behauptet, \u201emarxistisch\u201c zu sein, oder gar \u201etrotzkistisch\u201c, solch eine Position beziehen kann, wie es Lorimer tut.<\/p>\n<p>Er scheltet mich auch wegen meiner Kommentare \u00fcber die Versuche des kubanischen Regimes, mit den US-Kapitalisten Abkommen zu schlie\u00dfen, um die Wirtschaftsblockade der Insel zu beenden. Ungl\u00fccklicherweise f\u00fcr Lorimer stimmen die meisten gut informierten Kommentatoren mit uns \u00fcberein. Kuba versuchte mit verschiedenen US-Regierungen diplomatische Vereinbarungen zu erreichen, beginnnend mit der Kennedy-Administration selbst, die erst kurz zuvor versucht hatte, Castro durch die Invasion in der Schweinebucht zu st\u00fcrzen. Jon Lee Anderson kommentiert: \u201eErst zwei Monate zuvor hatten er und Kennedy kurz vor einer D\u00e9tente gestanden. Sie hatten hinter den Kulissen Botschaften ausgetauscht, um die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Normalisierung der Beziehungen zu sondieren. Doch dann wurde Kennedy in Dallas ermordet.\u201c Nach Kennedys Ermordung und seiner Ersetzung durch Johnson \u201egab Fidel mit seiner Rede an die Nation Washington ein klares Signal, er hoffte, der neue Pr\u00e4sident Lyndon Johnson werde die abrupt beendete Initiative wieder aufgreifen.\u201c<\/p>\n<h2>Angola, \u00c4thiopien und Nicaragua<\/h2>\n<p>Lorimer gei\u00dfelt mich auch daf\u00fcr, dass ich in meiner Brosch\u00fcre von 1978 schreibe: \u201eDie Carter-Regierung ist bereit, das kubanische Regime anzuerkennen, sobald es seine Interventionen auf dem afrikanischen Kontinent beendet.\u201c Er sagt: \u201eDas ist alles, was Taaffe \u00fcber die Entsendung von 20.000 kubanischen Soldaten Ende 1975 nach Angola zu sagen hat, um der neuen unabh\u00e4ngigen Regierung der fr\u00fcheren portugiesischen Kolonie zu helfen, die von den USA unterst\u00fctzte Invasion seitens S\u00fcdafrikas zur\u00fcckzuwerfen.\u201c Lorimer beweist, dass er kein Gef\u00fchl f\u00fcr Proportionen hat. Er schl\u00e4gt verbal auf mich ein, weil ich mich angeblich nicht ausreichend mit dem Engagement Kubas in Angola besch\u00e4ftigt habe. Ein Buch zu schreiben und nicht detailliert auf Kubas Unterst\u00fctzung f\u00fcr Angola einzugehen, w\u00e4re ein ernsthaftes Vers\u00e4umnis gewesen. Aber er sagt selbst, dass meine Brosch\u00fcre eine Zusammenfassung dreier relativ kurzer Artikel ist. Sie kann sich nicht ausf\u00fchrlich mit den Gr\u00fcnden f\u00fcr Kubas Unterst\u00fctzung Angolas gegen die Intervention des s\u00fcdafrikanischen Imperialismus besch\u00e4ftigen. Wir nutzen jetzt die Gelegenheit, die Gr\u00fcnde f\u00fcr Kubas Intervention im s\u00fcdlichen Afrika zu erkl\u00e4ren. Und ich f\u00fcrchte, dies wird nicht mit der einseitigen Sichtweise von Lorimer und der DSP \u00fcbereinstimmen. Er vergleicht die kubanische Intervention in Afrika 1975 mit den \u201estalinistischen B\u00fcrokraten in Moskau, Peking und Belgrad, die niemals ihre Armeen so benutzt haben wir die Kubaner in Angola. Die Stalinisten haben ihre Armeen als Grenzsch\u00fctzer eingesetzt,um die Basis ihrer institutionalisierten Privilegien zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Herangehensweise an diese Frage ist oberfl\u00e4chlich. Wir haben niemals bestritten, dass die kubanische Revolution zu gro\u00dfer Begeisterung bei den kubanischen Massen gef\u00fchrt hat (300.000 meldeten sich freiwillig f\u00fcr den Kampfeinsatz) und den Wunsch geweckt hat, die Revolution international auszubreiten. Die Idee, das Beispiel der Revolution in Lateinamerika und dem Rest der neo-kolonialen Welt zu verbreiten, hatte nicht nur die Arbeiterklasse und die armen Bauern ergriffen, sondern auch Teile der B\u00fcrokratie. Das war allerdings nicht einzigartig. Selbst in Moskau, Peking, Vietnam und woanders konnte die B\u00fcrokratie die Unterst\u00fctzung der Massen f\u00fcr Arbeiter international dazu nutzen, ihre Interventionen in anderen L\u00e4ndern zu rechtfertigen. Teile der B\u00fcrokratie wollten auch den Sieg des \u201eSozialismus\u201c sehen, das hei\u00dft, den Aufbau von Planwirtschaften mit diktatorischen Ein-Parteien-Regimes.