{"id":15149,"date":"2012-05-11T00:00:53","date_gmt":"2012-05-10T22:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.sozialismus.info\/?p=15149"},"modified":"2012-05-15T14:33:08","modified_gmt":"2012-05-15T12:33:08","slug":"ja-zum-fch-aber-ohne-blankoscheck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/05\/ja-zum-fch-aber-ohne-blankoscheck\/","title":{"rendered":"JA zum FCH \u2013 aber ohne Blankoscheck!"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Verein und den Fu\u00dfball \u2013 gegen Kommerz und abgehobene Fu\u00dfballprofiteure<br \/> [Flugblatt der SAV Rostock]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Hansa.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-15150\" title=\"Hansa\" src=\"http:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Hansa-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" \/><\/a>Der FC Hansa k\u00e4mpft ums \u00dcberleben und niemanden in Rostock l\u00e4sst dieses<br \/> Thema kalt. Den tausenden Fans stehen jedoch auch diejenigen gegen\u00fcber,<br \/> die sich gegen jegliche staatliche Finanzhilfen aussprechen. Nicht nur,<br \/> weil das Interesse am Fu\u00dfball fehlt, sondern auch, weil die Stadt<br \/> verschuldet ist und bei zentralen Dingen (Soziales, Kultur,<br \/> Breitensport) den Rotstift ansetzt. Die meisten, die sich als Fans von<br \/> Hansa verstehen, sind allerdings ganz anderer Meinung und auch die SAV<br \/> Rostock ist f\u00fcr Hilfen f\u00fcr den FCH \u2013 allerdings nicht bedingungslos.<\/p>\n<p>Wem der Verein und der Fu\u00dfball am Herzen liegt, der muss gerade jetzt<br \/> die wahren Ursachen des Desasters analysieren und sich f\u00fcr einen<br \/> radikalen Kurswechsel einsetzen.<\/p>\n<h4>Entwicklung im Profifu\u00dfball<\/h4>\n<p>Es ist zu kurz gegriffen, die Misere beim FCH auf die letzten Jahre zu<br \/> begrenzen. Man muss die Entwicklung von Hansa im Zusammenhang mit der<br \/> Entwicklung im Profifu\u00dfball im Allgemeinen sehen. Hier hat in den<br \/> letzten 20 Jahren eine gewaltige Kommerzialisierung stattgefunden. In<br \/> der 1.Bundesliga (und erst recht in anderen europ\u00e4ischen Ligen) werden<br \/> perverse Geh\u00e4lter an Spieler, Vorst\u00e4nde, Manager und andere Nutznie\u00dfer<br \/> dieses Systems bezahlt. Auch in der 2. und 3. Liga werden Summen<br \/> bezahlt, die jenseits von Gut und B\u00f6se sind. Firmenwerbung ist im<br \/> Stadion omnipr\u00e4sent, Stadien werden nach Sponsoren benannt \u2013 so wurde<br \/> leider aus dem traditionellen Ostseestadion die DKB-Arena. Die neuen<br \/> Stadien haben deutlich weniger Stehpl\u00e4tze, die Ticketpreise sind<br \/> gestiegen. Selbst die unteren Amateurligen sind von diesem Virus<br \/> infiziert. Der Sport wird seiner Seele beraubt und zur Ware degradiert.<\/p>\n<h4>Ursache der Krise<\/h4>\n<p>Die Hansa \u2013 F\u00fchrung hat in den letzten Jahren offensichtlich mit ihrem<br \/> Konzept Schiffbruch erlitten. Rostock als Stadt und<br \/> Mecklenburg-Vorpommern als Region sind wirtschaftlich zu schwach, um im<br \/> Wettbewerb um die besten Spieler mithalten zu k\u00f6nnen. Der Gro\u00dfteil jener<br \/> Fu\u00dfballs\u00f6ldner, die es an die Ostsee verschlug, hat sich nicht dadurch<br \/> ausgezeichnet, sich mit Leidenschaft f\u00fcr den Verein und seine Fans<br \/> einzusetzen. Nach dem Abstieg in die 3.Liga zerbricht die Mannschaft &#8211;<br \/> wie \u00fcblich. Die Spieler-Karawane zieht weiter zu anderen Vereinen, die<br \/> in einer h\u00f6heren Klasse spielen. Neben der wirtschaftlichen Schw\u00e4che und<br \/> einer zu schwachen Mannschaft gibt es noch einen weiteren Punkt, der zur<br \/> Krise des Vereins geh\u00f6rt und der in den eigenen Reihen kritisch<br \/> diskutiert wird bzw werden muss. Eine kleine Minderheit von Leuten, die<br \/> sich zu Unrecht als Fans bezeichnen, haben immer wieder mit unsinnigen<br \/> Aktionen wirkliche Fu\u00dfballanh\u00e4nger in Gefahr gebracht und dem Verein<br \/> geschadet. Krawalle sowie rassistische Vorf\u00e4lle sorgen daf\u00fcr, dass<br \/> weniger Menschen ins Stadion gehen, dass der R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung<br \/> schwindet und der Verein immer wieder saftige Geldstrafen zahlen musste.<br \/> Dies hat zur Abw\u00e4rtsspirale beigetragen. Klar ist: Die Mehrheit der<br \/> Hansa Fans lehnt dies ab. Wirksame Fan-Strategien gegen Rassismus und<br \/> Gewalt im Stadion m\u00fcssen aber ebenso Teil des neuen Konzeptes sein, wie<br \/> die finanziellen Sicherheiten.