<\/p>\n<p>Trotzki wies darauf hin, dass selbst Stalin vor 1933 den Sieg der deutschen Revolution wollte. Erst nach dem Sieg Hitlers und der Nazis \u2013 eine schreckliche Niederlage f\u00fcr die Arbeiterklasse der gesamten Welt \u2013 festigte sich die B\u00fcrokratie zu einer Kaste, die den Sieg der Arbeiterklasse egal wo auf der Welt f\u00fcrchtete. Langfristig hatte die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die b\u00fcrokratische Form des \u201eSozialismus\u201c den Zweck, die \u201einstitutionalisierten Privilegien\u201c zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Arbeiter in Russland nahmen die Einmischung des Landes in Spanien in den 30er Jahren, welche von Stalin und der B\u00fcrokratie als ein Beispiel von \u201eInternationalismus\u201c dargestellt wurde, enthusiastisch auf. Es gab viele Russen, die sich freiwillig f\u00fcr den Einsatz in Spanien meldeten. Sie waren vom Feuer der spanischen Revolution entflammt. Sie waren eine Quelle revolution\u00e4rer Ansteckung nach ihrer R\u00fcckkehr nach Russland. Stalin lie\u00df daher die meisten von ihnen in den Schauprozessen 1937-38 umbringen. Jeder, der irgendwie mit einer Arbeiterrevolution in Kontakt gekommen war, war in den Augen Stalins und der B\u00fcrokratie ein Verd\u00e4chtiger, teilweise, weil sie zu Beginn einer politischen Revolution gegen die B\u00fcrokratie zu Anf\u00fchrern h\u00e4tten werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Intervention der chinesischen Armee in Korea war nicht einfach eine Frage von \u201eGrenzsch\u00fctzern\u201c. Die chinesischen Massen waren von revolution\u00e4rem Eifer gegen die Intervention des Imperialismus erf\u00fcllt, der versuchte, die revolution\u00e4re Welle in der Region und Asien insgesamt aufzuhalten. Selbst die Intervention in Afghanistan 1980 \u2013 die von der DSP unkritisch unterst\u00fctzt wurde \u2013 hatte zu Beginn die Unterst\u00fctzung bedeutender Teile der russischen Bev\u00f6lkerung. Die Opposition entwickelte sich erst, als die Leichens\u00e4cke mit den russischen Wehrpflichtigen zur\u00fcckkamen und es der Bev\u00f6lkerung d\u00e4mmerte, dass die milit\u00e4rische Intervention haupts\u00e4chlich das Ziel hatte, die strategischen und milit\u00e4rischen Interessen des russischen Staates und der privilegierten Elite, die ihn dominiert, zu sch\u00fctzen. Das Eingreifen der kubanischen Truppen in Angola 1975 hatte eine Reihe von Gr\u00fcnden. Es gab ohne Zweifel gro\u00dfe Sympathien f\u00fcr die Angolaner unter den kubanischen Massen. Das war auch verbunden mit den Sympathien der Massen weltweit mit dem Kampf gegen das s\u00fcdafrikanische Apartheid-Regime. Tad Szulc argumentiert, dass es Fidel Castros Idee und nicht die der Russen gewesen sei, kubanische im angolanischen B\u00fcrgerkrieg \u201eabsolut ohne zeitliche Begrenzung\u201c einzusetzen. Urspr\u00fcnglich hatte Russland seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die MLPA abgebrochen, sie ihr politisch und milit\u00e4risch nicht vertrauten, so dass \u201eCastro als einziger Freund blieb\u201c.<\/p>\n<p>Durch die kubanische Milit\u00e4rintervention kamen Anfang Oktober 1975 am Ende doch sowjetische Waffen \u00fcber Brazzaville an. Sp\u00e4ter in diesem Monat r\u00fcckten in der \u201eOperation Zulu\u201c bedeutende Kr\u00e4fte des s\u00fcdafrikanischen Apartheid-Regimes in Angola ein. Kuba antwortete mit einer gro\u00dfen Luftlandeaktion von Truppen, der \u201eOperation Carlota\u201c. Diese Operation rettete ohne Zweifel das MLPA-Regime und half ihm, seine Feinde in der entscheidenden Schlacht um den Endbahnhof Benguela am 5. November zu besiegen und f\u00fchrte zur Sicherung der Hauptstadt Luanda \u2013 die von Holden Robertos FNLA bedroht wurde \u2013 zum Zeitpunkt der angolanischen Unabh\u00e4ngigkeit am 11. November.<\/p>\n<p>Im darauffolgenden Jahrzehnt wurden insgesamt 200.000 Mann bei der kubanischen Intervention im angolanischen B\u00fcrgerkrieg eingesetzt. Ist das ein Beispiel, wie Lorimer argumentiert, f\u00fcr eine klare, prinzipienfeste Haltung, die auf einem internationalen Klassenstandpunkt basiert? Die Masse des kubanischen Volkes, selbst Teile der kubanischen B\u00fcrokratie wollten, wie wir erkl\u00e4rten, den Sieg von Apartheid und Konterrevolution in der Region verhindern. Castro selbst hatte pers\u00f6nliche Verbindungen mit den MLPA-F\u00fchrern, die vor 1974 einige Zeit in Havanna verbracht hatten. Aber gleichzeitig, entgegen dem sowjetischen Z\u00f6gern zu Anfang, so erkl\u00e4rt Tad Szulc \u201estimmten in Angola und sp\u00e4ter in \u00c4thiopien kubanische und sowjetische Interessen \u00fcberein.\u201c139 Ohne die Zustimmung des russischen Stalinismus h\u00e4tte Castro nicht auf diese Weise eingreifen k\u00f6nnen, angesichts der starken finanziellen und milit\u00e4rischen Abh\u00e4ngigkeit Kubas gegen\u00fcber Russland. Mitte der Siebziger erhielt Kuba rund die H\u00e4lfte der sowjetischen Wirtschaftshilfe f\u00fcr die \u201eDritte Welt\u201c, Vietnam eingeschlossen, ebenso die H\u00e4lfte der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war es eine Sache, dass Kuba einer \u00e4hnlichen \u201eDritte-Welt\u201c-Revolution half, es w\u00e4re eine v\u00f6llig andere Sache gewesen, h\u00e4tte sich eine Revolution irgendwo unter der vollen Kontrolle der Arbeiterklasse entwickelt. Zu der Zeit standen auch die Interessen der russischen B\u00fcrokratie im s\u00fcdlichen Afrika auf dem Spiel. Das MLPA-Regime in Angola war nach dem R\u00fcckzug der portugiesischen Imperialisten Richtung des Bruches mit Gro\u00dfgrundbesitz und Kapitalismus gegangen. Das Regime bewegte sich wirtschaftlich und diplomatisch Richtung Einflusssph\u00e4re Moskaus, ebenso wie Mozambique.<\/p>\n<p>Die revolution\u00e4ren Unruhen, die beide L\u00e4nder seit 1974 ersch\u00fcttert hatten, besorgten die s\u00fcdafrikanische imperialistische herrschende Klasse. Die Bewegungen in Angola und Mozambique hatten schon tiefgehende Auswirkungen innerhalb S\u00fcdafrikas, wie sich beim Soweto-Aufstand 1976 zeigte. Daher unterst\u00fctzte der s\u00fcdafrikanische Imperialismus jeden Versuch, die Regime in Angola und Mozambique zu st\u00fcrzen, zum Beispiel durch Oppositionsbewegungen wie die pro-westliche UNITA in Angola. Die S\u00fcdafrikaner entschieden sich 1975, beim Versuch, die MLPA milit\u00e4risch zu st\u00fcrzen, unterst\u00fctzend einzugreifen. Sie hatten dabei die stillschweigende Unterst\u00fctzung der wichtigen imperialistischen M\u00e4chte USA und Gro\u00dfbritannien. Dies ohne jeden Widerstand durchgehen zu lassen w\u00e4re ein schwerer Schlag gegen die milit\u00e4rischen, strategischen und diplomatischen Interessen der russischen B\u00fcrokratie gewesen. Vor allem in der neo-kolonialen Welt k\u00e4mpfte sie verbissen gegen den amerikanischen Imperialismus um Unterst\u00fctzung und Einfluss. Andererseits h\u00e4tte die direkte Intervention russischer Truppen eine sofortige Reaktion des US-Imperialismus provoziert. Au\u00dferdem w\u00e4re das Eingreifen \u201ewei\u00dfer\u201c Truppen \u2013 selbst in der Uniform der Roten Armee \u2013 taktisch nicht angemessen gewesen, vor allem, da es die kubanische Alternative gab, eng mit Russland verbunden und mit einer bedeutenden \u201eDritte-Welt\u201c- und afrikanisch-st\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung. Diese Intervention begeisterte und ermutigte die kubanischen Massen, die Soldaten k\u00e4mpften und opferten sich heldenhaft f\u00fcr etwas, was sie als ihre internationalistische Pflicht ansahen. Dies anzuerkennen ist eine Sache. Zu behaupten, dass diese Intervention alleine schon den unersch\u00fctterlichen revolution\u00e4ren Internationalismus des Castro-Regimes vergleichbar mit dem der Bolschewiki zeigt, ist extrem naiv.<\/p>\n<p>Wenn die kubanischen F\u00fchrer, die Lorimer die \u201eKubanische Kommunistische Partei\u201c nennt, konsequente internationale Revolution\u00e4re waren, warum haben sie zur nicaraguanischen Revolution eine vollkommen andere Position eingenommen? Hier gab es die Bewegung, die Sandinistas, die vom kubanischen Modell inspiriert waren. Einer ihrer F\u00fchrer, Tomas Borge, hatte Kuba in der ersten Phase nach der Revolution besucht und mit Che Guevara diskutiert. Die nicaraguanische Revolution ging allerdings nicht den gleichen Weg wie die kubanische Revolution. Es war weniger ein klassischer Guerilla-Krieg mit einer Basis auf dem Land als vielmehr eine massenhafte Aufstands-Bewegung in den St\u00e4dten und auf dem Land \u2013 \u00e4hnlich dem spanischen B\u00fcrgerkrieg. Unter dem Druck der Revolution gingen die Sandinistas dazu \u00fcber, 40 Prozent der Industrie und gro\u00dfe Teile der L\u00e4ndereien zu enteignen. Allerdings wurde die Revolution nicht bis zum Ende gef\u00fchrt. Castro hatte daran zusammen mit der russischen B\u00fcrokratie einen gro\u00dfen Anteil. Vor dem Hintergrund einer drohenden konterrevolution\u00e4ren vom US-Imperialismus unterst\u00fctzen Intervention lieb\u00e4ugelten die sandinistischen F\u00fchrer mit der Idee, \u201eein Kuba herbeizuf\u00fchren\u201c. Im April besuchte der Sandinisten-Chef Daniel Ortega Moskau, um zu besprechen, wie die Sowjetunion helfen k\u00f6nne. Zu diesem Zeitpunkt stand die russische B\u00fcrokratie schon in aktiver Opposition zu jedem Versuch, einen deformierten Arbeiterstaat in der neo-kolonialen Welt aufzubauen. Sie war mehr und mehr an g\u00fctlichem \u00dcbereinkommen mit dem Imperialismus interessiert. Kuba hatte gezeigt, wie teuer es Russland zu stehen kommt, wenn solche Regimes in der neokolonialen Welt entstehen. Daher gingen sie aktiv daran, die Sandinisten-F\u00fchrer zu entmutigen, dem Weg zu folgen, den Castro und Guevara 26 Jahre zuvor gegangen waren. Tony Saunois schreibt in seiner Brosch\u00fcre \u00fcber Che Guevara: \u201eCastro gehorchte brav seinen Zahlmeistern [der Kreml-B\u00fcrokratie] und \u00fcbte Druck auf die FSLN-F\u00fchrer aus. Eine geringe Zahl von MiGs, die f\u00fcr Nicaragua bestimmt waren, wurden in Havanna festgesetzt. Er hatte im Januar 1985 Managua besucht, um die FSLN zu dr\u00e4ngen, eine gemischte Wirtschaft zu akzeptieren. Er sagte ihnen: \u201aIhr k\u00f6nnt eine kapitalistische Wirtschaft haben\u2018 und pries Ortega f\u00fcr sein \u201aernstes und verantwortliches Vorgehen.