<\/p>\n<h4>Retten \u2013 aber wie?<\/h4>\n<p>Die SAV Rostock ist grunds\u00e4tzlich daf\u00fcr, dass \u00f6ffentliche Gelder zur<br \/> Rettung des FCH eingesetzt werden. Allerdings nicht, weil der Verein ein<br \/> \u201eWirtschaftsfaktor\u201c, sondern weil er f\u00fcr Zehntausende Menschen ein<br \/> wichtiger Teil ihres Lebens ist. Den vorliegenden Antr\u00e4gen des<br \/> Oberb\u00fcrgermeisters k\u00f6nnen wir und unsere Abgeordnete jedoch nicht<br \/> zustimmen. Es kann nicht angehen, dass ein Blankoscheck vom \u201ekleinen\u201c<br \/> Steuerzahler (auch den Hansa Fans) ausgestellt wird, obwohl es kein<br \/> ernsthaftes Konzept f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre gibt. Wir stehen nicht allein<br \/> mit der Warnung, dass es nicht lange dauern wird, bis der Verein wieder<br \/> in einer \u00e4hnlichen Situation ist, weil nichts darauf hindeutet, dass<br \/> sich etwas grundlegend \u00e4ndern soll.<\/p>\n<p>Es ist bezeichnend, dass in der momentanen Situation Unternehmer, Medien<br \/> und b\u00fcrgerliche Politiker nach dem Staat rufen. Dieselben Leute, die &#8211;<br \/> wenn es gut l\u00e4uft &#8211; gerne das freie Unternehmertum propagieren. In der<br \/> Stunde der Not rufen sie wie selbstverst\u00e4ndlich nach dem Staat, der in<br \/> die Bresche springen soll, weil private \u201eInvestoren\u201c, die es sich<br \/> leisten k\u00f6nnen, schlicht zu feige sind, ihr eigenes Geld einzusetzen.<br \/> Wieder einmal hei\u00dft es: \u201eGewinne werden privatisiert, Verluste<br \/> sozialisiert.\u201c<\/p>\n<p>Wir wollen den Verein unterst\u00fctzen. Voraussetzung ist jedoch, dass die<br \/> Gesch\u00e4ftsb\u00fccher offengelegt werden m\u00fcssen! Was ist den letzten Jahren<br \/> mit den Millioneneinnahmen geschehen? Wer tr\u00e4gt f\u00fcr was die<br \/> Verantwortung? Sollten die Verantwortlichen nicht auch zur Verantwortung<br \/> gezogen werden? Wir meinen Ja!<\/p>\n<h4>Radikaler Kurswechsel!<\/h4>\n<p>Dies ist der richtige Zeitpunkt um die Logik des Profisports grundlegend<br \/> in Frage zu stellen. Die Hansa \u2013 F\u00fchrung stellt zu Recht heraus, dass<br \/> die Jugendarbeit des Vereins fast vergleichbar ist mit der der gro\u00dfen<br \/> Vereine. Dennoch spielten bislang nur wenige \u201eEigengew\u00e4chse\u201c in der<br \/> Profimannschaft. Entweder wurden sie verkauft oder von den vermeintlich<br \/> besseren Spielern, die eingekauft wurden, verdr\u00e4ngt. Es ist an der Zeit<br \/> diesen Jugendlichen eine Chance zu geben! Es gibt im Fu\u00dfballsport viele<br \/> Bespiele, die belegen, dass Motivation, Identifikation mit dem Verein<br \/> und das Wirken als Team, Berge versetzen kann. Wann, wenn nicht jetzt?!<\/p>\n<p>Zudem: Wenn die Stadt Geld gibt, muss der Kommerzialisierung ein Riegel<br \/> vorgeschoben, abgehobene Funktion\u00e4rs-oder Spielergeh\u00e4lter m\u00fcssen<br \/> drastisch gesenkt werden. Statt plan-und regungslose<br \/> Aufsichtsratsmitglieder braucht der FCH wirklich demokratische<br \/> Entscheidungen \u00fcber die Entwicklungen &#8211; getragen von Vertretern der<br \/> Fans, Spieler die sich mit dem Club identifizieren und Vertretern der<br \/> B\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Zudem fordern wir eine Garantie gegen K\u00fcrzungen im Breitensport, Sozial-<br \/> und Kulturbereich der Stadt. Alle, die jetzt dem FCH mit viel Geld unter<br \/> die Arme greifen, m\u00fcssen ebenso helfen, wenn es um kleinere Vereine und<br \/> Sportverb\u00e4nde oder Kultur und Soziales geht. Keine weiteren K\u00fcrzungen in<br \/> Rostock!<\/p>\n<p>Klar ist, dass auch das Land sich an der Finanzierung beteiligen muss,<br \/> Hansa Fans gibt es schlie\u00dflich in ganz Mecklenburg-Vorpommern.<\/p>\n<p>Lasst uns also f\u00fcr Hansa Rostock einstehen und die Krise daf\u00fcr nutzen,<br \/> den Verein im Sinne des Sports und seiner Anh\u00e4nger umzukrempeln und<br \/> damit seine Zukunft langfristig zu sichern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Verein und den Fu\u00dfball \u2013 gegen Kommerz und abgehobene Fu\u00dfballprofiteure<br \/>\n[Flugblatt der SAV Rostock]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[69],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15149"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15149\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}