\u2019\u201c<\/p>\n<p>Warum besch\u00e4ftigt sich Lorimer nicht mit dieser Stellungnahme aus einer wichtigen Publikation des CWI, dazu noch einer, die erst k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlicht wurde?<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4ren Lorimer und die DSP den Unterschied zwischen Castros Haltung zehn Jahre zuvor betreffend Angola und der Position, die er 1985 zu Nicaragua eingenommen hat? Wir sind gespannt auf ihre Erkl\u00e4rung, welche, soviel steht schon fest, von der selben Art von \u201eRealpolitik\u201c sein wird, wie sie schon zuvor angewandt wurden. F\u00fcr die derzeitige Situation in Nicaragua \u2013 ein Produkt des Versagens, die Revolution zu Ende zu f\u00fchren und der Weigerung, sie auf den Rest Mittel- und S\u00fcdamerikas auszubreiten \u2013 ist nicht nur die F\u00fchrung der FSLN in Nicaragua verantwortlich. Die Kreml-B\u00fcrokratie tr\u00e4gt einen Gro\u00dfteil der Verantwortung, ebenso wie Castro, der mit seinen Br\u00f6tchengebern einer Meinung war. Diese \u00dcbereinstimmmung findet sich auch bei Lorimer und der DSP. In Lorimers langer Abhandlung findet sich keine einzige Zeile \u00fcber Nicaragua und die Rolle Castros. Zumindest habe ich in meinen urspr\u00fcnglichen Artikeln und der Brosch\u00fcre die Situation in Afrika erw\u00e4hnt. Das ist nur ein Beispiel von den ungleichen Ma\u00dfst\u00e4ben, welche die F\u00fchrung der DSP anlegt.<\/p>\n<p>Lorimer schreibt: \u201eTaaffe besch\u00e4ftigt sich nur sp\u00e4rlich mit der Rolle Kubas in Angola, weil sie schl\u00fcssige Hinweise liefert, dass seine \u201aAnalyse\u2018 der Castro-F\u00fchrung 100 Prozent falsch ist. Seine Unf\u00e4higkeit, den revolution\u00e4ren proletarischen Charakter dieser F\u00fchrung zu erkennen ist ein Beweis f\u00fcr seine sektiererische Unf\u00e4higkeit zur Praxis, der Kunst der revolution\u00e4ren Politik \u2013 im Gegensatz zum blo\u00dfen Dar\u00fcber-Reden (und Belehren von anderen).\u201c<\/p>\n<p>Wir glauben, dass wir Lorimer zur Frage der kubanischen Intervention in Angola hinreichend geantwortet haben. Wir werden Lorimer eine weitere Frage stellen, die in diesem Zusammenhang wichtig ist. Handelte Castro als \u201eproletarischer Revolution\u00e4r\u201c, als er das Mengistu-Regime in \u00c4thiopien unterst\u00fctzte? Der Derg, die von Mengistu gef\u00fchrte Regierung \u00c4thiopiens, hatte die Abschaffung des feudalen Regimes von Haile Selassie vollzogen und war daran gegangen, mit Gro\u00dfgrundbesitz und Kapitalismus zu brechen. Aber gleichzeitig gab es keine Spur von \u201eDemokratie\u201c, weder b\u00fcrgerlich noch proletarisch, in \u00c4thiopien. Vielmehr unterdr\u00fcckte das Regime die legitimen nationalen demokratischen Rechte der Eritreer und anderer Nationalit\u00e4ten innerhalb \u00c4thiopiens.<\/p>\n<p>Unter der Oberfl\u00e4che waren die gleichen Faktoren am Werk wie bei der kubanischen Intervention in Angola. Das \u00e4thiopische Regime st\u00fctzte sich wirtschaftlich und milit\u00e4risch auf das stalinistische Russland. Es gab eine \u00dcbereinstimmung zwischen den Interessen Kubas, vor allem mit Castros Streben, seinen Ruf als F\u00fchrer der \u201eDritten Welt\u201c und Revolution\u00e4r zu sichern und den strategischen und milit\u00e4rischen Interessen der russischen B\u00fcrokratie am Horn von Afrika. Noch einmal Tad : \u201eBei der Politik die Dritte Welt betreffend befanden sich Castro und die Russen auf der gleichen Wellenl\u00e4nge.\u201cAnwesenheit von sowjetisch unterst\u00fctzten kubanischen Truppen am strategisch wichtigen Horn von Afrika f\u00fchrte fast dazu, dass die Carter-Regierung die SALT-Verhandlungen (Gespr\u00e4che \u00fcber die Begrenzung der strategischen Waffen) mit der Sowjetunion abbrachen.<\/p>\n<h2>Kubas Zukunft<\/h2>\n<p>Es ist politischer Bankrott, wenn Lorimer und die DSP erkl\u00e4ren, dass wir und andere Sozialisten und Marxisten kein Recht h\u00e4tten, auch nur die kleinste Kritik an der F\u00fchrung in Kuba und den neo-kolonialen L\u00e4ndern zu \u00fcben, weil wir das Gl\u00fcck haben, in den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern zu leben. Das ist eine Absage an den Internationalismus. Das CWI ist in 34 L\u00e4ndern vertreten. Einige unserer Sektionen sind Parteien mit bemerkenswertem Einfluss unter den Arbeitern, andere sind relativ kleine Gruppen. M\u00f6chte Lorimer all diesen Organisationen untersagen, K\u00e4mpfe der Arbeiter zu kommentieren und zu kritisieren oder erstreckt sich dieses Verbot nur auf Marxisten in den industrialisierten L\u00e4ndern?<\/p>\n<p>Der Erfolg oder das Scheitern von Arbeiterk\u00e4mpfen irgendwo in der Welt ist f\u00fcr die K\u00e4mpfe in allen anderen L\u00e4ndern wichtig. Es ist nicht nur ein Recht, sondern geradezu eine Pflicht f\u00fcr wirkliche Marxisten, Strategien und Taktiken gegenseitig zu diskutieren und zu kritisieren.<\/p>\n<p>So ging Trotzki an diese Frage in den 30ern heran. Vor Hitlers Machtergreifung erkl\u00e4rte er, dass Deutschland der Schl\u00fcssel zur internationalen Lage sei, danach war es Frankreich und schlie\u00dflich war es der historische Kampf der spanischen Arbeiter, der im B\u00fcrgerkrieg seinen H\u00f6hepunkt fand. In einer sehr freundlichen, kameradschaftlichen boten Trotzki und die Internationale Linke Opposition Ideen an, wie die Revolution erfolgreich vorangetrieben werden k\u00f6nne. Sie fanden jedoch in den meisten F\u00e4llen keinen gro\u00dfen Widerhall. Die Niederlage der Bewegungen in Deutschland und Spanien traf die Arbeiterklasse der gesamten Welt.<\/p>\n<p>Es ist das gute Recht der kubanischen Arbeiter, unsere K\u00e4mpfe in Gro\u00dfbritannien zu kritisieren, einschlie\u00dflich der von uns verwendeten Strategien und Taktiken. Wir hoffen, wir w\u00fcrden von der Kritik der Arbeiter und ihrer Organisationen von irgendwoher etwas f\u00fcr die Schlachten lernen, die wir in Gro\u00dfbritannien schlagen. Lorimers Attacke gegen unsere Haltung zu Kuba zeigt, dass es in der Schule der DSP leider nichts zu lernen gibt. Tats\u00e4chlich w\u00e4re es katastrophal, w\u00fcrde man sich an ihrer Taktik und Politik orientieren.<\/p>\n<p>Anders als die DSP haben wir eine Tradition, in Gro\u00dfbritannien Massenk\u00e4mpfe der Arbeiterklasse anzuf\u00fchren, z.B. im Kampf um Liverpool 1983-87 und in der m\u00e4chtigen gegen die Poll tax. Hinzugef\u00fcgt sei noch, dass wir im Kampf gegen die faschistische BNP und f\u00fcr die Schlie\u00dfung ihrer Parteizentrale in S\u00fcd-London eine zentrale Rolle gespielt haben. Das hei\u00dft nicht, dass wir bei allen Fragen Recht haben. Ob wir eine korrekte Position vertreten oder daneben liegen, muss in Diskussionen ermittelt werden. Dass die DSP diese Frage \u00fcberhaupt aufwirft, beweist ihr Hinterherzockeln hinter Bewegungen. Sie versucht, von der gro\u00dfen Sympathie f\u00fcr die kubanische Revolution und ihren Errungenschaften zu profitieren. Sie machen das, indem sie den Charakter des kubanischen Regimes falsch darstelllen, indem sie die fehlgeleitete Politik von Castro und seiner Regierung entschuldigen und indem sie die b\u00fcrokratische Degeneration des kubanischen Staates versuchen zu vertuschen.<\/p>\n<p>Sie besch\u00e4ftigen sich auch nicht mit dem Schaden, den die b\u00fcrokratische St\u00fcmperhaftigkeit und die politischen Zick-Zacks angerichtet haben. Dadurch wurden die gro\u00dfen Vorteile der Planwirtschaft untergraben. Die kubanische Entsprechung des \u201eKriegskommunismus\u201c der Bolschewiki, wurde nicht nur einige Jahre, sondern ein ganzes Jahrzehnt praktiziert. Castros Utopismus f\u00fchrte zur Verstaatlichung der Hot-Dog-St\u00e4nde und kleiner Gesch\u00e4fte, zum Versuch, das Geld abzuschaffen. Wir haben die negativen Folgen f\u00fcr Kuba beschrieben und wollen es hier nicht wiederholen. Die DSP hat vor allem unserer Analyse widersprochen, dass Castros Politik in dieser , vor allem 1968, der chinesischen \u201eKulturrevolution\u201c \u00e4hnelt. Das Ausma\u00df von Blutvergie\u00dfen und Ersch\u00fctterungen in China war gewaltig. Immerhin betraf die \u201eKulturrevolution\u201c Viertel der Menschheit und hatte alleine daher kolossale Bedeutung. \u00c4hnliche Methoden in einer Nation von 10 Millionen Menschen musssten nicht zu den gleichen Konsequenzen f\u00fchren. Maos Regime war wegen einerReihe von Gr\u00fcnden, auf die wir an dieser Stelle nicht n\u00e4her eingehen k\u00f6nnen, viel brutaler als das Castros. Aber unser Vergleich ist stimmig und wird auch von Tad Szulc best\u00e4tigt: \u201eCastro proklamierte eine neue radikale Revolution in Kuba, die in gewisser Weise sein Gegenst\u00fcck zur chinesischen Kulturrevolution war, die gerade dem Ende entgegen ging. In Kuba gab es keine Roten Garden, kein Blut wurde vergossen. Aber Fidel verstaatlichte den gesamten Kleinhandel, der sich noch in privater Hand befand \u2013 von Autowerkst\u00e4tten zu kleinen Gesch\u00e4ften, Caf\u00e9s, Sandwich- und Eiskrem-Stra\u00dfenverk\u00e4ufer \u2013 aus ideologischen Gr\u00fcnden. Castro muss gesp\u00fcrt haben, dass der revolution\u00e4re Wille im Volk nachlie\u00df und das eine Spritze zur Auffrischung des Radikalismus n\u00f6tig war, damit die Stimmung wieder steigt. Er nannte seine Politik die Gro\u00dfe Revolution\u00e4re Offensive, er verlangte revolution\u00e4re Sauberkeit und l\u00f6schte die \u00dcberbleibsel der \u201aBourgeoisie\u2018 aus, die er so verachtete. Er mobilisierte Arbeitskr\u00e4fte in gigantischem Rahmen (freiwillige Arbeit von jedem) f\u00fcr die Landwirtschaft, vor allem f\u00fcr die Zucker-Rekordernte, die er f\u00fcr 1970 plante.\u201c<\/p>\n<p>Castro beschuldigte 955 private Bars \u201elinks und rechts Geld einzusacken und Ressourcen zu verbrauchen\u201c und stellte einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Hot-Dog- St\u00e4nde und der Konterrevolution her. Sein Schlachtruf war: \u201eBauen wir den Sozialismus auf oder bauen wir Verkaufsmaschinen?\u201c Er erkl\u00e4rte 1967 gegen\u00fcber KS Karol, das es notwendig sei \u201edas Geld zu entmystifizieren und nicht es zu rehabilitieren. Tats\u00e4chlich planen wir es abzuschaffen.\u201c<\/p>\n<p>Auch in diesem Fall erkl\u00e4rt die DSP diesen schieren Utopismus f\u00fcr nicht relevant. Sie m\u00f6chte weiter an Castros Rocksch\u00f6\u00dfen h\u00e4ngen. 1968 hatte Castro die Planung und Ausf\u00fchrung der Wirtschaftspolitik pers\u00f6nlich \u00fcbernommen. Er hatte s\u00e4mtliche Vorschl\u00e4ge abgeblockt und \u201eduldete keine Debatte\u201c. Szulc beschreibt: \u201eFidel wurde zu einem totalen Dogmatiker, der jede Erfahrung anderer Menschen oder Gesellschaften missachtete und auch viele marxistische Ideen verwarf &#8230; Ren\u00e9 Dumont, ein franz\u00f6sischer Agrarspezialist, war einer der aufmerksamsten ausl\u00e4ndischen Beobachter der kubanischen B\u00fchne in den 60ern. Er meinte sp\u00e4ter: \u201aEs gab nichts zu kaufen, daher gab es keinen Anreiz zu arbeiten\u2018 &#8230; Castro schien in Kuba beweisen zu wollen, dass der R\u00fcckschritt in der marxistischen \u00d6konomie Fortschritt bedeute.\u201c<\/p>\n<p>Ohne die bewusste demokratische Kontrolle durch die Arbeiterklasse, die Diskussion unter den Massen, ohne ein wiederholtes Testen des Plans und dem Korrigieren desselben w\u00fcrde selbst das gr\u00f6\u00dfte Genie in einer Planwirtschaft nur grob st\u00fcmperhaft arbeiten. Und Castro ist nun wirklich kein Genie \u00e0 la Lenin oder Trotzki, auch wenn die DSP das behauptet. Aber warum, so fragt Lorimer, war daskubanische Regime noch immer bei der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung popul\u00e4r? Er scheint zu vergessen, dass selbst die stalinistischen Regime in der UdSSR und Osteuropa ein gewisses Ma\u00df an \u201ePopularit\u00e4t\u201c gehabt hatten. Die Massen tolerierten angesichts der imperialistischen Drohungen die B\u00fcrokratie, so lange die Planwirtschaft intakt blieb und die Gesellschaft sich vorw\u00e4rts entwickelte.<\/p>\n<p>Eine Zeit lang konnten die stalinistischen Regime eine relativ fortschrittliche Rolle bei der Entwicklung von Industrie und Gesellschaft spielen. Die Wachstumsraten der russischen Wirtschaft waren zum Beispiel in den 50ern und 60ern und zu Beginn der 70er wesentlich gr\u00f6\u00dfer als die des Kapitalismus. Erst zur Mitte der 70er Jahre entwickelte sich der Stalinismus zur absoluten Bremse des Fortschritts. Das gigantische milit\u00e4risch-b\u00fcrokratische Regime verleibte sich immer gr\u00f6\u00dfere Teile des Mehrprodukts ein, verstopfte die Poren der Gesellschaft und verhinderte jeden Fortschritt. Der Plan br\u00f6ckelte auseinander, die R\u00fcckschritte begannen. Das schufdie Grundlage f\u00fcr die Unruhen und Aufst\u00e4nde der 80er und 90er Jahre in der UdSSR und Osteuropa, die zum Fall der Mauer f\u00fchrten.<\/p>\n<h2>Die Errungenschaften k\u00f6nnen durch Arbeiterdemokratie verteidigt werden<\/h2>\n<p>Kuba gelangte in den 80er Jahren an einen Wendepunkt. Bis dahin war Castros ein Vierteljahrhundert lang \u201eauf einer Welle der Revolution geschwommen.\u201c kam es zu gro\u00dfen S\u00e4uberungen auf den h\u00f6chsten Ebenen des Regimes. Er feuerte ohne Erkl\u00e4rung einige seiner \u00e4ltesten und engsten Mitarbeiter und k\u00fcndigte eine \u201estrategische revolution\u00e4re Offensive\u201c , um den \u201e\u00fcbersch\u00e4umenden Eifer zu nutzen\u201c. Politische Kontrollen und Repression gegen s\u00e4mtliche abweichenden Meinungen wurden versch\u00e4rft. Kuba wurde auf Krieg eingestellt, Volksmiliz-Einheiten wurden ausgebildet und im Alarmzustand gegen eine amerikanische Invasion gehalten, die laut Castro bevorstand. Doch noch immer stagnierte die Wirtschaft, es konnte nicht genug Zucker produziert werden, um die Handelsabkommen mit der Sowjetunion zu erf\u00fcllen. Es gab sogar Arbeitslosigkeit, die teilweise durch die Auslandseins\u00e4tze der kubanischen Soldaten und durch mehrere hunderttausend Fl\u00fcchtlinge \u00fcberdeckt wurde.<\/p>\n<p>Diese Situation fiel zusammen mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Kuba in eine akute Wirtschaftskrise st\u00fcrzte, enorm verschlimmert durch die verst\u00e4rkten Anstrengungen des US-Imperialismus, Kuba durch sein brutales Embargo zu isolieren. Sehr zum \u00c4rger des Wei\u00dfen Hauses hatte Castro neun US-Pr\u00e4sidenten \u00fcberlebt. Sie hatten alle die gewaltigen Reserven von Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Revolution untersch\u00e4tzt. Die Unterst\u00fctzung des Volkes hatte die Castro-Regierung anders als in Osteuropa und der fr\u00fcheren Sowjetunion in den 70ern und 80ern \u00fcberdie Phase der extremen Isolation hinweg an der Macht gehalten.<\/p>\n<p>Trotzdem musste das kubanische Regime und die Wirtschaft R\u00fcckschl\u00e4ge einstekken. Castro, der offensichtlich versucht, das war er f\u00fcr die Lehren der Lenin\u2019schen Neuen \u00d6konomischen Politik \u00e4lt, anzuwenden, \u00f6ffnete die Wirtschaft f\u00fcr ausl\u00e4ndisches Kapital. Es wurde sogar f\u00fcr ausl\u00e4ndisches Kapital m\u00f6glich, in Kuba Besitz zu \u00fcbernehmen. Die Verbreitung des Dollar wurde legalisiert, auf lange Sicht ist das eine gef\u00e4hrliche Bedrohung der Planwirtschaft. Vor 1991 gingen 85 Prozent der kubanischen Exporte in die UdSSR und Osteuropa. Dieser Markt schrumpfte und die Exporte gingen um 70 Prozent zur\u00fcck. Das f\u00fchrte 1991 zu einem Niedergang der Wirtschaft um ein Drittel.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen dieses Zusammenbruchs waren bis Ende der 90er und am Beginn des neuen Jahrhunderts noch nicht \u00fcberwunden. Obwohl es eine gewisse Erholung der Wirtschaft gab, kam es zu Massenentlassungen von Arbeitern. Das Regime hatte zwar Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheitsversorgung und das Bildungswesen aufrechtzuerhalten, aber das konnte nicht verhindern, dass einige \u00dcbel des Kapitalismus Einzug hielten. Die Mehrheit der Industrie ist noch immer , aber der Kapitalismus sickert \u00fcber den Schwarzmarkt hinein. Die Financial Times : \u201eDie \u00fcberwiegende Mehrheit von Kubas 4,6 Millionen Erwerbst\u00e4tigen ist noch immer beim Staat angestellt und bekommt ihr Grundgehalt in Peso.<\/p>\n<p>Es gibt aber eine parallele Wirtschaft auf der Grundlage des US-Dollars. Viele Kubaner kommen mit dem monatlichen Durchschnittsgehalt nicht aus, welches laut Regierung 1999 auf 223 Pesos gestiegen ist. Es gibt auch Unzufriedenheit \u00fcber den Zustand der Wohnungen und den \u00f6ffentlichen Verkehr. Die Regierung behauptet, die Wirtschaft wachse um 6,2 Prozent, dies sei ein Anzeichen f\u00fcr die Erholung. Auf der einen Seite ist das tats\u00e4chlich ein Zeichen, dass \u201edie kubanische Wirtschaft die schlimmste Phase der tiefen Rezession hinter sich gelassen hat, die dem Zusammenbruch des Sowjet-Blocks folgte.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der US-Imperialismus seine Blockade aufrechterh\u00e4lt, gibt es zwischen anderen konkurrierenden imperialistischen M\u00e4chten ein Wettrennen f\u00fcr eine gute Position in Kuba. Sie bereiten sich auf die Abschaffung der Planwirtschaft vor. Heute ist Kanada Kubas f\u00fchrender Partner f\u00fcr Handel und Investitionen, gefolgtvon Spanien. Es wurde 1996 gesch\u00e4tzt, dass 650 ausl\u00e4ndische Unternehmen in Kuba investiert haben. Andere starke lateinamerikanische kapitalistische L\u00e4nder wie Mexiko und Brasilien haben mit Blick auf die Verst\u00e4rkung ihres wirtschaftlichen und politischen Einflusses in der Region Tritt gefasst. Sie tun das, um Vorteile f\u00fcr sich selbst herauszuschlagen, aber auch, um die kubanische B\u00fcrokratie Richtung Wiederherstellung des Kapitalismus und dem Aufgeben der Planwirtschaft zu dr\u00fckken. Sie haben das Modell der Ereignisse in Osteuropa und der fr\u00fcheren Sowjetunion im Kopf und hoffen, dass die kubanische B\u00fcrokratie oder zumindest Teile davon sich \u2013 zusammen mit einem Teil der kubanischen Exil-Bev\u00f6lkerung in Florida \u2013 in eine kapitalistische Klasse umwandeln. Dies wird allerdings durch die Situation in den USA verkompliziert. Die ultrarechten Exil-Kubaner in Miami wollen das Castro-Regime aushungern und wenn m\u00f6glich die Regierung mit Waffengewalt st\u00fcrzen. Die Republikaner wollen auch keinen \u201eKompromiss\u201c mit Castro. Allerdings ist daran zu zweifeln, ob sie tats\u00e4chlich das Embargo aufrechterhalten wollen, denn dies bedeutet Nachteile f\u00fcr den US-Imperialismus. Die Wall Street will in ihrer Mehrheit ein Ende der Blockade. Die US-Konzerne sehen, wie ausl\u00e4ndisches Kapital Verm\u00f6genswerte in Kuba kauft und erkennen klar, dass ein \u201eEngagement\u201c in Kuba der beste Weg ist, das Ende der geplanten Wirtschaft und Castros politisches Ende zu beschleunigen. Die Entscheidung der Clinton-Administration gegen die kubanischen Exilanten im Fall Elian Gonzalez und dessen R\u00fcckkehr zu seinem Vater zeigen die Ver\u00e4nderungenin der Haltung der USA und der herrschenden Klasse dort gegen\u00fcber Kuba. Die ganze Sache war eine schwere Niederlage f\u00fcr die kubanischen Exilanten, welche bis dahin einen Einfluss auf Demokraten und Republikaner aus\u00fcbten, der weit st\u00e4rker war als ihr zahlenm\u00e4\u00dfiges Gewicht in der Bev\u00f6lkerung der USA.<\/p>\n<p>Es gibt auch einen Teil der Exilanten, die nach einem Kompromiss mit Castro streben, um so den \u00dcbergang zur Wiederherstellung des Kapitalismus einzuleiten. Aber ein Teil will weiterhin die Rache und zielt darauf, ihr ehemaliges Eigentum in Kuba wiederzuerlangen und mit Castro und seinen Unterst\u00fctzern blutig abzurechnen. Alldiese Faktoren, vor allem der Hass gegen den US-Imperialismus in Kuba und in ganz Lateinamerika, hat es dem Regime und vor allem Castro selbst erm\u00f6glicht Unterst\u00fctzung zu bekommen, trotz des Zusammenbruches der 90er Jahre. Trotzdem wird, je l\u00e4nger die Situation so bleibt, Kuba mehr und mehr unter Druck geraten, kapitalistische Ma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Castro beschreibt dies nat\u00fcrlich als zeitweilige Ma\u00dfnahmen und erkl\u00e4rt noch immer seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den \u201eSozialismus\u201c. Doch dieses Hin- und Herlavieren zwischen verschiedenen imperialistischen M\u00e4chten und Personen weist auf den Charakter des kubanischen Regimes. Er hat den \u201eSozialismus\u201c verteidigt aber gleichzeitig den verhassten thatcheristischen spanischen Finanzminister Solchaga als Wirtschaftsberater in Havanna willkommen gehei\u00dfen. Castro hat zu seiner Schande seinen Wunsch erkl\u00e4rt, Thatcher pers\u00f6nlich zu treffen und hat sich schon mit dem Papst getroffen, ein klares Angebot an die katholische Kirche. Gleichzeitig hat er, wie Tony Saunois beschreibt, zum Aufstand der indigenen Bev\u00f6lkerung im mexikanischen geschwiegen. Kuba steht in der n\u00e4chsten Periode vor der Wahl. Der Prozess der kapitalistischen Restauration k\u00f6nnte sich beschleunigen. Dies wird auf jeden Fall passieren, wenn die Castro-F\u00fchrung ihre derzeitige Politik beibeh\u00e4lt. Dieses Szenario k\u00f6nnte nur mit Sicherheit verhindert werden, wenn ein Regime auf der Grundlage echter Arbeiterdemokratie aufgebaut werden w\u00fcrde, mit der Perspektive, die sozialistische Revolution in Lateinamerika und international auszubreiten. Ungeachtet der Belanglosigkeiten der DSP w\u00fcrde solch ein Regime die Schaffung von wirklichen Arbeiterr\u00e4ten, lokal und national erfordern, welche die Kontrolle und Verwaltung \u00fcber die Wirtschaft aus\u00fcben w\u00fcrden. Alle Funktion\u00e4re m\u00fcssten gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen und jederzeit abw\u00e4hlbar sein und nicht mehr verdienen als einen durchschnittlichen Facharbeiterlohn. Kurz, Kuba braucht eine Arbeiterdemokratie. Das Einparteien-Regime geh\u00f6rt auf den Schrotthaufen. Wie Tony Saunois erkl\u00e4rt: \u201eDies [das Einparteien-Regime] wird oft damit erkl\u00e4rt, dass die Revolution vom Imperialismus bedroht sei und dass rechte reaktion\u00e4re Banden aus Miami ihre Kr\u00e4fte organisieren. Diese Bedrohung ist real aber wird nicht dadurch kleiner, dass nur die B\u00fcrokratie sich als Partei organisieren darf. Alle Parteien, die gegen den Imperialismus sind und die Idee einer sozialistischen Planwirtschaft verteidigen, sollten sich organisieren d\u00fcrfen, Propaganda machen und Kandidaten aufstellen d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p>Vom Staat unabh\u00e4ngige Gewerkschaften, die f\u00fcr die Planwirtschaft und einen demokratischen Arbeiterstaat eintreten, sollten aufgebaut werden. Letztendlich kann die drohende Wiederherstellung des Kapitalismus und die Niederlage der kubanischen Revolution nur durch den internationalen Sieg der sozialistischen Revolution, zuerst in Lateinamerika, verhindert werden. Daher ist es notwendig, die Unterst\u00fctzung der Arbeiterklasse Lateinamerikas zu gewinnen. So kann ein sozialistischer Staatenbund des Kontinents geschaffen werden. Wir glauben, dass dies der einzige Weg ist, die gro\u00dfen Errungenschaften der kubanischen Revolution auszubauen. Kuba braucht echten Marxismus, das Programm der Arbeiterdemokratie, um die besten Traditionen neu zu beleben, die vor mehr als vier Jahrzehnten zum Sieg der Revolution gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Das kann nicht von Leuten wie der DSP getan werden, die eine einseitige Sicht auf die kubanische Revolution und die heutige Lage in Kuba haben. Die Analyse, das und die Perspektiven des Komitees f\u00fcr eine Arbeiterinternationale der beste Weg, um die Erfolge der Revolution zu bewahren und um dabei zu helfen, eine neue Runde des siegreichen Kampfes der Arbeiter und Bauern in Lateinamerika einzul\u00e4uten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Debatten \u00fcber die Revolution und Kuba heute<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16870"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16870\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}